Perlentaucher-Autor

Gabriella Vitiello

Gabriella Vitiello lebt als freie Journalistin in Neapel.

27 Artikel

Die Papst-Partei

Post aus Neapel vom 26.10.2005 26.10.2005. Ob es um Abtreibung geht, homosexuelle Coppie di fatto, alleinerziehende Mütter oder künstliche Befruchtung - in Italien mischt die katholische Kirche mit, als säße sie auf der Regierungsbank. Da kneift sogar die Linke.

"Der Widerstand wird nicht angerührt!"

Post aus Neapel vom 19.04.2005 19.04.2005. Am 25. April feiert Italien den sechzigsten Jahrestag der Befreiung vom Faschismus durch die Resistenza. Doch die Freude ist getrübt, denn der Historiker Alberto Cavaglion behauptet jetzt in einem Buch: Der Faschismus ist von allein gefallen, den Krieg haben die Alliierten gewonnen, die Resistenza hätte Italien niemals aus eigener Kraft befreien können.

Hauptarbeitgeber Camorra

Post aus Neapel vom 02.02.2005 02.02.2005. In Neapel ist ein Krieg zwischen verschiedenen Clans der Camorra ausgebrochen. 134 Menschen wurden 2004 ihr Opfer. "Hier stirbt man wegen eines Kaffees, den man mit der falschen Person trinkt", sagte ein Junge aus den Vororten.

Scheinheilige Machos

Post aus Neapel vom 25.10.2004 25.10.2004. Wenn die Rechte einen Gegner diskreditieren möchte, brüllt sie derzeit gerne "Schwu-le, Schwu-le" im Parlament. Auch berufstätige Frauen werden nicht gern gesehen. Dafür fand der SS-Kriegsverbrecher Erich Priebke einen Verleger für seine Memoiren. Es sind düstere Zeiten in Italien.

Ich singe nur für Warner Brothers

Post aus Neapel vom 27.02.2004 27.02.2004. "Der Richter wollte mich zum Singen bringen, aber ich hatte die Stimme verloren", so der Musiker Tony Renis ("quando, quando, quando") über seine Beziehung zu verschiedenen Mafia-Bossen. Dennoch hat ihn Silvio Berlusconi zum Leiter des Festivals von Sanremo ernannt. Nando dalla Chiesa, Sohn des von der Mafia ermordeten Präfekten Carlo Alberto, hat aus Protest ein Gegenfestival gegründet.

Wir sind alle Hausfrauen!

Post aus Neapel vom 18.12.2003 18.12.2003. Hausfrauen lesen keine Zeitungen, behauptet Silvio Berlusconi. Empörte Bürger verweigern seitdem den Fernsehkonsum und suchen sich ihre Informationen lieber auf den websites der movimenti. Bestraft werden so auch die großen Tageszeitungen, die ihre Artikel im Netz wegschließen.

Überwachen und Strafen

Post aus Neapel vom 10.10.2003 10.10.2003. Was macht man am besten mit aufsässigen Jugendlichen? Überwachen und strafen, meint Berlusconis Bildungsministerin Letizia Moratti. Die Straßenlehrer von Neapel sind dagegen überzeugt, dass auch Schulabbrecher ganz normale Menschen sind.

Telegalaxie

Post aus Neapel vom 30.07.2003 30.07.2003. "Seit ich im Palazzo Chigi bin, beschäftige ich mich nicht mehr mit meinen Unternehmen", beteuert Silvio Berlusconi immer wieder gern. Doch mit dem neuen Mediengesetz wird er noch mehr Werbespots und Anzeigen einsammeln.

Kinematografisches Fegefeuer

Post aus Neapel vom 19.10.2002 19.10.2002. "Mach du ihn", soll Federico Fellini zu Roberto Benigni gesagt haben. Am 11. Oktober ist jetzt Benignis Film "Pinocchio" in den italienischen Kinos angelaufen. Vertrieben wird der Film von einer Firma Berlusconis. Linke und rechte Filmkritiker nehmen das übel.

Chinatown Cofferati

Post aus Neapel vom 19.07.2002 19.07.2002. Gott vergibt - Berlusconi nie. Da staunt selbst Italiens Linke: ein Mann wagt es immer noch, sich offen gegen Berlusconi zu stellen. Sergio Cofferati, Sekretär der Cgil, der größten italienischen Gewerkschaft, ist der einzige Mann in Italien, den der Premier noch fürchten muss.

Prügelknaben

Post aus Neapel vom 07.05.2002 07.05.2002. Im März letzten Jahres knüppelte die Neapolitanische Polizei während eines internationalen Gipfels Demonstranten zusammen. Jetzt ermittelt die Staatsanwalt gegen die Polizei, und die Berlusconi-Regierung intrigiert gegen die Staatsanwaltschaft.

Der Fall Nanni Moretti

Post aus Neapel vom 06.02.2002 06.02.2002. Der Filmregisseur Nanni Moretti hat der italienischen Linken eine schallende Ohrfeige versetzt. Die Medien sind in Aufruhr. Gabriella Vitiello erzählt die Geschichte - mit Video von Morettis Auftritt.

G8 in Genua: Gipfel und Gegner

Post aus Neapel vom 27.06.2001 27.06.2001. Den Gegner besiegt man nicht mit Waffen, sondern durch ansteckende Viren wie Ausdauer, Integrität, Kontinuität, Aufmerksamkeit, Solidarität, Verantwortung, rät Stefano Benni allen Globalisierungsgegnern. Ein Blick auf die italienische Debatte um das G8-Gipfeltreffen in Genua.

Sprechen Sie Wahlkampf?

Post aus Neapel vom 09.04.2001 09.04.2001. Er ist absolut durchschnittlich, ein Kommunist, pflegt sich mit Antifaltencreme, verbreitet Hyperoptimismus, liebt Krawatten mit Suppennudelmuster, ist leer. Italiens Intellektuelle untersuchen die vielen Gesichter des Silvio Berlusconi.

Der endgültige Abgesang

Post aus Neapel vom 23.02.2001 23.02.2001. Luigi Pintor, einer der Gründungsväter des manifesto, verabschiedet sich von seinen Lesern. Der Grund: die Lektüre von Marco Revellis Buch "Jenseits des 20. Jahrhunderts", das "kohärenteste, antikommunistischste Buch, das ich je gelesen habe", bekannte Pintor.

Riviva L'Unita!

Post aus Neapel vom 05.02.2001 05.02.2001. Am 28. Juli 2000 musste die Unita, die Zeitung der Kommunistischen Partei Italiens, wegen Geldmangel eingestellt werden. Als nationale, "schöne rote Zeitung", "liberal und radikal" soll sie nun auferstehen.