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16.06.2025 Die NZZ bejubelt Lidia Jorges neuen Roman "Erbarmen" über den turbulenten Altersheimalltag ihrer Mutter. Die FR schmökert im "kollegialen und freundlichen" Briefwechsel von Ingeborg Bachmann und Heinrich Böll. Menschen, die die Verfolgung durch das NS-Regime überlebten, wurden in der Nachkriegsgesellschaft als Bittsteller verunglimpft, lernt die SZ aus Stefanie Schüler-Springorums Buch "Unerwünscht". Die FAZ fährt mit Jasna Fritzi Bauer und Katharina Zorn Taxi für die Emanzipation.

14.06.2025 Mit Faszination liest die SZ in Juan S. Guses Reportage "Tausendmal so viel Geld wie jetzt", wie es ist, wenn man plötzlich sehr viel Geld hat und nicht die geringste Ahnung, was man damit anstellen soll. Die FAZ hätte da schon mal eine Idee: Man wählt bei Vincent Moissonnier einen "Tisch am Fenster". Die taz dagegen warnt: "Die Ordnung des Kapitals", wie Clara Mattei sie schildert, macht nur "Progressiven" Spaß. Die Ordnung des Sozialismus ist vielleicht sogar noch unangenehmer, lernt Dlf Kultur in Liao Yiwus "18 Gefangene".

13.06.2025 Die FAZ versenkt sich in einen Band über Ludwig van Beethoven und seine Wiener Mäzene. Die taz liest einen Roman, der als Autobiografie J.D. Salingers erzählt ist: Ganz gut, nur den Sex sollte man überspringen. Der Dlf empfiehlt Paul Maars leuchtenden Roman "Lorna", der von einer erkaltenden Liebe zu einer psychisch labilen Frau erzählt.

12.06.2025 Als russisches Nationalepos von Tolstoi'scher Größe würdigt die NZZ Viktor Remizovs Roman "Permafrost" über Stalins Eisenbahnprojekt in Sibirien. Von Hans Ulrich Gumbrecht lässt sie sich in die Kulturgeschichte der Stimme einführen. Die FR lernt von Giselle Clarkson bei Insekten genau hinzusehen. Zeit und SZ jagen mit Stephen King einen Serienmörder in Trumps Amerika. Und die FAZ empfiehlt mit Anne Enrights "Vogelkind" einen so eindringlichen wie lustigen Generationenroman.

11.06.2025 Die FAZ lässt sich von Karl-Wilhelm Weeber "charmant, unterhaltsam und selbstironisch-kokett" durch das Alte Rom führen, das gar nicht so politisch inkorrekt war, wie man denken könnte. Die Welt ist begeistert davon, wie Jochen Buchsteiner die Geschichte Ostpreußens aufleben lässt. Die NZZ lässt sich von Fabio Andina das Schicksal seines Großvaters Guiseppe erzählen, der von den Nazis nach Mauthausen verschleppt wurde. Und die SZ blättert gebannt durch Isabel Kreitz' Graphic Novel über einen Schriftsteller in der Grauzone zwischen Opportunismus und Widerstand.

10.06.2025 Die FR lässt sich von Melara Mvogdobo die so ganz unterschiedlichen Leben einer Schweizer und einer Kameruner Großmutter erzählen. Die FAZ lernt von Ulrich Speck, wie Russland und China die Vormachtstellung der USA untergraben. Dlf denkt mit Hans Ulrich Gumbrecht über die menschliche Stimme nach und summt dabei Janis Joplin. Dlf Kultur durchkämmt mit Atossa Araxia Abrahamian die "Niemandsländer" der Weltmeere und des Weltalls, in denen sich die Reichen und Mächtigen tummeln.

07.06.2025 Die Welt lässt Tilmann Lahmes Thomas-Mann-Biografie gleich zweimal besprechen, die FAZ vergleicht Thomas indes in Hans Wißkirchens Doppelbiografie mit dessen Bruder Heinrich. Die Welt fragt sich mit Leor Zmirgrod außerdem, ob sich der Hang zu Ideologien bereits in Gehirnen widerspiegelt. Die taz liest gespannt Philippe Sands Gerichtskrimi über Verbindngen zwischen Pinochet und dem NS-Verbrecher Walther Rauff. Die NZZ erlebt eine Amour fou mit Colettes "Chéri". Und der Dlf fischt mit Kate Atkinson tote Mädchen aus der Themse.

06.06.2025 Die SZ sucht mit Michael Maar in Neapel nach dem blutigen Geheimnis von Thomas Mann. Die taz erlebt Mann im Kampfmodus in dessen Radioansprachen an die deutschen Hörer. Die FAZ fragt mit Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier, wie wir Kinder in einer alternden Gesellschaft schützen können. Der Dlf sucht mit Yasmina Liassine nach einem Algerien, in dem weder französische Kolonisten noch muslimische Nationalisten festlegen, was es heißt, algerisch zu sein.

05.06.2025 Als Musterbeispiel einer Biografie würdigt Daniel Kehlmann in der Zeit Tilmann Lahmes Thomas-Mann-Biografie, die ganz auf Manns Homosexualität fokussiert. Die FAZ hat ihre Gefühle kaum noch unter Kontrolle, wenn Jean-Baptiste Andrea in seinem Roman "Was ich von ihr weiß" Skulpturen von Michelangelo beschreibt. Die SZ rät nicht zuletzt der Bundesregierung zur Lektüre von Milan Babics "Anatomie einer neuen Weltordnung". Und Dlf Kultur freut sich über das literarische Denkmal, das die kamerunisch-schweizerische Autorin Melara Mvogdobo Großmüttern setzt.

04.06.2025 Die Welt zieht den Hut vor Lars Henrik Gass, der in seinem Essay die "sinnliche und geistige Leere des Gegenwartskinos" glasklar analysiert. Die FAZ folgt in Elisa Hovens Roman "Dunkle Momente" einer Strafverteidigerin, die selbst nicht immer im Einklang mit dem Gesetz steht. Die SZ findet Wolfgang Kemps Roman über vages Podcast-Deutsch "Irgendwie so total spannend". Dlf bewundert die Radikalität mit der Rie Qudan in "Tokyo Sympathy Tower" über KI, Macht und Sprache nachdenkt.