Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Augenspiel der Liebe

14.03.2026 Die FR empfiehlt wärmstens Andrea Brills Biografie der Emilie du Chatelet, die so viel mehr war als die Geliebte Voltaires: nämlich eine geniale Mathematikerin, Physikerin und Philosophin. Beeindruckt ist sie auch von Iryna Fingerovas autobiografischem Roman "Zugwind", der vom Leben und den Ängsten einer jüdischen Ukrainerin in Deutschland erzählt. Die SZ folgt amüsiert Jens Sparschuhs "Waldmeister", den es als Koch in ein Restaurant in Brandenburg zieht. Die taz liest interessiert Christoph Links' Geschichte der verschwundenen Verlage in der DDR. Die Welt feiert mit Thomas Hettche die Liebe als Himmelsmacht. Die Notizen zur FAS-Beilage finden Sie hier. Die FAZ- und SZ-Beilagen werten wir in den nächsten Tagen aus.

Betörenlassen braucht Zeit

13.03.2026 Die FAZ folgt dem Kunsthistoriker Joseph Imorde interessiert dabei, wie er in sechs Fallstudien Benjamins Vision einer Demokratisierung der Kunst zerlegt. Von Christoph Links erfährt sie, weshalb so viele DDR-Verlage verschwanden. SZ und FR lesen berührt, wie einfach und weise sich Siri Hustvedts an Paul Auster erinnert. Die NZZ staunt, mit wieviel Witz die Ukrainerin Iryna Fingerova vom Alltag im deutschen Exil schreibt. Dlf Kultur lernt von Tupoka Ogette, wie man Rassismus trotzt. Und der Dlf begibt sich mit Maylis de Kerangal gern ins erzählerische Dickicht.

Am Ende wird ein Mensch sichtbar

12.03.2026 Die FAZ schmökert in Pierre Michons "Wintermythologien", die Religiöses mit Irdischem verbinden: erstklassige Literatur, lobt sie. Außerdem vertieft sie sich in Joscijka Abels historischen Roman über den Architekten Bernardo Rossellino und die Welt der Frührenaissance. Die NZZ ist begeistert von den Memoiren Liza Minellis, die von ihrer komplizierten Beziehung zur Mutter Judy Garland erzählen. Dlf gibt sich dem "großen Assoziations- und Sprachstrom" hin, den Laura Freudenthaler in ihrem Roman "Iris" erschafft. Die Notizen zur Zeit-Beilage finden Sie hier.

Flagrante Spuren wie Lockrufe

11.03.2026 Die FR geht mit Uwe Kolbe auf eine poetische Reise entlang der Elbe. Die FAZ durchlebt mit Hu Anyan die Odysee der Niedriglohn-Arbeit in China. Wolfgang Brenners Kulturgeschichte des Kochens schmeckt ihr leider nicht so gut. Die NZZ setzt sich mit Ronen Steinke für Meinungsfreiheit ein. Dlf Kultur erfährt von Tupoka Ogette, wie es war, als Schwarzes Kind in der DDR aufzuwachsen. 

Faselhans - Tanz - Eleganz

10.03.2026 Die FAZ freut sich über "Wortschöpfungseifer" und "Enjambementhunger" im neuen Gedichtband von Norbert Hummelt. Außerdem sieht sie in Sigrid Undsets Roman über das Waisenkind Olav Audunssohn und die schöne Ingunn Seinfinnstochter ein großes Werk norwegischer Erzählkunst. Die SZ flaniert mit Martin Mulsow und Dirk Sangmeister durch das intellektuelle Gotha um 1800. Die taz bekommt von Klaus Abelmann, Detlef Max und Hollow Skai jede Menge Punk-Anekdoten mit Hannover-Bezug serviert. Dlf lernt von Franziska Pfister, wie rassistisch die DDR war. 

Wunderwerk der Verwirrung

09.03.2026 Die NZZ ist entzückt von Elias Hirschls neuem Roman "Schleifen", der vor verrückten Ideen nur so sprüht. Die SZ vertieft sich in Klaus Kellmanns Buch über die deutsch-französischen Beziehungen, in dem Frankreich gar nicht mal so gut wegkommt. Die FR schwärmt von Robert Menasses Roman "Die Lebensentscheidung". Dlf ist begeistert, wie feinsinnig Helene Bukowski von einer jungen Pianistin erzählt, die am System DDR zerbricht. Dlf Kultur empfiehlt Fatima Daas' "Spiel das Spiel" über eine Jugend in der Pariser Banlieue. 

Tagesreste

07.03.2026 Die FAZ erkennt in Peter Nadas’ flirrenden Fotografien das „Gleißen der Göttlichkeit“. Zum neuen Standardwerk erklärt sie außerdem das Buch über „Bibliophilie“ des Mainzer Buchwissenschaftlers Ernst Fischer. Die NZZ bewundert, wie Johanna Bator einmal mehr die Traumata ihrer schlesischen Heimat in abgründigen Texten verarbeitet. Dlf Kultur kehrt mit der Journalistin Lyse Doucet ins Hotel Kabul ein und lernt Afghanistan als „Mosaik der Residenz“ kennen. Die Notizen zur Beilage der Literarischen Welt finden Sie hier.

Attraktiv in der Schwebe

06.03.2026 Die FAZ macht sich in Band 4 der Kritischen Gesamtausgabe mit Walter Benjamin Gedanken über Goethes Wahlverwandtschaften. FR und FAZ kurven mit  Esther Schüttpelz' rätselhafter Heldin durch die Nacht. Erschüttert liest die FR, was Adrian H. Koerfer über seine Jugend an der Odenwaldschule erzählt. Und Dlf Kultur folgt in Peggy Mädlers Roman "Selbstregulierung des Herzens" Figuren, die versuchen in der Mangelwirtschaft zurechtzukommen.

Die KI versteht uns nicht

05.03.2026 Die FAZ lernt in Mahmoud Jarabas "Die Clans aus al-Rashidiya" eine Menge über Clankriminalität und ihre neueste Generation. Ebenfalls empfehlen kann sie Christina Struncks Familienmemoir "Die Aufsteiger" über eine Unternehmerfamilie in der Nazizeit. Die Zeit liest Jörg Baberowskis AfD-Entwarnung "Am Volk vorbei" mit Zustimmung und Kritik. Die taz feiert nun auch Anja Kampmanns Sankt-Pauli-Roman "Die Wut ist ein heller Stern".

Ich rieb die Wolken aus den Augen

04.03.2026 Die NZZ blickt fasziniert in die Memoiren Banines, der Geliebten von Ernst Jünger, die ihn auch anhimmelte, wenn er sie Briefe zu anderen Geliebten bringen ließ. Wie geschliffen Liz Moore vom dicken Literaturprofessor Arthur erzählt, gefällt der FR. Die FAZ mag, dass Thomas Lang in seinem Melville-Roman mehr auf Eigensinn statt auf Gefälligkeit setzt. Dlf Kultur entdeckt mit Miroslav Hlauco einen großen tschechischen Erzähler. Und der Dlf stimmt sich mit Dita Zipfel auf den Sommerurlaub ein.

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