8022 Bücherschauen - Seite 4 von 803

20.04.2026 Die NZZ versenkt sich in Andrej Platonows opake Paradoxien über die Zeit der stalinistischen Säuberungen. Die FAZ horcht mit Pascale Hugues "So voller Leben", gelesen von Agnes Mann, in die Seele einer Mutter mit bipolarer Störung. Die SZ empfiehlt allen Demokraten im Schockzustand Matthias Brandts neues Buch "Nein sagen". Mit Oisín McKennas Roman "Hitzetage" über das Leben von Millenials in London bewältigt sie eine Identitätskrise. Die taz zieht mit Paul Christoph Gäbler und der Kreuzberger Gang "36 Boys" durch das Berlin der Achtziger.

18.04.2026 Der Dlf lässt sich von Christian Haller zart in die „Kammer des alten Alters“ überführen. Die FAZ lernt von Frank Schäfer, dass Motörhead-Frontmann Lemmy Kilmister nicht weniger Antikriegslyriker war als Bob Dylan. Die Welt lernt von Marie Kondo die kulturelle Grammatik der Schönheit. Die FR freut sich, dass Dieter Bongartz’ Familienroman „Vaterland“ eine zweite Chance bekommt. Kaum erträglich, aber umso wichtiger findet die taz die Augenzeugenberichte, die die syrische Journalistin Samar Yazbek von Überlebenden aus Gaza zusammengetragen hat. Empfehlenswert findet sie auch Thomas Söltings Essay über die Franco-Diktatur und ihr Nachleben.

17.04.2026 Als kleine Sensation würdigt die FAZ, wie Julia Wolf in ihren Erzählungen elf Frauen zwischen Beherrschung und Entgleisung porträtiert. Gern verirrt sie sich auch im erzählerischen Labyrinth des spanischen Autors Enrique Vila-Mata. Der Dlf amüsiert sich prächtig mit den vielen Anekdoten, die Craig Brown aus dem Leben der Queen zu berichten weiß. Dieser Popliterat ist gut gereift, befindet der Dlf außerdem nach der Lektüre von Joachim Blessings "Wachs und Gold". Dlf Kultur gibt mit Gary Victor die Hoffnung auf bessere Zeiten in Haiti nicht auf.

16.04.2026 Die FAZ empfiehlt Reportagen von Rebecca West, Janet Flanner und Martha Gellhorn über die Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse. Mit Markus Messling blickt sie auf Bartholdis Champollion-Statue und denkt neu über Kolonialismus nach. Auf die lange Geschichte des russischen Kolonialismus blickt derweil die taz mit dem illustrierten Handbuch des ukrainischen Journalisten Maksym Eristravi. Und Dlf Kultur begleitet mit Kae Tempest den queeren Rothko auf dem Weg der Transition.

15.04.2026 Die FAZ kürt Steffen Martus' Literaturgeschichte ab 1989 zu einem künftigen Klassiker der Literaturwissenschaft. Die NZZ zieht den Hut vor David Vajdas Roman "Diamanten", in dem eine Künstler-Familie mit dem Tod der Mutter umgehen muss. Die SZ macht sich mit Ildiko von Kürthy und Christiane Rösinger Gedanken über das Älterwerden als Frau. Die taz schmökert in den gesammelten Comics über Manfred Sommers Kriegfotografen Frank Cappa. Und die FR findet in Daniel Fehrs Kinderbuch eine freundliche Kuh in ihrem Bett vor.

14.04.2026 Die FAZ lässt sich von Daniel Gerlach die Geschichte des Nahen Ostens neu erzählen. Mit Niklas Weber steigt sie in die frühen Eisenbahnen, die sowohl Ort der Demokratisierung als auch der Diskriminierung waren. Die FR lässt sich von Julia Webers Heldin Ruth in ein Tier verwandeln. Die NZZ klettert mit dem Bildband von Francisco Paco Carrascosa, Matthias Oberli und Emanuel Tschumi Schweizer Katzentreppen hinauf. Dlf legt uns den Coming-of-Age Roman "Kekeli" von Jessica Mawuena Lawson ans Herz, während Dlf Kultur mit Francois Saranos Walen tanzt.

13.04.2026 Die SZ applaudiert Dana Grigorceas Roman "Tanzende Frau, blauer Hahn", der von einer sommerlichen Liebe in Ceaușescus Rumänien erzählt. Außerdem lobt sie Claudia Kemferts Buch "Kurzschluss" als unerschrockenes Plädoyer für eine neue Energiepolitik. Die taz schmökert in den neuen Essays von Karl Ove Knausgard. Die FR verschlingt John Grishams neuen Thriller "Das Vermächtnis". Die NZZ folgt Matthias Nawrat in "Das glückliche Schicksal" in eine raffniertes literarisches Labyrinth.

11.04.2026 Die FAS hätte gern noch mehr von Monika Marons Tagebüchern gelesen. Die SZ findet die rechte Sprachkritik "Links - Deutsch, Deutsch - links" rechts. Die FAZ liest mit großem Interesse den Roman "Was die Zeit nicht nimmt " von Marek Torčík, den sie als Erzähler von Rang begrüßt. Die FR lernt mit Petro Rychlo viel über die deutsch-ukrainischen Literaturbeziehungen und mit Margret Schepers einiges über die Frauenbewegung der Siebziger. Die Welt fragt mit Judith Schalansky, woraus die Welt gemacht ist, nämlich aus "Marmor, Quecksilber, Nebel".

10.04.2026 Eine eklatante Forschungslücke schließt Karen Hagemann mit ihrem monumentalen Werk über vergessene Soldatinnen, freut sich der Dlf. Die FR fürchtet dank Andreas Fulda, dass alles noch schlimmer kommen könnte, wenn China Taiwan angreift. Der Dlf Kultur schöpft mit Volker Perthes derweil Hoffnung, dass eine multipolare Weltordnung gelingen könnte. Außerdem empfiehlt er Margaret Laurence’ wunderbaren Emanzipationsroman „Glücklichere Tage“ aus dem Jahr 1974. Die FAZ denkt mit Fernando Esposito über die "Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen" nach.

09.04.2026 Wie „präzise Kurzfassungen von Trauer“ erscheinen der FAZ die musikalischen Gedichte der Dänin Tove Ditlevsen. Die Zeit findet sogar Trost, wenn ihr der Schwede Stig Dagerman in seinen poetischen Geschichten von Mord und Totschlag erzählt. Und auch eine unerwiderte Liebe ist gar nicht so schlimm, lernt sie von der Philosophin Miriam Metze. Wie böse Messalina, der Gattin des römischen Kaisers Claudius, von Männern mitgespielt wurde, erfährt die NZZ von der Historikerin Honor Cargill-Martin. Die FR lässt sich von Franketiennes Klassiker der haitianischen Literatur zum Kampf auffordern. Und der Dlf Kultur stärkt den Globalen Süden mit Patrick Kaczmarczyk.