
21.08.2026 Die FAZ erkundet mit Anne Weber den Graben, der die Poesie von der Erzählkunst trennt. Mirko Bonné verdankt sie ein Bravourstück über die Bonner Republik. Die FR kürt Elspeth Barkers Roman "O Caledonia" zum Klassiker. Mit Banu Mushtaq begleitet sie Frauen, die in Indien gegen das Patriarchat kämpfen. Der Dlf empfiehlt Gerd Hankels Essay über den Begriff des "Völkermords". Und Dlf Kultur lernt von Antonio Damasio: Insekten haben immer noch mehr Bewusstsein als KI.

20.08.2026 In der FAZ liest Claus Leggewie fasziniert, wie die Tierforscherin Christine Webb dem "arroganten Affen Mensch" gründlich die Überheblichkeit austreibt. Die SZ folgt nicht minder eingenommen Samuel Becketts Tagebuchnotizen über Nazi-Deutschland. Die Welt lernt von Christoph Koch, wie Chatbots der Psyche schaden. Die Zeit staunt, wie Emma Cline sich in die Psyche ihrer Helden saugt. Der Dlf liest amüsiert, wie Marie Iljasenko in ihren tschechischen Gedichten Turmfalken auf barocke Architektur scheißen lässt. Und der Dlf Kultur lauscht mit dem jungen Mircea Cărtărescu einem verliebten Spülbecken.

19.08.2026 Die FAZ jubelt über Dorothea Grünzweigs "hypersensitive Fühlhaar-Poesie". Außerdem lüftet sie einmal mehr Eifler Familiengeheimnisse mit Norbert Scheuer. Die NZZ singt eine Hymne auf Emma Clines neuen Roman "In die Schweiz", in dem sich ein dementer Unternehmer für Sterbehilfe entscheidet. Die SZ entdeckt "neue Männerliteratur" von Clemens J. Setz und Tony Tulathimutte. Dlf vertieft sich in Marieke Reimanns Verteidigung Ostdeutschlands.

18.08.2026 Die FAZ bürstet mit Andreas Mayer "Freud gegen den Strich". Außerdem empfiehlt sie Christiane Hoffmanns Roman, der vom Freitod einer Freundin und den Versäumnissen des Westens erzählt. Die FR legt uns Michael Köhlmeiers autobiografischen Roman "Mein privates Glück" ans Herz. Die taz freut sich über Catherine Aduf Folawiyos Kinderbuch, dass von Cornrows, Selbstbewusstsein und Schwarzer Geschichte handelt. Die SZ runzelt angesichts des neuen Buchs von Ilko-Sascha Kowalczuk die Stirn.

17.08.2026 Die FAZ geht mit der Hörfassung von Daniel Damlers Roman über Fernández de Oviedo, schillernder Chronist der Conquista, einen Vulkan besuchen. Außerdem fühlt sie mit Punk-Sänger Jan Gorkow aka Monchi AfD-Wählern in Vorpommern auf den Zahn. Die FR wohnt mit Heinz Strunk dem letzten Akt einer Ehe vor der Kulisse Heidelbergs bei. Die SZ studiert Hans-Jürgen Papiers Buch über das Bundesverfassungsgericht.

15.08.2026 Als Metakrimi, mit meisterlichen Stimmungsbildern und die schnittigen Dialogen feiert die FAZ Yael Inokais "Die Auster". Schmissig auch Denis Pfabes Baumarkt-Roman "Die Möglichkeit einer Ordnung", findet sie. FAS und taz ziehen den Hut vor Boris Schumatsky, der eine Moskauer Kindheit, Celans Lebensgeschichte und das eigene Jüdischsein in seinem Roman "Die Seine fließt ins Schwarze Meer" poetisch verdichtet. Die Welt amüsiert sich auf höchstem Niveau mit Jo Cheethams Beziehungsroman "Love and Rent". Dlf Kultur lässt sich von Jane Dreycott erzählen, wie böse Fulvia wirklich war.

14.08.2026 Die FAZ denkt mit dem Physiker Jean-Luc Lehners angeregt darüber nach, wie alles aus dem Nichts entstehen konnte. Die FR gerät mit Belina Bauer zwischen die Fronten von Lummeneier-Sammlern und Schützern. Der Dlf erliegt dem Beschreibungsfuror und Humor, mit denen Xu Zechen in seinem Roman "Der große Kanal" hundert Jahre chinesische Geschichte erzählt. Einen geradezu bewusstseinsverändernden Text empfiehlt der Dlf Kultur mit Edward Abbeys "Die Einsamkeit der Wüste". Mit Sarah Wipauers Debütroman taucht er ab ins Wiener Tunnelsystem.

13.08.2026 FAZ und FR versichern: Eva Menasses "Alleinruhelage" ist weit mehr als ein Dorfroman: Er wird für die "Erhöhung von Begegnungswahrscheinlichkeiten" sorgen, glaubt die FAZ. NZZ und taz erkennen durchaus die Meisterschaft von Tony Tulathimuttes Kurzgeschichtensammlung: Die Gnadenlosigkeit muss man aber aushalten können, warnt die taz. Wärmstens empfiehlt Dlf Kultur einen von Hans Thill herausgegebenen Band mit tschechischer Gegenwartslyrik.

12.08.2026 FR und Dlf sind schwer beeindruckt, wie Karosh Taha in "Gulistan" die Welt einer irakischen Kurdin in die Sprachlosigkeit abgleiten lässt. Die FAZ wirft mit Winfried Nerdinger einen kritischen Blick auf die Biografie von Le Corbusier. Außerdem beschäftigt sie sich dank Ursula Muscheler mit der humanistischen Architektur Hans Poelzigs und seiner Schüler. Die NZZ verbringt mit Ulrich Peltzer und seinem Buch über das Mathematikgenie Évariste Galois gerne schlaflose Nächte. Die SZ ist gebannt von Sandro Veronesis abgründigem Sommerthriller "Schwarzer September". Und Dlf Kultur begeistert sich für die zweisprachige Poesie von Dilek Mayatürk.

11.08.2026 Die FAZ findet Miriam Carbes Porträt einer bürgerlichen Familie im Dresden des ausgehenden 19. Jahrhunderts sehr sympathisch. Mit Petr Sestaks Fahrradkurier hetzt sie durch den Prager Verkehr und wird immer wütender. Die FR freut sich über Deon Meyers Krimi "Der Tag des Skorpions", in dem es ein südafrikanisches Ermittlerduo mit Ufos, Kampfdrohnen und einem toten Soap-Darsteller zu tun bekommt. Die Welt lernt von Ciara Greene und Gillian Murphy, warum Vergessen überlebenswichtig ist.

10.08.2026 Die FR fühlt sich wohl in Tanja Kokoskas Nachbarschafts-Roman "Guten Morgen, schönes Wetter heute". Aus Bernhard Kegels "Rettung durch schnelle Evolution" lernt sie, warum Feldgrillen nicht mehr zirpen und Elefanten ihre Stoßzähne verlieren. Die NZZ geht mit Maria Reva auf Schneckensuche - mitten im Ukrainekrieg. Die SZ kann bei Frederic Schnatterer studieren, wie Javier Milei Argentinien zu einem Versuchslabor der Ultrarechten macht. Mit Antonia Baums gesammelten Kolumnen denkt sie über eine Vor-Merz-Regierung, deutsche Spielplätze und Covid nach.

08.08.2026 Eine Meisterin, die menschliche Abgründe in Kurzform fasst, entdeckt die FAZ mit Else Onno alias El Hor. Dank Miriam Metze erkennt sie den Wert unerwiderter Liebe. Die FAS ist dankbar, dass ihr Don Pablo Mulemba differenziert vom Rechtsruck im Osten erzählt. Die Welt erträgt gern den körperlichen Schmerz, den ihr Tony Tulathimuttes Erzählungen gegen Identitätspolitik zufügen. Der Dlf erfährt von Wolf Gruner, dass es viel breiteren jüdischen Widerstand gab, als angenommen. Von Inga Klein lernt er, den Hochstapler vom Betrüger zu unterscheiden.

07.08.2026 Tief beeindruckt legen FAZ und Dlf mit Jochen Missfeldt einen „Abschiedssommer“ lang die Prägungen der NS-Zeit in den späten Fünfzigern frei. Ganz hingerissen ist die SZ von gleich vier neuen Büchern mit Lyrik für Kinder, darunter Heike Nieders Fragen an Kinder aus aller Welt. Dankbar ist die SZ auch, dass Miriam Carbe ihr von Frauen erzählt, wie sie wirklich sind. Die taz liest bewegt von Hans Coppi jr. herausgegebene Briefe seiner Eltern. Und die FR blickt mit Jens Balzer auf Phänomene der Nullerjahre.

06.08.2026 Die FAZ ärgert sich mit C. Thi Nguyen über Scores, vor allem wenn es um Wein geht. Mit dem japanischen Philosophen Kohei Saito bereitet sie sich auf die Endzeit vor. Sehr berührt liest die FR, wie Anne Goscinny per Brief einen „kleinen Steg“ zu ihrem Vater, dem verstorbenen Comiczeichner René Goscinny, baut. Die Welt lernt schließlich doch noch Neues aus dem großen Finale von Antonio Scuratis Mussolini-Pentalogie. Und der Dlf bewundert, wie Verena Stauffer Fragen über Kunst und Musentum aus weiblicher Perspektive erzählt.

05.08.2026 Die FAZ folgt Fang Fangs lebensmüder Erzählerin durch ein sowohl schönes als auch schreckliches Wuhan. Die FR lobt Ulrich Peltzers komplexen Roman "Der verlorene Schlaf", der gleichzeitig vom genialen Mathematiker Évariste Galois und einer wilden Jugend in den 68ern erzählt. Die SZ lässt sich in Seyda Kurts "Zeit der Monster" das Ende der Welt von TikTok vorhersagen. Und Dlf Kultur vertieft sich in Marc David Baers kluges Buch über die Geschichte muslimisch-jüdischer Beziehungen.

04.08.2026 Die FR staunt, wie Lukas Bärfuss in "Königin der Nacht" den Abgrund einer lieblosen Kindheit grell ausleuchtet. Außerdem spielt sie mit Nikolaus Heidelbachs Flusspferddame Simone Mikado. Die taz zieht den Hut vor Maria Reva, die in "Ein Königreich für eine Schnecke" sowohl ein feministisches Roadmovie als auch vom Angriffskrieg Russlands erzählt. Dlf lauscht hingerissen dem Country-Sound von Malachy Tallacks Totalverweigerer Sonny. Und Dlf Kultur lernt bei Sarah Diehl den Flow der Unterwasserwelt kennen.

03.08.2026 Die FAZ schmökert in neuen Krimis: Mit Peter Graingers eigensinnigem Helden versucht sie den vermeintlichen Unfalltod eines Schwimmers aufzuklären. Auch Liz Nugents Geschichte über Traumata und sexualisierte Gewalt in einer Dubliner Familie verfolgt sie mit Spannung. Die FR ist beeindruckt von H.G. Adlers Studie "Der verwaltete Mensch" über die Tötungsmaschinerie der Nazis. NZZ und Dlf lassen sich von Jan Eike Dunkhase den "gloriosen Siegeszug der Kältemaschinen" nachzeichnen.

01.08.2026 Schmöker-Alarm: Die FAZ bespricht Patrick Ryans Familienroman "Buckeye", höflich distanziert zwar, aber irgendwie auch mitgerissen. Wer den aus hat, kann dann gleich auch Dave Eggers' "Contrapposto" greifen, den die SZ empfiehlt, oder zu Thomas Raabs doch sehr wienerischem Roman "Jedermanns Dämon", der nochmals in der FAZ gepriesen wird. Die taz geht mit Davide Lane und Marine Tweed Pilze essen und liest mit Faszination den Roman "Eddos goldenes Lächeln" der sudanesischen Autorin Stella Gaitano. Der Deutschlandfunk verzieht sich mit Maike Luhmann in die "Einsamkeit".