Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Ein schwerer Traum

19.02.2026 Die Zeit bespricht Judith Hermanns neues Buch eine Woche vor Erscheinen: Ganz glücklich wird sie nicht. Im Gegensatz zur FAZ, die mit Manfred Pfister in die Englische Renaissance eintaucht. Brutal und zärtlich findet die FR Maja Iskras Roman "Uppercut", der sie durch die Straßen Belgrads führt. Die SZ stellt sich mit George Orwell gegen Totalitarismus. Und der Dlf sucht mit Franziska Hörner einen hässlichen Hund.

Lügende Lilien

18.02.2026 Die FAZ lässt sich von Artur Becker ins Land der dreitausend Seen entführen, wo polnische Mythen und rauhe Sitten herrschen. Außerdem lauscht sie dem "kunstvoll verwobenen vielstimmigen Gesang" literarischer Stimmen im neuen Roman von Cecile Wajsbrot. Die FR reist mit dem Fotoband von Gregor Sailer an Stätte künstlicher Lebensmittelproduktion in Marrokko, am Polarkreis, aber auch auf dem Mond. Dlf Kultur lässt sich von der "tiefen Traurigkeit" der kulturkritischen Elegien Benjamin Steins bewegen. Dlf amüsiert sich prächtig, wenn Molly Keanes den anglo-irischen Landadel untergehen lässt.   

Die Totalität des Verbrechens

17.02.2026 Das meist besprochene Buch ist heute Gisèle Pelicots Erinnerungsband "Eine Hymne an das Leben". Die Rezensenten sind stark beeindruckt von ihrem Willen glücklich zu sein und ihrer Weigerung, sich zum Opfer machen zu lassen. Die FR liest Norbert Gstreins Roman "Im ersten Licht" als eindrucksvolles Porträt eines Mitläufers in den beiden Weltkriegen. Die SZ reist mit Kristof Magnusson, einem Dichter und einem Doppelagenten "ans Ende der Geschichte". Der Dlf denkt mit Stefan Nacke darüber nach, wie ein smarter Sozialstaat aussehen könnte.

Das Glück scherzte mit ihm

16.02.2026 Die FAZ ergründet mit der Hörbuch-Version von Safae el Khannoussis Roman "Oroppa" das rätselhafte Verschwinden und Wiederauftauchen einer jüdisch-marokkanischen Künstlerin. Weniger allein fühlt sie sich, wenn bei Liza Muzur 33 Frauen von ihren Problemen erzählen. Die FR amüsiert sich prächtig mit Yevgeniy Breygers Roadtrip durch Deutschland in Versen. Die NZZ ist begeistert, wenn Fleur Jaeggy in einem neuen Essaybändchen die Leben ihrer Schriftstellerkollegen Marcel Schwob, John Keats und Thomas de Quincey schildert. Die SZ kann über Jana Hensels Buch "Es war einmal ein Land" nur den Kopf schütteln. 

Zwischen Trauma und Nostalgie

14.02.2026 Die FAZ blickt mit Leon Englers Debütroman nachdenklich auf die "Botanik des Wahnsinns". Die FR lässt sich von Martin Schulze Wessel die Beziehungen zwischen Deutschland und der Ukraine seit dem 19. Jahrhundert erklären. Die Welt gerät mit Maja Iskras "Uppercut" im Belgrad der Neunziger zwischen Mobber und Gemobbte. Die taz liest Abbas Khiders "Der letzte Sommer der Tauben" wie eine Flaschenpost aus Afghanistan. Die FAS amüsiert sich mit Dario Ferraris "Die Pause ist vorbei" über eine Lusche, die als Doktorand in akademische Intrigen verwickelt wird. Die NZZ empfiehlt begeistert Fleur Jaeggys Essayband "Mutmaßliche Leben", biografische Skizzen zu Thomas de Quincey, John Keats und Marcel Schwob.

Literarisches Himmelfahrtskommando

13.02.2026 Die Zeitungen verzichten heute geschlossen auf Buchkritiken - das gab es noch nie in der Geschichte des Perlentaucher. Zum Glück liefern die Sender: Für den Dlf ist Norbert Gstreins neuer Roman über fehlverstandenen Heroismus in Kriegszeiten schon jetzt ein Meilenstein der Antikriegsliteratur. Außerdem staunt er über die brennende Aktualität von George Orwells Kolumnen aus den Vierzigerjahren. Und auch Carl von Ossietzkys Artikel lesen sich geradezu prophetisch, ergänzt Dlf Kultur. Für ein kleines Wunder hält er auch Mike Wilsons Roman über das raue Leben kanadischer Holzfäller. 

Glück in Torten

12.02.2026 Ordentlich Zündstoff bekommt die Zeit geboten, wenn Michael Wolffsohn der Frage nachgeht, welche Art Nazi Herbert von Karajan gewesen ist. Einen ganz besonderen Essay liest sie außerdem, wenn die türkische Schriftstellerin Ece Temelkuran über Exil nachdenkt. Die FAZ lernt von der japanischen Autorin Junko Takase, wie "Poesie leerer Kohlenhydrate" schmeckt. Der Dlf rückt mit Lutz Meier, Heidegger und Husserl dem Arschloch zu Leibe. Und Dlf Kultur blickt mit Val Plumwood ins Auge des Krokodils.

Würdig wie ein knorriger Baum

11.02.2026 Dlf begibt sich mit Jens Wonneberger auf eine faszinierende "Zimmerreise" zu den verborgensten Plätzen des Inneren. Dlf Kultur zieht mit Antje Schrupp in den Kampf gegen die postpatriarchale Gesellschaft. Außerdem jubelt er über Marek Torčíks Roman "Was die Zeit nicht nimmt", der von einer schwulen Liebe in einer tschechischen Plattenbausiedlung erzählt. Die FR vertieft sich in die von Thomas Meyer herausgegebenen gesammelten Schriften Hannah Arendts, die eine große Denkerin und ihre Widersprüche zeigen. 

Hirngespinste der Zuneigung

10.02.2026 Die NZZ applaudiert Robert Menasse und seiner neuen Novelle "Die Lebensentscheidung". Die FAZ beobachtet in Sebastian Schmidts Roman "Powerschaum" einen Streit zwischen Mensch und Android, der in der Katastrophe endet. Die FR ist begeistert davon, wie Dominik Graf in seinem Schauspiel-Buch zeigt, dass mutiges Scheitern oft besser ist als brave Korrektheit. Dlf vertieft sich in Interviews mit Ingeborg Bachmann

Das klassische Buchstabensperrfeuer

09.02.2026 Die SZ sieht in den anonymen Augenzeugenberichten einer Demonstrantin von den Straßen Teherans ein Denkmal für alle, die Widerstand leisten. Vom Holocaust-Forscher Stephan Lehnstaedt lässt sie sich die Geschichte der Wiedergutmachung anhand von Einzelschicksalen erzählen. Die FAZ erfährt von Katharina Zweig, dass KI gar nicht intelligent ist. Die NZZ vertieft sich in Barbara Honigmanns Porträt der Gulag-Überlebenden Mischka, die im Moskau der Siebziger Jahre Intellektuelle wie Heinrich Böll und Lew Kopelew in ihrer Küche empfing. 

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