Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Ans andere Ende der Welt

26.08.2024 Wie Menschen im Ernstfall ihr wahres Wesen offenbaren, kann die NZZ in Daniela Kriens Roman "Mein drittes Leben" beobachten. Die SZ lässt sich vom ukrainischen Agrarökonomen Alex Lissitsa die weniger bekannten Facetten der Ukraine zeigen.  Die FAZ irrt mit Alexandra Helmigs Protagonistin durch die verwirrenden Ambivalenzen der Adoleszenz. Von Kate Crawford lernt sie, warum KI weder künstlich noch intelligent ist. Die taz blättert durch einen prächtigen Bildband des Architekturfotografen Iwan Baan.

Versteck gegen die Unkultur

24.08.2024 Die FAZ bewundert, wie Paul Murray in „Der Stich der Biene“ den Spieß umdreht und die Realität ins Digitale eingreifen lässt. Die taz analysiert mit dem Historiker Volker Ullrich das Scheitern der Weimarer Republik, als „Buch der Stunde“ empfiehlt die SZ indes Philip Ruchs „Es ist 5 vor 1933“, in dem der Aktivist ausmalt, wie es nach einer Machtübernahme der AfD aussehen könnte. Die Welt setzt sich in Clemens Meyers wuchtigem Roman „Die Projektoren“ mit Lex Barker und ehemaligen Partisanen ans Lagerfeuer. Und der Dlf zieht sich mit Eckhart Nickel in eine Popintellektuellen-WG zurück.

Nussschalen aus Sprache

23.08.2024 FR und Dlf Kultur tanzen in Lydia Davis' virtuos verdichteten Kurzgeschichten vom Dosenschinken bis zum Ehestreit. Die FR amüsiert sich außerdem mit den Albernheiten, erschrickt aber auch vor den Beschimpfungen, die Richard Wagner seinem "Herzens Weibel" Minna schrieb. In Colson Whiteheads Debütroman begleitet der Dlf Kultur eine Fahrstuhlinspekteurin durch New York. Die FAZ probiert mit Beate Roth gebackene Hollerstrauben nach Rezepten von Jean Paul. Die NZZ fühlt sich bestens aufgehoben, wenn Sven Regener ihr Humor in der Literatur erklärt. Und die SZ empfiehlt neue Jugendbücher.

Zwischen Psychiatrie und Facebook-Chat

22.08.2024 Die Zeit taucht erschlagen aber höchst angeregt aus Clemens Meyers 1000-seitigem Wälzer "Die Projektoren" auf. "Die FAZ lässt sich von David Wagners "Verkin" verzaubern. Preiswürdig findet die taz Nora Bossongs Roman "Reichskanzlerplatz" über Magda Goebbels. Die FR reist mit Sarah Brooks' Transsibirien-Express und allerhand seltsamen Figuren durch das "Ödland" zwischen Moskau und Peking. Die Welt taucht mit Tara Zahra ein in die Welt der Antiglobalisten zwischen den zwei Weltkriegen. Dlf Kultur fragt mit Levent Tezcan: "Alles Rassismus?"

So schöne Worte wie Quattrocentoottantadue

21.08.2024 Die SZ schätzt, wie mitleidlos Ilko-Sascha Kowalczuk mit dem "giftigen Erbe" der DDR-Diktatur abrechnet. Die FAZ bewundert derweil die sprachliche Schönheit, mit der Carolin Krahl in "Wühlen" vom Leben dreier Frauen nach der Wende erzählt. Von Sebastian Heinrich lässt sie sich anhand von fünfzehn Wörtern Italien erklären. Die FR blickt in Daisy Hildyards Roman "Notstand" auf Moose, Mäuse und Kröten. Die NZZ empfiehlt dringend den letzten Gedichtband von Adam Zagajewski.

Von Wunderheilern zum Wirtshaus

20.08.2024 FAZ und FR feiern den neuen Roman von Arno Geiger, der den nackten, menschlichen Kaiser Karl V. auf eine letzte Abenteuerreise schickt. Unglaubwürdig, winkt indes die NZZ ab. Die FAZ empfiehlt mit der Familiengeschichte der kirgisisischstämmigen deutschen Fotografin Irina Unruh außerdem ein bibliophiles Gesamtkunstwerk. Von Volker Kitz lernt sie, wie wir mit alten Eltern umgehen. Die SZ schippert mit Jochen Arntz und Holger Schmale rund um den Wannsee. Die taz liest Comics über den Tod. Und Dlf Kultur lässt sich von Tommy Orange über die Traumata von Indigenen aufklären.

Bariton mit Sustain

19.08.2024 In der taz zieht der Soziologe Dirk Baecker den Hut vor dem monumentalen Werk Theodor M. Bardmanns, der eine Systemtheorie des Bildes geschaffen hat - und dass ganz ohne Foto! Die FR reist mit Gedichten von Michael Köhlmeier ins Land Uz. Und begibt sich mit Bloch, Jens und Mayer zu Tisch in der Tübinger Buchhandlung Gastl. Die SZ liest drei Bücher zur AfD. Die FAZ empfiehlt Hörbücher zu Romanen von Abdulrazak Gurnah und Doris Lessing.

Feuer unter einer Eisschicht

17.08.2024 Gleich drei mal besprochen wird heute Reinhard Kaiser-Mühleckers Roman "Brennende Felder" der von einer - fast möchte man sagen Soziopathin - erzählt. Toll, aber nichts für schwache Nerven, warnt die FR, die taz stimmt ein, der SZ ist es etwas zu viel Räuberpistole und Horror-Thriller. Dlf und taz lernen das Staunen mit David Wagners Roman über die Lebensgeschichte der armenischen Türkin und Kosmopolitin Verkin. Ulla Lenze entführt FAZ und Welt in die Welt des Okkultismus, der in den den Heilstätten Beelitz gepflegt wurde. Der Dlf lernt aus Witold Szablowskis so unterhaltsamem wie lehrreichen Buch "Köche des Kremls", wie Russland mit Essen Politik macht.

Sperrt die flippflappen op

16.08.2024 Die FAZ surft voller Begeisterung durch die Rotwelschdialekte in Klaus Siewerts "Wörterbuch deutscher Geheimsprachen". Und wirft dann mit Conrad Seidl einen tiefen Blick ins Bierglas. Die FR geht auf "Feuerjagd" mit Tana French. Der Dlf erlebt mit Alain Claude Sulzers "Fast wie ein Bruder" ein Coming out in den Siebzigern. Dlf Kultur träumt mit der 13-jährige Giada vom "Großen A", das sie bald in Form Eritreas kennenlernt. Empfohlen wird außerdem ein grafisch gut aufbereiteter Klima-Atlas.

Stachel im Hirnherz

15.08.2024 Die Zeit flaniert mit dem Literaturhistoriker Dieter Richter die Amalfiküste entlang und amüsiert sich prächtig, wenn Finn Job beim "Damenschach" die Kampfplätze der Gegenwart auslotet. Die FR nimmt derweil mit Nana Kwame Adjei-Brenyah und amerikanischen Häftlingen an Gladiatorenkämpfen teil. Die FAZ liest Reinhard Kaiser-Mühleckers neuen Roman über die österreichische Provinz. Die NZZ freut sich, das Alain Claude Sulzers Roman "Fast wie ein Bruder" nach einigen Querelen doch noch erscheinen konnte. Und der Dlf annonciert einen "überwunderschönen" Prosaband von Petr Borkovec, der sie geschmeidig durch Böhmen führt.