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28.07.2023 Die FAZ wird bestens unterhalten und informiert über Musik und erotische Niederlagen im Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und dem Violinisten Rudolf Kolisch. Über den Begriff der Zärtlichkeit im bürgerlichen Ehediskurs lässt sie sich von Johannes Kleinbeck aufklären. Die SZ ermittelt mit Juliane Pickels einen „Rattensommer“ lang in einem alten Mordfall. Die FR schlägt sich mit Elsemarie Maletzke in Agathes dunklem Garten mit einer Horde Ornithologen herum. Und Dlf Kultur bewundert die sprachliche Wucht, mit der sich Cecile Wajsbrot während einer Zugfahrt nach Polen an den Holocaust erinnert.

27.07.2023 Die FAZ freut sich über Kurzgeschichten der Psychoanalytikerin Jane Campbell, in denen kluge, bissige und gefühlsstarke Frauen jenseits der siebzig Platz haben. Die SZ begrüßt das aufklärerische Anliegen von Julian Nida-Rümelins Band "Cancel Culture", hätte sich aber über mehr Differenzierung gefreut. Die Zeit schaudert vor dem totalitären Biedermeier in Eva von Redeckers Plädoyer für "Bleibefreiheit". Dlf Kultur lernt dagegen mit der Physikerin Michio Kaku, sich grünes Wachstum schon mal vorzustellen.

26.07.2023 Meisterwerk! Die FAZ empfiehlt wärmstens Eva Vieznaviecs Roman "Was suchst du, Wolf?", der auf die blutgetränkte Geschichte von Belarus seit den Revolutionsjahren zurückblickt. Dlf Kultur sehnt sich mit den Bewohnern von "Nincshof" nach Ruhe vor der Hektik und dem Medienlärm des modernen Lebens. Die NZZ erinnert sich mit Alois Berger an das das vergessene Schtetl Föhrenwald in Bayern. Die FR lässt sich von Matthias Wittekindts historischem Krimi "Spur des Verrats" zum Internationalen Sozialistenkongress in Kopenhagen führen.

25.07.2023 Die FAZ entdeckt Victor Hugo mit dem Band "Ozean. Dinge, die ich gesehen habe" als bildgewaltigen Meister der kleinen Form. Außerdem erhält sie mit dem Buch des Juristen Guiliano Turone über die italienische Loge P2 fesselnde Einblicke in ein Netzwerk zwischen Politik und Kriminalität. Einen wahren Schatz birgt Dlf Kultur mit Jody Rosens "Kulturgeschichte des Fahrrads".

24.07.2023 Die NZZ empfiehlt einen neuen Band mit Reden und Essays von Herta Müller, die den inneren Freigeist schulen. Der Dlf lässt sich vom wilden Lyrismus in Pierre Guyotats Erinnerungen an den Algerienkrieg in den Bann ziehen. Dlf Kultur ist fasziniert von der geheimnisvollen Protagonistin in Emma Clines "Die Einladung". Die FAZ liest mit Jesse Roses "Das Gespenst will bleiben" und Brenda Heijnis "Skaterherz" gleich zwei Kinderbücher, in denen Geister und Menschen friedlich koexistieren.

22.07.2023 Emma Cline hatte mit ihren "Girls" einen Riesenerfolg. Nun erscheint "Die Einladung" auf Deutsch und begeistert die ersten Kritiker in taz und FAS auf Neue: ein mit lässiger Meisterschaft hingeworfenes Meisterstück über Mann und Frau und Arm und Reich sei das. Der Deutschlandfunk empfiehlt eine monumentale Biografie über Georges Pérec. Die FR liest eine Studie Matthias Vetters über die Geschichte der russischen Emigration.

21.07.2023 Die FAZ empfiehlt Hermann Funkes Architektur-Kritiken aus den Jahren 1962-2003 als Geschichte Nachkriegsdeutschlands, seiner Träume und Alpträume. Die NZZ folgt mit Audur Ava Olafsdottir einem Lebensmüden, der im Kriegsgebiet neuen Mut schöpft. Der Dlf erfährt in Ulrike von Hirschhausens und Jörn Leonhards Globalgeschichte der Empires, was im Kern von imperialistischen Herrschaftsbestrebungen. Und Dlf Kultur begibt sich mit Xi Xi und einem leidenschaftlichen Elektroinstallateur durch das Hongkong der Siebziger.

20.07.2023 Die FAZ fühlt ihre Fantasie beflügelt durch Ulrike Sterblichs Roman "Drifter". Die FR lernt von dem Philosophen Leon Joskowitz den Zauber des Kochens in der Steinzeit. Der Dlf sagt der Moderne Adieu mit Johanna Seebauers Dorfroman "Nincshof". Dlf Kultur lässt sich von Jennifer Ackerman in "Die geheime Welt der Vögel" einführen.

19.07.2023 Die FAZ liest interessiert Nikolai Epplees Überlegungen, wie Russland seine sowjetische Vergangenheit - und insbesondere die Verbrechen des Stalinismus - aufarbeiten könnte. Die SZ lernt von Julia Lovell, wie Mao mit seiner blutigen Kulturrevolution zum Idol für antiimperialistische Kämpfer weltweit wurde. Der Dlf blickt mit dem Band "Zukunftsbilder 2045" hoffnungsfroh in die Welt von morgen. Die SZ spürt in Mieko Kawakamis Roman "All die Liebenden der Nacht" die Welterschöpfung der Millenials.

18.07.2023 Die SZ amüsiert sich prächtig mit Daniel Gascóns Roman über einen Hipster in der spanischen Provinz. Der Dlf feiert die Wiederentdeckung von Raymond Radiguets Debütroman "Den Teufel im Leib" aus dem Jahr 1923. Außerdem taucht er mit Elfi Conrads "Schneeflocken wie Feuer" in die Geschichte einer weiblichen Selbstermächtigung im Deutschland der Nachkriegszeit ein. Die FAZ lernt aus dem Band "Der lange Weg zur Demokratie", wie die Aufstände gegen die Sowjet-Diktatur bis heute Vorbildfunktion haben.