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10.01.2024 Die FAZ liest mit Vergnügen die Kolumnen von Clarice Lispector aus dem Brasilien der 40er bis 80er Jahre. Die SZ empfiehlt allen vor sich hindösenden Revolutionären die Erinnerungen Ernst Tollers. Die taz baut mit Philipp Oswalt am nationalen Haus. Dlf Kultur versinkt in Timo Parvelas Fantasy-Serie "Schatten".

09.01.2024 Die FAZ empfiehlt sprachkritische Glossen von Wiglaf Droste und Stefan Gärtner. Die NZZ begegnet in Charles Lewinskys Roman "Schall und Rauch" einem sehr menschlichen und witzigen Johann Wolfgang von Goethe. Die SZ löst mit Ann Marks Biografie über die exzentrische Vivian Maier das Rätsel ihres turbulenten Lebens. Mehwish Sohails Roman "Like words on our skin" beginnt als romantischer Schmöker, wird aber bald kantig und komplex, frohlockt Dlf Kultur.

08.01.2024 Artemisia Gentileschi als Opfer zu stilisieren, greift zu kurz, weiß die taz nach der Lektüre von Susanna Partschs Biografie über die berühmteste Barockmalerin. Die SZ erfährt aus Katharina Bluhms ausgezeichneter Analyse der jüngeren Geschichte Russlands, dass der Putinismus leider wohl nicht mit Putin sterben wird. Mit Moussa Tchangari nimmt sie die Sahelzone in den Blick und lernt, wie Europa dem islamistischen Terrorismus in die Hände spielt. Und der Dlf hofft, dass der Erzählungsband "Schwarze Spinne" von Jeremias Gotthelf dem "Schweizer Balzac des Landlebens" endlich zu angemessenem Ruhm verhilft.

06.01.2024 Ein "gewitzteres" Buch zum Kant-Jubiläum 2024 kann sich die Welt kaum denken: In "Der Diener des Philosophen" erzählt Felix Heidenreich von einem der berühmtesten Herr-und-Diener-Verhältnisse - dem zwischen Immanuel Kant und seinem Diener Martin Lampe. Dlf Kultur liest mit Gewinn den fast hundert Jahre alten Russland-Reisebericht des kroatischen Autors Miroslav Krleža. Die FAZ ist nicht ganz zufrieden mit Winfried Nerdingers Geschichte der Architektur in Deutschland im 20. Jahrhundert. Die NZZ amüsiert sich mit Stefanie Sargnagels "Iowa".

05.01.2024 Die SZ bewundert in einem Bildband, wie Basilius Besler in seinen Kupferstichen Blumen Persönlichkeit verlieh. Mit Ansgar Mohnkern philosophiert sie über Fußball. Zum Goldstandard erklärt die FAZ Karin Meesmanns Biografie des Komponisten Pal Abraham. Die FR lässt sich in Nathan Hills satirischem Eheroman "Wellness" tödliche Unwahrheiten auftischen. Der Dlf denkt mit Cesar Aira über Weltflucht in der Literatur nach.

04.01.2024 Der Dlf lernt mit der Sachbuchautorin Kate Summerscale den Unterschied zwischen Phobie und Manie und vor allem zwischen Erythrophobie und Arithomanie kennen. Die Zeit staunt über die freudianischen Absurditäten in Zeruya Shalevs neu übersetztem Debütroman "Nicht ich". Claus Leggewie wird auch nach Lektüre von Friedrich Lengers "Der Preis der Welt", einer Globalgeschichte des Kapitalismus, mit letzterem nicht froh.

03.01.2024 Die FAZ blickt mit Dagmar Herzog auf den Wandel der Psychoanalyse seit dem Zweiten Weltkrieg. Bora Chung lehrt ihr derweil mit Geschichten von sich selbst vermehrenden Hasen das Fürchten. Bewegt und beeindruckt liest die SZ, wie Daniel Gerzenberg in seinen unter dem Titel "Wiedergutmachungsjude" erschienenen Gedichten von Heilung nach einem Missbrauch erzählt. Und der Dlf lotet in neuen Gedichten von Uljana Wolf das Thema "Mutterschaft" aus und liest in Erzählungen von Natascha Wodin vom Versuch, ein bürgerliches Leben zu führen.

02.01.2024 Die FR schaut mit Klaus Siblewskis Biografie zurück auf das Leben von Peter Härtling, der im Schreiben zu sich selbst fand. Spannend wie einen Kriminalroman findet die Welt Giovanni Catellis Recherche über den Tod Albert Camus, dessen Unfall vielleicht gar keiner war. Die FAZ durchstreift in Joe Wilkins Roman "Der Stein fällt, wenn ich sterbe" die Berge und Wälder im Osten Montanas. Außerdem empfiehlt sie Doug Johnstones schwarzhumorigen Detektivroman "Eingefroren". Die SZ erfreut sich an den Lebensschilderungen des Juristen Karl Loewenstein und lässt dabei ein ganzes Jahrhundert Revue passieren.

30.12.2023 Die FAZ verliert sich gerne in den Aufzeichnungen des DDR-Dissidenten Lutz Rathenow, dem es gelang, die Systemwächter zu schikanieren - und nicht andersherum. Die FR ist gefesselt vom zweiten Teil der Amadoka-Trilogie, in dem Sofia Andruchowytsch die Erinnerungen von drei Schwestern an den Holocaust im ukrainischen Butschatsch auffächert. Die taz findet die Begegnungen von Trauernden, die Marlen Pelny in ihrem Roman "Warum wir noch hier sind" schildert, so traurig wie tröstlich. Dlf Kultur ist berührt von Niviaq Korneliussens Roman "Das Tal der Blumen" über eine junge Liebe in Grönland. Und nun wünscht der Perlentaucher allen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2024!

29.12.2023 Die FAZ folgt Alexander Bartl in „Der elektrische Traum“ von der Entdeckung der Glühbirne bis hin zu den Umtrieben der Gaslobby. Die SZ erkennt dank Anja Stefan die angeborene Lust an Reimen. Außerdem streift sie mit David Blum durch Kollektorgänge unter Plattenbauten. Die Welt erfährt von Dieter Lamping, was Kafka und Dora Diamant in Berlin trieben. Der Dlf lauscht der unmelodischen Melodie von John Banvilles „Singularitäten“ und erfährt durch Charles Lewinsky von Goethes Verdauungsproblemen.