Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Angeturnte Handwerker

12.06.2024 Die taz steigt mit einem unerschrockenen Siddharth Karas hinab in die Kobalt-Minen des Kongos. Dlf Kultur sieht in diesem Report ein helles Licht in den dunklen Korridoren des modernen Lebens. Die FAZ wärmt sich an Hiromi Itos Roman "Hundeherz". Die SZ wird vom eigentümlichen Sog von Karl Ove Knausgard "Das Dritte Königreich" erfasst. Dlf Kultur freut sich außerdem über ein Wiedersehen mit den schrulligen Figuren Richard Russos.

Glanz und Elend dieses Rockstarlebens

11.06.2024 Die SZ bekommt von Wolfgang Kraushaar das perfekte Rüstzeug für eine Diskussion über den Nahostkonflikt. Die FAZ schöpft Hoffnung mit Moussa Abadis Roman "Die Königin und der Kalligraph" über Damaskus im frühen 20. Jahrhundert. Dlf erlernt von Lorenz Jäger "Die Kunst des Lebens, die Kunst des Sterbens". Dlf Kultur wird in Albert Cohens Roman "Oh, ihr Menschenbrüder" Zeuge davon, wie ein antisemitischer Zwischenfall eine Jugend beendet. Mit Amy Liptrot beginnt er ein neues Leben in Berlin.

Racial Profiling, Nirvana und Nazipanzer

10.06.2024 Der Dlf hebt mit Hilary Leichters Roman "Luftschlösser" die Gesetze von Zeit und Raum auf. Die FR freut sich über die geschliffenen Sätze in Valerie Fritschs Roman "Zitronen". Die NZZ erkennt in dieser Erzählung über das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom eine faszinierende Idee, aber mangelnde Umsetzung. Dlf Kultur lässt sich von Ursula Muscheler in Bertolt Brechts Lebenswelt herumführen und findet heraus, dass dieser durchaus eine Schwäche für Luxus hatte.

Die Schönheit schmuckloser Parks

08.06.2024 Die FAS schöpft mit Steffen Mau Hoffnung auf ein Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland. Die FAZ unternimmt mit Philip Manow eine Bestandsaufnahme der liberalen Demokratie. Von Andreas Bernard lässt sie sich beim Flippern trösten. Die SZ liest eindringliche Gedichte von Marianna Kijanowska über Babyn Jar. Dlf und taz überlegen mit Levin Westermann, wie das Zusammenleben von Mensch und Natur gelingen kann. Die taz lernt außerdem von Lea De Gregorico: „Unter Verrückten sagt man du“.  

Erträumtes, Erlebtes und Erlesenes

07.06.2024 Die FAZ flaniert mit Renate Müller-Buck und Nietzsche durch Venedig und lässt sich von Aaron Gebler die Bedeutung von Losverfahren im antiken Athen erklären. Die taz feiert eine Party mit den Protagonistinnen und Protagonisten der Hamburger Schule. Der Dlf blickt mit Ingo Elbe auf  "Antisemitismus und postkoloniale Theorie" und mit Hans Christoph Buch hinter die surreale Fassade der Wirklichkeit. Und Dlf Kultur dokumentiert mit Ron Leshem die Geschehnisse seit dem 7. Oktober.

Sprachwucht in vollem Umfang

06.06.2024 Die FAZ zieht den Hut vor Alhierd Bacharevičs großem politischen Roman "Europas Hunde". Dass Sprache weit über Worte hinausgeht, lernt der Dlf mit Caro Van Thuynes Roman "Birkenschwester". Der liest auch in Alexander Kambers "Nachtblaue Blumen" vom Leid einer Tänzerin in der französischen Psychiatrie des 19. Jahrhunderts. Die Zeit widmet sich mit Murmel Clausens Roman "Leming" dem schwierigen Thema Suizidgefahr bei Jugendlichen.

Die holprigen Pfade des letzten Jahrhunderts

05.06.2024 Dlf Kultur feiert den Erzählband "Europas Hunde" des belarussischen Autors Alhierd Bacharevic als Sieg der Fantasie über die düstere europäische Realität. Außerdem freut er sich über zwei prächtige Bände des "Kafkalogen" Hartmut Binder. Die FAZ wohnt mit Maria Jose Ferradas Helden auf einem riesigen Coca-Cola-Plakat und betrachtet die Siedlungen der Armen von oben. Die SZ spielt mit Jean-Philippe Toussaint Schach und folgt gerne dessen komfortabler Lebensgeschichte. 

Das Licht festhalten

04.06.2024 Die FAZ trifft in Anka Muhlsteins Biografie einen geselligen Camille Pissarro, der als Mittler innerhalb der Impressionisten-Gruppe wirkte. Außerdem schwelgt sie in Lawrence Ferlinghettis Reisejournalen. Die NZZ springt im neuen Roman von Sasa Stanisic fröhlich zwischen den Realitätsebenen. Der Dlf spitzt die Ohren, wenn Hannah Ritchie in Sachen Klima- und Umweltschutz mehr Großzügigkei statt Dogmatismus fordert. Dlf Kultur feiert mit Marie Dorleans "Wilde Blätter" das überbordende Chaos eines verwildernden Gartens.

Wenn Götter Rache nehmen

03.06.2024 Die Kritiker sind noch erschöpft vom Kafka-Marathon der letzten Tage - was sie gelesen haben, hat ihnen allerdings sehr gut gefallen. Die FAZ stellt neue Krimis vor: In John Brownlows rasantem Actionthriller "Seventeen" geht es um einen Auftragsmörder, der seinen Job von der Digitalisierung bedroht sieht. Ahmet Ümit verwebt in "Das Land der verlorenen Götter" geschickt deutsch-türkische Geschichte mit griechischer Mythologie. Die SZ widmet sich mit Raffael Scheck den Erinnerungen von deutschen und französischen Soldaten an den "Frühling 1940". 

Zehn Minuten einer möglichen Zukunft

01.06.2024 Die FAZ begibt sich mit Kurzgeschichten von Stephen King in ein Horrorkabinett und schippert mit Andreas Stichmann den Rhein entlang. Die FAS staunt, wie aktuell Rivka Galchen von der Hexenverfolgung zu erzählen vermag. Die FR liest gleichermaßen glühende und robuste Lyrik aus dem Carbonkosmos der ukrainischen Dichterin Svetlana Lavochkina. Dlf Kultur lernt von Cat Bohannon alles über die evolutionären Entwicklung des Weiblichen.

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