Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Sprudelnd wie Aspirin

08.03.2025 Die FR wird hellwach, wenn ihr Oleksandr Irwanez in seinem fulminanten Roman "Pralinen vom roten Stern" von einer geteilten Urkaine erzählt. Außerdem schlägt Willi Achten sie mit seinem Roman "Die Einmaligkeit des Lebens" über zwei Brüder, die auch im Angesicht des Todes zusammenhalten, in den Bann. Die FAZ lernt mit der Anthologie "Irrschweifen und Lachen" die bunten Facetten der karibischen Literatur kennen. Und die SZ staunt, wie Herfried Münkler in seinem neuen Buch "Macht im Umbruch" das Weltgeschehen voraussagt.

Viel Sinn für Farben

07.03.2025 Als große Wiederentdeckung feiern Dlf und Dlf Kultur die Erzählungen der Isländerin Ásta Sigurdardóttir, die zwischen Nahaufnahme und Totale changierend über Gewalt, Armut und Mühsal schreibt. Mit Margaret Atwoods kauzigen Heldinnen schmiedet Dlf Kultur außerdem Rachepläne gegen patriarchalen Strukturen des Wissenschaftsbetriebs. Der Dlf unterzieht mit Jochen Helbeck Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion einer Revision. Die FAZ lernt von Hans Hugo Klein, dass Goethe kein großer Freund der Pressefreiheit war. Und die Welt blickt mit Florentine Anders ganz nüchtern auf die DDR.

Radikale Romantik

06.03.2025 Die FAZ erkundet mit Gabriela Wieners Roman "Unentdeckt" eine sehr persönliche, vom Kolonialismus zwischen Wien und Peru geprägte Familiengeschichte und einen Dreier. Die FR begeistert sich für Florentine Anders' "Die Allee", ebenfalls eine als Roman erzählte Familiengeschichte des DDR-Architekten Hermann Henselmann. Der Dlf trifft in Fann Attikis "Cave 72" junge Rebellen in einer Bar in Brazzaville. Die Zeit muss erst nach Kalkutta, bevor sie was - sehr Positives - zu Christian Krachts neuem Roman "Air" sagen kann.

Das Einzelgänger-Syndrom

05.03.2025 Die FAZ lässt sich von António Lobo Antunes' bildgewaltigem Bewusstseinsstrom mitreißen, der von der portugiesischen Gegenwart bis zum Aufstand der Baixa do Cassanje in Angola 1961 reicht. Die FR träumt, lebt und plaudert mit Chimamanda Ngozi Adichies Heldinnen in New York. Die NZZ verbringt eine schauerliche "Frühlingsnacht" mit Tarjei Vesaas. Und die SZ verfolgt in Annegret Liepolds Roman "Unter Grund" das Abdriften einer Teenagerin ins rechtsextreme Milieu.

Von Heiner Müller bis E.T.

04.03.2025 Die FAZ blickt mit dem Regisseur Volker Heise auf die Chronik der Not und der Heimatlosigkeit im Jahr 1945. Dank Dirk Stolper lernt sie nicht nur Eichmann-Anwalt Robert Servatius kennen, sondern erfährt auch, wie Eichmanns Äußerungen in der Öffentlichkeit vermarktet wurden. Die NZZ begibt sich mit Ricarda Messner auf familiäre Spurensuche in Riga. Die SZ liest gebannt, wie Christina Hernandez ihr vom Bau des Panama-Kanals erzählt. Die Welt lässt sich von Nils Emmerichs Heiner Müllers Werk anhand von dessen „Bildmaschine“ erschließen. Und der Dlf empfiehlt Karl-Markus Gauss’ „Essays wider den Judenhass“.

Hauptjob in der Pathologie

03.03.2025 Natasha Browns Roman "Von allgemeiner Gültigkeit" zeichnet ein ziemlich hässliches Bild des aktuellen Journalismus - die SZ findet ihn  aber prima.  Weniger anfangen kann sie mit Pankaj Mishras obsessiven Holocaust-Vergleichen à la façon des Postkolonialismus in "Die Welt nach Gaza".  Da begleitet sie lieber mit Marco Ploliti Franziskus  ans Ende seines Pontifikats. Die FAZ seziert auf der Krimiseite Frauenleichen an der Grenze zu Dänemark. Die FR bespricht neue Rilke-Biografien.

Zart verzahnt

01.03.2025 Die FR begibt sich mit Nadja Küchenmeister auf den "Großen Wagen" und reist in eine Welt, in der die Liebe vergeht, aber in dreizeiligen Versen besungen wird. Welt, FAS und SZ lesen nach langem Erwarten Chimamanda Ngozi Adichies neuen Roman "Dream Count" - die Welt ist begeistert, aber die SZ nur mittel. Die taz sagt mit Sergej Lebedew und vielen Autoren der russischen Opposition deutlich "Nein!"

Der Scharlachkardinal im Besonderen

28.02.2025 Die FAZ bricht mit Thomas Fuchs aus dem Knast der Emotionspsychologie aus und bekommt Lust, Proust zu lesen. Die SZ folgt bewegt Dimitrij Kapitelman, der ihr erzählt, wie die hauchdünne Rüstung der Ironie zerbricht. Beklommen folgt der Dlf Jean-Baptiste Del Amo, der schildert, wie ein Mann seine Familie in einer Ruine in den Pyrenäen tyrannisiert. Mit der Kolumbianerin Maria Ospina Pizano kreuzt der Dlf die Wege verschiedener Tiere. Näher an der Makellosigkeit als Christine Wunnicke schreibt kaum jemand, staunt Dlf Kultur.

Emphase der eigenen Existenz

27.02.2025 Der Dlf verfolgt hingerissen, wie Marion Poschmann in "Die Winterschwimmerin" einen Kosmos aus verstreuten Einzelstücken erschafft, in dem sich immerfort alles verändert. Die NZZ begegnet einem ähnlichen Phänomen in Joseph Vogls Essay über das Schwebende. Die FAZ reist mit Dmitrij Kapitelmans putintreuer Mutter nach Butscha. Die SZ versinkt selig in einem Bildband über die Heldentaten des FC Bayern München.

Poröse Poesie

26.02.2025 Die FAZ lässt sich in das literarische Universum der viel zu früh verstorbenen Marie T. Martin entführen. Außerdem durchlebt sie mit Hannes Köhler die Höhen und Tiefen der Liebe. Die FR streift mit Garry Dishers Constable Hirschhausen durchs australische Outback. Dlf Kultur vertieft sich in Mercedes Lauensteins Roman "Zuschauen und Winken",  in dem Schreiben Heilung bringt. Und die SZ nimmt sich Takis Würgers neuen Roman "Für Polina" vor.

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