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17.09.2024 Die FAZ zieht den Hut vor Ilko-Sascha Kowalczuk, der in "Freiheitsschock" gegen Geschichtsklitterung und Autoritarismus anschreibt. Mit Elke Schmitters neuem Roman taucht sie hingegen ab in das Drama der Liebe. Frank Zappa war gar nicht so ein nonkonformistischer Freigeist, erfährt die NZZ von seiner Tochter Moon Unit, vor allem nicht als Vater. Dlf Kultur zieht mit Oxana Wassjakinas Protagonistin und ihrem drogensüchtigen Vater durch die karge Steppe Sibiriens.

16.09.2024 SZ und Dlf Kultur bekommen von Eckart Lohse in "Die Täuschung" die Versäumnisse der Merkel-Ära vor Augen geführt. Monika Zeiners Roman "Villa Sternbald oder Die Unschärfe der Jahre" über eine Unternehmerdynastie, die von den Verbrechen der Nazis profitierte, kann sowohl NZZ als auch Dlf überzeugen. Die FAZ hört entzückt Gedichte von Georg Trakl, unter anderen gelesen von Tobias Moretti, Paula Beer und Albert Schuch. Die taz lässt sich von Melania G. Mazzucco gerne die Geschichte der ersten römischen Architektin Plautilla Bricci erzählen.

14.09.2024 Die FAZ sehnt sich mit Stephan Rehm Rozanes und Fabian Soethof nach der Musik der Neunziger zurück. Der Dlf vergräbt sich mit Roman Ehrlichs dickem Jungen derweil in den Videotheken der Neunziger. Die FAS erfährt von der Historikerin Annette Kehnel, was wir heute noch aus den sieben Todsünden lernen können. FR und Dlf Kultur lassen sich mit Eva Maria Leuenbergers „Spinne“ von der Decke baumeln, um auf die Menschen zu blicken. Die taz annonciert mit Dagmar Herzogs „Eugenischen Phantasmen“ ein wichtiges Buch, das unter anderem auf die Rolle der Kirchen hinweist. Und die NZZ erinnert sich dank Melania G. Mazzucco an Roms erste Architektin: Plautilla Bricci.

13.09.2024 Nach der Lektüre des neuen Habermas-Gesprächsbandes kann die NZZ die Haltung des Philosophen zum Krieg in der Ukraine zumindest nachvollziehen. Mit Jón Kalman Stefánsson setzt sich in ein "gelbes U-Boot" und trifft Lebende und Tote. Die FAZ wirft mit Martin Mulsow einen Blick auf Porzellanindianer, Satyrfigur und Goldtaler, um die Aufklärung besser zu verstehen. Der Dlf bewundert die absurden Einfälle, mit denen Christoph Dolgan in "Blitzeisidentität" vom Leben in Ruinen erzählt. Und Dlf Kultur begleitet die Biochemikerin Katalin Karko auf dem Weg zum Nobelpreis.

12.09.2024 Die FAZ ist erschüttert von Neige Sinnos Roman "Trauriger Tiger", in dem die Autorin von den Vergewaltigungen durch ihren Stiefvater erzählt. Die taz harrt mit Abdelaziz Baraka Sakins im berüchtigten "Dschungel" von Callais aus. Die Zeit erfährt von Gillian Anderson, was Frauen wollen. Dlf ist begeistert von Gerald Kershs Roman "Hirn und zehn Finger" über vier jugoslawische Widerstandskämpfer. Mit Erica Benner untersucht er angeregt das Wesen der Demokratie.

11.09.2024 Die Kritiker verschlägt es heute nach Italien: Die FAZ erteilt eine uneingeschränkte Empfehlung für Marino Morettis Roman über eine gewitzte Fischhändlerin, die sich im Venedig der Zwanziger Jahre gegen machistische Fischer durchsetzte. Die NZZ zieht sich mit Carlo Cassola und einer Gruppe schweigsamer Holzfäller in die Wälder der Toskana zurück. Die FR freut sich über Alka Saraogis Roman "Entwurzelt", der den jungen Bhushan auf seiner Flucht vom damaligen Ostbengalen nach Indien begleitet. Die SZ schwelgt in der "amour fou" zwischen Marlene Dietrich und Erich Maria Remarque, die Thomas Hüetlin in einer Doppelbiografie auffächert.

10.09.2024 Die SZ hofft nach der Lektüre des neuen Gesprächsbandes, dass Jürgen Habermas von seinem früheren Ich dazulernt. Die FAZ rät dringend zur Lektüre von Yaroslav Hrytsaks Geschichte der Ukraine, mit der man nicht nur das Gestern, sondern auch das Heute besser versteht. Mit Ute Cohens Kulinargeschichte "Der Geschmack der Freiheit" schlemmt sie sich durch die Jahrhunderte. Die NZZ reist mit Ulrike Edschmids "Die letzte Patientin" in die linksbewegten Siebziger. Samar Yazbek nimmt den Dlf mit dorthin, "Wo der Wind wohnt" - in ein Syrien vor dem Krieg.

09.09.2024 Die NZZ trägt den Band "88 Tasten" der bosniakischen Schriftstellerin Nadija Rebronja in Zukunft immer in der Hosentasche. Die SZ empfiehlt Klaus Neumanns "Blumen und Brandsätze" über Deutschlands Umgang mit Migration. Dlf trifft in Dietmar Piepers Churchill-Biografie auf einen ziemlichen Unsympathen. Und die FR freut sich, dass Michael Connelly seine Kommissarin Renée Ballard für den neuen Krimi "Wüstenstern" aus der Rente zurückgeholt hat.

07.09.2024 Der DLF lauscht gebannt, wenn ihm fünfzig überlebende Frauen aus dem türkischen Foltergefängnis Mamak von ihren Erfahrungen erzählen. Mit Lydia Davis fragt er sich, ob es immer ein Regenmantel von Burberry sein muss. Die FAZ blickt mit Lene Albrecht auf die "weißen Flecken" der deutschen Kolonialgeschichte. Die taz ist fasziniert von den Abgründen der Schwaben, die ihr der lettische Schriftsteller Anšlavs Eglīti offenbart. Als wichtiges Debattenbuch empfiehlt sie Natan Sznaiders "Die jüdische Wunde". Die Literarische Welt blickt mit Katja Lange-Müller auf verdrängte Traumata in einer Alters-WG.

06.09.2024 Dlf Kultur begibt sich in den feministischen Kampf mit dem wieder geborgenen Roman "Das Haus in der Gasse" der sizilianischen Schriftstellerin Maria Messina. Zu starken Nerven rät er vor der Lektüre von Vitomil Zupans Aufzeichnungen aus dem jugoslawischen Zuchthaus. Die FAZ taucht mit Sascha Michels Kulturgeschichte der Leere ein ins kosmologische Vakuum. Die NZZ bewundert, wie subtil Doris Wirth von der Flucht eines Familienvaters erzählt. Und die SZ empfiehlt Kinderbücher, die, wie Armin Kasters und Sabine Rufeners "Nachtkind", keine Worte brauchen.