Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Voller Wimmelei

06.10.2025 Jussi Adler-Olsens Krimifabrik funktioniert immer noch ganz prima, findet die FAZ und kann nur bestätigen: "Tote Seelen singen nicht". Auch sonst hat sie ein paar gute Krimis gelesen. Die SZ gruselt sich mit Frederik Schindlers Höcke-Biografie, zieht mit Reinhard Bingener und Markus Wehner in den "Stillen Krieg" und rauscht dann in Jakob Martin Strids "fantastischem Bus" davon.

Zynisch, vulgär und gierig

04.10.2025 Die SZ lernt von Nora Gomringer, wie „Humor aus Notwehr“ dabei hilft, mit einem „raumfüllend absenten“ Vater umzugehen. Die taz lässt sich von Arlie Russell Hochschild erklären, weshalb Kentuckys Arbeiter Trump wählen. Mit Ben Shattuck lauscht sie berührt der „Geschichte des Klangs“. Höchst vergnügt streift die FAZ mit Zyta Rudzkas eigenbrötlerischer Herrenfriseurin Wera durch die Stadt und lernt: „Lachen kann, wer Zähne hat“. Und die FR jagt mit Fiona Sironic im Wald Sachen in die Luft.

Dieses rauchartige Ding namens Literatur

02.10.2025 Die Zeit lässt sich von Arundhati Roy erzählen, wie das Leben der Mutter das eigene prägte. Die SZ bewundert die Ehrlichkeit, mit der Naomi Watts über ihre Wechseljahre schreibt. Die taz blickt mit Fred Duval und Ingo Römling gebannt ins Jahr 2099. Gefesselt folgt die FAZ den Erinnerungen des britischen Regisseurs Brian Large. Der Dlf stimmt mit Erzählungen von Bora Chung einen Abgesang auf unsere Spezies an. Und Dlf Kultur sucht mit Cesar Aira nach einem mysteriösen Hasen.

Eine Art sowjetischer Nature Writer

01.10.2025 Die FAZ bricht mit Martina Clavadetschers Krimi "Die Schrecken der anderen" in einem Schweizer Dorf im ewigen Eis des Nationalsozialismus ein. Außerdem staunt sie, wie Michail Prischwins Tagebücher aus den 1930er-Jahren ein eindringliches Bild des Lebens unter Stalin zeichnen. Die FR freut sich über Katie Kitamuras Schauspiel-Roman "Die Probe", der wie ein Vexierspiel immer neue Facetten aufblitzen lässt. Und Dlf Kultur schmökert begeistert im Briefwechsel zwischen Gottfried Benn und seiner Tochter Nele. 

Begegnung mit einem echten Geist

30.09.2025 Die FAZ reist mit Büchern von Hans Ulrich Gumbrecht, Heike Knortz und Rodrigo Valadão in die Weimarer Republik. Außerdem staunt sie über das ästhetische Potential der Berliner Hässlichkeit in Rolf Schultens Fotografien der Stadtautobahn A 100. Dlf ist begeistert von Aliyeh Ataeis Roman "Im Land der Vergessenen" über eine Kindheit im iranisch-afghanischen Grenzgebiet. Außerdem schwebt er freudig durch Michael Köhlmeiers biographischen Roman über den österreichischen Regisseur Robert Dornhelm. Dlf Kultur lässt sich von Yael Neeman die Geschichte der Kibbuzim erzählen. 

Kleinere Orientierungslosigkeiten

29.09.2025 Die NZZ lässt sich von Ali Sadrzadeh erzählen, wie Ali Khamenei zum religiösen und politischen Oberhaupt des Iran wurde. Die SZ stöbert in der von Sven Lange und Heiner Möllers herausgegebenen "Geschichte der Bundeswehr in 100 Objekten". Dlf will mit Josephine Quinn den Westen dekonstruieren. Und Dlf Kultur streift mit Ersi Sotiropoulos und dem griechischen Dichter Konstantinos Kavafis durch das Fin de siècle in Paris. 

Der Rindel-Groschen tönt mit seinen Gondi

27.09.2025 In der FAZ bewundert Jan Philipp Reemtsma Güner Balcis scharfen Blick auf ihr "Heimatland" in Neukölln. Die FAS empfiehlt begeistert Ozan Zakariya Keskinkilics Debütroman "Hundesohn" über einen jungen schwulen Muslim. Die taz feiert Kamel Daouds Roman "Huris" als sprachlich kunstvolle Erinnerung an algerische Verdrängungspolitik. Die Welt folgt Samanta Schweblin in existenzielle Abgründe. Der Dlf erfährt aus Usama al Shahmanis Roman "In der Tiefe des Tigris schläft ein Lied" von der fast vergessenen jüdischen Gemeinde Bagdads.

Weltpolitik und Socken

26.09.2025 Dlf Kultur staunt über Nora Haddadas "Blaue Romanze", der geschickt eine Liebesgeschichte mit einer Analyse des Diskurses über Israel und Palästina verbindet und dabei genau den Ton akademischer, linker Millenials trifft. Der SZ bleibt das Lachen im Schlund stecken bei der Lektüre von Dirk Stermanns "Die Republik der Irren": Zu sehr erinnert sie Gabriele D'Annunzios futuristischer Zwergstaat in Fiume an die USA unter Trump. Die NZZ feiert die Essays von Franz Schuh. Die taz schwelgt mit Benjamin Myers' Roman "Strandgut" im Northern Soul. Der Dfl bewundert Elli Unruhs Debüt "Fische im Trüben", ein Generationenroman unter Russlanddeutschen.

Von ganz oben bis ins Bettlertum

25.09.2025 Die FAZ macht sich um die Zukunft der Literatur keine Sorgen mehr: Sie hat Jonas Hassen Khemiris "Die Schwestern" gelesen. Nach allen anderen zeigt sich nun auch die Zeit beeindruckt von Thomas Melles "Haus zur Sonne". Dlfkultur widmet sich SenLinYus "Alchemised", einem Roman, der sowohl Fanfiction, als auch Gothic,als auch Young Adult ist und mit Farbschnitt kommt.

Beweis für die Schönheit

24.09.2025 Die FAZ erfährt von Karolin Bove, welche Rolle der Reclam-Verlag wirklich während der Nazi-Zeit spielte. SZ und FR blicken mit Ian McEwan aus dem Jahr 2119 auf unsere Epoche zurück. Die Welt empfiehlt Tyler Wetheralls sensiblen Coming-of-Age Roman "Amphibium". In Annette Pehnts Kurzgeschichten mit dem Titel "Einen Vulkan besteigen" schlummert unter der einfachen Sprache ein explosiver Inhalt, erkennt Dlf Kultur. Und Dlf ist berührt von Delphine Minouis Roman "Badjens" über den Widerstand einer jungen Frau im Iran