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11.04.2022 Allerhöchsten Respekt zollen FR und Dlf Sven Hanuschek für die Mammutaufgabe einer Arno-Schmidt-Biografie. Die SZ liest mit Interesse, wie unkonventionell der frühere Geheimdienstchef Ami Ajalon die Lage in Israel und Palaästina reflektiert. Der DlfKultur begeistert sich für Jill Lepores aufregende Geschichte von Wonder Woman als Sinnbild der amerikanischen Frauenbewegung. Gut gefallen ihr auch Anna Seghers Erzählungen "Und habt ihr denn etwa keine Träume".

09.04.2022 Die FAZ folgt Andrea Scrima von New York nach Berlin in eine traumatische Vergangenheit. Die FAS durchlebt mit Karl Ove Knausgards "Der Morgenstern" eine grandios verlaberte Meditation einer Endzeiterfahrung. Die taz wirft dem norwegischen Autor ausbeuterisches Schreiben vor. Dlf begibt sich mit Reporterin Gabriele Riedle in Dschungel, in Wüsten und in den Krieg. Dlf Kultur taucht mit Marie Gamillscheg in familiäre und ozeanische Untiefen.

08.04.2022 Die FAZ wird neugierig auf Meskalin dank Michael Pollans Kulturgeschichte psychokaktiver Pflanzen. Die FR liest bei Delphine de Vigan beunruhigt, was geschieht, wenn es in den sozialen Medien keine Trennung mehr zwischen Öffentlichkeit und Privatleben gibt. Glaubhaft wie ein authentischer Bericht erscheint dem Dlf Kultur Leonardo Paduras Roman über eine Gruppe junger Exil-Kubaner. Mit Jennifer Lucy Allan schwelgt er im durchdringenden, melancholischen Klang des Nebelhorns. Und die SZ empfiehlt heute Kinder- und Jugendbücher.

07.04.2022 Als angenehm liberale Studie empfiehlt die Zeit Kathleen Stocks feministische Kritik der Identitätspolitik. Als meisterlichen Roman über die „Sucht nach Geschichtsklitterung“ preist die FAZ Georg Gospodinovs Roman „Zeitzuflucht“ über ein Europa der inszenierten Vergangenheiten. Die FR lässt sich von Abdulrazak Gurnah auf „dünnes Deutungs-Eis“ führen und empfiehlt drei Bücher über Antisemitismus. Die SZ blickt mit Svetlana Alpers auf Walker Evans. Und der Dlf staunt über Jens Eisels höflichen Krimi über die Flugzeugentführung durch Dan Cooper.

06.04.2022 Die FAZ sieht die bundesrepublikanische Society leuchten auf den Fotos von Roger Fritz. Außerdem freut sie sich, dass Jacques Vallès' naturalistischer Klassiker "Das Kind" wiederaufgelegt wurde. Dlf Kultur blickt mit Delphine de Vigan in die Abgründe von Influencern, die ihre Kinder ausbeuten. Mit Michael Pollans Kulturgeschichte psychoaktiver Pflanzen macht er Selbstversuche ohne Kaffee, aber mit Schlafmohn. Und die taz fragt mit Mark Schieritz: Wer ist Olaf Scholz?

05.04.2022 Die FAZ lässt sich von Philipp Matheis darlegen, wie die deutsche Politik über Chinas Vernichtung der Uiguren hinwegsieht, um der Autoindustrie nicht zu schaden. Die Welt lernt von Juliane Marie Schreiber, das euphorisierte Menschen eher zu Gewalt neigen als deprmierte. Der Dlf setzt mit Ulrich Eberl auf die Technologie als "Unsere Überlebensformel". Die SZ bewundert die Kombination aus Feinfühligkeit und Unsentimentalität in Afonso Reis Cabrals Roman "Aber wir lieben dich". An Gerald Murnanes meisterlicher Metafiktion "Inland" beißt sie sich mit Freude die Zähne aus.

04.04.2022 Wundervoll findet die FR Irene Solàs polyphonem Roman "Singe ich, tanzen die Berge", der von den Pyrenäen und ihren Bewohnern erzählt, von Franco-Flüchtlingen und Frauen, die als Hexen verfolgt wurden. Die FAZ stürzt sich mit Herman Heijermans' "Duczika" ins Berlin des Jahres 1912. Die SZ lernt von Martin Sabrow, wie die Organisation Consul den Mord an Wather Rathenau in Auftrag gab. Als eines der schönsten Sachbücher des Jahres feiert die taz Christian Grataloups "Erfindung der Kontinente". Der DlfKultur liest bei John Keegan nach, was eine "Kultur des Krieges" sein könnte.

02.04.2022 Anne Tyler setzt mit "Eine gemeinsame Sache" ihre Kunst des Generationenromans fort. FAZ und Dlf Kultur schätzen ihn für seine ruhige Präzision. Ebenfalls in der FAZ wird Paul Mendes-Flohrs Biografie über Martin Buber empfohlen. Die SZ ist gespannt, wie die deutsche Erinnerungskultur mit Joshua Cohens Roman "Witz" umgehen wird, der sich dem feierlichen Ernst offiziellen Holocaust-Gedenkens widersetzt. Die taz bleibt wach mit Jochen Schimmangs "Laborschläfer"

01.04.2022 Die FR macht’s kurz: Craig Browns Beatles-Buch hält sie für eine Wucht. Die SZ lässt sich gebannt in den höllischen Raum ziehen, den Julia Schoch in ihrem Roman „Das Vorkommnis“ öffnet. Die FAZ lernt von Annekathrin Kohout: Dem Nerd von heute fehlt Kontur. Der Dlf sucht mit Walerjan Pidmohylnyj die Liebe im Kiew des Jahres 1925. Und Dlf Kultur betrachtet mit dem Psychoanalytiker Daniel Strassberg die Maschine als Spiegel des Menschen.

31.03.2022 Die FAZ staunt, wie kenntnisreich Marente de Moor die Lebensgewohnheiten in der russischen Provinz vor dem Hintergrund der zerfallenden Sowjetunion schildert. Mitreißen lässt sie sich auch von Wucht und Drastik in Oskar Loerkes "Oger". Die SZ birgt einen Schatz der postkolonialen Literatur mit Jacques Stephan Alexis' Romanfragment "Der Stern Wermut". Die Zeit behauptet sich mit den Oxforder Philosophinnen Elizabeth Anscombe, Iris Murdoch, Philippa Foot und Mary Midgley in der von Männern dominierten akademischen Welt der Fünfziger. Dlf lässt sich von Gerbrand Bakker im "Niemandsland" der Depression trösten.