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16.10.2025 Die Zeit tappt bei Stephen Kings und Maurice Sendaks Bilderbuch "Hänsel und Gretel" in die tückisch-schöne Falle aus Lebkuchen. Die FAZ empfiehlt Sarah Bernsteins "Übung in Gehorsam", als überzeugenden und verstörenden Roman über Antisemitismus. Der SZ gefällt die Melancholie im Roman von Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland, in dem Marlene Dietrich Bundespräsidentin werden soll. Dlf vertieft sich mit Spannung in Can Dündars Reportage über den Mann, der ihn töten sollte. Dlf Kultur empfiehlt die differenzierte Konrad-Adenauer-Biografie des Historikers Norbert Frei.

15.10.2025 Die FAZ reist mit Karl Schlögel durch Osteuropa. Außerdem ist sie beeindruckt von Susanne Strätlings und Georg Wittes Sammelband, der die energetischen Utopien der frühen Sowjetzeit beleuchtet. Die FR sieht in John Boynes Roman "Wasser" ein leises, aber starkes Psychogramm über Schuld und Verdrängung. Dlf Kultur staunt, wie in den Erzählungen des ungarischen Schriftstellers Adam Bodor das Unheil auf leisen Sohlen daherkommt. Und Dlf applaudiert Marius Goldhorns dystopischem Roman "Die Prozesse", in der sich ein schwules Paar auf eine "Heldenreise" durch eine postapokalyptische Welt begibt.

14.10.2025 Die FAZ verarbeitet mit Yannic Han Biao Federers Roman "Für immer seh' ich dich wieder" einen schlimmen Verlust. Mit Anna Prizkaus "Frauen im Sanatorium" fragt sie nach dem Ursprung psychischer Probleme. Die Welt beugt sich mit Armin Wagner über die Literaturgeschichte der atomaren Bedrohung seit 1945. Und Dlf Kultur sucht mit der starken Heldin Irida aus Markus Heitz Fantasy-Reihe nach dem sagenumwobenen Goldschlüssel.

13.10.2025 Die NZZ lernt mit den Erzählungen der österreichisch-japanischen Autorin Milena Michiko Flasar, wie brüchig unser Verhältnis zu uns selbst ist. Die FR empfiehlt Kaleb Erdmanns Roman "Die Ausweichschule" über den Amoklauf an einem Erfurter Gymnasium 2002. Die SZ ruft mit Nicole Mayer-Ahuja zum modernen Klassenkampf auf. Im von Philipp Ruch und Thomas Weber herausgegebenen Band "Wenn das Gestern anklopft" lernt sie, dass Deutschland nicht die richtigen Konsequenzen aus dem Scheitern der Weimarer Republik gezogen hat. Dlf legt sich mit Katerina Poladjan an den literarischen "Goldstrand".

11.10.2025 Ist Alan Hollinghurst der tollste britische Autor der Gegenwart? Eindeutig ja, findet die SZ, die sich in seinen melancholischen Lebensroman "Unsere Abende" verliebt hat. SZ und Deutschlandfunk sind sich einig: Thomas Pynchons neuer Roman ist alles andere als eine "Schattennummer", nämlich ein Meisterwerk. Die FAZ ist froh, dass Hannah Arendt in Grit Straßenbergers "Die Denkerin" keine Heilige ist. Die taz empfiehlt Abdulrazak Gurnahs Roman "Diebstahl". Anm.: der Redaktion: Heute sind Buchmessenbeilagen der FAZ, der FAS, der SZ und der Welt erschienen - sie werten wir in den nächsten Tagen aus.

10.10.2025 Welt und FAZ empfehlen Philipp Theisohns gut recherchierte Biografie über Conrad Ferdinand Meyer: Freud hätte seine Freude daran, glaubt die Welt. Als "Meisterstück literarischer Alchemie" preist die FAZ außerdem Matteo Melchiorres Debütroman "Der letzte Cimamonte". Die NZZ lernt dank Giulia Enders ihre Mikroben kennen. Und die SZ wird von Tim Berners-Lees Idee einer neuen Revolution angesteckt, die in der Lage wäre, das Netz den Usern zurückzugeben.

09.10.2025 Pralle Bücherschau heute: Als Sensation wertet die
FR einen Prachtband, der erstmals
Rilkes zeichnerisches Werk präsentiert. Die
SZ wird
Arundhati Roys Mutter, ein "schlaues Scheusal", so schnell nicht vergessen. Die
NZZ liest
Ayelet Gundar-
Goshens schonungslosen Roman über den Konflikt zwischen einer israelischen Familie und einem arabischen Arbeiter. Und
Dlf Kultur amüsiert sich prächtig, wenn
Irene Dische Prinzessin Alice aus ihrem Leben berichten lässt. Außerdem haben wir die
Zeit-
Beilage mit Empfehlungen zu
Edouard Louis,
George Sand und
Dimitré Dinev schon
komplett ausgewertet.

08.10.2025 FAZ und NZZ lassen sich vom färöischen Dichter William Heinesen den Alltag eines vormodern lebenden Kollektivs von Außenseitern erzählen. FR und SZ wandeln in "Bruckstücke" auf den Spuren von Hans Joachim Schädlichs DDR-Vergangenheit. Die FR empfiehlt außerdem Arundhati Roys Roman "Meine Zuflucht und mein Sturm". Dlf reist mit der südkoreanischen Autorin Kim Bo-Young in Lichtgeschwindigkeit durch Zeit und Liebe.

07.10.2025 Die NZZ erfährt in Marina Chernivskys Buch "Bruchzeiten", wie sehr sich das Leben für Juden nach dem 7. Oktober weltweit verändert hat. Der Dlf liest bei der Journalistin Sarah Levy nach, wie sehr die israelische gespalten ist. Die FAZ begibt sich mit Agnes Arnold-Forster auf die Spuren des Nostalgie-Begriffs. Die NZZ erliegt den weichen Schwingungen von Peter Stamms neuen Erzählungen. Und der Dlf geht mit Hans-Peter Kunisch Rilkes Sympathie für den italienischen Faschismus nach.

06.10.2025 Jussi Adler-Olsens Krimifabrik funktioniert immer noch ganz prima, findet die FAZ und kann nur bestätigen: "Tote Seelen singen nicht". Auch sonst hat sie ein paar gute Krimis gelesen. Die SZ gruselt sich mit Frederik Schindlers Höcke-Biografie, zieht mit Reinhard Bingener und Markus Wehner in den "Stillen Krieg" und rauscht dann in Jakob Martin Strids "fantastischem Bus" davon.