Perlentaucher-Autor

Patrick Holzapfel

Patrick Holzapfel, geboren 1989 in Augsburg, studierte Theater,- Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien. Heute schreibt er und dreht Filme. Er veröffentlicht auch regelmäßig auf seinem Blog jugendohnefilm.com. 2024 erschien sein Romandebüt "Hermelin auf Bänken".
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Monologe der Frustration: "Mal Viver - Bad Living" von João Canijo (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 24.02.2023 Der leidensfördernde Wettbewerbsfilm "Mal Viver" ist Teil eines ungewöhnlichen Diptychs, denn gleichzeitig ist in der Encounters-Sektion "Viver Mal", ebenfalls von João Canijo, zu sehen. Warum man die beiden Teile auf zwei verschiedene Sektionen verteilt hat, erschließt sich nicht. Beide Arbeiten widmen sich familiären Abgründen in einem Hotel nicht unweit Portos. Von Patrick Holzapfel

Ballett der Blickkontakte: "Roter Himmel" von Christian Petzold (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 22.02.2023 So durfte sich Editorin Bettina Böhler selten austoben bei einem Film von Christian Petzold. Selbst bei den kürzesten Wegen der Figuren durch das etwas marode, aber charmante Ferienhaus an der Ostsee, in das sich Schriftsteller Leon (Thomas Schubert) und der angehende Fotograf Felix (Langston Uibel) eigentlich zum Arbeiten zurückziehen wollen, folgen fast im Sekundentakt Schnitte, die das Geschehen dynamisieren und eine Art virtuoses Ballett der Blickkontakte erzeugen. Bilder, die man stehen lassen könnte, werden geradezu weggewischt. Wer immer noch behauptet, dass Petzold der gleichen "Schule" wie beispielsweise Angela Schanelec angehört, war lange nicht im Kino. "Roter Himmel", der zweite Teil einer mit "Undine" begonnen Liebestrilogie, offenbart einen Filmemacher auf der mal erfrischenden, mal verkrampften Suche nach Leichtigkeit.    Von Patrick Holzapfel

Für einen Moment des Glücks: "Totém" von Lila Avilés (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 20.02.2023 Ein Totem steht in vielen Naturvölkern für ein pflanzliches oder tierisches Wesen, das als Verwandter eine Familie repräsentiert, schützt und zusammenhält. Im Endeffekt beschreibt die mexikanische Filmemacherin Lila Avilés mit dem Titel ihres Films also dessen mystischen Auftrag. Es geht ihr um die Beschwörung einer familiären Kraft, die sich mit emotionaler Geborgenheit gegen die Vergänglichkeit stemmt. Von Patrick Holzapfel

Streamingaffiner First-World-Eskapismus: "Past Lives" von Celine Song (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 19.02.2023 Mit der geradlinigen Tearjerker-Romanze "Past Lives" legt die US-amerikanische Produktionsfirma A24 den nächsten sicheren Arthouse-Hit vor. Ein Satz wie aus einem Werbeprospekt, der hier nicht ganz umsonst am Anfang steht. Denn egal, ob man sich mitnehmen lässt von dieser Geschichte einer unerfüllten Liebe, die sich über Orte und Zeiten am Leben hält, oder nicht, es muss zumindest registriert werden, dass die Berlinale endgültig jedweden filmischen oder politischen Anspruch aus ihrem Hauptwettbewerb entfernt hat. Von Patrick Holzapfel

Die Schwere des Seins: "Der schattenlose Turm" von Zhang Lu (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 18.02.2023 In seinem neuen Film zeigt der koreanisch-chinesische Regisseur Zhang Lu ein melancholisches Bild Pekings, in dem Gu, ein geschiedener Foodblogger zwischen der schwierigen Beziehung zu seinem Vater, einer sich nie wirklich auslebenden Liebe zu seiner deutlich jüngeren Mitarbeiterin und dem Dasein für seine Tochter versucht, sein tristes Leben zu meistern. Mit sanften humoristischen und poetischen Einschüben dümpelt der Film dabei zwischen bewegenden Momenten und uninspirierten Gemeinplätzen des romantischen Entfremdungskinos. Man begreift die Schwere des Seins, aber fühlt sie nur bedingt. Von Patrick Holzapfel

Wie wir überleben: The Survival of Kindness von Rolf de Heer (Wettbewerb)

Außer Atem: Das Berlinale Blog 17.02.2023 In seiner nicht an Pathos geizenden Endzeitparabel zeigt Rolf de Heer eine junge unbenannte Frau, die auf der Suche nach ein bisschen Zwischenmenschlichkeit oft nur ein paar neue Schuhe findet, die sie auf ihrer Reise durch trockene Wüstenlandschaften allerdings gut brauchen kann. Anhand dieser wechselnden Schuhe lässt sich so manches erkennen über eine Daseinsform, die letztlich nur danach trachtet, weiter gehen zu können und dabei jedwede Empathie verliert. Von Patrick Holzapfel
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