Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
7937 Bücherschauen - Seite 7 von 794

Eine Nähe, die das Selfie nicht braucht

01.12.2025 Die FAZ lernt von der Sinologin Marina Rudyak im "Dialog mit dem Drachen" Interessantes über China. Die FR öffnet mit Victor Schefés Roman "Zwei, drei blaue Augen" eine DDR-Erinnerungswunderkiste. Auf Isolde Ohlbaums Schriftsteller-Porträts kann sie Peter Handke barfuß betrachten - und lernt dabei einiges über Fotografie. Die SZ lässt sich von Tim Schanetzky die Geschichte der politischen Bildung nach 1945 erzählen. Und die Welt begegnet bei Grit Straßenberger einer streitlustigen wie sensiblen Hannah Arendt. 

Aber über mich red' ich nicht

29.11.2025 Die FAZ wandelt fasziniert durch die "labyrinthische Identitätsprosa" Ishbel Szatrawskas und erlebt die letzten Tages Königsbergs. Die taz fährt mit Hu Anyan in China Pakete aus - unter unwürdigen Bedingungen, aber mit Raymond Carver, Kafka und Joyce im Gepäck. Außerdem schmökert sie in Barbara Yelins Comic über das Leben der jüdischen Theaterschauspielerin Therese Giehse. Dlf erlebt Arno Schmidt in seinen Tagebüchern als unsäglichen Unsympathen. Und Dlf Kultur empfiehlt den Roman "Wir sind das Leben" der britischen Jungautorin Saba Sams

Dackel der Geschichte

28.11.2025 Die taz feiert Verena Luekens Porträts "Alter Frauen" als echte Welterweiterung. Die FAZ verdankt Dava Sobel eine gut lesbare Biografie über Marie Curie. Die NZZ liest indes zwei Hannah Arendt- und eine Max Imboden-Biografie. Die FR dringt mit märchenhaften Geschichten von Sabrina Orah Mark zum Wesen der Dinge vor. Und Dlf Kultur empfiehlt Christiane Hawraneks und Katja Paysen-Petersens Beitrag über Machtmissbrauch im Yoga.

Lautlose Nebensächlichkeiten

27.11.2025 FR und taz lernen von Booker-Preisträger David Szalay, was auf der Strecke bleibt, wenn man ein "Mann von Format" werden möchte. Bewegt liest die FAZ die Texte, die der Musiker Yuriy Gurzhy den stillen Charkiw-Fotos seines Vaters gegenüberstellt. Die Zeit kommt dank Monika Kim auf den Geschmack von Fischaugen. Der Dlf staunt, dass Stephen King das Märchen von "Hänsel und Gretel" kindgerechter erzählt als die Gebrüder Grimm. Und der Dlf Kultur bricht mit Eva Baltasars eigenwilliger Heldin mit allen Konventionen. 

Schreiben vom Ohr her

26.11.2025 Die SZ erfährt aus einer neuen Essay-Sammlung von Karl Ove Knausgard, was ein ABBA-Hologramm mit Odysseus zu tun hat. Die NZZ verfolgt gespannt Peter Waterhouse' Recherche über das Leben seines Großvaters, der sich vom passionierten Karl-Krauss-Leser zum Nazi wandelte. Die FR wandert duch Louise Erdrichs Panorama des ländlichen Amerikas und findet dort mysteriöse Frauen, "Monstermaschinen" und viel Glyphosat. Dlf Kultur stöbert mit dem isländischen Schriftsteller Ragnar Helgi Ólafsson durch die sagenhafte Bibliothek seines Vaters. 

Verärgerte Briefe

25.11.2025 Die FAZ lässt sich mit der niederländischen Schriftstellerin Connie Palmen auf sieben intellektuelle Liebschaften ein. Mit Peter Licht versucht sie, die vom Kapitalismus befeuerte Depression in poetische Energie umzuwandeln. Die SZ staunt darüber, dass Aldous Huxley in seinem Essay "Zeit der Oligarchen" schon 1945 die Energiewende forderte. Und Dlf Kultur findet es großartig, wie der finnische Autor Volter Kilpi in seinem Roman "Zur Kirche" die Einwohner der nördlichen Schären porträtiert. 

Gegenzauber zu Gebrüll

24.11.2025 Die SZ macht sich mit Büchern von Daniel Marwecki, Martin Kobler und Peter Köpf Gedanken darüber, wie die neue Weltordnung aussehen wird. Die FAZ geht mit Emily Baker-White dem Phänomen "TikTok" auf den Grund. Mit Cornelia Funkes Geisterjägern vertreibt sie einen  WBS, einen Weihnachtsbaumspuk. Die FR empfiehlt Andras Viskys "Die Aussiedlung" über eine Familie, die sich gegen die Grausamkeit der rumänischen Arbeitslager mit Poesie zu helfen weiß. 

Was Literatur einst vermochte

22.11.2025 Dlf Kultur und die Welt sind tief beeindruckt vom Augenzeugenbericht Eli Sharabis über seine "491 Tage" Geiselhaft in den Tunneln der Hamas, der ganz ohne politische Botschaft auskommt. Nicht weniger berührt liest der Dlf die Erinnerungen Irina Scherbakowas an eine Zeit, als sie zusammen mit Memorial auf den endgültigen Niedergang des Stalinismus hoffen konnte. Außerdem empfiehlt der Dlf empfiehlt Roberto Grossis Graphic Essay über den Klimawandel "Die große Verdrängung" für Jugendliche. Die taz vertieft sich mit roten Ohren in Steffen Martus' Literaturgeschichte seit 1989. Die SZ sieht mit Nava Ebrahimi "Federn überall", auch in Gestalt weißer Geisterhühner.

Verlangen, an anderen Existenzen teilzuhaben

21.11.2025 Die FAZ lässt sich von der portugiesischen Autorin Lidia Jorge in den Mikrokosmos eines Altenheims entführen. So schreibt man klug über Popmusik, lobt die taz nach der Lektüre von Hendrik Otrembas Essays über die Kölner Band Can. Die Welt erfährt von dem Politikwissenschaftler Jan Gerber, wie der Erinnerung an den Holocaust immer wieder ausgewichen wurde. Der Dlf staunt, wie Sasa Stanisic selbst das öde Genre der Dankesreden sprengt. Dlf Kultur empfiehlt mit Tezer Özlüs Erinnerungen an "Die kalten Nächte der Kindheit" ein "dunkel schimmerndes" Buch und schaut amüsiert Tine Steens kochenden Affen über die Schulter.

Schonungs-, jedoch nicht schamlos

20.11.2025 Fasziniert blickt die FR in einem Bildband über Insekten der Hirschlausfliege in die Augen. Begeistert begibt sich der Dlf mit Oswald Egger in den Kopf von Oskar Fiala. Außerdem staunt er über die Aktualität von Aldous Huxleys "Aufruf zu Wachsamkeit und Engagement". Dlf Kultur tröstet sich mit der sizilianischen Schriftstellerin Maria Messina und gerösteten Kichererbsen über die Härte des Lebens hinweg. Die Zeit erscheint heute mit einer kleinen Weihnachtsbeilage - und legt uns besonders Manfred Pfisters Prachtband über die englische Renaissance ans Herz, auf den selbst England neidisch sein dürfte.

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…