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30.03.2022 Die FAZ blickt mit Slata Roschal auf "153 Formen des Nichtseins" im Leben einer jüdischen Russlanddeutschen und entdeckt den Dostojewski der Gegenwart. Von Fatma Aydemirs grandiosem Roman "Dschinns" lässt sie sich gern mit Judith Butler traktieren. Die FR empfiehlt die Neufassung der Litten-Biografie von Knut Bergbauer, Sabine Fröhlich und Stefanie Schüler-Springorum. Dlf Kultur amüsiert sich prächtig mit Fran Lebowitz' Kolumnen über Rauchen, Reisen, Fitness und Friseurbesuche. Und der Dlf sieht staunend zu, wenn Tanguy Viel in der bretonischen Provinz "emotionale Sprengsätze" zündet.

29.03.2022 Die FAZ feiert Monica Alis Roman "Liebesheirat", der sie mit Witz, Empathie und Weltkenntnis besticht. Von György Dalos lernt sie das System Orbán zu durchschauen, und auch Eberhard Seidels türkisch-deutsche Kulturgeschichte des "Döner" weiß sie zu goutieren. Die taz lässt sich von Gregor Ritschel zu weniger Arbeit animieren. Der Dlf huldigt mit Norbert Hummelts "1922" der literarischen Moderne. Und der DlfKultur empfiehlt nachdrücklich Lucy Delaps globale Geschichte des Feminismus.

28.03.2022 Die FAZ erhascht mit Beatrice Alemagna den "kleinen großen Augenblick", in dem sich das flüchtige Glück zeigt. Mit Kenji Miyazawa reist sie intergalaktisch für eine Nacht in der Milchstraßenbahn. Die FR folgt den Sehnsuchtslinien von Judith Zanders plattdeutscher Minnelyrik "im ländchen sommer im winter zur see". Die SZ wappnet sich mti aktuellen Neuerscheinungen für Zeitenbruch, Future War und die neue Weltordnung.

26.03.2022 Hellauf begeistert ist die FAZ von Alain Damasios dystopischen Aktivistenroman "Die Flüchtigen". Empfehlen kann sie auch Olivette Oteles Geschichte "Afrikanische Europäer". Die FR lässts ich mitreißen von der Wucht, mit der Nino Haratischwili vom postsowjetischen Kriegsgrauen in Georgien erzählt. Sehr prägnant findet die taz Shulamit Volkovs Buch "Deutschland aus jüdischer Sicht", dem höchstens ein Kapitel über die DDR fehlt. Unanständig gute Laune macht ihr außerdem Mareike Fallwickls Roman "Die Wut, die bleibt" über weibliche Selbstaufopferung.

25.03.2022 Die FAZ betrachtet mit dem Kunsthistoriker Peter Geimer die „Farben der Vergangenheit“ und lernt, dass das bessere Bild nicht unbedingt bessere Sicht und Verständnis bedeutet. Die FR kann sich dem Sog nicht entziehen, wenn Laszlo Krasznahorkai in der Provinz Köpfe rollen lässt. Der Dlf ficht mit Martin Walser im Traum manchen Kampf aus. Dlf Kultur schwingt sich mit Hannah Ross aufs Rad und reist durch die Geschichte weiblicher Selbstermächtigung. Und die SZ empfiehlt Sachbücher für Kinder und Jugendliche: Unter anderem erfährt sie, wie viel Regenwald in Nuss-Nougat-Creme steckt.

24.03.2022 Die FAZ empfiehlt die Erzählungen Ljudmila Ulitzkajas, die auf unnachahmliche Weise vermitteln, inwieweit Literatur die Angst vor dem Sterben nehmen kann. Die SZ begibt sich mit Stewart O'Nan in ein Kaff in Connecticut und wird Zeuge einer tödlich endenden Dreiecksgeschichte. Außerdem erhält sie mit Viktor Schlowskis "Briefe nicht über Liebe" ungeahnte Einblicke ins Berlin der zwanziger Jahre. Dlf Kultur begibt sich mit Lucy Frickes "Diplomatin" an den Rand der Legalität.

23.03.2022 Die FAZ erlebt mit Ulinka Rublack "Die Geburt der Mode" in der Renaissance, und sie schärft ihr Gespür für die Grenze zwischen Fakt und Fiktion mit Clemens J. Setz' "Gedankenspielen über die Wahrheit". Die FR sucht mit Riku Onda die Wahrheit hinter den "Aosawa-Morden". Die NZZ lernt von Jan Friedrich Kallmorgen und Katrin Suder "Das geopolitische Risiko" besser einzuschätzen.

22.03.2022 Hellauf begeistert ist die taz von Adam Greens wilden Comic "Krieg und Paradies", bei dem es aller Fülle zum Trotz einfach nichts zu lernen gibt. Ziemlich umgehauen ist die FAZ von Witz, Energie und Verzweiflung in Gine Cornelia Pedersens Roman "Null". Von Bernd Kasparek lernt sie, wie Europa seine Außengrenze zu einem Ort des Wissens und der Kontrolle machte. Der Dlf folgt fasziniert dem Insektenforscher Dave Goulson in die Welt der Asseln, Ameisen und Wespen..

21.03.2022 Die SZ feit sich mit Claus Leggewie und Ireneusz Paweł Karolewski gegen eine Unterschätzung der Visegrad-Staaten - im Guten wie im Schlechten. Die NZZ verabschiedet sich mit Siegfried Kohlhammers "Piraten" vom Seeräuber als Sozialrebellen. Der DlfKultur lernt von Theodor Herzl, Fehler in Größe zuverwandeln. Außerdem vertieft er sich in die Geschichte der Oxforder Philosophinnen. Die FAZ empfiehlt Hörbücher, darunter die Lesungen von E.T.A. Hoffmanns Erzählwerken und den Live-Mitschnitt des Lyrikabends "Vom Zauber einer verwehenden Sprache"

19.03.2022 Die FAZ blättert durch zwei Bücher über Alpenkulinarik - wie gebackenen Dorsch, Nockerln und Krapfen - und Alpenhonig - wie Bastardindigo-, Esparsetten-, Feldthymian- oder Baumheidehonig. Die FR lässt sich von Tove Ditlevsens "Gesichter" langsam in den Wahnsinn führen. Die SZ stärkt mit Emmanuel Levinas' "Ethik als Erste Philosophie" ihren Glauben an das Zwischenmenschliche. Die taz liest drei Comicbände zum stalinistischen Terror in Russland und der Ukraine.