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10.01.2025 Die FAZ lernt bei dem Althistoriker Peter Scholz Lucullus als Influencer kennen, der die Kirschen nach Rom brachte. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge liest die NZZ Mikolaj Lozinskis Geschichte der jüdischen Familie Stramer in der polnischen Provinz. Zum Meisterwerk kürt der Dlf Kultur Sebastian Barrys Krimi um den Missbrauch in der katholischen Kirche. Vom haitianisch-französischen Autor und Rapper Jean D'Amèrique lässt er sich durch die Slums von Port-au-Prince führen. Die SZ empfiehlt neue Kinderbücher.

09.01.2025 Der FAZ ist ganz osteuropäisch zumute heute: Sie blättert melancholisch in Dora Kaprálovás "Winterbuch der Liebe, bestaunt die Sprachmagie, mit der Tomasz Rozycki "Glühbirnendiebe" durch einen spätsozialistischen Wohnblock schickt, und trauert mit Hryhir Tjutjunnyks Erzählband "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" um die Ukraine. Die Zeit empfiehlt Mikael Ross' Comicthriller "Der verkehrte Himmel". Der Dlf lässt sich von Brooke Harrington erklären, wie die Superreichen ihr Geld vor dem Fiskus verstecken. Die Welt staunt über die Weitsicht, mit der Alain Finkielkraut schon 1982 den "Revisionismus von links" erkannte. Dlf Kultur versetzt sich mit Astrid Vicianos Geschichtsbuch "Die Formel des Widerstands" ins Collège de France 1940.

08.01.2025 Die FAZ freut sich über einen neuen Roman des "Ideenvulkans" Jeffrey Ford über den Fall eines verschwundenen Kindes in einer amerikanischen Kleinstadt der Sechziger. Außerdem trifft sie bei Natalie Haynes feministische Göttinnen. FR und SZ sind mit Julia Schoch "Wild nach einem wilden Traum". Die SZ verneigt sich außerdem vor Alhierd Bacharevičs Roman "Europas Hunde", der die Träume belarussischer Intellektueller wahr werden lässt. Miljenko Jergovićs neuer Roman "Das verrückte Herz" erzählt der taz die Schrecken des Bosnienkrieges im Großen und im Kleinen. Und Dlf vergnügt sich mit José Maria Eca de Queiros Gesellschaftsroman "Die Maias" in den lissaboner Salons des 19. Jahrhundert.

07.01.2025 Die FAZ macht sich begeistert an das Puzzlespiel, das Wolf Haas in seinem neuen Roman "Wackelkontakt" vor ihr ausbreitet, die NZZ rätselt nach dem dritten Lesen immer noch herum. Die taz vertieft sich in einen Essay-Band von Anselm Kiefer und Alexander Kluge. Die SZ staunt, wie lässig Esther Dischereit in ihrem Roman "Ein Haufen Dollarscheine" von jüdisch-deutschen Verhältnissen erzählt. Die FR empfiehlt Thomas Strässles DDR-"Fluchtnovelle" als brisante Mischung aus Liebesgeschichte und Dokumentarfilm. Und Dlf kolportiert mit Tex Rubinowitz' neuem Erzählungsband "Dreh den Mond um" fröhlich die Geschichte.

06.01.2025 Die FAZ geht mit Tim O'Briens Roman "America Fantastica" auf einen Roadtrip durch das Land der Lügen. Die FAS empfiehlt einen Klimathriller von George R. Stewart, in dem ein Sturm namens Maria die Hauptrolle spielt. Die FR begibt sich mit Felix K. Nesi in die von Gewalt geprägten Tiefen der Kolonialgeschichte Indonesiens. Die NZZ lädt mit dem Buch "Kreis! Quadrat! Progress!" dazu ein, die weibliche Seite der Konkreten Kunst zu entdecken. Und Dlf Kultur lernt von Cat Jarman, die Wikinger besser zu verstehen.

04.01.2025 Die FAZ begibt sich mit Paula Fürstenberg in die "Weltalltage" und stellt fest, dass Krankheit sich auch in ganz neue Metaphern kleiden lässt. Die SZ fragt sich, ob die dünnsten Romane zur Zeit nicht die besten sind, und fragt, warum sie alle von Frauen geschrieben wurden. Die FAS guckt mit Uwe Johnson DDR-Fernsehen. Die FR begibt sich mit Hasnain Kazim aus "Deutschlandtour". Die taz erlebt mit Wilhelm Bode "Waldendzeit".

03.01.2025 Die FAZ nähert sich vorsichtig der Spinne mit Büchern von Lothar Müller und Jan Mohnhaupt. Erschüttert liest die NZZ, was Katerina Gordeeva von ihren Begegnungen mit Russinnen und Ukrainerin erzählt. Die taz zieht mit Jana Kreisl und dem Beicht-O-Mat im Gepäck durch deutsche Städte. Die Welt erfährt von Katja Adler, wie Stigmatisierung zu einer Schere im Kopf führt, die an die DDR erinnert. Dlf Kultur begegnet mit Gerhard Richter den Menschen seines Lebens und sieht dank der Werke des italienischen Malers Mario Fani Sessel, Karaffen und Mandarinen in ganz neuem Licht.

02.01.2025 Die NZZ bewundert die Innovationskraft und lyrischen Klänge der Sonette des ukrainischen Dichters Ivan Franko. Die FAZ versinkt im innigen Briefwechsel der Hofmannsthals. Die FR amüsiert sich mit Anna Burns' bilderlosem Comic "Größtenteils heldenhaft". Die taz lernt aus Volker Kutschers neuem "Rath"-Krimi, wie immer mehr Deutsche 1938 den Nationalsozialismus als Normalität akzeptierten. Dlf Kultur empfiehlt die neue Turner-Biografie Boris von Brauchitschs.

31.12.2024 Eher politische Bücher werden am letzten Tag des Jahres besprochen: Jens Balzer vermisst im Deutschlandfunk bei Hamed Abdel-Samads "Der Preis der Freiheit" ausgerechnet den Freiheitsbegriff. Die FAZ lässt sich von Leon Erlenhorst und Arndt Freytag von Loringhoven über "Putins Angriff auf Deutschland" informieren. Und die SZ lernt mit Markus Krajewski die "Kulturtechnik Kochen". Und nun wünscht der Perlentaucher einen guten Rutsch! Am 2. Januar 2025 sind wir wieder da.

30.12.2024 Die NZZ geht mit Roman Ehrlich auf ein Videoabenteuer zwischen pfeilschnellem Attraktionskino und gemächlicher Provinztristesse. Außerdem zieht sie den Hut vor Tore Renbergs historischem Roman "Die Lungenschwimmprobe" über einen Kindsmord-Prozess zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Der FR schwirrt der Kopf von Phillip B. Williams überbordendem Buch über einen magischen Schutzort namens "Ours". Die SZ erkennt in der Lyrik von Daniela Seel einen zutiefst existenziellen Anspruch. Und die FAZ lernt von Amy Claire Adams, wie man erfolgreich scheitert.