Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Neugier auf das Mittelständisch-Menschliche

23.11.2024 Der SZ stehen die Haare zu Berge, wenn sie in Andreas Beyers neuer Biografie über die Taten von Cellini liest - der Marquis de Sade war nichts dagegen. Die FAS möchte die Raumfahrt, die ihr Samantha Harvey mit "Umlaufbahnen" beschert, eigentlich nie beenden, die taz ist ebenfalls bezaubert. Die FAZ vertieft sich mit zwei Neuerscheinungen in die Geschichte des Keks-Imperiums Bahlsen. Dlf sagt mit "Bye, bye Lolita" von Lea Ruckpaul "Adieu" zu sexistischen Stereotypen. Außerdem lässt er sich von Alan Moores Riesenroman "Jerusalem" auf eine monumentale wie verrückte Reise in die Geisterwelt schicken.

Beredtes Vakuum

22.11.2024 Die FAZ möchte gleich selbst eine Eule sein, wenn ihr Jennifer Ackerman die Fähigkeiten der lautlosen Nachtjäger erklärt. Die FR rät der woken Linken mit Jens Balzer zu mehr Reflexion. Der Dlf begibt sich mit Cemile Sahin auf eine rasante, zornige und kühne Flucht durch die Niederlande. Und Dlf Kultur begibt sich mit Kevin Lamberts schwulem Waldarbeiter in einen exzessiven Klassenkampf.

Das Entenorakel

21.11.2024 Die FAZ rast mit Monika Rincks Verkehrsgedichten in "Höllenfahrt und Entenstaat" die lyrische Autobahn entlang. Die FR freut sich über Ca Roses Bilderbuch "Und jetzt sei fröhlich, Knochenmann!", in dem die kleine Heldin einem an Burn-Out erkrankten Sensenmann begegnet. Dlf erkennt mit Anne Dufourmantelle "Die Intelligenz der Träume". Und die Zeit hat eine Weihnachtsbeilage herausgebracht, die sie hier finden: Ivy Compton-Burnetts Roman über das viktorianische Zeitalter feiert sie als "edle Literatur der grellsten Irritation" und auf Samantha Harveys Roman "Umlaufbahnen" singt sie regelrechte Hymnen!

Hier werden alle Schöngeister fündig

20.11.2024 Die SZ verneigt sich vor Giacomo Leopardis "Zibaldone". Die FAZ begleitet Carlo Levi in "Die doppelte Nacht" auf seiner Deutschlandreise im Jahr 1958 und findet viel Geschäftigkeit und wenig Aufarbeitung. Außerdem vertieft sie sich in die von Dana von Suffrin herausgegebene Anthologie "Wir schon wieder", in der jüdische Autoren und Autorinnen das Leben in Deutschland nach dem 7. Oktober schildern. Der Dlf preist Anna Melikovas Debütroman "Ich ertrinke in einem fliehenden See" als berührenden Text über das menschliche Dasein in dieser Katastrophenepoche

Geteilte Träume

19.11.2024 Die SZ lässt sich von Isabella Hammads Roman "Enter Ghost" in den Bann schlagen, der an der israelisch-palästinensischen Grenze spielt. Die FAZ erfährt von Michael Bogolte, was die mittelalterliche "Heiratsmigration" von Königinnen etwa für die westgotische Brunhilde oder Theophanu aus Konstantinopel bedeutete. Dlf hat Freude an Frank Schulz' Klima- und Beziehungsroman "Amor gegen Goliath". Dlf Kultur bewundert Samantha Harveys Roman "Umlaufbahnen" als eine Liebeserklärung an den Planeten Erde und die perfekte Antwort auf die Weltraumspinnereien von Elon Musk und Co.

In bestem Sinne unruhig

18.11.2024 Die FAZ lauscht mit Genuss, wenn Christian Brückner Oscar Wildes Schauermärchen "Das Gespenst von Canterville" vorliest. Die NZZ feiert Peter Kurzeck für seinen Roman "Frankfurt-Paris-Frankfurt" als Proust der 68er-Generation. Die SZ vertieft sich in Walther L. Berneckers Biografie von "Juan Carlos I., König von Spanien". Dlf Kultur entdeckt mit Gisbert Strotdrees Band ein beeindruckendes Coffee-Table-Book über "Jüdisches Landleben" in Westfalen.

Glücklich gealtert

16.11.2024 Die taz folgt Serhij Zhadans "Chronik des eigenen Atems" in Zeiten des Krieges. Die FAZ liest eine Graphic Novel über die Geschichte Jerusalems. Außerdem empfiehlt sie einen fetten Prachtband von und über Hokusai. Die FR erkundet mit Sascha Rehs "Biotopia" unsere nahe Zukunft. Die NZZ denkt mit Dieter Borchmeyer über kunsttheoretische Ausdeutungen der Laokoon-Gruppe nach. Die Welt amüsiert sich mit den Erinnerungen Barbra Streisands.

Sobald Begrünung Asphalt ersetzt

15.11.2024 Wie unsere Städte für die Autos zugerichtet wurden, und wie man jetzt versucht, die Autos wieder loszuwerden, lernt die FAZ in zwei Büchern. Der Dlf liest Ulrike Draesners Buch "zu lieben" über die Geschichte der Adoption eines Mädchens aus Sri Lanka als gelungenes Buch über Elternschaft und lobt den klug zwischen Flapsigkeit und starker Emotion schwankenden Ton des Buchs. Der Deutschlandfunk bespricht Kinderbücher über Roboter, darunter Kindermädchen, die man aufladen kann. Auch die SZ empfiehlt neue Kinderbücher.

Entwaffnende Naivität

14.11.2024 Die FAZ verliert sich mit Norbert Hummelts Essays in wahnhaften Traumlandschaften. Mit Curzio Malapartes Roman "Die Haut" erlebt sie ein kriegsgebeuteltes Neapel. Die Zeit vertieft sich angeregt in die Cellini-Biografie des Kunsthistorikers Andreas Beyer. Dlf Kultur erfreut sich an Paul Divjaks Gedichtband "Dass die Bäume langsam sind, wissen wir", der ChatGPT in die Schranken weist.

Adorno, Gender, Jazz und der Mars

13.11.2024 Die SZ hat ihre helle Freude an Ulrich Fischers Reflexionen darüber, ob Max Brods Veröffentlichung der Kafka-Manuskripte juristisch korrekt war - und Kafka hätte das auch gefallen! Die FAZ bekommt von Markus Krajewski ein barockes Festmahl zubereitet. Außerdem lobt sie Helene Roths präzise Studie über deutschsprachige Fotografen im amerikanischen Exil. Die FR kann gar nicht genug bekommen von Domenico Müllensiefens schneller Prosa in "Schnall dich an, es geht los".

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