Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Hirngespinste der Zuneigung

10.02.2026 Die NZZ applaudiert Robert Menasse und seiner neuen Novelle "Die Lebensentscheidung". Die FAZ beobachtet in Sebastian Schmidts Roman "Powerschaum" einen Streit zwischen Mensch und Android, der in der Katastrophe endet. Die FR ist begeistert davon, wie Dominik Graf in seinem Schauspiel-Buch zeigt, dass mutiges Scheitern oft besser ist als brave Korrektheit. Dlf vertieft sich in Interviews mit Ingeborg Bachmann

Das klassische Buchstabensperrfeuer

09.02.2026 Die SZ sieht in den anonymen Augenzeugenberichten einer Demonstrantin von den Straßen Teherans ein Denkmal für alle, die Widerstand leisten. Vom Holocaust-Forscher Stephan Lehnstaedt lässt sie sich die Geschichte der Wiedergutmachung anhand von Einzelschicksalen erzählen. Die FAZ erfährt von Katharina Zweig, dass KI gar nicht intelligent ist. Die NZZ vertieft sich in Barbara Honigmanns Porträt der Gulag-Überlebenden Mischka, die im Moskau der Siebziger Jahre Intellektuelle wie Heinrich Böll und Lew Kopelew in ihrer Küche empfing. 

Defizit der Himmelsleuchte

07.02.2026 Die FAZ denkt über die Forderung der türkischen Journalistin Ece Temelkuran nach, neue Heimaten zu schaffen. Außerdem schwelgt sie in Jörg Stürzebechers Designreportagen. Die taz erinnert sich mit Barbara Honigmann an das „Kulturjudentum“ in Moskau und Ostberlin. Von Geralf Pochop erfährt sie, wie sehr Punk-Frauen in der DDR drangsaliert wurden. Die Welt lässt sich von Jana Hensel erklären, warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. In höchsten Tönen lobt sie auch den neuen Roman von Abbas Khider

Jedes Wort ein Symptom

06.02.2026 Die FAZ lässt sich von dem moldawischen Schriftsteller Iulian Ciocan erzählen, wie sich die Bedrohung durch die Russen in der Republik Moldau anfühlt. Mit Antje Ravic Strubel denkt sie Über Skifahren, Literatur und Tod nach. Die FR kann die genialen Ideen, die Elias Hirschl in seinem neuen Roman zündet, kaum zählen. "Nie eine langweilige Zeile" entdeckt der Dlf in Sakis Erzählungen über die britische Upperclass. Und Dlf Kultur wird literarisch fit dank Katherine May, Dorothy Parker oder Ilja Trojanow.

Traum vom Leben ohne Gluten

05.02.2026 NZZ und Dlf folgen Dorota Maslowska, der "Königin des Drecks" in der polnischen Literatur, so der Dlf, atemlos in die schmuddeligsten Ecken von Warschau. Die Welt zieht es vor, Hans Jürgen von der Wense ins Paralleluniversum Paderborn zu begleiten. Die Zeit liest berührt, wie Liz Moore einen sehr dicken Literaturprofessor aus Einsamkeit immer dicker werden lässt. Die FAZ ist gar nicht so abgeneigt, wenn Katja Diehl und Mario Sixtus über die autofreie Stadt nachdenken.

Die vermeintlich Verrückten

04.02.2026 Die FAZ gerät mit Kjell Westö in "Dämmerung" zwischen die Fronten des Lapplandkrieges. Die FR folgt Frauke Buchholz' Ex-Profiler Ted Garner von der Paartherapie ins eisige Kanada, wo ihm nur die Expertise der Indigenen helfen kann. Die SZ ist hingerissen von Julya Rabinowichs Liebesgeschichte zwischen einem jungen Muslim und einem Juden. Dlf verliert sich fröhlich in der Komplexität von Thomas Langs Buch über Hermann Melville. Und Dlf Kultur sitzt mit Marcel Nobis an den Tresen von Westberliner Kneipen von Hardenberg bis Ex & Pop.   

Von literarischen Halluzinationen durchtränkt

03.02.2026 Die FAZ testet mit Wolfgang Müller-Funk "Grenzen" aus. Die NZZ begegnet mit Michal Ajvaz in "Die andere Stadt" kämpfenden Meeresmonstern und phosphorizierenden Elchen. Dlf findet mit Thomas Wagner "Wege aus der Gewalt". Dlf Kultur bewundert, wie Enne Koens in ihrem Kinderbuch "Zuhause ist woanders" die universelle Erfahrungen von Flucht und Exil verarbeitet. 

Das Tänzelnde und Improvisatorische

02.02.2026 Die FAZ liest Krimis: Mit Robert Brack streift sie durch die Spelunken und Wärmehallen im St. Pauli der Nachkriegszeit. Außerdem staunt sie, wie Jo Nesbo in "Minnesota" die aktuellen Ereignisse in den USA vorhersieht. "Wer verteidigt Europa?", fragt die SZ mit Jana Puglierin. Dlf staunt, wie Rachel Cockerell in "Melting Pot" in Zitaten ein wenig bekanntes Kapitel jüdischer Geschichte aufleben lässt. Dlf Kultur feiert die Wiederentdeckung von Molly Keanes Roman "Das gute Benehmen". 

Körperteile und glitzerige Stoffe

31.01.2026 Sorj Chalandon erinnert mit seinem Roman "Herz in der Faust" an eine wirkliche grausame Geschichte - die Revolte in einem bretonischen Kinderheim, ein erschütterndes Buch, so die FAZ. Die taz liest neue Graphic Novels, darunter eine New-York-Trilogie nach Paul Auster. Außerdem lässt sie sich in einem Band von Jack Smith in das New York des Camp zurückversetzen. Der Deutschlandfunk sucht mit Daniel Gerlach nach Frieden im Nahen Osten.

Mindestens fünfdimensional

30.01.2026 SZ und Dlf  haben nichts dagegen, wenn Elias Hirschl die Sprache abschafft - solange es nicht seine eigene ist. Verstört lauschen FAZ und Dlf Kultur, wenn Florian Klenk die Wiener Serienmörderin Elfriede Blauensteiner in einem Langgedicht von ihren Motiven erzählen lässt. Die FR betrinkt sich lieber mit Stefanie Sargnagel auf dem Wiener Opernball. Und der Dlf Kultur überlegt mit Res Sigusch, wie man als queerer Fitnesstrainer mit Rechten in Sachsen umgeht.

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