Perlentaucher-Autor

Michael Kienzl

Michael Kienzl, geboren 1979, hat in Wien und Berlin Theaterwissenschaft, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft studiert. Als freier Kulturjournalist schreibt er für verschiedene Print- und Online-Medien. Außerdem ist er Redakteur des Filmmagazins critic.de.

10 Artikel

Wie ein schlafendes Monstrum

Im Kino vom 23.11.2016 23.11.2016. In "ALIPATO: The Very Brief Life of an Ember" erforscht der philippinische Workaholic Khavn ein weiteres Mal das Prinzip der permanenten Eruption. Clemens Klopfensteins "Geschichte der Nacht" verweigert sich dem inszenatorischen Kontrollwahn.

Familienrituale

Im Kino vom 17.11.2016 17.11.2016. In Omer Fasts Kinoversion seiner Installation "Continuity" wirkt die behauptete erzählerische Offenheit wie eine Absicherung. Netflix hat seit dieser Woche Jeff Wadlows "Die wahren Memoiren eines internationalen Killers" im Programm, eine sympathische Kevin-James-Komödie. Das Problem: Bekommt das überhaupt jemand mit?

Doch leben

Im Kino vom 12.10.2016 12.10.2016. In "Swiss Army Man" von Daniel Kwan und Daniel Scheinert furzt sich Daniel Radcliffe durch eine queere Robinsonade. Außerdem: Zwei Texte zu Filmen von Philippe Garrel, dem das Berliner Kino Arsenal derzeit eine Retrospektive widmet.

Kulturgeschichte des Wolfs

Im Kino vom 07.09.2016 07.09.2016. Vielleicht ein zukünftiger Klassiker des klaustrophobischen Terror-Kinos: "Don't Breathe" von Fede Alvarez. Christian Petzolds neue Polizeiruf-Episode "Wölfe" weckt Zweifel daran, ob Fernsehkommissare sich als Film-Nerds eignen.

Pin-up der geschmeidigen Selbstermächtigung

Im Kino vom 25.08.2016 25.08.2016. Blake Lively gewinnt in Jaume Collet-Serras "The Shallows" zunächst die Zuneigung eines großen Publikums - und legt sich dann mit einem Hai an. Marcus Dunstan erweist sich in seinem selbstbewusst inszenierten Fallenstellerfilm "The Neighbor" ein weiteres Mal als einer der prägenden Köpfe des zeitgenössischen Splatterfilms.

Panoptikum menschlicher Niedertracht

Im Kino vom 17.08.2016 17.08.2016. Die Filmindustrie funktioniert wie ein großes Bordell: Das ist die Prämisse von "Lowlife Love", Eiji Uchidas Abrechnung mit dem japanischen Indiekino-Business. Katsuya Tomita verliert in "Bangkok Nites", seinem dreistündigen Epos über Sexarbeit in Thailand, nie die Einzelschicksale aus dem Blick.

Zustand der Unvollkommenheit

Im Kino vom 16.06.2016 16.06.2016. Der Animationsfilm "Miss Hokusai" von Keiichi Hara ist kein Film über den Schatten der Väter, sondern einer über die Freiheit des Lebens. Paul Thomas Andersons "Junun" lässt dem kollektiven Spieltrieb freien Lauf.

Lässiger Ausnahmezustand

Im Kino vom 31.03.2016 31.03.2016. Eine Revolution als Mogelpackung rekonstruiert Sergei Loznitsa in seinem Found-Footage-Dokumentarfilm "The Event". Regisseur Dan Trachtenberg und Produzent J.J. Abrams konfrontieren in "10 Cloverfield Lane" Mary Elizabeth Winstead mit einer grundlegend instabilen Welt.

Atompilz der guten Laune

Im Kino vom 17.03.2016 17.03.2016. Der Verzicht ist Programm in Kevin Reynolds authentizitätsfixierten Bibelfilm "Auferstanden". Phil Collins gelingt in "Tomorrow Is Always Too Long" einigen kitschigen Scherenschnitten zum Trotz ein angenehm zwischen Affirmation und Dekonstruktion pendelndes Stadtporträt Glasgows.

Anordnen, variieren und überdenken

Im Kino vom 13.01.2016 13.01.2016. Fast unmerklich lässt "Cemetery of Splendour", der neue Film des thailändischen Festivallieblings Apichatpong Weerasethakul, die Funktionalität hinter sich. Trotz 3D-Tinnef sehenswert: Samirs Familien-und-Irak-Collage "Iraqi Odyssey".