Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Nichts für Vegetarier

06.11.2026 Die FAZ liebt die hofmannsthalsche Ironie in Daniel Kehlmanns Roman "Afrika" über die Berliner Kongokonferenz. Der FR ist der Roman zu glatt, aber das lakonische Österreichische versöhnt sie wieder. Der Dlf Kultur lernt aus Jonas Grethleins Essay über Technik und Freiheit, was es mit der prometheischen Paradoxie auf sich hat. Außerdem streift er mit Rilke über Obstwiesen und studiert Irina Rastorguevas "Reiseführer durch die Propaganda".

Hauptsache der Autor hat gelitten

05.11.2026 Die Zeit amüsiert sich prächtig, wenn Daniel Kehlmann einer Truppe operettenhafter Witzfiguren beim Aufteilen von Afrika über die Schultern schaut. Der Dlf Kultur erlebt dank Niklas Maak hautnah Schönheit, Sinnlichkeit und Grausamkeit im Rom der Renaissance. Außerdem geht der Dlf Kultur mit Leigh Ann Henion nachts zum Motten-Festival. Der Dlf nimmt mit Marc Pitzke desillusioniert Abschied von Amerika. Die FAZ reitet mit Bernd Roeck und Wallenstein durch ein barockes Wimmelbild. Und die FR lernt von Iva Procházková allerhand über Klarinetten.

Die Unmöglichkeit, nicht zu lieben

04.11.2026 Die FAZ irrt mit Karosh Tahas Heldin "Gulistan" durch den Irak der Saddam-Hussein-Ära. Die NZZ wird bei Niklas Maak Zeuge, wie deutsche Landsknechte im Jahr 1527 Rom plünderten. Mit Spannung taucht sie außerdem ein in die Autobiografie des "Twin-Peak"-Stars Kyle MacLachlan. Die taz plädiert mit Robert Feustel für die Legalisierung von Drogen. Die Welt freut sich über einen ganz unheldenhaften Lucky Luke im Jubiläums-Comic von Achdé und Jul.

Jene vom Stamm der Pawnees

03.11.2026 Die taz entdeckt mit Begeisterung die tschechische Avantgardistin Milada Souckova. Die FAZ erfährt von Josef Braml, wie der Narzissmus die Weltherrschaft beansprucht. Von Donatella Di Cesare lernt sie, dass Anarchie und Demokratie zusammengehören. Die FR beobachtet bei Douglas Stuart ein Coming-Out unter calvinistischen Fundamentalisten. Die SZ huldigt im neuen Lucky Luke von Achdé und Jul dem Lukismus. Und Dlf geht mit Lisa Bogens kurzsichtigem Gespenst auf Brillensuche.

Wunsch nach Weichheit

02.11.2026 Die FAZ deckt mit Nauja Lynges Krimi "Die Akte Grönland" einen Skandal der dänischen Kolonialgeschichte auf. Mit Alexander Baron verschlägt es sie ins Londoner East End der Nachkriegszeit. Die NZZ verteidigt mit Timothy Garton Ash Europa. Die SZ muss bei der Lektüre von Eva Sichelschmidts Roman "Schön, dass du da warst" abwechselnd lachen und weinen. Die taz vertieft sich in Asiye Müjgan Güvenlis hochpolitische Lyrik. Dlf Kultur studiert Michael Sfards Analyse des Rechtsrucks in der israelischen Gesellschaft.  

Von einsamen Wölfen und starken Bären

31.10.2026 Die FAZ denkt mit Lucie Faulerovas bitterbösem Roman "Ich habe den Tod gerettet" über Schuld und Sühne nach. Die FAS wohnt mit Daniel Kehlmann der Kongokonferenz 1884/85 in Berlin bei. Die NZZ empfiehlt Tatiana Tibuleacs "Schlag zu, sagt das Glück" über eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung zwischen Chisinau und Paris. Die taz sieht dank der Graphic Novel von Catherine Meurisse den Maler Eugène Delacroix durch die Augen seines engen Freundes Alexandre Dumas. Die Welt läutet mit Helga Schubert auf sanfte Weise den Trauermonat November ein. 

Irrsinn, aber mit Formwillen

30.10.2026 Die SZ empfiehlt Ilija Matsukos autobiografischen Roman über die Migration aus Ex-Jugoslawien. Die taz freut sich dank Charlotte Kerner über die Wiederbegegnung mit der Designerin, Architektin und Fotografin Eileen Gray. Spannend und lehrreich findet die FAZ Philipp Ruchs Buch über den Aufstieg der NSDAP. Geradezu "Shakespear'sche Ausmaße" attestiert der Dlf Rene Karabashs Roman über albanische Schwurjungfrauen. Und Dlf Kultur trägt mit Janica Irina Madjar "Den Berg auf der Zunge".

Inseln entspannter Güte

29.10.2026 Die Zeit freut sich, in "Die neue Mittagsgöttin" noch einmal die weise Stimme von Günter de Bruyn vernehmen zu können. Die FAZ lässt sich auf die "peinigende Gemeinheit" ein, mit der Susan Choi vom Schicksal einer koreanischen Familie in Japan erzählt. Als grandiose Entdeckung würdigt die SZ Sebastian Haffners frühen Roman "Die Tochter", den sie auch als "Psychogramm des autoritären Charakters" liest. Und der Dlf durchbricht mit Per Petterson die Mystik der Liebe.

Weltrettungsfuror

28.10.2026 Die FAZ vertieft sich begeistert in die Schriften des jungen Walter Benjamin. Die FR findet in Rebecca Solnits Buch "Höllenparadies" ihren Glauben an die Menschheit wieder. Die NZZ ist hingerissen davon, wie Mircea Cartarescu in seinen frühen Gedichten die "Melancholie des sterbenden Jahrhunderts" auszudrücken wusste. Die SZ studiert interessiert die Essays von Italo Calvino, die die Innovationen der KI-Sprachmodelle vorwegnehmen. Die Welt sucht mit Eva Illouz nach den Ursprüngen des neuen Antisemitismus. 

Ein lautes Nichts

27.10.2026 Die FAZ taucht mit einer neuen Briefedition ein in die Stürmer und Dränger-Jahre des Schriftstellers Rolf-Dieter Brinkmann. In den Gedichten von Michael Krüger bekommt sie den Krieg zu spüren, aber schöpft auch Hoffnung. Die NZZ empfiehlt Marlen Haushofers neu aufgelegte Novelle "Wir töten Stella". In Juli Zehs neuem Roman "Pony Show" sieht sie einen gelungenen Justiz-Thriller mit Gen-Z-Vibes. Die SZ spürt mit Sarah Wipauer Wiener Gespenstern nach und trauert mit Nao-Cola Yamazaki auf Japanisch. 
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