Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Resilienz nach Ausbruch der Revolution

06.01.2026 Die FAZ lernt von Christian Spiering Interessantes über das mysteriöseste Elementarteilchen von allen: das Neutrino. Die FR empfiehlt Pascal Garniers "Die Eskimo-Lösung" als bitterbösen Noir über einen konsequenten Misanthropen. Die NZZ amüsiert sich prächtig mit der schlagfertigen Herrenfriseurin in Zyta Rudzkas "Lachen kann, wer Zähne hat". Die Welt kommt Königin Marie-Antoinette durch die Aufzeichnungen ihres Kammermädchens Henriette Campan ganz nah. Und Dlf streift mit Clara Heinrichs experimentellem Debütroman durch die Puszta. 

Kohlrabiapostel

05.01.2026 Die FAZ gruselt sich mit Josh Winnings "beunruhigend-schönem" Horror-Roman "Verbrenn das Negativ". Die SZ lässt sich von Joseph Croitoru "Das System Netanjahu" erklären. Außerdem lobt sie Helmuth Kiesels kluges Werk über Literatur im Nationalsozialismus. Die NZZ blättert mit Spannung durch das Erinnerungsbuch der Afrika-Korrespondentin Christina Karrer, die von den Höhen und Tiefen ihres Lebens in Südafrika erzählt. Und die Welt macht sich mit Heike Behrends Biografie über den selbsternannten Propheten Gustaf Nagel zu Fuß auf ins Heilige Land. 

Der Musik ähnlich

03.01.2026 So ein Buch erscheint nicht jeden Tag: 2.368 Seiten hat Wolfgang Künnes Biografie über den so großen wie vergessenen Philosophen und Dissidenten Bernard Bolzano - die taz ist überwältigt. Die SZ ruft der Cellistin Raphaela Gromes, die in "Fortissima!" Komponistinnen wiederentdeckt, ein "Bravissima!" zu. Die FAZ entdeckt mit Gerti Tetzners "Karen W." einen höchst ungewöhnlichen Roman über die DDR, u. dlfkultur geht mit Norbert Hummelt am "Hellichten Tag" die tassen holen.

Aufständische Ameisen

02.01.2026 Die FR erforscht mit neu übersetzten Science-Fiction-Geschichten von Ursula Le Guin fremde Planeten. Die SZ analysiert mit Tessniem Kadiri die patriarchalen Strukturen ihrer Familie. Einer diktatorischen Oma begegnet sie in Mia Oberländers „Saloon“. Die FAZ liest atemlos die von NATO-Offizieren verfassten fiktiven Visionen über den Dritten Weltkrieg, die Armin Wagner zusammengetragen hat. 

Strahlungsfühligkeit

31.12.2025 Die NZZ besucht mit den "Waterjournals" des amerikanischen Künstlers, Aktivisten und Außenseiters David Wojnarowicz die Ausgestoßenen im New Yorker der Siebziger. Die taz lobt Nina Schedlmayers Biografie der lesbischen Avantgarde-Malerin Stephanie Hollenstein, die zur glühenden Hitler-Unterstützerin wurde. Das Klügste, was aktuell über China auf Deutsch zu lesen ist, sind die Essays des chinesischen Dissidenten Yang Lian, versichert die FAZ. Und Dlf Kultur lauscht mit Cécile Oumhani einem poetischen Zwiegespräch zweier Frauen am Ende der Welt. Und damit wünscht der Perlentaucher all seinen LeserInnen einen guten Rutsch ins Jahr 2026! 

Die Sehnsüchte von Orchideen

30.12.2025 Die taz jubelt über die wieder entdeckten expressionistischen Grotesken von Else Onno, alias "El Hor", die zwischen Lust- und Todessehnsucht changieren. Die FAZ blickt mit Guillaume Paoli skeptisch auf den Optimismus. In Lionel Richies Memoiren sieht sie ein hochinteressantes Stück Pop- und Kulturgeschichte. Die FR wird mit Natascha Wodins witzigen Beobachtungen in "Die späten Tage" gerne alt. Dlf bleibt bei der Lektüre von Juliane Baldys Roman "Frau Fünf" das Lachen im Halse stecken. 

Dinge zum Fliegen bringen

29.12.2025 Die SZ fliegt mit Cesar Airas Hasen vor der Realität davon. Von Anne Sudrow lässt sie sich die Geschichte des Kräutergartens im Konzentrationslager Dachau erzählen, in dem die SS Heilpflanzen anbauen ließ. Die FR widmet sich mit J.C. Mastermans Krimi "Die Oxford-Tragödie" einem unterhaltsamen Whodunnit im College-Milieu. Die FAZ lässt sich von Jimmy Wales Optimismus in "Trust" den Glauben an die Menschheit zurückgeben. 

Kühne Abgeranztheit

27.12.2025 Die FAZ hebt mit Jorge Baron Bizas Roman "Die Wüste und ihr Samen" einen literarischen Schatz. Mit Katherina Poladjan wandert sie über den "Goldstrand" der bulgarischen Schwarzmeerküste. Die FR geht mit den Helden aus Max Baitingers Graphic Novel "Hallimasch" auf einen hallizogenen Trip nach Leipzig. Die SZ kann Andras Viskys Roman "Die Aussiedlung" über das Leben und Sterben in stalinistischen Gulags gar nicht genug loben. Und Dlf Kultur trinkt mit Anthony Burges und Jesus Wein in Kana.  

Zartes, schräges Licht

24.12.2025 Die FAZ blättert beeindruckt in den Erinnerungen Irina Schostakowitschs über die letzten Lebensjahre ihres Mannes. Von Walter Schübler lernt sie, wie viel "Kulturkampfpotenzial" in einem Stück Torte stecken kann. Die SZ vertieft sich in Peter Heathers Geschichte des Christentums. Die FR trifft bei Sigrid Nunez das Pinseläffchen Mitz, das die Bloomsbury Group aufmischte. Dlf wimmelt vergnügt durch Bilderbücher von Cynthia Cliff und Stephane Frattini. Und der Perlentaucher wünscht all seinen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten! 

kann, was ich fühl', ich treffend je beschreiben?

23.12.2025 Die Zeit traut den eigenen Gefühlen nicht mehr nach der Lektüre von David Szalays Roman „Was nicht gesagt werden kann“. Die FAZ lässt sich von John Boyles „Elementenquartett“ gebannt an Schreckenshorizonte führen. Von dem Historiker Christian Stein erfährt sie, wie die Wehrmacht an der Ostfront ganze Dörfer niederbrannte. Die SZ bewundert das Feingefühl, mit dem Leon Engler von den vielen psychischen Krankheiten einer Familie erzählt. Die taz schwelgt in einem Prachtband mit allen Radierungen und Lithografien Goyas. Und Dlf Kultur schmachtet mit Liebesgedichten von Giovanni Boccaccio.

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