Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Wunder, die das Universum bereithält

07.08.2025 Die Zeit baut mit Tini Malinas kleiner Spinne Selma schöne schiefe Netze. Die SZ begibt sich im wichtigsten Roman von Clarice Lispector derweil in ein verstörendes Gespräch mit einer toten Kakerlake. Vielleicht will sie erfahren, was wir von Tieren über den Tod lernen können? Das jedenfalls untersucht die FAZ mit der Philosophin Susana Monso. In einem Band über Städtebau im Nationalsozialismus liest sie derweil, welche Impulse aus dem faschistischen Italien, aus Portugal oder von den Sowjets kamen. Die Welt recherchiert mit Thomas Harding im Mordfall um Einsteins Cousin. Und Dlf Kultur entdeckt die Malerin Suzanne Duchamp.

Fundamentale Autoritätsallergie

06.08.2025 Die FAZ jubelt: Heinz Strunks neuer Erzählband ist nichts für Zartbesaitete, dafür große Literatur. Begeistert ist sie außerdem von der Autobiografie des Aktivisten und späteren Verlegers KD Wolff. Die FR verliert sich mit der Heldin aus Sylvie Schenks neuem Roman in Houellebecq-Huldigungen. Die SZ schwärmt von der Leichtigkeit, mit der Miku Sophie Kühmel die Liebesgeschichte zwischen der Dadaistin Hannah Höch und der niederländischen Schriftstellerin Til Brugmann "hintupft". 

Elefantenquoten für die Bundesländer

05.08.2025 Die taz versinkt dank Guy Delisles Comic-Biografie im Leben des Fotografie-Pioniers Eadweard Muybridge, der endlich die Frage beantwortete, ob Pferde beim Galoppieren den Boden berühren oder nicht. Die FAZ lässt sich von Jonas Hahn von den ersten Kontakten zwischen deutschen und israelischen Studiengruppen erzählen. Die NZZ wird bei Gaea Schoeters Zeuge, wie Berlin von einer Elefantenplage heimgesucht wird. Die SZ vergleicht Isabel Allendes neuen Roman mit einem "gut geschriebenen Hollywoodfilm", dem Dlf gefällt vor allem die erste Hälfte. 

Ins Seelenfinstere

04.08.2025 Die FAZ lernt in Keach Hageys Biografie den Open AI-Chef Sam Altman als hochbegabten, aber "eher schüchternen" Technikvisionär kennen. Die NZZ empfiehlt Tan Twan Eng neuen Roman, in dem sich zahlreiche literarische Figuren tummeln, als "sinnliches Kolonialpanorama aus Penanger Perspektive". Die SZ lernt von Richard Overy, wie es tatsächlich zum Abwurf der Atombombe auf Hiroshima kam. Außerdem legt sie uns Bücher über den Libanon von Pierre Jarawan und Charles Berberian ans Herz. 

Bielefeld als Echoraum des Weltunbehagens

02.08.2025 Die taz empfiehlt wärmstens Benny Morris' aktualisierten Klassiker über "Die Geburt des palästinensischen Flüchtlingsproblems". Die FR lernt von Richard Overys Buch über Hiroshima, was der Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki konkret bedeutete. Der Dlf landet mit Christoph Höhtkers "Staaten" in Bielefeld, bei der Mutter eines Dichters mit fünf unvollendeten Romanen. Die Welt gruselt sich schön mit Mieko Kawakamis während der Pandemie spielendem Krimi "Das gelbe Haus".

Kontaktfreudige Froschembryonen

01.08.2025 Der Dlf fühlt sich bestens unterhalten, wenn ihm Miku Sophie Kühmel die Liebesgeschichte zwischen Hannah Höch und der Autorin Til Brugman erzählt. Außerdem erfährt er alles, was sich über Tod und Leben sagen lässt, aus den Geschichten von Pawel Salzman. Die taz lässt sich inspirieren durch einen Sammelband über den musikalischen Underground im unfreien Teil Europas zwischen 1950 und 2000. Die FAZ schaut sich mit Uwe Schütte und David Bowie in der Nervenklinik Gugging um. Und die FR bewundert einmal mehr die Experimentierfreude von Annette Pehnt.

Wenig attraktiv für den Verzehr durch Mücken

31.07.2025 Die FAZ bekommt bei den Volten, die der palästinensische Dichter Ghayath Almadhoun schlägt, im besten Sinne Schwindelgefühle. Die SZ lernt von Jina Khayyer, dass Iran nur frei sein kann, wenn seine Frauen frei sind. Als postmodernes Meisterwerk preist sie außerdem Jonas Hassen Khemiris "Drei Schwestern". Die NZZ läutet mit Marco Overhaus das Ende der Pax´ Americana ein. Die Welt rechnet mit Mathias Brodkorb mit den Mythen des Postkolonialismus ab. Und die Zeit erliegt dem "ungebremsten Darstellungsfuror" von Marlene Streeruwitz.

Auf die fremde Landschaft meines Lebens

30.07.2025 Die FAZ applaudiert Robert Jütte, der die Malerin Olga Meerson, Schülerin von Matisse und Teil der Münchener Avantgarde, mit einer Biografie aus dem Vergessen holt. Detlev Schöttkers Buch über Ernst Jüngers gigantisches Briefarchiv empfiehlt sie mit Einschränkungen. Die SZ ist hingerissen von Eva H.D.s Gedichten, die rau, klug und "wie gute Popsongs" klingen. Dlf Kultur unternimmt mit Yuko Kuhns Heldin Aki und ihrer an Demenz erkrankten Mutter eine Reise in die Vergangenheit. Und Dlf lobt die Sensibilität, mit der Mohana van den Kroonenberg in ihrem Jugendbuch "Dodo" Themen wie Mobbing und Schüchternheit verhandelt. 

Die Verlorenheit der Feldhamster

29.07.2025 Die FAZ kann gar nicht genug bekommen von Michael Stavarics Gedichten, die den Niedergang der Natur körperlich spürbar machen. Außerdem empfiehlt sie Christoph Meckels und Lilo Fromms Briefwechsel mit dem ostdeutschen Autor Johannes Bobrowski. Die FR erkundet mit Philipp Dorestal Frantz Fanons Potential für aktuelle Debatten. Die taz lernt von Andrey Gurkovs Buch über Russland und den Westen, dass man nicht aufhören sollte, Dostojewski zu lesen, aber eine Oper mit Anna Netrebko lieber meidet. Mit Lisa Krusche und Jenny Schäfer ruft sie derweil Riesinnen an. 

Aus einem dahergerollten Ei

28.07.2025 Die SZ beugt sich mit Maik Tändlers Biografie über das Leben und Wirken Armin Mohlers, Vordenker der Neuen Rechten in der Bonner Republik. Die FAZ findet in Alison McGhees Kinderbuch ein Zaubertelefon. Jule Wellerdiek erklärt ihr, dass auch kuschelige Tiere ihre Privatsphäre brauchen. Die FR verbringt einen gespenstischen Moment mit Paul Lynch und zwei auf See verlorenen Fischern. Dlf begrüßt Barbara Trapidos Roman "Fliegender Wechsel", in dem es auch vierzig Jahre nach Erstveröffentlichung wild zugeht.  

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