Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Nieman ist eine Ilse

05.12.2024 Dlf Kultur lässt sich mit Sy Montgomery von federleichten Kolibris verzaubern. Die FAZ amüsiert sich prächtig mit Hans Thills mal schwäbelndem, mal kalauerndem Gedichtband "Karaoke 2". Die FR bewundert den Lebenswillen Tezer Özlüs bei ihrer "Suche nach den Spuren eines Selbstmordes". Die NZZ lernt von Heinrich Schmidinger, wie Europa den Begriff der Toleranz entwickelte. Die Zeit erinnert sich mit Eva Rottmanns "Fucking fucking schön" an das erste Mal. Der Dlf lässt sich erfreut von Peter Scholz den römischen Aristokraten und Feldherrn Lucullus vorstellen.

In ihrer Schwermut ist ein Hauch Brombeere

04.12.2024 Die FAZ empfiehlt nachdrücklich Alain Finkielkrauts luizide und absolut aktuelle Analyse des linken Antisemitismus. Außerdem freut sie sich über eine frische Übersetzung von Simone de Beauvoirs Roman "Die Mandarins von Paris". In der SZ wirft Hannah Arendt-Biograf Thomas Meyer dem Philosophen Emmanuel Faye "grobe Fehllektüre" vor, wenn dieser eine intellektuelle Abhängigkeit Arendts von Heidegger behauptet. Die taz erinnert sich mit Caspar Battegay an die Feingeistigkeit von Leonard Cohen. Berührt liest Dlf Kultur Kriegsgedichte von Serhij Zhadan.

Mit Warren Beatty hat sie vermutlich auch geschlafen

03.12.2024 Der Dlf empfiehlt dringend Lou Osborns und Dimitri Zuffereys informationsreichen Band über die Söldner des Kremls. Von David Blackbourn lässt er sich eine lehrreiche Geschichte der Deutschen in der Welt erzählen. Die FAZ erfährt auf 1200 Seiten alles, was sie über Barbra Streisand wissen wollte. Berührt liest die SZ Minigedichte von Jürgen Becker. Und die FR zündet ein Dialogfeuerwerk mit Ivy Compton-Burnetts Roman "Ein Haus und seine Hüter".

Von verschiedenen Stimmen durchweht

02.12.2024 Die SZ heilt sich mit Norman Ohlers Aktualisierung des "Zauberbergs" selbst - und die Welt gleich mit. Die NZZ vertieft sich in Peter Sloterdijks Buch "Der Kontinent ohne Eigenschaften". Die taz taucht mit Reinhard Kleists Comic-Biografie über David Bowie ins wilde West-Berlin der Siebziger ab. Dlf entdeckt mit Ricardas Gavelis' "Vilnius Poker" einen Klassiker der litauischen Literatur. Von Regine Schwarz lässt er sich "Die Geschichte vom Nichts" erzählen.

Macht der stillen Worte

30.11.2024 Die taz liest geradezu deprimiert, wie aktuell Alain Finkielkrauts Essay „Revisionismus von links“ auch heute noch ist. Mit Jayrome C. Robinet begleitet sie einen schwangeren trans Mann, der sich gegen Hass und Hetze zur Wehr setzt. Die FAZ lernt von Johann-Günther König, weshalb der Zustand der Deutschen Bahn so desolat ist. Dlf und SZ erfreuen sich an dem „Feuerwerk an schlechter Laune“, das Heinz Strunk auf seinem Zauberberg zündet. Auch heute noch relevant erscheint dem Dlf Arnold Zweigs Roman „De Vriendt kehrt heim“ über den Nahostkonflikt.

Dialektische Selbstreflexion

29.11.2024 Alles stimmungsmäßig sehr novemberlich heute. Die FAZ winkt müde ab angesichts von Ray Kurzweils Vision der "Nächsten Stufe der Evolution", die das Google-Logo tragen soll. Die NZZ fühlt sich von Stefan Mey ermutigt, den "Kampf um das Internet" noch nicht an die Tech-Giganten verloren zu geben. Die SZ schüttelt den Kopf über einen chinafreundlichen Band zur Lage der Uiguren in Xinjiang. Außerdem stellt sie zwei Kinderbücher über indigene Kulturen vor. Dlf Kultur erkundet mit Zoe Schlanger "Die Lichtwandler" im Reich der Pflanzen.

Urbane Mittelschichts-Lebensüberdruss-Problemchen

28.11.2024 Zeit und FAZ feiern Heinz Strunks lebendige Neufassung des Zauberbergs. Die Zeit möchte außerdem Botho Strauß für "Das Schattengetuschel" den Nobelpreis verleihen. Die taz amüsiert sich, wenn Jonathan Guggenberger die Absurditäten der Kulturbetriebsblase aufspießt. Dlf lässt sich von Clemens Bröckmann die Geschichte von Uta Krahl erzählen, die von der Stasi als Prostituierte angeheuert wurde. Und Dlf Kultur empfiehlt wärmstens Tanja Stupar Trifunovics Roman "Seit ich einen Schwan gekauft habe" über lesbische Liebe in Serbien. 

Sich selbst zerfressende Welt

27.11.2024 Die SZ ist beeindruckt von Antonio Scuratis Roman "M. Das Buch des Krieges", in dem der Autor keine mildernden Umstände für die Anhänger Mussolinis zulässt. Die NZZ hält mit Miljenko Jergovics aktualisiertem Roman "Das verrückte Herz" ein Zeugnis der Spätfolgen des Bosnienkriegs in Händen. Dlf Kultur gerät mit Una Mannions Krimi "Sag mir, was ich bin" zwischen die Fronten einer toxischen Beziehung. Dlf gruselt sich mit Christiane Neudeckers "Unheimlichen Geschichten", die die Ideen der "schwarzen Romantik" in die digitale Gegenwart transportieren.

Darf man das?

26.11.2024 Die Memoiren von Angela Merkel sind da! Genau so sachbetont und nüchtern wie ihre Verfasserin, findet sie die SZ. Der FAZ wird durch sie vor Augen geführt, dass Schweigen zur Machtpolitik dazugehört. Die taz hat mehr erwartet. Die FAZ ist außerdem rundum glücklich mit Joachim Meyerhoffs Roman "Man kann auch in die Höhe fallen". Die SZ empfiehlt Luca Kiesers Roman "Pink Elephant", der ein Anti-Sommermärchen zwischen Jugendkriminalität und Rassismus erzählt.

Was Katzenklappen mit sozialem Status zu tun haben

25.11.2024 Die NZZ empfiehlt begeistert Dolores Pratos Roman "Auf der Piazza ist niemand" über ein Mädchen, das als Findelkind aufwächst. Die SZ vertieft sich in Peter Theiners Biografie über den Widerstandskämpfer Carl Goerdeler. Die FAZ findet mit K. J. Reillys Jugendbuch "Das Verhalten ziemlich normaler Menschen" einen Weg, mit dem Verlust geliebter Menschen umzugehen. Mit Oliver Jeffers und seinem Helden reist sie auf den Mond und unterhält sich mit einem Marsianer. Dlf liest bei Sascha Lübbe von der  Ausbeutung im Niedriglohnsektor

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