Bücherschau des Tages

Neue Bücher in der Bücherschau des Tages

Notizen zu den Buchkritiken des Tages aus FAZ, FR, NZZ, SZ, taz, Zeit, Welt, DLF und DLF Kultur. Täglich ab 14 Uhr.
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Eine Art Ehrerbietung

09.06.2026 Interessiert studiert die FAZ, wie Serhii Plokhy einen Bogen spannt zwischen dem Abwurf der ersten Atombombe und der Gegenwart des Ukrainekriegs. Im Comic von Flix und Reinhard Kleist reitet sie mit Lucky Luke und den Grimm-Brüdern durch den Wilden Westen. Die FR rätselt mit Susanne Kaiser in "Witch Hunt", wer hinter einer Reihe von Cyber-Attacken steckt und ruft feministische Hackerinnen zu Hilfe. Dlf Kultur fährt mit Julia Wong, einem indo-chinesischen Mädchen mit vielen Namen und Alexander von Humboldt zur See. 

Gegenwelt des Glücks

08.06.2026 Die NZZ bewundert, wie Peggy Mädler in ihrem DDR-Roman die Pulsfrequenzen ihrer das Glück suchenden Figuren erspürt. Die FR schwärmt von Daniela Chanas Gedichtband "Affäre mit einem Erzähler". Die SZ liest bei Antonio Scurati gebannt vom dunklen Ende Mussolinis. Für Dlf Kultur ist Oliver Bottinis Roman "Die Summe aller Dinge" über die Cum-Ex-Affäre der wichtigste Krimi des Jahres. Und Dlf feiert William Dalrymples Buch über den Aufstieg der East India Company als "Meisterwerk".

Ma Dalton als Märchenerzählerin

06.06.2026 Die FAZ versucht mit Gusel Jachina das Rätsel um die Film-Legende Sergej Eisenstein zu lösen. Die FAS lobt Patrick Radden Keefes Buch "Der Sohn des Oligarchen", das die dunklen Machenschaften der Londoner High-Society ausleuchtet. Die FR ist begeistert von der "Fülle des Tatsächlichen", die ihr aus Olivia Laings Roman über die Künstlerin Kathy Acker entgegenschlägt. SZ und Welt treffen bei Caro Claire Burke eine Tradwife, die eines Tages im 19. Jahrhundert aufwacht. Die taz vertieft sich in Joachim Bessings kuriose und düstere Erlebnisse in Addis Abeba

Männer zwischen zwei Pfosten

05.06.2026 Die NZZ kann nur bewundern, wie Junko Takase mit Hilfe der Instantnudel eine reichhaltige Gesellschaftskritik serviert. Die SZ lässt sich von den Geschichten, die Gaito Gasdanow als Nachttaxifahrer in Paris erlebte, nur zu gern beunruhigen. Als feines Porträt einer Beziehung zwischen Mutter und Tochter liest die taz Marie-Louise Monrad Møllers Roman "Viel wichtiger ist jetzt die Gegenwart". Schlicht genial findet der Dlf, wie Ian Kumekava die Geschichte der globalen Wirtschaft anhand zweier Schiffe erzählt.

Ohne Da!-Sagen

04.06.2026 Die taz lernt in Asako Yuzukis neuem Roman über eine Stalkerin, was Mensch und Victoriabarsch gemeinsam haben. Die NZZ denkt mit Maria-Sibylla Lotter kritisch über den immer weiter gefassten Begriff des "Opfers" nach. Rundum glücklich wird der Dlf mit Hans-Ulrich Treichels neuem Roman über verpasste Lebenschancen. Außerdem freut sich der Dlf, dass Margaret Laurence' 1974 erschienener Roman "Glücklichere Tage" endlich auf Deutsch vorliegt. 

Das perfekte dunkle Gegenstück

03.06.2026 Die FAZ lässt sich von Heike Geißlers "Michaela Kohlhaas" zum Widerstand gegen den Alltag inspirieren. Außerdem ist sie tief beeindruckt von Gharbi M. Mustafas Memoir "Wenn Berge weinen", das poetisch-lakonisch die Geschichte des irakischen Kurden Hamko erzählt. Die Zeit ist voll des Lobes für Lilli Tollkiens Debütroman "Mit beiden Händen den Himmel stützen", der die düsteren Seiten einer linken WG im Berlin der Achtziger beleuchtet. Dlf Kultur vertieft sich in das neue Buch von Francis Fukuyama und genießt einen literarischen Snack von Philipp Schönthaler

Tigerzitrone und Alba-Trüffel

02.06.2026 Die SZ lauscht der Stimme von Raha Nik-Andish, dessen aus dem Iran herausgeschmuggelte "Teheran Tagebücher" ein schockierendes Zeugnis der Verbrechen der Islamischen Republik sind. Die FAZ lässt sich von Luzia Geier die Karriere von Zohran Mamdani erzählen, vermisst aber ein paar kritische Stimmen. Die FR rauscht in Petr Sestaks "Ausgebrannt" mit im wütenden Bewusstseinsstrom eines Kurierfahrers. Dlf erfährt von Frederic Schnatterer, wie Argentinien unter den Folgen von Javier Mileis Anarchokapitalismus leidet. 

Keinesfalls papieren

01.06.2026 Die FAZ blickt mit Tokuro Nukuis Thriller "Tokyo" tief in das Unbewusste der japanischen Gesellschaft. Die NZZ reist mit Tuvia Tenenbom zu israelischen Siedlern im Westjordanland. Die FR freut sich über die Figuren in Petra Morsbachs Roman "Orion", die genau so lebendig sind, wie die Wirklichkeit. Die SZ bereitet sich mit Büchern von Philipp Gassert und Klaus Brinkbäumer auf 250 Jahre Unabhängigkeit der USA vor.  Die taz singt mit Henning Ahrens Gedichten ein Lob auf die Provinz als lyrischen Ort. 

Orgie aus Chlorophyll

30.05.2026 FAZ und SZ spazieren mit Florian Illies vergnügt auf den Spuren des Alchemisten Johannes Kunckel über die Pfaueninsel. Ganz hingerissen ist die FR, wenn ihr der Lyriker Martin Piekar in seinem Prosadebüt von seiner polnischen Migrationserfahrung erzählt. Als Geniestreich wertet die taz Ian Kumakevas Geschichte der globalen Wirtschaft, die der Historiker anhand eines Schiffes erzählt. Und die Welt blickt mit Francis Fukuyama auf den Ursprung des Populismus: Die Vetokratie. 

Revolution in Gedanken

29.05.2026 Die FR lernt allerhand dazu, wenn Sigrid Damm mit Wortspielen ihre Lektüreschätze präsentiert. Dem Kirchenhistoriker Jörg Ernesti folgt sie durch Höhepunkte und Niederungen der Geschichte des Papsttums. Die NZZ zieht mit Heike Geißlers Kohlhaas-Wiedergängerin Michaela begeistert in Lumpen durchs Land. Angeregt liest der Dlf, wenn Daniela Dröscher über das Sprechen nachdenkt. Außerdem empfiehlt er nachdrücklich Miriam Carbes großen Generationenroman "Unerwünschte Töchter".