Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Aus weiblicher Schalkperspektive

08.03.2022 Die FR bekommt Appetit, wenn die japanische Autorin Asako Yuzuki in ihrem eigensinnigen Roman eine Serienmörderin von Butter schwärmen lässt. Die FAZ begibt sich mit Miklos Meszöly auf „Spurensicherung“ und entdeckt eine sehr eigene Erkenntnisform. Die SZ ergötzt sich an den Scherzgedichten der Johanna Charlotte Unzer aus dem 18. Jahrhundert. Und Dlf Kultur liest berührt, wie sich Scholastique Mukasonga an ihre Mutter erinnert, die dem Völkermord an den Tutsi zum Opfer fiel.

Gedankengestöber

07.03.2022 Dlf Kultur lässt sich von den Reimen Judith Zanders in dämmernde Wälder, Märchen und DDR-Geschichte verschleppen. Wärmer als Sally Rooney findet er Imogen Crimp, die in ihrem Debütroman von der Liebe einer jungen Gesangsstudentin erzählt. Die SZ empfiehlt nachdrücklich Rita Süssmuths Plädoyer für mehr Gleichberechtigung. Die FR lacht und weint bei der Lektüre von Orhan Pamuks Roman „Die Nächte der Pest“. Und die FAZ staunt über Mathijs Deens Wattwanderer-Wissen im neuen Krimi „Der Holländer“.

Erlösung vom Ich-Zwang

05.03.2022 FAZ und taz lauschen Katerina Poladjans "Zukunftsmusik", einem Roman über eine Kommunalka des Jahres 1985, als die Perestroika noch anderes versprach als Krieg. Bei Joga soll man nichts wollen, doch Emmanuel Carrère will in "Yoga" sehr viel, freuen sich SZ und Welt. Der Deutschlandfunk ist tief beeindruckt von Tatiana Salem Levys "Vista Chinesa", dem Protokoll einer Vergewaltigung. FAZ und taz befassen sich außerdem mit der extremen Rechten in den zwanziger Jahren.

Katzen wissen zu leben

04.03.2022 Dlf und Dlf Kultur folgen Emmanuel Carrère gern vom Yoga-Retreat in die rauhe Wirklichkeit: Carrere ist wie Houellebecq, nur frischer und berührender, meint der Dlf Kultur. Die FR verdankt Laetita Colombani bewegende Einblicke in die Lage der Frauen in indischen Provinzen. Die NZZ annonciert mit "Future War" das derzeit aktuellste Buch zur Sicherheitsarchitektur Europas. Dlf Kultur stellt derweil schaudernd fest, wie aktuell auch Christiane Hoffmanns Buch über die Flucht ihres Vaters aus der Ukraine ist.

Wunder Sprache

03.03.2022 DIe FAZ bewundert den Mut, den Kim Hye-jin mit ihrem Roman "Die Tochter" über zwei Generationen von Frauen im heutigen Südkorea beweist. Die SZ entdeckt in Doron Rabinovicis Roman "Die Einstellung" eine grundsätzliche Erzählung über die Macht der Bilder. Von Stine Pilgaard lässt sie sich in den Mikrokosmos einer dänischen Volkshochschule entführen. Die FR verdankt Vladimir Sorokin ein erhellend dunkles Bild Russlands und seiner „ideologischen Leere“. Und der Dlf Kultur reist mit Gideon Defoe durch 48 ausgestorbene Staaten.

Aus der Werkstatt eines Satansbratens

02.03.2022 Die FAZ träumt mit Christoph Podewils von einer emissionsfreien Zukunft und verbringt mit Gisela von Wysocki einen funkelnden Sommertag in Berlin. Die NZZ lässt sich von Gianfranco Calligarich derweil in die felliniesken Behausungen der römischen Boheme versetzen. Die Zeit hängt an den Lippen des Galeristen Franz Dahlem, wenn er von Schweinsbraten und Kunst im bleiernen Nachkriegsdeutschland erzählt. Die SZ vermutet, dass Kira Jarmyschs Roman "Dafuq" in Russland bald auf dem Index steht. Und Dlf Kultur erinnert sich mit Nino Haratischwilis prallem neuen Roman an das Georgien der Achtziger und Neunziger.

Urdeutsches vom Schäferhund

01.03.2022 Die FAZ amüsiert sich prächtig mit Tomer Gardis Antimärchen über die "Heimatsuche von Künstlernaturen". Die FR trifft in Judith Kuckarts "Café der Unsichtbaren" auf Mischfiguren aus allen gesellschaftlichen Schichten. Die taz folgt mit Matthias Lohre dem Ingenieur Herman Sörgel vom kühnen Plan zum manischen Höhepunkt. Und der Dlf lernt in Katja Diehls "Autokorrektur", welche Bevölkerungsgruppen bei der Verkehrsplanung marginalisiert werden.

Nach dem Frost die süßesten Früchte

28.02.2022 Die FR ist ganz euphorisiert von den frischen lyrischen Erbsen, die ihr Simone Lappert serviert. Der Dlf Kultur lernt in Katerina Poladjans „Zukunftsmusik“, dass Regime und Menschen in Russland zwei verschiedene Größen sind. Mit Doron Rabinovici taucht er ab ins Wiener Medienmilieu. Die FAZ empfiehlt heute Kinderbücher und hat besonders viel Spaß mit Dita Zipfels Mistkäfer Jonny und seiner Ameisenfreundin. Und der Dlf lässt sich von Joshua Cohens „Witz“ herausfordern.

Taugenichtshaft verträumt

26.02.2022 Die FR schwärmt von der Sinnlichkeit, mit der Mario de Sá-Carneiro in seinen Novellen "Himmel in Flammen" die Wirklichkeit erfahrbar machte. Mehr Walter Scott als Quentin Tarantino sieht die FAZ in Szczepan Twardochs Roman "Demut" über einen offizier im Ersten Weltkrieg. Die taz lässt sich freudog von Katharina Hacker aus dem Berlin der Viren, Drohnen und wilden Tiere entrücken. Toll findet sie auch Attica Lockes Krimi "Black Water Rising", der im Texas der achtziger Jahren spielt. Die FAS freut sich mit Wolf Haas' "Müll" über die Rückkehr des Wiener Ermittlers Brenner.

Schuld und Lebensdurst

25.02.2022 Die FAZ lernt in Yfaat Weiss' Geschichte der Hebräischen Universität: Geschichte ist und bleibt unparteiisch. In Ronen Steinkes Kritik am Zustand der deutschen Strafrechtspflege erkennt sie auch einen Hinweis auf den Zustand der Gesellschaft. Dlf Kultur bewundert, wie wild und witzig Gulraiz Sharif von einem jungen Pakistani erzählt, der sich als trans outet. Und die SZ liest Susin Nielsens herzerwärmende Geschichte über das Weiterleben eines jungen Mädchens nach dem Tod der kleinen Schwester.