
31.07.2026 Ein kleines Meisterwerk zum Wohlfühlen empfiehlt die FR mit Heinrich Steinfests Novelle "Die Linkshänderinnen". Die FAZ denkt mit Judith Pietreck über die Kulturtechnik des Klatschens nach. Die Welt erinnert sich mit Jens Balzer an Tragödien, Katastrophen und Alltag der Nullerjahre. Der Dlf lässt sich von Evke Rulffes erklären, wie der weibliche Körper über Jahrhunderte hinweg eingeschnürt wurde. Die Schönheit von Mathematik lernt er dank Ulrich Peltzer kennen. Und die taz erkundet mit Rüdiger Dannemann die Faszination an Bob Dylan ontologisch.

30.07.2026 Die Zeit verneigt sich vor der polnischen Schriftstellerin Joanna Bator, die Geschichten um den dunklen Kern des Menschen in "schlesischen magischen Realismus" gießt. Die FAZ amüsiert sich prächtig, wenn Zoe Dubno die New Yorker High Society bitterböse zerlegt. Die NZZ freut sich, dass Stephen Greenblatt uns an der Seite von Christopher Marlowe durchs düstere London der Renaissance führt. Die SZ liest berührt, wie Sonya Walger sich ihrem narzisstischen Vater nähert. Und die taz empfiehlt Comics von Moebius und Hayao Miyazaki.

29.07.2026 Die taz lässt sich von Adèle Yon erzählen, wie Frauen in den fünfziger Jahren durch Lobotomie gefügig gemacht wurden. Die SZ lugt mit einem von Friederike Schilbach herausgegebenen Band durch die Tür der Damentoilette und findet ein ganzes Universum. Die SZ schmökert in Annika Büsings neuem Roman, der die Liebe und das Ungefähre feiert. Die FR denkt mit Heiko Christian über die Gefahr nach. Die FAZ vertieft sich einen Band des Philosophen Jan Patočka, der dem Leben nach dem Tod auf die Spur zu kommen versucht.

28.07.2026 Die FAZ ist hellauf begeistert von Alexandre Labruffes Roman "Cold Case", in dem sie eine "heilende Psychogenealogie Koreas" ausmacht. Außerdem jubelt sie über Gabriela Adamesteanus neuen Roman "Stimmen auf Abstand", der das Leben einer rumänischen Ärztin erzählt. Die Welt taucht mit John Horne Burns Schilderungen seiner Soldatenzeit in Italien ein in eine Existenz zwischen Glücksuchern und Todgeweihten. Dlf Kultur schwärmt von John Hendrix kunstvoll gestalteter Doppelbiografie über C.S. Lewis und J.R.R. Tolkien.

27.07.2026 Die NZZ spürt bei Nikhil Krishnan das intellektuelle Knistern im Oxford der Jahre 1920 bis 1960. Die FAZ lässt sich sich von Màriam Ben-Arabs und Volker Schmitts postapokalyptischer Kinder-Graphic Novel mitreißen. Dlf folgt Ludwig Volbedas jungem Helden Jip auf seiner Identitätssuche in die Natur. Dlf Kultur lobt Stephan Thomes genaues Auge für das Leben in der Provinz.

25.07.2026 Die FAS ist überzeugt von Maggie Nelsons Gegenüberstellung von Taylor Swift und Sylvia Plath, beides Dichterinnen ihres eigenen Lebens. Die taz findet hingegen nicht, dass der Popstar und die Dichterin so viel gemeinsam haben. Die FAZ vertieft sich in Hillel Cohens Buch über Teile der arabischen Bevölkerung, die zwischen 1917 und 1948 mit Juden zusammenarbeiteten. Die FR ist haltlos begeistert von Didier Eribons Biografie über Michel Foucault. Die SZ lobt in höchsten Tönen, wie T.C. Boyle in seinem neuen Buch elegant und melancholisch zugleich von den USA erzählt.

24.07.2026 Die FAZ annonciert mit Julia Decks Roman "Die Wahrheit über Ann" eine der bestern Neuerscheinungen des Jahres. So gern wie mit T.C. Boyle blickt die FR selten in Abgründe. Die taz lernt alles über Fußball dank einer Graphic Novel von Jean-Christophe Deveney, Mickaël Correia und Lelio Bonaccorso. Der Dlf erfährt von Thomas Greven, wie gut die radikale Rechte international vernetzt ist. Und der Dlf Kultur blickt mit Geertjan de Vugt Virginia Woolf und Piero Manzoni auf die Finger.

23.07.2026 Die taz lässt sich mit einer von Björn Hayer herausgegebenen Anthologie an lyrische Nicht-Orte entführen. Die NZZ versucht mit Martin Zimmermann in versunkenen Städten das Wesen des Menschen der Antike zu ergründen. Dlf Kultur lernt derweil von Sam Kean, römische Frisuren zu gestalten und Hirschleder mit einer Mischung aus Gehirn und Eiern zu gerben. Mit Markus Bernauer erkundet Dlf Kultur die Gesellschaftskritik im Porno des deutschen Libertinismus. Die Zeit überlegt mit Tom Kummer, Kim Jong-un einen Besuch abzustatten. Und die FAZ dankt Reinhard Wulfhorst für die Erinnerung an den jüdischen Musiker Robert Kahn.

22.07.2026 Die NZZ bewundert, wie kunstvoll T.C. Boyle auch in seinem neuen Erzählband die vielfältigen "Bereiche der menschlichen Existenz" ausleuchtet. Die FR macht mit Winny Ang, Marijn Brouckaert und Eleni Debo eine Zugreise in die Fantasie. Mit David Bröderbauer durchwandert sie vergessenes Ödland und ruft begeistert aus: mehr Brachen wagen! Dlf sucht mit Liz Allans Nirvana-begeisterten Teenagern einen Ausweg aus Armut und Sexismus im Australien der Neunziger.

21.07.2026 Die NZZ trifft bei Stanislaw Vincenz huzulische Bauern in den Karparten, Priester und mythische Räuberfiguren. Die FR kann gar nicht genug bekommen von Rainer Klouberts Spaziergängen in Pekings "Verbotener Stadt". Die FAZ freut sich über Bücher von Laurenz Lütteken und Stephan Mösch, die Richard Wagner und die Bayreuther Festspiele in vielen Facetten durchleuchten. Die Welt taucht mit Michael Riepl in die Geschichte der deutschen Minderheit in Russland ein. Dlf lobt Maria Revas Romandebüt "Ein Königreich für eine Schnecke", in dem drei Frauen in der Ukraine westliche Heiratstouristen auf die Schippe nehmen.

20.07.2026 Die FR liest die Lyrik der rumänischen Dichterin Dana Ranga atemlos wie einen Thriller. Die taz ist schockiert angesichts Francis Dupuis-Déris Buch über den Mord von Louis Althusser an seiner Frau Hélène Legotien, den die französischen Intellektuellen verharmlosten. Die SZ studiert Bücher zum Thema Staatsräson von Kai Ambos und Fabian Goldmann. Dlf Kultur gründet mit Maria Reva "Ein Königreich für eine Schnecke". Dlf geht mit Martin Muser auf Glücksuche im Westberlin der späten 1980er Jahre.

18.07.2026 Die angeregte FAZ begegnet bei Ann Cotten dem Weltall als Grünkohl. Mit Stanislaw Vincenz mischt sie sich in den Karpathen unter Huzulen, Chassidim und Rachmanen. Die FR lernt in einer neuen Werkausgabe Joseph Roth als begnadeten Erzähler kennen. Die NZZ durchlebt mit Angelika Klüssendorfs "Trost" Freuden und Leiden in einer Patchworkfamilie. Der Dlf taucht mit Damien Ober ins Voidverse.

17.07.2026 Die Welt liest interessiert, aber auch amüsiert Witold Gombrowiczs Erinnerungen, in denen der polnische Schriftsteller unter anderem die lateinamerikanische mit der östlichen Mentalität vergleicht. Poesie von einem anderen Stern entdeckt die FR in Martin Piekars autofiktionalem Roman über eine deutsch-polnische Mutter-Sohn-Beziehung. Der Dlf lässt sich von Telmo Pievani die Fehler der Evolution erklären. Und der Dlf Kultur lernt von Isabel Pin, wie man Kindern Nachhaltigkeit nahebringt.

16.07.2026 Die Zeit entdeckt dank Heinz Strunk die düstere Komik, die im Ende einer Beziehung stecken kann. Zur "Weltliteratur" erklärt sie Margaret Laurence' Roman "Glückliche Tage". Ein mutiges Buch annonciert der Dlf mit Christine Koschmieders "Ein Haus für mich", in dem sich die Autorin zur Selbstbefragung nach Dessau begibt. Die taz bewundert das Einfühlungsvermögen, mit dem Megan Nolan vom Leben im Irland der Siebziger erzählt. Und der Dlf Kultur lernt dank Björn Kröger, was sich unter dem Faulschlamm des Stechlinsees verbirgt.

15.07.2026 Die FAZ fährt mit Raimund Schulz und Odysseus zur See. Von Fritz Breithaupt lässt sie sich erklären, nach welchen Mustern sich menschliche Erfahrung formt. Die NZZ begibt sich mit Szczepan Twardoch und Bergmann Erwin Piontek auf eine imaginäre Weltumseglung durch die Jahrhunderte. Dlf Kultur bewundert, wie Elise Schmitt in ihren Erzählungen auf behutsame Weise der "Menschenschwere" entkommt.

14.07.2026 Die FAZ geht mit Paulina Spiechowiczs Roman über ein polnisches Geschwisterpaar, das in einem Flüchtlingslager im italienischen Ostia aufwächst, durch ein Wechselbad der Emotionen. Die FR hat eine gute Zeit mit Johanna Sebauers Doppelgänger-Roman "Popóm". Die SZ findet Trost in der Menschenliebe von Angelika Klüssendorfs neuem Buch. Die taz empfiehlt nachdrücklich Gusel Jachinas Roman über das Leben von Sergej Eisenstein. Die Welt vertieft sich in Stephan Möschs reichhaltige Geschichte der Bayreuther Festspiele.

13.07.2026 Die FR findet es geradezu brillant, wie Szczepan Twardoch in seinem neuen Roman "Sehnsucht" durch die Kontinente und Jahrhunderte wirbelt. Die NZZ gibt sich der Melancholie in Hans-Ulrich Treichels Roman "Das Karussell" hin, in dem sich ein gealterter Hochschullehrer auf die Suche nach seiner Jugend macht. Die SZ befällt das Grauen, wenn sie mit Axel Spilcker in dessen dunkle Familiengeschichte blickt, nämlich auf das Leben seines Großvaters, des NS-Reichsorganisationsleiters Robert Ley. Dlf empfiehlt Constanze Neumanns Kinderbuch über eine Mädchenfreundschaft zwischen DDR und Westdeutschland.

11.07.2026 Fasziniert liest die FAS Anousch Mullers neuen Roman "Lori" - nochmal ein Buch über die DDR, die Stasi und Traumatisierungen, aber doch ein ziemlich anderes. Die taz lernt in Christian Goeschels und Daniel Hedingers "München 38", was die Münchner Konferenz mit dem Kolonialismus zu tun hat. Außerdem nähert sie sich der Lyrikerin Ann Cotten, die Derrida lieber auf japanisch liest. Einige Bücher setzen sich mit der direkten Nachkriegszeit auseinander, etwa Angelina Pils' "Schneider/Schwerte", über den Germanisten Hans Schwerte, der mal der Nazi Ernst Schneider war, besprochen in der FR. Die NZZ feiert Hal Ebbotts Familienroman "Unter Freunden".

10.07.2026 Dlf Kultur bewundert den Farbreichtung in Mia Coutos Roman "Der blinde Fluss", der in den einstigen portugiesischen Kolonien spielt. Die ungarische Autorin Kinga Toth, die auch auf deutsch schreibt, erzählt in ihrem Gedichtband "Mariamachina" Leben als oppositioneller Künstlerin unter verschärften Bedingungen - sehr zur Freude des Deutschlandfunks. Die FAZ komplettiert ihren Einblick in Gerhard Henschels Autofiktion mit der Ariel-Klementine-haften "Oma Jever".

09.07.2026 Die FAZ nimmt mit Valentin Groebner die Mittelalterbegeisterung der Linken in den achtziger und neunziger Jahren unter die Lupe. Die NZZ fällt mit Hermann Burgers Theaterstück "Die Scheintoten" mit Begeisterung dem Wahnsinn anheim. Die Zeit empfiehlt Svenja Leibers Roman "Nelka" über das Schicksal einer polnischen Zwangsarbeiterin während der NS-Zeit. Dlf zieht den Hut vor Adèle Yon und ihrem Psychiatrie-Roman "Mein wahrer Name ist Elisabeth". Und Dlf Kultur bewundert, wie der futuristische Lyriker Michajl Semenko in seinen Versen Sprachkunst und politische Wut vereinte.

08.07.2026 Die FAZ versucht mit Daniela Dröschers Essay "Sprechen" die Angst vor dem Nichtverstehen zu bewältigen. Mit Andreas Fischer versucht sie sich aus dem öden Troisdorf zu befreien und landet im Bann eines narzisstischen Schriftstellers. Die FR feiert mit Andrew O'Hagans Roman "Maifliegen" die Jugend und das Leben im Angesicht des Todes. Die NZZ bejubelt mit Kai Grehns Hörspiel-Bearbeitung von Gedichten des Auschwitz-Überlebenden Tadeusz Borowski eine "große Hostie der Audio-Kunst". Dlf staunt über die grausam-großartige Sprache von Inga Machel.

07.07.2026 Die FAZ spürt mit Volker Leppin der Allgegenwärtigkeit Gottes im Mittelalter nach. Christoph Wirtz' Biografie über den Gastrokritiker Wolfram Siebeck mundet ihr hervorragend. Die FR begibt sich mit Claudia Wirsing und Hegel an den Anfang allen Denkens. Dlf zieht sich mit Angelika Overaths "Calanda oder Alvas Antwort" in die Berge zurück, um über Leben, Tod und Glück nachzudenken. Dlf Kultur singt in Robert Macfarlanes und Jackie Morris' Kinderbuch mit der Rohrdommel um die Wette.

06.07.2026 Die FAZ beobachtet bei Marceau Miller gespannt die Atomisierung der Existenz eines Schriftstellers. Von Maciej Siembieda und seinem Roman "Katharsis" über eine Familie der griechischen Minderheit in Polen lässt sich sich auch gerne mitreißen. Die NZZ wird von Miroslav Hlaučos Roman um ein abergläubisches Dörfchen über die Schwelle zur Moderne geschubst. Die SZ rennt in Brian Kane Flocas und Sydney Smiths Kinderbuch mit dem Sturm um die Wette und lernt dabei was fürs Leben.

04.07.2026 Hymnisch bespricht die FAZ Angelika Meiers „Feierabend eines Fauns“, der ihr die Verschmelzung von Leben und Kunst beispielhaft vorführt. Sehr angetan ist sie auch von einem Band mit dem gesamten fotografischen Werk von August Kotzsch. Die Welt blickt mit Navid Kermani in Köln in die Kluft zwischen Idee und Wirklichkeit. Außerdem erfreut sie sich einmal mehr an den metafiktionalen Spielchen, die Szczepan Twardoch in seinem neuen Roman mit ihr treibt. Der Dlf freut sich über die kleinen Perlen, die Sigrid Damm in ihren Künstlerporträts versammelt.

03.07.2026 FR und Dlf Kultur können nur bewundern, wie wenig Angelika Klüssendorf braucht, um das Leben in seiner ganzen Tragikomik darzustellen. Der Dlf Kultur lauscht außerdem gebannt den beiden Meeren, die Siri Ranva Hjelm Jacobsen über das Geziefer Mensch sinnieren lässt. Mit Joachim Bessing begibt er sich auf eine hyperrealistische Entdeckungsreise nach Äthiopien. Die SZ liest gebannt Florian Klenks Aufzeichnungen über die österreichische Serienmörderin Elfriede Blauensteiner. Der Dlf amüsiert sich lieber mit dem Meisterdieb Alexandre Marius Jacob.

02.07.2026 Die taz blättert bewegt in einem Band mit deutsch-jüdischen Fotografien aus den 1930er Jahren. Die SZ betreibt Hochleistungshermeneutik in Emy Koopmans Roman über eine obsessive Liebe. Die FR gibt die Hoffnung auf Frieden im Sudan nicht auf mit Stella Gaitanos Roman "Eddos goldenes Lächeln". Und die Zeit erscheint heute mit kleiner Sommerbeilage: Das perfekte Sommerbuch ist für sie Jutta Persons Essay über Palmen.

01.07.2026 Die FAZ lernt von Geertjan de Vugt, dass zumindest in unseren Fingerabdrücken noch Reste von Individualität zu finden sind. Die FR entdeckt mit Dieter Fringeli den Don Quichotte der deutschsprachigen Lyrik. "Flirrend, fast halluzinierend" nennt die SZ Liz Moores Roman über einen dicken Professor in der Krise. Die taz entzaubert mit Lidia Jorge Mythen über die Nelkenrevolution.