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16.07.2025 Die FAZ ist begeistert von von der Selbstbefragung des Philosophen Peter Trawny: narzisstisch, melancholisch, brillant! In Rin Usamis Roman "Kankos Reise" über eine junge Japanerin sieht sie einen berührenden Text über moderne Verletzlichkeit. Die taz liest erschüttert Dacia Marainis Schilderungen ihrer Kindheit in einem japanischen Internierungslager. Dlf empfiehlt wärmstens die chaotischen Erinnerungen des Nazijägers und Schauspielers Dietrich Kuhlbrodt. Dlf Kultur jagt mit dem Helden aus Dieter Kühns letztem Roman durch die Achtziger und unterhält sich dank Fabian Ritter mit Walen.

15.07.2025 Die FAZ spürt bei Eli Beneš die Einsamkeit eines Shoah-Überlebenden im Prag der Nachkriegszeit. Der durch New York irrlichternden Heldin aus Marlene Streeruwitz' neuem Buch empfiehlt sie, mal aus der eigenen Bubble rauszukommen. Die taz beschwört mit Sascha Ehlert ihren inneren Billy Wilder. Die SZ widmet sich mit Lauren Elkin dem weiblichen Begehren, mit Chiara Valerio klärt sie den Fall einer an der italienischen Küste ertrunkenen Außenseiterin auf. Und Dlf Kultur macht mit Gunda Windmüller den Sonnengruß.

14.07.2025 Die SZ lernt unter anderen von Marcel Dirsus und Mark Schieritz, wie man die Demokratie vor zersetzenden Kräften retten kann. Von Nora Osagiobares Roman "Daily Soap" über chaotische Familienverhältnisse kann sie gar nicht genug bekommen. Die taz erfreut sich an der "unverkrampften Frankophilie" in Mirko Bonnés Gedichtband "Wege durch die Spiegel". Dlf erfährt von Dino Heicker, dass es Queerness schon seit Anbeginn der Menschheit gab, und von Josh L. Davis, dass Homosexualität unter Giraffen weitverbreitet ist.

12.07.2025 Bestürzt und begeistert liest die SZ Cristina Rivera Garzas "Lilianas unvergänglicher Sommer", späte Erinnerungen an den Femizid, dem ihre Schwester einst zum Opfer fiel: ein wichtiges Buch, nicht nur für Mexiko. Die FAZ empfiehlt dem "Team Todenhöfer" die Lektüre der Memoiren ihres Namensgebers (dem Rest der Welt aber nicht so). Die taz begrüßt mit Charlotte Runcies "Standing Ovations" einen intelligenten Roman über #MeToo. Ebenfalls der taz graust es mit Carlo Masala vor einem Europa unter Putin ff. Der Dlf empfiehlt Paul Lynchs Seefahrer-Roman "Jenseits der See".

11.07.2025 Die FAZ verdankt dem Historiker Fritz Bartel einen Perspektivwechsel auf den Kalten Krieg und betrachtet in Philipp Springers Bildband Fotos der Stasi. Die SZ lauscht gebannt den indigenen Stimmen, die Dahr Jamail und Stan Rushworth in ihrem Band zur Klimakrise zu Wort kommen lassen. Der Dlf erschrickt angesichts der Aktualität von Marie Vieux-Chauvets vor fünfzig Jahren erschienener Trilogie über die Gewaltgeschichte Haitis. Und Dlf Kultur lässt sich von Philippe Jaccottet die "Tür zum Sprechen über Kunst" öffnen und blättert ihn einem Prachtband über Valentino.

10.07.2025 Die FAZ bezieht mit Isabella Staub Sozialwohnungen in Wien und sinniert über KI und Gentrifizierung. Die taz bewundert, wie dicht Tania Arcimovich in ihrem "Manifest einer Gartenlosen" über das Leben in Belarus nachdenkt. Die Zeit sucht in Steffen Kopetzkys schmissigem Agentenroman nach einer Superwaffe der Nazis. Dlf Kultur lässt sich in Erzählungen von Jamil Jan Kochai den westlichen Blick auf Afghanistan zurechtrücken. Und der Dlf dringt mit dem niederländischen Journalisten Rob Wijnberg vor zu den "Ruinen der Wahrheit" und betrinkt sich dann hemmungslos mit Colette Andris.

09.07.2025 Als neues "Standardwerk" preist die NZZ die Kulturgeschichte der Ukraine des Berliner Historikers Andrij Portnov. Mit Nenad Velikovics "Nachtgästen" versteckt sie sich in einem Keller während der Belagerung Sarajevos. Die FAZ dankt Bendt Viinholt Nielsen für die Wiederentdeckung des dänischen avantgardistischen Komponisten Rued Langgaard. Die FR gewinnt tiefere Einsichten in Kryptogeschäfte und Männlichkeit dank Juan S. Guse. Und der Dlf lernt von Marco Overhaus, was das Ende der Pax Americana für Europa bedeutet.

08.07.2025 So berührt wie gespannt liest die FAZ die Geschichte um den 1944 ermordeten Cousin Albert Einsteins. Von Marion Fayolle lässt sie sich auf einen französischen Bauernhof entführen. Außerdem spürt sie mit Ruth Zylberman den Kindern aus der Rue Saint-Maur nach und erfährt von Alina Potempa, wie die "Pillen-Enzyklika" von 1968 das Katholischsein veränderte. Der Dlf lernt von Ingo Petz alles über Belarus.

07.07.2025 So befremdlich wie Kim Hyesoon in "Autobiografie des Todes" hat wohl bislang niemand über den Tod geschrieben, staunt die NZZ. Hitler ist eine so gewaltige Figur, dass sogar die Darstellung des Forschungsstands über ihn ein Buch benötigt, berichtet die SZ, die auch Sebastian Peters' Biografie über Hitlers Fotografen Heinrich Hoffmann bespricht. Die NZZ wundert sich: Laut Georg Diez' "Kipppunkten" wäre alles besser geworden, hätten wir damals Oskar Lafontaine gewählt. Die SZ lernt mit Isabel Pin, dass der globale Süden auch in der Arktis liegen kann. Die FAZ bespricht Krimis.

05.07.2025 Katastrophensamstag, seufz. Aber jetzt kommt sie doch noch, die Bücherschau: Die FAZ betrachtet mit María Ospina Pizano die Welt aus Tierperspektive. Die taz amüsiert sich mit einem Briefroman von Laurent Binet, über den Mord an dem Maler Jacopo da Pontormo 1557. Die FAS liest Giorgia Melonis Autobiografie und lernt daraus einiges über die Strategien der Rechten. Ebenso die Welt aus Maik Tändlers Dissertation über "Armin Mohler und die intellektuelle Rechte in der Bonner Republik", eine zeithistorische Studie ersten Ranges, die Mohler als intellektuellen Vorläufer des Höcke-Flügels der AfD beschreibe.