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24.06.2024 Die NZZ schaut gebannt dabei zu, wie Hryhir Tjutjunnyk in "Drei Kuckucke und eine Verbeugung" das Trauma vom Aufwachsen in der Sowjetukraine in die "ewige Gegenwart" des alltäglichen Lebens verwandelt. Die Welt schwelgt in den Briefen Friedrichs des Großen an seinen Freund Albert von Hoditz und wird hier durchaus von einem Hauch Erotik angeweht. Peter Longerich legt mit seinem Buch "Abrechnung" eine wichtige Darstellung der Ereignisse während des von den Nazis so benannten "Röhm-Putschs" vor, nickt die SZ. Die FAZ reist mit R.J. Palacio und ihrem jungen Helden Silas in die Welt der Geister und findet dort einen Freund.

22.06.2024 Olga Martynovas Gedichtband "Such nach dem Namen des Windes" ist ihrem 2018 verstorbenen Lebenspartner Oleg Jurjew gewidmet - die FR feiert ihn als ein vielschichtiges Monument der Trauer. Die taz folgt Szczepan Twardoch zu den "Cholodzern", die im Mittelpunkt seines großen Romans "Kälte" stehen. Die FAZ liest Barbara Kingsolvers Roman "Demon Copperhead" über das Unglück in Appalachen gern, findet den Pulitzer-Preis für das Buch allerdings übertrieben.

21.06.2024 Die FAZ versteht dank David Bellos Jacques Tatis Gags kinetisch, akustisch und autobiografisch besser. Die FR lernt in Lilly Gollackners Science Fiction-Roman "Die Schattenmacherin": Auch Feminismus löst nicht alle Probleme. Die SZ feiert Roger Van de Veldes hochkonzentrierte Miniaturen aus der Psychiatrie. Die taz lobt den Realismus, mit dem Jens Beckert sich der Klimakrise und den Chancen auf ein Leben unter ihren Bedingungen widmet. Und Dlf Kultur macht 500 Streifzüge mit Malern, Musikern und Schriftstellern und empfiehlt einen Band über Friedensethik.

20.06.2024 Die Zeit lernt von Philip Manow, dass nicht nur Populismus, sondern auch eine zu starke Legislative die Demokratie gefährden kann. Und mit Hark Bohm erlebt sie die Nachkriegszeit auf Amrum. Der Dlf empfiehlt wärmstens die Lektüre des Antitotalitaristen Manes Sperber. Die FAZ entdeckt mit Alain Damasios "Die Horde im Gegenwind" ein Meisterwerk der Fantastik, dass auch poststrukturalistische Theoretiker erfreuen wird. Dlf Kultur versenkt sich in Jörg Späters Geschichte von "Adornos Erben". Und hofft mit einem kleinen Jungen namens Gurke auf ein Wunder.

19.06.2024 Die FAZ spielt mit Walter Tevis in verrauchten Hallen Billard. Außerdem schmökert sie in Sebastian Guggolz' Kafka-Anthologie. Die NZZ liest schaudernd Tahir Hamut Izgils Gedichte vom düsteren Alltag der Uiguren in China. Dlf Kultur erfährt von Rahul Jandial, wie man Träume steuern kann. Dlf reist mit Gary Phillips Krimi "One-Shot Harry" in die jazzgetränkten Sechziger Jahre. Nach der Lektüre von Konstantin Ferstls "Die blaue Grenze" über eine Zugreise in den Osten ist er erschöpft, aber glücklich.

18.06.2024 Die SZ feiert Anthony Passerons Roman "Die Schlafenden" über den Beginn der Aids-Epidemie als große Kunst. Die FAZ reist mit Andreas Renner durch die Nordostpassage. Bei Olga Ravn lernt sie vieles über die Ängste und Hoffnungen einer schwedischen Mutter. Dlf Kultur empfiehlt Stella Gaitanos Kurzgeschichtenband "Endlose Tage am Point Zero" über Gewalt- und Fluchterfahrungen im Sudan. Die taz staunt, wie Franz Suess in seinem Comicband "Drei oder vier Bagatellen" im Kleinen das Große sichtbar werden lässt.

17.06.2024 Die FAZ möchte sich von Alberto Grandis Buch "Mythos Nationalgericht" nicht ihre Spaghetti Carbonara verderben lassen. Außerdem verfällt sie Axel Cortis' zärtlichem Raunen, wenn dieser die traurige Geschichte von Joseph Roths Eichmeister Eibenschütz vorliest. Die SZ lernt von Christoph Butterwegge, warum die Reichen immer reicher werden. Bei Andrea Löw liest sie erschüttert von den Schicksalen deportierter Juden und Jüdinnen. Die NZZ verfolgt fasziniert, wie George Saunders im Erzählungsband "Tag der Befreiung" kunstvoll das Grauen spinnt.

15.06.2024 Die FAZ freut sich, mit Albert Ehrensteins Roman "Räuber und Soldaten" zugleich eine chinesische Saga aus dem 13. Jahrhundert und einen expressionistischen Schriftsteller erster Güte zu entdecken. Die NZZ empfiehlt Alhierd Bacharevičs bis ins Jahr 2050 reichenden belarusischen Roman "Europas Hunde". Der Dlf lernt in Brandon Taylors Stories "Die letzten Amerikaner" kennen. Die amüsierte SZ lässt sich von Mona Karstens Soap "Save me" an ein Elite-College führen, wo Männer reich und arrogant und Frauen schön und anlehnungsbedürftig sind. Das reicht zwar nicht für einen intelligenten Satz, aber möglicherweise für die Weltherrschaft.

14.06.2024 Die taz gruselt sich mit Charles Burns' Comic "Daidalos". Der Dlf verliert den Glauben an Literatur und Freundschaft nicht nach der Lektüre des Briefwechsels zwischen Rene Char und Peter Handke. Außerdem bewundert er die Harmonie von rosa Sonnenaufgängen und der Haut gerupfter Hähnchen in Janko Polic Kamovs Opus magnum "Austrocknen". Die FAZ begibt sich mit dem Historiker Erik Schumacher auf die Spuren von Sobibor. Die SZ empfiehlt Kindersachbücher über KI und Fußball.

13.06.2024 Die FR ist mit Ingo Schulze "Zu Gast im Westen". Die Zeit amüsiert sich mit Jakob Noltes Hannoverkrimi "Die Frau mit den vier Armen". Die FAZ lässt sich zum Reflektieren anregen durch die Graphic Novel "Die sieben Leben des Stefan Heym". Der Dlf empfiehlt ein tolles Kinderbuch: Selma Noorts "Das kleine Haus am Fluss".