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22.04.2023 Welt, FR und FAS lassen sich von Olga Tokarczuk in ein Lungensanatorium im schlesischen Görbersdorf entführen. Wer sich über Chinas Verbrechen gegen die Uiguren informieren will, dem empfiehlt die taz Mathias Bölingers "Der Hightech-Gulag". Die Welt lernt von Gabriel Zuchtriegel den "Zauber des Untergangs" Pompejis schätzen. Die FAZ vertieft sich in Bruno Monsaingeons Gespräche mit Nadia
Boulanger. Die FAS lässt sich von Felix Lee erzählen, wie sein Vater
Volkswagen auf den chinesischen Markt verhalf.

21.04.2023 Die FAZ liest bei Stefan-Ludwig Hoffmann noch einmal nach, wie Reinhart Koselleck durch den Krieg geprägt wurde. Aufregend findet sie, wie Georges-Arthur Goldschmidt mit Heidegger abrechnet. Die SZ ist sich noch nicht ganz sicher, womit Alexander Kluge mit seiner Kriegsfibel 2023 hinauswill. Die NZZ blickt mit Tabea Steiner ins Milieu einer restriktiven Glaubensgemeinschaft. Und der Dlf trotzt mit Katharina Mevissens Mutter Alter und Einsamkeit.

20.04.2023 Eigentlich können sich Döpfner und Reichelt geschmeichelt fühlen, sind es doch vor allem ihre Namen, die Benjamin Stuckrad-Barres Schlüsselroman für die Kritiker zum Ereignis machen: Gestern erschienen und heute schon fünf mal besprochen. FAZ, FR und Zeit sind hingerissen, die NZZ fand ihn vorhersehbar, und die SZ findet die "Echt-krass-Haltung" des Erzählers langweilig. FR und SZ brechen mit Salman Rushdies neuem Roman "Victor City" ins Reich "Jayaparajaya" der Königin Pampa Kampana auf. Die FAZ empfiehlt Igorts gezeichnete "Berichte aus der Ukraine".

19.04.2023 Die FAZ taucht mit Rainer Klouberts "Warlords" in die abenteuerliche Geschichte des Lebemanns, Haudegens und Verräters Zhang Xueliang ein. Die NZZ macht eine umwerfende Entdeckung: den Tessiner Autor Fabio Andina. NZZ und SZ vertiefen sich in Timothy Garton Ashs "Europa". Die taz bekommt mit Nico Bleutge ein "gefühl für verplombte wörter". Die SZ lauscht mit der Lyrikerin Volha Hapeyeva den Florfliegen.

18.04.2023 Furios findet die SZ, wie Barbara Vinken mit "Diva" die Operngeschichte feministisch aufrollt. Als Solitär der Nachkriegsliteratur würdigt die FAZ Gerd-Peter Eigners Roman "Der blaue Koffer". Mit Interesse liest sie auch Iwan Schmeljows Roman "Der Toten Sonne" von 1923 über den russischen Bürgerkrieg. Die NZZ fragt sich, warum in Alexander Kluges "Kriegsfibel 2023" so wenig von der Ukraine die Rede ist. Die Welt lässt sich von Su Tiqqun die traurige Geschichte des Tacheles erzählen.

17.04.2023 Seltsam beglückend findet die FR, wie Arnold Stadler Schmerz und Frustration eines Autors in schöne Sprache umwandelt. Die NZZ bewundert, wie die russische Dichterin Maria Stepanova mit ihrem "Winterpoem" gegen äußere und innere Erstarrung aufbegehrt. Mit Clemens Meyer nähert sich die FAZ Christa Wolf an. Die SZ liest instruktive Berichte aus dem postislamischen Iran.

15.04.2023 Die FAS bewundert, wie Marcel Beyer den Alltag des Ukraine-Krieges imaginiert, ohne in die Fiktion zu verfallen. Weniger einverstanden ist sie mit Alexander Kluges allgemeine Klage über die Grausamkeit des Krieges. Die FAZ erkennt mit Elisabeth Wellershaus, wie fremd sie sich selbst ist. Sehr empfehlen kann sie auch Aram Mattiolis Geschichte des indigenen Widerstands "Zeiten der Auflehnung". Klassische Schultrauma-Literatur entdeckt die SZ in Tonio Schachingers Roman "Echtzeitalter". Die taz vermisst Jörg Fauser.

14.04.2023 Die FAZ begibt sich mit Karl-Heinrich Bette und Felix Kühnle auf die Spuren von Flitzern im Sport. Mit Marco Jorio analysiert sie das Ringen um die Schweizer Neutralität. Die SZ versucht mit einem neuen Thriller von Marc Elsberg das Klima in den Griff zu bekommen. Und die NZZ denkt mit Monika Neun über Kunst, Liebe und Tod nach.

13.04.2023 Die FAZ lernt im 100. Schreibheft, dass die Literaturgeschichte, wie wir sie kennen, reiner Zufall ist. Die SZ blättert mit Christophe Boltanski in einem Fotoalbum aus den Siebzigern, das 369 Passfotos eines gewissen Jacob B'chiri enthält. Der Dlf annonciert mit Jochen Rauschs "Im toten Winkel" den Beginn einer vielversprechenden neuen Krimiserie. Und Dlf Kultur blickt sich mit Amanda Petrusich in der Welt der Plattensammler um.

12.04.2023 Die FAZ schwärmt von der Sinnlichkeit der späten Prosa von Tarjei Vesaas. Einen flimmernden Krimi liest die FR mit Riku Ondas "Fische, die in Sonnensprenkeln schwimmen". Die SZ lernt von dem Historiker Martin Mulsow, wie eine globale Ideengeschichte aussehen könnte, die sich von der eurozentristischen Perspektive löst. Der Dlf reist mit Tomer Dotan-Dreyfus ins jüdisch-sozialistische Birobidschan. Als "brilliantes Stück Prosa" über rassistische Stereotype empfiehlt er Toni Morrisons Erzählung "Rezitativ".