Heidelberg im Frühling! Bertram und Isolde, ein in die Jahre gekommenes Paar aus Oldenburg, möchten sich in der romantischen Kurpfalz mal einen richtig schönen Kurzurlaub gönnen. Vielleicht vertreibt das ja auch den seelischen Smog über dem Eheleben. Das Boutiquehotel ist teuer, aber für das viele Geld gar nicht so toll; dafür haben die beiden gleich einen neuen Stamm-Italiener ausgemacht. Das Restaurant voller Flair befindet sich auf einem alten Flussschiff im Neckar. Während die Ehe der beiden im Verlauf einer Woche zusehends aus der Form gerät, wird auch der abendliche Gang auf das Restaurantschiff immer mehr zur Enttäuschung, zur Strafe, zur Höllenqual. Das Teuflische bricht mit verheerender Macht in den Alltag, am Ende steht eine Katastrophe - und das alles zum Schlager-Oldie Memories of Heidelberg in Dauerschleife.
Eine Reise ins Glück ist für den Rezensenten Adam Soboczynski die Lektüre des neuen Romans von Heinz Strunk, den er im Rahmen eines ausführlichen Porträts des Autors bespricht. Die Reise, von der der Roman erzählt, steht hingegen unter keinem guten Stern: Isolde und Bertram, Eheleute mittleren Alters, brechen von Oldenburg nach Heidelberg auf - für eine Geburtstagsfeier, die dann nicht stattfindet. Plötzlich beschäftigungslos in Heidelberg, gehen sich die beiden, deren Ehe längst erkaltet ist, gegenseitig auf die Nerven, mit Vorliebe beim Abendessen beim immer gleichen Italiener, der durchweg Lauwarmes und Halbgares serviert. Die grandiose Schlusspointe der Geschichte möchte Soboczynski nicht vorwegnehmen, stattdessen lobt er enthusiastisch die "düstere Komik" des Buches, die jeder verstehen könne, der je in einer endenden Beziehung steckte. Besonders die Figurenzeichnung hat es dem Rezensent angetan, der rührselige Bertram und die resolute Isolde werden zwar satirisch überzeichnet, gleichzeitig allerdings werden aus den Antihelden dank Strunks menschenfreundlicher Weltsicht auf die Dauer doch noch echte Helden, denn: "im sogenannten kleinen Mann oder in der einfachen Frau schlummert immer etwas Großes und drängt ans Licht".
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