Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Fundgrube an Reflexionen

13.06.2025 Die FAZ versenkt sich in einen Band über Ludwig van Beethoven und seine Wiener Mäzene. Die taz liest einen Roman, der als Autobiografie J.D. Salingers erzählt ist: Ganz gut, nur den Sex sollte man überspringen. Der Dlf empfiehlt Paul Maars leuchtenden Roman "Lorna", der von einer erkaltenden Liebe zu einer psychisch labilen Frau erzählt.

geschichten buendeln/wie straeusse

12.06.2025 Als russisches Nationalepos von Tolstoi'scher Größe würdigt die NZZ Viktor Remizovs Roman "Permafrost" über Stalins Eisenbahnprojekt in Sibirien. Von Hans Ulrich Gumbrecht lässt sie sich in die Kulturgeschichte der Stimme einführen. Die FR lernt von Giselle Clarkson bei Insekten genau hinzusehen. Zeit und SZ jagen mit Stephen King einen Serienmörder in Trumps Amerika. Und die FAZ empfiehlt mit Anne Enrights "Vogelkind" einen so eindringlichen wie lustigen Generationenroman.

Die Süße der Feigen hängt vom Wind ab

11.06.2025 Die FAZ lässt sich von Karl-Wilhelm Weeber "charmant, unterhaltsam und selbstironisch-kokett" durch das Alte Rom führen, das gar nicht so politisch inkorrekt war, wie man denken könnte. Die Welt ist begeistert davon, wie Jochen Buchsteiner die Geschichte Ostpreußens aufleben lässt. Die NZZ lässt sich von Fabio Andina das Schicksal seines Großvaters Guiseppe erzählen, der von den Nazis nach Mauthausen verschleppt wurde. Und die SZ blättert gebannt durch Isabel Kreitz' Graphic Novel über einen Schriftsteller in der Grauzone zwischen Opportunismus und Widerstand.

Ich glühe innerlich vor Zorn

10.06.2025 Die FR lässt sich von Melara Mvogdobo die so ganz unterschiedlichen Leben einer Schweizer und einer Kameruner Großmutter erzählen. Die FAZ lernt von Ulrich Speck, wie Russland und China die Vormachtstellung der USA untergraben. Dlf denkt mit Hans Ulrich Gumbrecht über die menschliche Stimme nach und summt dabei Janis Joplin. Dlf Kultur durchkämmt mit Atossa Araxia Abrahamian die "Niemandsländer" der Weltmeere und des Weltalls, in denen sich die Reichen und Mächtigen tummeln.

Was für eine Erfrischung

07.06.2025 Die Welt lässt Tilmann Lahmes Thomas-Mann-Biografie gleich zweimal besprechen, die FAZ vergleicht Thomas indes in Hans Wißkirchens Doppelbiografie mit dessen Bruder Heinrich. Die Welt fragt sich mit Leor Zmirgrod außerdem, ob sich der Hang zu Ideologien bereits in Gehirnen widerspiegelt. Die taz liest gespannt Philippe Sands Gerichtskrimi über Verbindngen zwischen Pinochet und dem NS-Verbrecher Walther Rauff. Die NZZ erlebt eine Amour fou mit Colettes "Chéri". Und der Dlf fischt mit Kate Atkinson tote Mädchen aus der Themse.

Paris, bevor es zur Postkarte gerann

06.06.2025 Die SZ sucht mit Michael Maar in Neapel nach dem blutigen Geheimnis von Thomas Mann. Die taz erlebt Mann im Kampfmodus in dessen Radioansprachen an die deutschen Hörer. Die FAZ fragt mit Aladin El-Mafaalani, Sebastian Kurtenbach und Klaus Peter Strohmeier, wie wir Kinder in einer alternden Gesellschaft schützen können. Der Dlf sucht mit Yasmina Liassine nach einem Algerien, in dem weder französische Kolonisten noch muslimische Nationalisten festlegen, was es heißt, algerisch zu sein.

Überlebensgroß gottschön

05.06.2025 Als Musterbeispiel einer Biografie würdigt Daniel Kehlmann in der Zeit Tilmann Lahmes Thomas-Mann-Biografie, die ganz auf Manns Homosexualität fokussiert. Die FAZ hat ihre Gefühle kaum noch unter Kontrolle, wenn Jean-Baptiste Andrea in seinem Roman "Was ich von ihr weiß" Skulpturen von Michelangelo beschreibt. Die SZ rät nicht zuletzt der Bundesregierung zur Lektüre von Milan Babics "Anatomie einer neuen Weltordnung". Und Dlf Kultur freut sich über das literarische Denkmal, das die kamerunisch-schweizerische Autorin Melara Mvogdobo Großmüttern setzt.

Total bei dir

04.06.2025 Die Welt zieht den Hut vor Lars Henrik Gass, der in seinem Essay die "sinnliche und geistige Leere des Gegenwartskinos" glasklar analysiert. Die FAZ folgt in Elisa Hovens Roman "Dunkle Momente" einer Strafverteidigerin, die selbst nicht immer im Einklang mit dem Gesetz steht. Die SZ findet Wolfgang Kemps Roman über vages Podcast-Deutsch "Irgendwie so total spannend". Dlf bewundert die Radikalität mit der Rie Qudan in "Tokyo Sympathy Tower" über KI, Macht und Sprache nachdenkt.

Hier regiert der Gefühlsüberschwang

03.06.2025 Die FAZ erfährt von Nils Schliehe vom Schicksal afrikanischer Soldaten, die auf Seiten der portugiesischen Kolonialmacht gegen andere Afrikaner kämpfen mussten. Die FAZ beugt sich mit Wolfgang Kemp kritisch über die Sprachverirrungen der Gegenwart. Dlf lernt dank Gerhard J. Rekel die mutige und engagierte Sozialreformerin Lina Morgenstern kennen, die in Berlin gegen Armut, Patriarchat und Antisemitismus kämpfte. Und die FR verfolgt mit Jake Tapper und Alex Thompson den Fall des Joe Biden.

Das Sternbild "Lohnarbeiter"

02.06.2025 Die FAZ rast mit Jerome Leroys Krimi "Die letzte Französin" durch eine französische Hafenstadt, in der ein rassistischer Mord passiert. Die FR ist völlig überwältigt von der Wissensfülle mit der Raoul Schrott in seinem "Atlas der Sternenhimmel" die Interpretationen des Himmels vom alten Ägypten bis zu den Inuit präsentiert. Die SZ empfiehlt Bücher zum Nahostkonflikt von Muriel Asseburg und Jose Brunner, die beide Seiten beleuchten. Und Dlf Kultur lernt von Uwe Schütte, was passierte als David Bowie eine Nervenheilanstalt in Gugging bei Wien besuchte.