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19.08.2025 Die SZ lenkt ihre Aufmerksamkeit dank Michael Maar auf übersehene Details der Literaturgeschichte, die Skandalöses zu Tage fördern. Die FAZ fragt mit Thomas Nagel, was moralische Wahrheiten sind. Die NZZ kostet von Franz Kafkas vegetarischen Lieblingsgerichten und findet dabei allerhand Unbewusstes. Die taz staunt, wie Thomas Melle das Unsagbare einer Depression in Worte fassen kann.

18.08.2025 Die SZ blättert mit Spannung durch das neue Buch von Max Goldt und findet wie gewohnt Humor und steile Thesen. Mit Peter R. Neumann und Richard C. Schneider versucht sie, die europäischen Demokratien am Leben zu erhalten. Die FAZ lauscht Gert Westphal, wenn er mit seiner "reich modulierenden, sonoren Stimme" Rainer Maria Rilkes "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge" vorliest. Dlf lässt sich von Joe Dunthorne die Geschichte seines jüdischen Großvaters erzählen, der nicht nur radioaktive Zahnpasta herstellte, sondern auch mit den Nazis zusammenarbeitete.

16.08.2025 Dr. No, ein Erforscher des "Nichts", schließt in Percival Everetts "Dr. No" einen Teufelspakt mit einem schwarzen Milliardär, der sich für den Rassismus rächen will - FAZ und Deutschlandfunk sind recht begeistert. Auch Thomas Melles "Haus zur Sonne" wird zweimal besprochen und hat die Rezensenten von FR und FAZ tief bewegt. Die taz sucht mit Howard Zinn nach einer alternativen "Geschichte des amerikanischen Volkes". Dlfkultur empfiehlt die literarischen Reportagen Fernanda Melchors aus der brutalen Stadt Veracruz.

15.08.2025 Der Dlf bewundert, wie sich Thomas Melle in "Haus zur Sonne" aus Depression und Sprachmüdigkeit herausschreibt. Dlf Kultur lernt derweil von Annie Ernaux, dass das Gefühl der Eifersucht eine ganze Stadt besetzen kann. In der FAZ empfiehlt der Schriftsteller Doron Rabinovici die Lektüre von Karl-Markus Gauß' Essays gegen den Judenhass, auch weil sie Geschichtslügen beleuchten. Die taz lernt in einem neuen Band, wie wandlungsfähig der NS-Städtebau je nach Liquidität war.

14.08.2025 Gewagt uneinheitlich "wie das Leben" findet die FR Daniela Dröschers neuen Roman "Junge Frau mit Katze", der FAZ geht es hier allerdings zu sehr um Krankheiten. Umso lieber lässt sich die FAZ von Thomas Bernhards Halbschwester Susanne Kuhn über ihren Aufenthalt mit dem todkranken Bruder in der Bettenburg Torremolinos berichten. Die Zeit freut sich, dass mit der Neuauflage von Gerti Tetzners 1974 in der DDR erschienenem Roman "Karen W." eine Lücke in der Literaturgeschichte geschlossen wird. Die NZZ erfährt dank Chi Zijian vom Schicksal der Ewenken. Dlf Kultur liest bei der Historikerin Stefanie Schüler-Springorum nach, wie die überlebenden Verfolgten der NS-Zeit in der Nachkriegszeit weiter ausgegrenzt wurden.

13.08.2025 Die SZ begibt sich mit Thomas Melles neuem Roman auf einen existenziellen Höllenritt zwischen Wahnsinn und Poetik. Die NZZ kommt mit Martina Clavadetscher der Nazi-Vergangenheit eines Schweizer Dorfes auf die Spur. Die FAZ verabschiedet sich mit Helmut Lethen von der "befreienden Macht der Coolness" und findet "schutzlose Ratlosigkeit". Die FR verbringt mit Jane Gardam und ihrer Helden, "halb Romanfigur, halb Prinzessin", einige "Tage auf dem Land".

12.08.2025 Die Welt geht mit Ann Schlee auf eine traumhafte Rheinreise, auf der sie gleich zwei Revolutionen erlebt. Die taz lässt sich von Regina Dürig kuriose und witzige Geschichten über "Frauen und Steine" erzählen. Die FAZ reist mit Jokha Alharthi in den Oman und erlebt, wie das Sultanat durch eine moderne Industriegesellschaft abgelöst wird. Die SZ vertieft sich in neue Bücher über Thomas Mann, unter anderem von Barbara Hoffmeister, Oliver Fischer und Martin Mittelmeier.

11.08.2025 Die SZ muss über Heinz Strunks neuen Erzählband "Kein Geld Kein Glück Kein Sprit" abwechselnd lachen und weinen. Mit Dirk Stolper beugt sie sich über die Geschichte von Robert Servatius, der NS-Verbrecher vor Gericht verteidigte. Die NZZ preist die Gedichte von Curt Bloch, mit denen er aus seinem Versteck heraus die Nazis verspottete, als kleines Wunder. Dlf Kultur vertreibt mit Jochen Buchsteiner das Phantom und den Mythos Ostpreußen.

09.08.2025 Die FAZ trifft in Daniela Strigls Literaturgeschichte des Trotzes auf widerspenstige Helden wie Kohlhaas, Antigone oder Johanna von Orleans. Die FAS gerät in Sayaka Muratas „Schwindender Welt“ an ihre Körpergrenzen. Die SZ lernt von Noemi Vola, was man mit Tränen alles machen kann: Spaghetti kochen zum Beispiel. So gut wie heute war es um die Kunstfreiheit in Deutschland selten bestellt, erfährt die taz von Peter Jelavich. Christian Baron begleitet sie einmal mehr ins Arbeitermilieu Kaiserslauterns. Der Dlf klaut mit Heinz Strunk Zitronen und Dlf Kultur freut sich, dass Philipp Theisohn den Schweizer Schriftsteller Conrad Ferdinand Meyer aus der Vergessenheit holt.

08.08.2025 Die FAZ bewundert den „antiheroischen Realismus“, mit dem Milica Vučković über eine gewalttätige Beziehung schreibt. Einen Austausch auf Augenhöhe erlebt sie derweil mit dem Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll. Berührt liest der Dlf, wie der iranische Fotograf Sohrab Shahname und die deutsch-israelische Autorin Katharina Höftmann Ciobotaru „über den Hass hinweg“ kommunizieren. Mit Marcus S. Kleiner begibt er sich auf politische Spurensuche in der deutschen Poplandschaft von 1945 bis heute. Dlf Kultur streift mit Dominique Roques durch eine duftige Kulturgeschichte des Waldes.