Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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So schön wie Kuhaugen

09.11.2023 Die FAZ verfolgt in Meryem Alaouis Roman "Pferdemund tut Wahrheit kund" hautnah, wie sich eine junge Frau in Marokko gegen das Patriarchat auflehnt. Die NZZ entdeckt den dänischen Schriftsteller und Nobelpreisträger Henrik Pontoppidan mit dem Band "Kein Tag ohne Spektakel" wieder. Auch der Dlf hebt einen literarischen Schatz: Die Essays der feministischen Aktivistin Suzanne Césaire, die das "unbarmherzige Licht der Ereignisse" auf die Verbrechen des Kolonialismus wirft. Und Dlf Kultur ist verliebt in Chris Lauers Lyrikdebüt "Gut verräumte Sternschnuppen".

Wo die Schreie schnell verhallen

08.11.2023 Die FR verkriecht sich mit den Eremiten Matsuo Basho, Kamo no Chomei und Bai Juyi beseelt in die "Klause der Illusionen". Die FAZ lässt sich von Per Leo derweil zu einem äußerst originellen Streifzug durchs Ruhrgebiet einladen. Perfekte Herbstabende verbringt sie mit Christina Viraghs Roman "Montag bis Mittwoch". Dlf Kultur kommt Caspar David Friedrich dank Florian Illies ganz nahe.

Gleichzeitig märchenhaft und lebensecht

07.11.2023 Die SZ liest gerührt die Erinnerungen des kürzlich verstorbenen Schauspielers Peter Simonischek, versammelt im Band "Kommen Sie näher". Die FR schärmt von der Leichtigkeit in den späten Gedichten des Kinderbuchautors Peter Härtling. Die FAZ geht mit dem Protagonisten aus Tim Parks' Roman "Hotel Milano" auf eine Reise nach Italien, die im Angesichts des Todes neues Leben bringt. Und der Dlf ist hin und weg von Joanna Bators Roman "Bitternis" über vier Frauenschicksale in Niederschlesien.

Ein wohlhabender Halbgott

06.11.2023 Die FAZ ist gefesselt von Zoe Becks Thriller "Memoria", in dem die Protagonistin Harriet düstere Visionen plagen. In Gianrico Carofiglios Krimi "Groll" entdeckt sie nicht nur die Realität echter Mafiaprozesse, sondern auch Plutarch und Xavier de Maistre. Helge Schneider schreibt wie er Jazz spielt, freut sie sich außerdem und amüsiert sich köstlich mit seiner neuen Krimi-Satire "Stepptanz". Die NZZ lässt sich von Rainer Hank gerne darüber aufklären "Wie Journalistinnen nach 1945 unseren Blick auf die Welt veränderten".

Kummerkastenkolumnistin

04.11.2023 Die SZ feiert in Peter Handkes neuem Roman "Die Ballade des letzten Gastes" dessen immense Sprachverliebtheit und originelle Beleidigungen. Die taz entdeckt in Kate Zambrenos Band "Mutter (Ein Gemurmel)" ein reiches Flechtwerk aus literarischen Annäherungen an eine schmerzhafte Abwesenheit. Die FAZ freut sich über eine schön verrückte Geistergeschichte von Alain Mabancko. Über Simon Sebag Montefiores "Familiengeschichte der Menschheit" ist man geteilter Meinung: Ein großer Lesespaß, meint die FR. Zu flapsig, findet Dlf Kultur.

Prozess um geklaute Pausenbrote

03.11.2023 Die SZ staunt, wie Elisabeth Raffauf in "Wann ist endlich Frieden?" Kindern Fragen zum Krieg beantwortet. Die FAZ empfiehlt Linda Martin Alcoffs Essay aus dem Jahr 1991 als wichtigen Text zur politischen Debatte um den schmalen Grat zwischen Engagement und kultureller Aneignung. Der Dlf Kultur folgt Victoria Kiellands Serienmörderin Belle Gunness durchs Chicago der Jahrhundertwende und lernt in Andreas Pflügers Spionagethriller "Wie Sterben geht".

Therapien und Phobien

02.11.2023 Dem Schreibmanschinengeklapper der Erinnerung lauscht die Zeit in Paul Austers neuem Roman "Baumgartner". Außerdem ist sie beeindruckt von Astrid Sys historischem Jugendroman über den niederländischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung. Die FAZ arbeitet sich angeregt durch den Gesprächsband von Alexander Kluge und Stefan Aust, der Alltagsgewissheiten radikal in Frage stellt. Der Dlf lobt Hans Haiders großartige Biografie über Ernst Jandl. Und Dlf Kultur beobachtet mit Cal Flyn, wie die Natur "Verlassene Orte" zurückerobert.

Hunderte von metaphorischen Spiegelscherben

01.11.2023 Die Welt geht in die Knie vor der von Mark Davidson und Parker Fishel herausgegebenen Bob-Dylan-Biografie. Als Meisterwerk würdigt die FAZ Deborah Levys Roman „Augustblau“ über eine Pianistin in der Krise. Die FR empfiehlt Armin Nassehis „Glossar der öffentlichen Rede“, um Ordnung ins aktuelle Debattenkarussell zu bringen. Mit Tara M. Stringfellows Debütroman „Memphis“ liest sie ein vielschichtiges „schwarzes Märchen“. Der Dlf entdeckt die Kunst im Inneren des Walbauchs mit George Orwell und Ian McEwan. Und Dlf Kultur preist den neuen Roman von Zadie Smith.

Ein Faible für Ice Cream

31.10.2023 Die FAZ schwelgt in einem literarischen Bildband über das Leben der Familie Mann in Los Angeles. Außerdem feiert sie NoViolet Bulawayos zweiten Roman "Glory" über ihr Heimatland Simbabwe als einen Glücksfall der Literatur. Dlf Kultur lernt mit Nando Arbs Comic über Angststörungen, wie man sich richtig fürchtet. Die NZZ zieht mit dem homosexuellen Protagonisten in Lion Christs Roman "Sauhund" in das München der Achtziger und findet dort Freiheit, aber nur bedingt Glück.

komiker in der stummfilmära der schöpfung

30.10.2023 Die NZZ schwelgt mit "Steine und Erden" in Jan Wagners poetischen Schilderungen des Irdischen und Vergänglichen. SZ und FR empfehlen nachdrücklich Saul Friedländers Tagebuchaufzeichnungen zur politischen Situation in Israel. Die SZ liest außerdem mit Niklas Franks Buch "Zum Ausrotten bereit" eine Wutrede auf das Weiterleben des Antisemitismus in der deutschen Gesellschaft.