Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Freiheitsträume der Jugend

25.04.2025 Die FAZ lernt mit Oren Kessler in "Palästina 1936" die Vorgeschichte des Nahost-Konflikts kennen. Mit Arnfrid Schenk und Stefan Schnell schaut sie in einen Atlas vom Aussterben bedrohter Sprachen. Die FR wird mitgerissen vom rauen Erzählton der Gayl Jones, die ihr in "Evas Mann" von einer Frau erzählt, die sich an Männern rächt. Die taz erfährt in einem neuen Band, wie der Hamburger Punk Kid P. den deutschen Pop-Journalismus erfand. Und der Dlf Kultur blickt mit Sigrid Boo ins Leben eines Dienstmächens im Oslo der 1930er Jahre.

Von einer Künstlerparty geschmissen

24.04.2025 Als den großen Roman zum Krieg gegen die Ukraine würdigt die Zeit Szczepan Twardochs "Die Nulllinie", der vom Leben an der Front erzählt. Die FAZ blickt mit dem palästinensischen Schriftsteller Atef Abu Saif in die Gesellschaft Gazas. Mit Ásta Sigurdardóttirs Erzählungen über isländische Frauen lauscht sie Regentropfen, die "wie dem Tode geweihte Nachtfalter" auf die Erde trudeln. Die NZZ amüsiert sich, wenn Nora Osagiobare in "Daily Soap" den Rassimus in der Schweiz aufs Korn nimmt. Und Dlf Kultur verbringt mit Frank Göhre und dem Surrealisten Raymond Roussel eine mörderische Nacht in Palermo.  

Sorgsam rhythmisiertes Quasseln

23.04.2025 Die FAZ taucht mit der Mediävistin Racha Kirakosian in die Geschichte der Ekstase. Mit dem Argentinier Patricio Pron denkt sie über Dimensionen des Verschwindens nach. Die FR entkräftet mit Stephan Lehnstaedts Buch über jüdischen Widerstand den "Mythos der Passivität". Die taz wird von Gerhard Paul derweil an das absurde Ende des "Dritten Reiches" erinnert. Außerdem lässt sie sich mitreißen von der orgiastischen "Demokratiekunst" der Sissi Tax.

Die Existenz des Paletten-Doktorfisches

22.04.2025 Unbedingt empfiehlt die SZ die Lektüre von Rachel Kushners neuem Roman, der eine Agentin in eine französische Ökokommune einschleust. Von Wolfgang Niess lässt sie sich Hindenburgs Rolle am Scheitern der Weimarer Republik darlegen. Die taz bewundert, wie Francois Warzala Philip Kerrs harte Berlin-Trilogie in dezente Bilder bannt. Die FR kann gar nicht genug von den Referaten bekommen, die Bibi Dumon Tak Tiere über Tiere halten lässt. Von Bernhard Malkmus erfährt sie, was das Leben der Vögel mit dem Überleben der Menschen zu tun hat.

Wenn es am Fluss „wispert knarrt rauscht und schleifelt"

19.04.2025 Die taz liest bewegt Victoria Amelinas Dokumentation russischer Kriegsverbrechen in der Ukraine. Von Hartmut Lehmann erfährt sie, was wir aus Apokalypsen lernen können. Die FR lauscht den Nachtigallen und Schwalben, die in Gedichten von Esther Kinsky von Gewalt an Frauen erzählen. Die NZZ geht mit einer neuen Rolf Dieter Brinkmann-Biografie in ein anderes Blau. Als Meisterwerk würdigt Dlf Kultur Tan Twan Engs Roman „Das Haus der Türen“, der William Somerset Maugham durch das von Kolonialismus geprägte Malaysia reisen lässt. Und der Perlentaucher wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Ostern!

Geister wie die nackte Robbenfrau

17.04.2025 Dlf Kultur bewundert die Kraft, mit der Hervé Le Tellier in seinem neuen Roman von dem weitgehend unbekannten Résistance-Kämpfer André Chaix erzählt. Den wohl besten Roman des Frühjahrs liest der Dlf hingegen mit Tarjei Vesaas’ Kammerspiel „Frühlingsnacht“. Von Svealena Kutschke lässt er sich hundert Jahre Psychiatriegeschichte erzählen. Einen gelungenen Mix aus Freud und Kafka entdeckt die NZZ in Gesa Olkusz' neuem Roman „Die Sprache meines Bruders“. Und die FAZ lauscht angetan Herbert Grönemeyers Münchner Rede zur Poesie.

Mopsfisch neuer Tag

16.04.2025 Die Zeit kauft sich ein Retromotorrad und fährt mit Ulf Erdmann Zieglers Helden Aldus Wieland Mumme vor einer Lebenskrise davon. Die FAZ schwärmt von der "Leichthändigkeit und Grandezza", die Anne Tyler auch in ihrem neuen Roman "Drei Tage im Juni" beweist. Die FR lobt Jörg Baberowskis Buch über den Zerfall des russischen Zarenreichs im Revolutionsjahr 1917. Dlf Kultur setzt sich mit Sara Mesa gegen den Kontrollwahn eines Familienvaters zur Wehr. Und Dlf planscht mit Clemens J. Setz' "Mopsfisch" im Meer.

Kafka wäre neidisch gewesen

15.04.2025 Die FAZ folgt Feridun Zaimoglu auf eine "phantasmagorische Trauer-Reise" in die Türkei. Außerdem wird sie von Zach Williams wie in einem David-Lynch-Film aus dem Alltag ins Absurde katapultiert. Die FR empfiehlt Pierre Jarawans Roman "Frau im Mond", der strukturiert ist wie ein gutes Baklava. Und Dlf Kultur ist völlig begeistert von Heike Geißlers philosophischen Gedanken übers "Arbeiten".

Ein verwegener Reisender

14.04.2025 Die Welt kämpft mit Nils Westerboers Science-Fiction-Roman "Lyneham" ethische Kämpfe über Naturbeherrschung durch den Menschen aus - aber in einer fernen Galaxie. Dlf erfährt von Michael Thumann, warum die Stadt Kaliningrad Immanuel Kant kurzerhand zum Russen erklärte. Die SZ lernt von Gunilla Buddes Biografie über Jutta Limbach, was emanzipatorischer Mut bedeutet. Dlf Kultur vertieft sich in Raimund Schulz' Globalgeschichte der Antike.

Schneewittchen auf Links

12.04.2025 Dlf Kultur feiert die bekannte Märchen verfremdenden und betörend parfümierten Erzählungen Angela Carters. Die FAZ taucht mit Sidik Fofana in die Welt eines Wohnblocks in Harlem ein. Außerdem lässt sie sich von Wolf Gregis in ein Karfreitagsgefecht mit den Taliban ziehen. Die taz lernt von Riccardo Nicolosi, Putins Kriegsrhetorik ernst zu nehmen. Die SZ amüsiert sich mit Regenwurm und Anakonda, die sich gegenseitig vorstellen. Und lässt sich von Christoph Türcke die "Philosophie der Musik" erklären.

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