Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Hier regiert der Gefühlsüberschwang

03.06.2025 Die FAZ erfährt von Nils Schliehe vom Schicksal afrikanischer Soldaten, die auf Seiten der portugiesischen Kolonialmacht gegen andere Afrikaner kämpfen mussten. Die FAZ beugt sich mit Wolfgang Kemp kritisch über die Sprachverirrungen der Gegenwart. Dlf lernt dank Gerhard J. Rekel die mutige und engagierte Sozialreformerin Lina Morgenstern kennen, die in Berlin gegen Armut, Patriarchat und Antisemitismus kämpfte. Und die FR verfolgt mit Jake Tapper und Alex Thompson den Fall des Joe Biden.

Das Sternbild "Lohnarbeiter"

02.06.2025 Die FAZ rast mit Jerome Leroys Krimi "Die letzte Französin" durch eine französische Hafenstadt, in der ein rassistischer Mord passiert. Die FR ist völlig überwältigt von der Wissensfülle mit der Raoul Schrott in seinem "Atlas der Sternenhimmel" die Interpretationen des Himmels vom alten Ägypten bis zu den Inuit präsentiert. Die SZ empfiehlt Bücher zum Nahostkonflikt von Muriel Asseburg und Jose Brunner, die beide Seiten beleuchten. Und Dlf Kultur lernt von Uwe Schütte, was passierte als David Bowie eine Nervenheilanstalt in Gugging bei Wien besuchte.

Betörend frühlingsfrisch

31.05.2025 SZ und FAZ stürzen sich auf Sebastian Haffners autobiografischen Roman "Abschied" und kosten in Paris die Früchte der Existenz als Bohémiens. Die FAS feiert mit Rebecca Godfrey und Leslie Jamison das wilde Leben Peggy Guggenheims. Welt und Dlf baden in Robert Macfarlanes Buch "Sind Flüsse Lebewesen?". Die taz schmökert derweil in Mangas über die Manga-Szene von Taiyo Matsumoto und Ville Ranta.

Einen Zug kann einen anderen verbergen

30.05.2025 Der Dlf Kultur begibt sich mit Yasmina Liassines Debütroman auf verschlungenen Pfade zum wahren Algerien. Die SZ lauscht mit dem Archäologen Graeme Lawson Knochenflöten und 5000 Jahre alten sumerischen Leiern. Die FR löst sich lässig mit Marlene Streeruwitz in New York auf.  Mit Constanze Debré zerlegt der Dlf die französische Bourgeoisie von innen. Die NZZ lernt dank Ursel Braun die Frauen hinter den Exilanten in L.A. kennen. Und die FAZ liest einen ganzen Stapel Bücher über Friedrich Merz.

Halluzinierender Gedankenrausch

28.05.2025 Die SZ möchte sich von Svealena Kutschkes Psychiatrie-Roman "Gespensterfische" am liebsten jeden Satz "ins Gehirn tätowieren". Die Zeit geht mit Julia Friese auf einen wilden Trip in die Welt der Nullerjahre samt MTV, Fanta und Kellog's Cornflakes. Die FAZ ist beeindruckt von Jente Posthumas Roman über eine Frau, die den Tod ihres Zwillingsbruders verarbeiten muss. Dlf Kultur findet bei Jaime Bayly heraus, warum Mario Vargas Llosa seinem Freund Gabriel Garcia Márquez 1976 in einem Kinosaal auf die Nase gehauen hat.

Seen wie große Traueraugen

27.05.2025 Die FAZ schwelgt in den "Variationen über ein Thema von Silfverstolpe" von Lars Gustafsson. Außerdem vertieft sie sich in Kurt Bauers  historisches Kaleidoskop vom Endes des Zweiten Weltkriegs in Österreich. Die SZ lungert mit dem Helden aus Olivier Schrauwens Graphic Novel begeistert auf dem Sofa herum, liest C.G. Jung und träumt sich in andere Welten. Mit Katja Riemann plappert sie sich in "Nebel und Feuer" zurück ins Leben.

Versehentlich zu Amoretten werden

26.05.2025 Die FAZ begleitet Nils Mohls Helden Kester auf einer letzten Reise durch eine verrückte Nacht. Die SZ erfährt von David A. Graham alles über das "Project 25", mit dem Trump und Co den amerikanischen Staat auseinandernehmen wollen. Dlf blickt mit J.G. Ballards Roman "Super-Cannes" in die dunklen Abgründe hinter den Luxusfassaden einer "Gated Community" in Südfrankreich. Und Dlf Kultur schafft mit Clara Mattei den Kapitalismus ab.

Blutig und garantiert großartig

24.05.2025 Die Literaturkritik ist heute recht feministisch gestimmt. Die FAS etwa schlägt Lauren Elkins Roman "Fassaden" auf und findet einen nachdenklich gestimmten, leicht lacanistischen Roman auf zwei Zeitebenen über Menschen, die aneinander vorbei lieben, dabei aber intelligent zu reden wissen. Die SZ feiert Angela Carters "Die blutige Kammer", teils recht drastische Märchen-Adaptionen, in denen das Menschliche und das Tierische munter miteinander verschmelzen. Die FAZ wiederum bewundert die Kühle, mit der die dänische Autorin Cecilie Lind in "Mädchentier" einen "Lolita"-Roman aus der Perspektive der Lolita erzählt.

Erkenntnis mit Löffeln

23.05.2025 Mit viel Vergnügen liest die SZ Taffy Brodesser-Akners satirisches jüdisches Generationenepos über den Untergang eines Familienunternehmens. Die NZZ schließt sich Obama an und empfiehlt Kaveh Akbars Erweckungsgeschichte eines drogenabhängigen US-Einwanderers aus dem Iran. Die FR verschluckt sich beim Lachen während der Lektüre von Georg Kreisler "Unbeabsichtigten Gedichten". Die FAZ vertieft sich in den Briefwechsel zwischen Klee und Kandinsky. Und Dlf Kultur lässt sich die Augen öffnen von Ingeborg Bachmanns neu editierter Dankesrede für den Büchnerpreis.

Wollüstig wie eine Lakritzschnecke

22.05.2025 Als perfekten Mix aus Horror, Porno und Märchen empfiehlt die taz Maren Kames' Neuübersetzung von Angela Carters Horror-Märchenadaptionen. Die Zeit folgt mit Jake Tapper und Alex Thompson bedrückt dem Niedergang Joe Bidens. Der Dlf Kultur begibt sich mit Michi Strausfeld auf deutsche Spuren in Lateinamerika. Mit Gedichten von Isabella Feimer versucht er vor der Gegenwart zu fliehen. Und die Welt sucht mit Rainer Metzner nach dem Ursprung von Sprichworten.

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