Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Die wahnsinnige Idee des Königs

19.06.2024 Die FAZ spielt mit Walter Tevis in verrauchten Hallen Billard. Außerdem schmökert sie in Sebastian Guggolz' Kafka-Anthologie. Die NZZ liest schaudernd Tahir Hamut Izgils Gedichte vom düsteren Alltag der Uiguren in China. Dlf Kultur erfährt von Rahul Jandial, wie man Träume steuern kann. Dlf reist mit Gary Phillips Krimi "One-Shot Harry" in die jazzgetränkten Sechziger Jahre. Nach der Lektüre von Konstantin Ferstls "Die blaue Grenze" über eine Zugreise in den Osten ist er erschöpft, aber glücklich.

Fernab von Lärm und Glamour

18.06.2024 Die SZ feiert Anthony Passerons Roman "Die Schlafenden" über den Beginn der Aids-Epidemie als große Kunst. Die FAZ reist mit Andreas Renner durch die Nordostpassage. Bei Olga Ravn lernt sie vieles über die Ängste und Hoffnungen einer schwedischen Mutter. Dlf Kultur empfiehlt Stella Gaitanos Kurzgeschichtenband "Endlose Tage am Point Zero" über Gewalt- und Fluchterfahrungen im Sudan. Die taz staunt, wie Franz Suess in seinem Comicband "Drei oder vier Bagatellen" im Kleinen das Große sichtbar werden lässt.

Es kommt eine Pistole zu Wort

17.06.2024 Die FAZ möchte sich von Alberto Grandis Buch "Mythos Nationalgericht" nicht ihre Spaghetti Carbonara verderben lassen. Außerdem verfällt sie Axel Cortis' zärtlichem Raunen, wenn dieser die traurige Geschichte von Joseph Roths Eichmeister Eibenschütz vorliest. Die SZ lernt von Christoph Butterwegge, warum die Reichen immer reicher werden. Bei Andrea Löw liest sie erschüttert von den Schicksalen deportierter Juden und Jüdinnen. Die NZZ verfolgt fasziniert, wie George Saunders im Erzählungsband "Tag der Befreiung" kunstvoll das Grauen spinnt.

Im Suff erschlägt er einen Tiger

15.06.2024 Die FAZ freut sich, mit Albert Ehrensteins Roman "Räuber und Soldaten" zugleich eine chinesische Saga aus dem 13. Jahrhundert und einen expressionistischen Schriftsteller erster Güte zu entdecken. Die NZZ empfiehlt Alhierd Bacharevičs bis ins Jahr 2050 reichenden belarusischen Roman "Europas Hunde". Der Dlf lernt in Brandon Taylors Stories "Die letzten Amerikaner" kennen. Die amüsierte SZ lässt sich von Mona Karstens Soap "Save me" an ein Elite-College führen, wo Männer reich und arrogant und Frauen schön und anlehnungsbedürftig sind. Das reicht zwar nicht für einen intelligenten Satz, aber möglicherweise für die Weltherrschaft.

Wortgewaltig starren

14.06.2024 Die taz gruselt sich mit Charles Burns' Comic "Daidalos". Der Dlf verliert den Glauben an Literatur und Freundschaft nicht nach der Lektüre des Briefwechsels zwischen Rene Char und Peter Handke. Außerdem bewundert er die Harmonie von rosa Sonnenaufgängen und der Haut gerupfter Hähnchen in Janko Polic Kamovs Opus magnum "Austrocknen". Die FAZ begibt sich mit dem Historiker Erik Schumacher auf die Spuren von Sobibor. Die SZ empfiehlt Kindersachbücher über KI und Fußball.

Ideenreiche Kleintraurigkeiten

13.06.2024 Die FR ist mit Ingo Schulze "Zu Gast im Westen". Die Zeit amüsiert sich mit Jakob Noltes Hannoverkrimi "Die Frau mit den vier Armen". Die FAZ lässt sich zum Reflektieren anregen durch die Graphic Novel "Die sieben Leben des Stefan Heym". Der Dlf empfiehlt ein tolles Kinderbuch: Selma Noorts "Das kleine Haus am Fluss".

Angeturnte Handwerker

12.06.2024 Die taz steigt mit einem unerschrockenen Siddharth Karas hinab in die Kobalt-Minen des Kongos. Dlf Kultur sieht in diesem Report ein helles Licht in den dunklen Korridoren des modernen Lebens. Die FAZ wärmt sich an Hiromi Itos Roman "Hundeherz". Die SZ wird vom eigentümlichen Sog von Karl Ove Knausgard "Das Dritte Königreich" erfasst. Dlf Kultur freut sich außerdem über ein Wiedersehen mit den schrulligen Figuren Richard Russos.

Glanz und Elend dieses Rockstarlebens

11.06.2024 Die SZ bekommt von Wolfgang Kraushaar das perfekte Rüstzeug für eine Diskussion über den Nahostkonflikt. Die FAZ schöpft Hoffnung mit Moussa Abadis Roman "Die Königin und der Kalligraph" über Damaskus im frühen 20. Jahrhundert. Dlf erlernt von Lorenz Jäger "Die Kunst des Lebens, die Kunst des Sterbens". Dlf Kultur wird in Albert Cohens Roman "Oh, ihr Menschenbrüder" Zeuge davon, wie ein antisemitischer Zwischenfall eine Jugend beendet. Mit Amy Liptrot beginnt er ein neues Leben in Berlin.

Racial Profiling, Nirvana und Nazipanzer

10.06.2024 Der Dlf hebt mit Hilary Leichters Roman "Luftschlösser" die Gesetze von Zeit und Raum auf. Die FR freut sich über die geschliffenen Sätze in Valerie Fritschs Roman "Zitronen". Die NZZ erkennt in dieser Erzählung über das Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom eine faszinierende Idee, aber mangelnde Umsetzung. Dlf Kultur lässt sich von Ursula Muscheler in Bertolt Brechts Lebenswelt herumführen und findet heraus, dass dieser durchaus eine Schwäche für Luxus hatte.

Die Schönheit schmuckloser Parks

08.06.2024 Die FAS schöpft mit Steffen Mau Hoffnung auf ein Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland. Die FAZ unternimmt mit Philip Manow eine Bestandsaufnahme der liberalen Demokratie. Von Andreas Bernard lässt sie sich beim Flippern trösten. Die SZ liest eindringliche Gedichte von Marianna Kijanowska über Babyn Jar. Dlf und taz überlegen mit Levin Westermann, wie das Zusammenleben von Mensch und Natur gelingen kann. Die taz lernt außerdem von Lea De Gregorico: „Unter Verrückten sagt man du“.  

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