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03.05.2025 Die FR führt ihre sehr verdienstvolle ukrainische Bibliothek fort: Mit Oswald Burghardts "Dichtung der Verdammten" lernt sie die "Neoklassiker" kennen. Der Deutschlandfunk staunt über die messerscharfe Präsizion, mit der der norwegische Dichter Tor Ulven den "Abfall der Alltagsgeschichte" erkundete. Dlf Kultur wandelt durch die von Olivia Laing beschriebenen paradiesischen Gärten, in denen die britische Upper Class über den Klassengegensatz meditiert. Und die SZ lernt in Elin Anna Labbas Roman " Das Echo der Sommer", wie auch nachhaltige Energien das Leben indigener Bevölkerungen schädigen können.

02.05.2025 Die FR liest bewegt, wie Annie Ernaux in einem frühen Roman von der Demenz ihrer Mutter erzählt. Mit Charlotte Brandi taucht sie ab ins Dortmunder Drogenmilieu. Die NZZ erliegt indes der Sogkraft, mit der die norwegische Schriftstellerin Torborg Nedreaas vor fast achtzig Jahren von Abtreibungen berichtete. In der FAZ lobt Herfried Münkler die Frische, mit der Heinrich Detering Karl Marx begegnet. Und der Dlf lernt nach der Lektüre von Dietmar Daths monumentalen Science-Fiction-Roman zumindest: Der Autor versteht Spaß.

30.04.2025 Die Zeit betritt mit dem polnischen Klassiker "Die Puppe" von Boleslaw Prus einen unbekannten Kontinent auf der literarischen Landkarte und entdeckt Tolstoi'sche Wucht. Ein Monument der Melancholie entdeckt die FAZ in den fragmentarischen "Grabbeigaben" des Norwegers Tor Ulven. Der Dlf Kultur liest bei dem mexikanischen Schriftsteller Juan Pablo Villalobos, wie schrecklich es ist, keine Probleme zu haben. Und die NZZ trifft mit Uwe Schütte und David Bowie "Sternenmenschen" in der Nervenheilanstalt Gugging.

29.04.2025 In der NZZ nimmt der Historiker Ernst Piper kleinere Korrekturen in Wolfgang Benz' Buch über das Exil zwischen 1933 und 1945 vor, kann es dann aber überzeugt empfehlen. Auch wenn Graham Swift über Menschen im Krieg erzählt, erweist er sich als großer Gegenwartsseismograph, lobt die NZZ außerdem. Die FAZ lässt sich von Gary J. Bass über die Kriegsverbrecherprozesse in Tokio aufklären und empfiehlt Bücher von und über Bruce Springsteen. Bewegt liest der Dlf, wie ihm Yannic Han Biao Federer vom Tod seines Kindes im Mutterleib erzählt.

28.04.2025 Sehr eindruckt berichtet die NZZ über eine Reportage Taina Tervonens, die erzählt, wie bis heute Leichen des Kriegs in Bosnien-Herzegowina exhumiert und zugeordnet werden. Die SZ befasst sich mit den Abgründen der frühen Bundesrepublik und ihres Recycling alter Nazis. Die Welt teilt die Auffassung Peter Longerichs über die "Unwillige Volksgenossen" nicht. Der Dlf lässt sich von Philipp Lepenies über das "Werden und Vergehen der Demokratie" informieren.

26.04.2025 FR und FAZ werfen mit dem Historiker Wolfgang Niess einen neuen Blick auf die Rolle Hindenburgs im Schicksalsjahr 1925. Die taz wechselt die Perspektive mit Maria Ospina Pizano, die ihr aus Sicht eines Stachelschweinweibchens und eines Scharlachkardinals erzählt. Außerdem empfiehlt sie einen sorgsam illustrierten Band mit unbekannten Erzählungen von Anne Frank. Der Dlf durchquert mit Jiri Hajicek die dörfliche Lebenswelt in der spätsozialistischen Tschechoslowakei.

25.04.2025 Die FAZ lernt mit Oren Kessler in "Palästina 1936" die Vorgeschichte des Nahost-Konflikts kennen. Mit Arnfrid Schenk und Stefan Schnell schaut sie in einen Atlas vom Aussterben bedrohter Sprachen. Die FR wird mitgerissen vom rauen Erzählton der Gayl Jones, die ihr in "Evas Mann" von einer Frau erzählt, die sich an Männern rächt. Die taz erfährt in einem neuen Band, wie der Hamburger Punk Kid P. den deutschen Pop-Journalismus erfand. Und der Dlf Kultur blickt mit Sigrid Boo ins Leben eines Dienstmächens im Oslo der 1930er Jahre.

24.04.2025 Als den großen Roman zum Krieg gegen die Ukraine würdigt die Zeit Szczepan Twardochs "Die Nulllinie", der vom Leben an der Front erzählt. Die FAZ blickt mit dem palästinensischen Schriftsteller Atef Abu Saif in die Gesellschaft Gazas. Mit Ásta Sigurdardóttirs Erzählungen über isländische Frauen lauscht sie Regentropfen, die "wie dem Tode geweihte Nachtfalter" auf die Erde trudeln. Die NZZ amüsiert sich, wenn Nora Osagiobare in "Daily Soap" den Rassimus in der Schweiz aufs Korn nimmt. Und Dlf Kultur verbringt mit Frank Göhre und dem Surrealisten Raymond Roussel eine mörderische Nacht in Palermo.

23.04.2025 Die FAZ taucht mit der Mediävistin Racha Kirakosian in die Geschichte der Ekstase. Mit dem Argentinier Patricio Pron denkt sie über Dimensionen des Verschwindens nach. Die FR entkräftet mit Stephan Lehnstaedts Buch über jüdischen Widerstand den "Mythos der Passivität". Die taz wird von Gerhard Paul derweil an das absurde Ende des "Dritten Reiches" erinnert. Außerdem lässt sie sich mitreißen von der orgiastischen "Demokratiekunst" der Sissi Tax.

22.04.2025 Unbedingt empfiehlt die SZ die Lektüre von Rachel Kushners neuem Roman, der eine Agentin in eine französische Ökokommune einschleust. Von Wolfgang Niess lässt sie sich Hindenburgs Rolle am Scheitern der Weimarer Republik darlegen. Die taz bewundert, wie Francois Warzala Philip Kerrs harte Berlin-Trilogie in dezente Bilder bannt. Die FR kann gar nicht genug von den Referaten bekommen, die Bibi Dumon Tak Tiere über Tiere halten lässt. Von Bernhard Malkmus erfährt sie, was das Leben der Vögel mit dem Überleben der Menschen zu tun hat.