Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Triumph und Sturz

14.02.2022 Nicht unbedingt raffiniert, dafür aber bewegend findet der Dlf, wie Fatma Aydemir in "Dschinns" die Geschichte einer türkischen Familie in Deutschland erzählt. NZZ und SZ gehen mit Alexander Kluge in den Zirkus und lernen dort, auf dem Hochseil des Lebens zu balancieren. Die FR stapft freudig mit Mathjis Deen durchs Wattenmeer.

Ungemein vibrierend

12.02.2022 Die taz staunt, wie gnadenlos Vladimir Sorokin in seinen Erzählungen die nationalistische Idylle in Russland zerstört. Die SZ ist fasziniert von Thomas Huetlins Studie über den Menschen Walther Rathenau. Die FAZ taucht mit Ron Winkler und Birgit Kreipe ab in märchenhafte Lyrik. Die FR erliegt der stillen Wucht von Monika Helfers neuem Roman über ihren Bruder Richard. Und Dlf Kultur eröffnet sich der Zusammenhang zwischen Paradies und Katastrophe beim Lesen von Esther Kinskys „Rombo“.

Der mysteriöse Schnilch

11.02.2022 Die FAZ findet Goyas Abgründe in dessen Briefen. Von der Philosophin Sally Haslanger lässt sie sich zum Nachdenken über Gendern, Rassismus und bauchfreie Tops anregen. Die SZ fühlt dank Britta Teckentrup die ganze Kraft der Wut. Der Dlf entdeckt in Henri Thomas' "Kohlenkübel" den französischen Törleß. Und Dlf Kultur lernt in Ulrike Sterblichs und Heiko Wernigs prekärem Bestiarium die Scharnierschildkröte kennen, die beide Körperhälften zusammenklappen kann.

Die feinen Risse

10.02.2022 Dlf Kultur findet sich mit Hendrik Bolz in den "Nullerjahren" in Stralsund wieder. Die SZ bewundert Bettina Flittner, die in ihrem Erinnerungsbuch an ihre Schwester die Abgründe und die Qual hinter dem Familienglück transparent macht. In der FAZ empfiehlt Wolfgang Kubin A Lais Dokumentarroman über Tibet, "Zhan Dui". Die taz freut sich über eine Neuübersetzung von Alice Walkers Roman "Die Farbe Lila".

Die Ordnung der Blumen

09.02.2022 Die SZ ist erstaunt über die Aktualität von Orhan Pamuks Roman über Leugnen, Freiheitsringen und Verschwörungsdenken während der Pest. Die NZZ spürt die Erde beben beim Lesen von Esther Kinskys Roman "Rombo", der für sie auch Dokumentation der Flora und Fauna um den Monte San Simeone ist. Die FAZ lernt in einem von Wolfgang Günter Lerch herausgegebenen Band unbekannte moderne türkische Dichter wie Asik Veysel und Cemal Süreya kennen. Und die FR findet es erfrischend, wie ihr Kim Hye-Jin die  Zwänge der Tradition in Südkorea schildert.

Erinnerungstafeln

08.02.2022 Die FAZ lernt in Mikola Dziadoks Aufzeichnungen aus der belarussischen Lagerhaft die ganze Willkür des Systems Lukaschenko kennen. Außerdem bestaunt sie Bilder von heroischen Kosmonauten in ehemaligen sowjetischen Militärbasen. Die FR empfiehlt den von Jürgen Habermas, Dan Diner und anderen herausgegebenen Band zum Historikerstreit 2.0. Die SZ blättert im Adressbuch der Dora Maar. Der Dlf lauscht angetan Navid Kermanis Vater-Tochter-Dialog über den Islam.

Obwohl sie selbst beim ersten Date ein Buch liest

07.02.2022 Der DlfKultur macht uns mit der englischen Autorin Aphra Behn bekannt, die bereits 1688 mit ihrem Roman "Oronooko" gegen Sklaverei und Kolonialismus anschrieb. Der Dlf preist die dänische Dichterin Inger Christensen, die Fiobonacci-Reihen zum Klingen bringen konnte. Die taz übt mit Robin Wall Kimmerers „Geflochtenes Süßgras“ indigene Ökologie. Die FR wappnet sich mit Natan Sznaiders "Fluchtpunkte der Erinnerung" für kommende Diskussionen. Elizabeth Wetmore lehrt die FAZ, einen großen Bogen um die texanische Ölstadt Odessa zu machen.

Trutzburgen moderner Ichbildung

05.02.2022 In der taz empfiehlt Jochen Becker Ulrich Wüsts Fotobuch "Stadtbilder" mit präzisen Erkundungen der zerfallenden DDR-Städte. Außerdem liest Katharina Granzin Roy Jacobsons "Die Kinder von Barrøy", den vierten Teil einer norwegischen Familiensaga.  Katharina Teutsch lässt sich in der FAZ von Angelika Meiers "Auflösung des Hauses Decker" faszinieren. In der SZ tröstet sich Jörg Magenau mit den Tagebüchern Manfred Krugs.

Offene Bekenntnisse

04.02.2022 Die FAZ lernt im letzten Band der Vorlesungen einen so extemporierten wie volkstümlichen Adorno kennen. Von Karel Čapek lernt sie, was der Gärtner im Winter so treibt. Dlf-Kultur begibt sich so erschüttert wie berührt mit Percival Everett auf die Spuren entführter mexikanischer Frauen. Außerdem staunt er über die Sinnlichkeit und Präzision, mit der Gert Loschütz in seinem dreißig Jahre alten Roman von Flucht, Verlust und Erinnerung erzählt.

Stählerne Direktheit

03.02.2022 Einzigartig findet die SZ Jon Fosses Roman "Ich ist ein anderer" und sprachmächtig wie Beckett. Die Zeit liest interessiert das brutal ehrliche Manifesto Bernadine Evaristos "Warum ich niemals aufgebe". Die FAZ schwärmt von den "One Hundred Poets", die Jürgen Partenheimer sich malerisch anverwandelt hat. Der dlf staunt über schonungslose Offenheit in Daniel Schulz' Debütroman "Wir waren wie Brüder" über eine Jugend in der Wendezeit. FAZ und Zeit empfehlen außerdem Manfred Krugs Tagebucheinträge in "Ich sammle mein Leben zusammen".

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