Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Versehentlich zu Amoretten werden

26.05.2025 Die FAZ begleitet Nils Mohls Helden Kester auf einer letzten Reise durch eine verrückte Nacht. Die SZ erfährt von David A. Graham alles über das "Project 25", mit dem Trump und Co den amerikanischen Staat auseinandernehmen wollen. Dlf blickt mit J.G. Ballards Roman "Super-Cannes" in die dunklen Abgründe hinter den Luxusfassaden einer "Gated Community" in Südfrankreich. Und Dlf Kultur schafft mit Clara Mattei den Kapitalismus ab.

Blutig und garantiert großartig

24.05.2025 Die Literaturkritik ist heute recht feministisch gestimmt. Die FAS etwa schlägt Lauren Elkins Roman "Fassaden" auf und findet einen nachdenklich gestimmten, leicht lacanistischen Roman auf zwei Zeitebenen über Menschen, die aneinander vorbei lieben, dabei aber intelligent zu reden wissen. Die SZ feiert Angela Carters "Die blutige Kammer", teils recht drastische Märchen-Adaptionen, in denen das Menschliche und das Tierische munter miteinander verschmelzen. Die FAZ wiederum bewundert die Kühle, mit der die dänische Autorin Cecilie Lind in "Mädchentier" einen "Lolita"-Roman aus der Perspektive der Lolita erzählt.

Erkenntnis mit Löffeln

23.05.2025 Mit viel Vergnügen liest die SZ Taffy Brodesser-Akners satirisches jüdisches Generationenepos über den Untergang eines Familienunternehmens. Die NZZ schließt sich Obama an und empfiehlt Kaveh Akbars Erweckungsgeschichte eines drogenabhängigen US-Einwanderers aus dem Iran. Die FR verschluckt sich beim Lachen während der Lektüre von Georg Kreisler "Unbeabsichtigten Gedichten". Die FAZ vertieft sich in den Briefwechsel zwischen Klee und Kandinsky. Und Dlf Kultur lässt sich die Augen öffnen von Ingeborg Bachmanns neu editierter Dankesrede für den Büchnerpreis.

Wollüstig wie eine Lakritzschnecke

22.05.2025 Als perfekten Mix aus Horror, Porno und Märchen empfiehlt die taz Maren Kames' Neuübersetzung von Angela Carters Horror-Märchenadaptionen. Die Zeit folgt mit Jake Tapper und Alex Thompson bedrückt dem Niedergang Joe Bidens. Der Dlf Kultur begibt sich mit Michi Strausfeld auf deutsche Spuren in Lateinamerika. Mit Gedichten von Isabella Feimer versucht er vor der Gegenwart zu fliehen. Und die Welt sucht mit Rainer Metzner nach dem Ursprung von Sprichworten.

Die Tonart Neapels sei G-Dur

21.05.2025 Die FAZ ist verblüfft und begeistert von Tilmann Lahmes Biografie über Thomas Mann, die die Homosexualität des Schriftstellers aus einer ganz neuen Perspektive betrachtet. Mit Paolo Rumiz begibt sie sich auf eine besondere Italienreise durch die Untiefen der Erde. Die SZ wird mit Paul Ruban Zeuge, wie ein Wal am Strand vor einem Luxushotel explodiert - und ist hellauf begeistert. Und die NZZ empfiehlt mit Nachdruck die Graphic Novel des französischen Zeichners Luz, die die Geschichte des Zwanzigsten Jahrhunderts aus der Sicht eines Otto-Mueller-Gemäldes erzählt.

Literarische Pubertät des Wunderkinds

20.05.2025 Die Kritiker schwärmen vom zweiten Band der Max Frisch-Biografie von Julian Schütt: Die NZZ schätzt, dass hier nicht nur Frischs, sondern auch Ingeborg Bachmanns "Abgründe" zur Sprache kommen, Dlf ist ebenfalls rundum überzeugt. Die FAZ schmökert in den Erinnerungen des Schauspielers Will Quadflieg, der unter den Nazis zum Star wurde, und findet einen hoffnungslosen Narzissten vor. Und die SZ lobt in den höchsten Tönen, wie Wolfgang Engler in seiner Autobiografie die "Brüche" seiner ostdeutschen Identität seziert. 

Hübsch angekleidete Mumie

19.05.2025 Die FR rauscht mit Volker Reinhardts Kulturgeschichte Frankreichs vorbei an gotischen Bauten, Flaubert, dem Eiffelturm und Mitterrand. Von Nora Weinelt lernt sie, wie der Kapitalismus eine Kaste der Versager erschaffen hat. Die FAZ trifft in Robert N. Blochs Roman "Psycho", der Vorlage zum Hitchcock-Film, auf die multiplen Persönlichkeiten des Mörders Norman Bates, gelesen von Jens Wawrczecks. Die NZZ kämpft mit Tilo Held und Christina von Braun ums Unbewusste. Und Dlf Kultur freut sich, wie die Essays der Philosphin Rebecca Solnit heute noch Hoffnung geben.

Ein Knüller

17.05.2025 Die FAZ bewundert mit För Künkel und Mirjam Hildbrand die vergessene Zirkuskunst in Berlin um 1900. Im Garten von Georgi Gospodinovs Vater denkt sie über existentielle Grenzerfahrungen und das Schweigen in Bulgarien nach. Die SZ braust mit Jasna Fritzi Bauers und Katharina Zorns Oma Else im Taxi durch die Sechziger. Die taz lernt von der Wissenschaftshistorikerin Anke te Heesen, warum Frauen in der Kunst gern vor Mustern platziert werden. Mit Nell Zink liest sie eine "nachtschöne Parodie" auf den Literaturbetrieb.

Zu allen Wundern bereit

16.05.2025 Die NZZ erschließt sich neue Welten in virtuos übersetzten Gedichten und Essays von Oleg Jurjew. Die FAZ blättert mit Georg Wiesing-Brandes in Walter Benjamins illustrem Adressbuch und denkt mit Omer Bartov über Genozide nach. Die SZ amüsiert sich prächtig mit den fetzigen Frisuren, die Noemi Vola ihren unglücklichen Regenwürmern verpasst. Der Dlf Kultur erliegt der Augenblicklust in Nadja Küchenmeisters Langgedicht "Der Große Wagen" und fürchtet sich in Jerome Leroys Krimi über die französische Rechte und Islamophobie.

Nach einem zwiebellosen Jahr

15.05.2025 Die Zeit bewundert die Zartheit von Georgi Gospodinovs Roman über seinen bis zum Tod gärtnernden Vater. Als skurril-kluge Heimathommage empfiehlt der Dlf Andreas Maiers zehnten Teil seiner Wetterau-Chronik, die FAZ ist nicht ganz so glücklich. In der NZZ bestaunt der Historiker Ulrich Schlie das detektivische Gespür seines Kollegen Gerhard Paul, der die letzten Kriegstage im Mai 1945 untersucht. Die SZ lässt sich von der Domina Herta Lueger durch die Münchner Schickeria der Achtziger führen. Und der Dlf Kultur erlebt einen Sommernachtstraum mit Nell Zink.

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