Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Knisternde Nervosität

25.03.2026 Die NZZ ist begeistert von Birgit Birnbachers leichtfüßiger Road-Novel "Sie wollen uns erzählen", die liebevoll den Nonkonformismus feiert. Die FAZ deckt mit Christopher Clark einen Sex-Skandal im alten Preußen auf. Die SZ lässt sich von Manfred Pfisters Prachtband über die Englische Renaissance verführen. Dlf liebt und leidet mit dem Paar aus Kjell Westös "Dämmerung" über die finnisch-sowjetischen Kriege. Und Dlf Kultur staunt über E.M. Forsters "eigentümlichen" Roman "Die längste Reise", der 119 Jahre nach seiner Veröffentlichung ins Deutsche übertragen wurde. 

Dämonische Debattierrunde

24.03.2026 Die FAZ ist überwältigt von Viktor Jerofejews Roman "Die neue Barbarei", in der sie der russischen Schuld als junger Frau begegnet. In Lyse Doucets "Hotel Kabul" erlebt sie die wechselvolle Geschichte Afghanistans, von den goldenen Jahren bis zu den Taliban. Die FR applaudiert Safae el Khannoussi und ihrem Roman "Oroppa" über die jüdisch-marokkanische Künstlerin Salomé. Die SZ ist hocherfreut, dass man Nawal El Saadawis Feminismus-Klassiker "Die Frau und Sex" endlich auch auf Deutsch lesen kann. Dlf Kultur lobt Cecile Wajsbrots "Offener Himmel" als feinsinniges Kunstwerk über die Trauer. 

Kunst als Zumutung

23.03.2026 Die SZ erkennt in der Heldin aus Madame Nielsens "Das Zeitgeisterhaus" über einen Theater-Skandal die Autorin selbst. "Kann man nich meckern", freut sich die Welt über Lea Streisands "Dialekt-Duden" über das Berlinerische. Die FAZ entdeckt neue Kinder- und Jugenbücher: Mit Antje Herdens kleinem Helden begibt sie sich auf die Suche nach den wirklich wichtigen Dingen im Leben, Ada Diagne erzählt ihr in "Baobab" von einem weißen Mädchen, das in einer schwarzen Dorfgemeinschaft an der westafrikanischen Küste aufwächst.

Ganz normale Dramen

21.03.2026 Die NZZ verweigert sich mit Hayat Erdogan der Rastlosigkeit des Zeitgeists. Die FAZ lässt sich von Dirk Baecker und Anna-Verena Nosthoff Spannendes zum Thema Digitalisierung beibringen. Die taz entlarvt mit Martin Warnke KI-Gläubigkeit als "magisches Denken im wörtlichen Sinn". Die SZ ist begeistert von Lukas Rietzschels neuer "Ost-Etüde in Moll". Und die FR fühlt sich wohl in Elizabeth Strouts Roman "Erzähl mir alles". 

Dichten gegen den Uhrzeigersinn

20.03.2026 Die FR blickt mit Paul Ingendaay über Picassos, Hemingways und Orwells Schultern auf den Spanischen Bürgerkrieg und lernt Haltung in Kriegszeiten. Wunderbar unzeitgemäß findet die FAZ die neuen Gedichte von Mirko Bonné. Erfrischend und scharfsinnig erklärt Jörg Baberowski die Krise der Demokratie, meint die NZZ. Der Dlf verliebt sich dank Gustav Seibt noch einmal ganz neu in Goethe. Und die taz verdankt Daniel Jonas Roche und Andrew Santa Lucia ein "Standardwerk antifaschistischer Ästhetik". 

Heilen kann Literatur nicht

19.03.2026 Die FAZ lernt von Thomas Bedorf zwischen Situiertheit und Positionierung zu unterscheiden. Mit Ewald Iljenkow spekuliert sie über einen neuen Aggregatzustand der Menschheit. Die FR erlebt mit Slobodan Snjader ein halbes Jahrhunder jugoslawische Geschichte in einem Mietshaus. Als anregendes Stück Diskursgeschichte würdigt die Welt die neue Ausgabe der Zeitschrift für Ideengeschichte, die sich ganz Judith Butler widmet. Einen gelungenen "unsentimentalen Heimatroman" verdankt der Dlf Lukas Rietzschel.

Exquisite Empfindlichkeit

18.03.2026 Die FR bewundert, wie Ursula Le Guin aus Vergils stummer "Trophäenbraut" Lavinia eine selbstbewusste Königstochter macht. Die taz streift mit Elli Unruh durch die kasachische Steppe und trifft eine Familie von mennonitischen Russlanddeutschen. Die FAZ ist rundum begeistert von Elias Hirschls Roman "Schleifen", der Fakt und Fiktion auf brillante Weise verknüpft. Dlf Kultur taucht gerne in die traumartige Logik Ben Lerners ein, dessen Roman-Kosmos von Smartphones über die Pandemie bis zur Glaskunst reicht. 

Philosophische Himmelsbetrachtung

17.03.2026 Die FAZ schwebt mit Jakob Moser und Lukrez auf Wolken. Mit Caroline Amri und den Saint-Simonistinnen geht sie gegen klassenvergessenen Feminismus auf die Barrikaden. Die FR ist beeindruckt von Lilli Tollkiens "Mit beiden Händen den Himmel stützen" über eine Kindheit im linken Kreuzberg der Achtziger. Die SZ lässt sich auf eine toxische Beziehung mit Dana von Suffrin ein. Die taz erfährt von Beatriz Colomina und Mark Anthony Wigley, wie wichtig Bakterien für die Architektur sind. 

Man liebt, weil man liebt

16.03.2026 Dlf findet Matthias Nawrats neuen Roman "Das glückliche Schicksal" über die Gräuel der sowjetischen Arbeitslager "dunkel und großartig". Die SZ zieht aus Christian Goeschels und Daniel Hedingers Buch über die Appeasement-Politik Chamberlains Lehren für die Gegenwart. Dlf Kultur verguckt sich in Thomas Hettches Roman über das wahre Wesen der Liebe. Außerdem ist er beeindruckt von Daniel Zipfels Roman "Walküre", in dem ein Asylrechtsanwalt vor ein zermürbendes moralisches Dilemma gestellt wird. 

Augenspiel der Liebe

14.03.2026 Die FR empfiehlt wärmstens Andrea Brills Biografie der Emilie du Chatelet, die so viel mehr war als die Geliebte Voltaires: nämlich eine geniale Mathematikerin, Physikerin und Philosophin. Beeindruckt ist sie auch von Iryna Fingerovas autobiografischem Roman "Zugwind", der vom Leben und den Ängsten einer jüdischen Ukrainerin in Deutschland erzählt. Die SZ folgt amüsiert Jens Sparschuhs "Waldmeister", den es als Koch in ein Restaurant in Brandenburg zieht. Die taz liest interessiert Christoph Links' Geschichte der verschwundenen Verlage in der DDR. Die Welt feiert mit Thomas Hettche die Liebe als Himmelsmacht. Die Notizen zur FAS-Beilage finden Sie hier. Die FAZ- und SZ-Beilagen werten wir in den nächsten Tagen aus.

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