Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Unter einem Riesenrad geboren

22.12.2025 Die FAZ liest spukige Kinderbücher: Mit Sabrina Schmohl kämpft sie gegen Nebelgeister, von Matthew Forsythe lernt sie, wie man sich mit einem Geist als WG-Bewohner arrangiert. Die NZZ gibt sich Giovanni Boccaccios vergessenen Sonetten hin. Die SZ erfährt von Franz-Josef Brüggemeiers Thatcher-Biografie, dass es den "Thatcherismus" eigentlich nicht gegeben hat. Und Dlf empfiehlt wärmstens Anthony Burges' fantasievollen Roman über Jesus

Spinnenbeinige Zarin

20.12.2025 Die NZZ stellt zwei Klassiker aus der Ukrainischen Bibliothek vor: Taras Schewtschenko und Lesja Ukrajinka. Die FAZ ist fasziniert von den Antworten, die Pier Paolo Pasolini auf Leserbriefe in der linken Wochenzeitschrift Vie nuove schrieb. Die taz begegnet in Richard Schuberths Roman "Der Paketzusteller" dem Rest der Kulturlinken. Dlf Kultur vertieft sich in einen postmodernen Band zum Küchentuch.

Die Gärten der gestürzten Könige

19.12.2025 Der FAZ freut sich in wiederentdeckten Erzählungen von Maria Lazar an deren Liebe zum Absurden. Als gleichermaßen zartes wie heftiges Buch empfiehlt sie Nancy Hüngers poetische Miniaturen über zwei Neurotiker. Die FR schätzt einmal mehr das klare politische Urteil von Irina Scherbakowa. Die SZ lobt, wie Lena Steffinger über psychische Erkrankungen aufklärt. Und der Dlf Kultur spürt absolute Gegenwart in Gedichten von Marit Heuß.

Ein einziger grandioser lebenslanger Satz

18.12.2025 In der Zeit preist Herta Müller András Viskys Roman "Die Aussiedlung" als über die Historie hinausreichendes magisches Dokument. Die SZ versinkt in Natascha Wodins "Erinnerungstableaus" über das Altern. Beklommen folgt die FAZ Pussy Riot-Mitglied Maria Aljochina durch Putins Russland. Die taz erinnert sich gern nochmal an Klatsch un Tratsch der Achtziger in einem Sammelband über das Indie-Magazin Elaste. Und Dlf Kultur erinnert sich mit Zia Qasemi an ein vergangenes Afghanistan.

funkensprühend auf dem pulverfaß

17.12.2025 Die FAZ empfiehlt euphorisch Miku Sophie Kühmels Roman, der der Dadaistin Hannah Höch endlich ihren verdienten Platz in der Geschichte einräumt. Die NZZ verstrickt sich mit Colombe Schneck in "Lügen im Paradies". Die taz verfolgt in Juliane Baldys Roman "Frau Fünf" gebannt, wie Heldin Mirjam nach einer Trennung langsam dem Wahnsinn verfällt. Die FR rockt mit Kersty und Sandra Grether und ihren "Rebel Queens" durch die Musikgeschichte. Dlf verliert sich nur allzu gern im "lyrischen Parlando" von Norbert Hummelts Gedichtband "Hellichter Tag". 

Buchstäblich "undenkbar"

16.12.2025 Die FAZ fragt mit dem Historiker Paul Gilroy in "Schwarzer Atlantik", ob schwarze Musik von Spirituals bis Hip-Hop eine Verständigung über die Kontinente hinweg mit sich bringen kann. Mit Sarah Koldehoff verfolgt sie die Geschichte von "Dick Pics" bis ins Römische Reich zurück. Die taz blättert sich mit Janine Barchais' und Isabel Greenbergs Graphic Novel angeregt durch das Leben Jane Austens. Dlf widmet sich mit Marc Degens Roman über eine Comic-begeisterte Studenten-WG mit Vergnügen der "Verführung der Unschuldigen". 

Von Kinderköpfen und Patrizierhäuptern

15.12.2025 Die SZ ist beeindruckt von Oliver Jens Schmitts Buch über "Moskaus westliche Rivalen" und deren Widerstand gegen den imperialistischen Nachbarn. Die FAZ stürzt mit der Hörbuch-Version von Ozzy Osbournes Biografie "Last Rites" ab. Mit Cornelia Funke schaut sie hinter die verzauberten Fenster eines Adventskalenders. Der NZZ gehen beim Blättern durch einen Prachtband mit Albrecht Dürers gesammelten Werken die Augen über. Dlf Kultur geht mit Kathrine Nedrejord auf die Suche nach ihren samischen Vorfahren in Nordnorwegen. 

Wesentliches dahermurmeln

13.12.2025 Es weihnachtet schon recht sehr, und da kommt manches Coffeetablebook gegen - zum Beispiel der tolle schwere Taschen-Band über Modeschmuck, oder der tolle schwere Taschen-Band über indigene Innovation, besprochen in taz und dlfkultur. Die FAZ begibt aich in Hinrich von Haarens Roman "Wildnis". Der Deutschlandfunk empfiehlt Andreas Pflügers Thriller "Kälter". 

Opfer der Literatur

12.12.2025 Der Dlf liest dank Scholastique Mukasonga ostafrikanische Geschichte aus einer neuen Perspektive. Die FR stellt entsetzt fest, inwieweit Gary Victors im Jahr 2000 im Original erschienene Dystopie die heutigen Verhältnisse in Haiti vorwegnimmt. Die FAZ folgt gebannt der Historikerin Hannah Catherine Davies, die die Geschichte sexueller Gewalt in der Bundesrepublik von 1973 bis 1997 erzählt. Mit Markus Gabriel stellt sie die Existenz "moralischer Tatsachen" fest.

Schönheit in der Sprache. Spaß in der Hölle

11.12.2025 Zeit und Dlf feiern László Krasznahorkais neuen Roman "Zsömle ist weg", der bei aller Apokalyptik auch das Glück nicht aus den Augen verliert. Dlf und Dlf Kultur empfehlen außerdem Hisham Matars neuen Roman "Meine Freunde" über den Studenten-Protest gegen die libysche Botschaft in London im Jahr 1984. Die NZZ begibt sich mit der Anthropologin Alpa Shah auf einen Nachtmarsch mit Indiens vergessenen Guerillas.

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