Perlentaucher - Das Kulturmagazin

| Folgen Sie uns auf Twitter | Folgen Sie uns auf Facebook | Anmelden | Mobil | RSS | Newsletter

zuletzt aktualisiert 26.05.2012, 14.01 Uhr

Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

So kann man nicht bloggen

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

29.01.2008. Die New York Review of Books fasziniert die Sprache der Blogger. Der Independent feiert den offenen Markt der Ideen im Internet. In ADN cultura beobachten wir die Entstehung eines literarischen Kanons. In Nepszabadsag grübelt Csaba Gombar über dog-whistle politics. In Outlook India stellt sich Arundhati Roy vor, sie hätte den Sarg Hrant Dinks begleitet. In Odra fröstelt Ludwik Tomialojc beim Gedanken an ein AKW in Polen. Im Espresso lässt sich Umberto Eco die Funktion einer Opposition erklären. Der Economist sieht Murdoch in China scheitern.

The New York Review of Books (USA), 14.02.2008

Bild zum ArtikelWährend führende deutsche Tageszeitungen angesichts von pöbelnden Leserkommentaren und Weblogs eine Kontrolle des Internets fordern, sieht man in Amerika die Sache sportlicher. Sarah Boxer gibt einen Überblick über die höchst lebendige Szene amerikanischer Blogger, die aus dem Irak (Informed Comment) oder in der Pause aus der Met (Paterre Box) berichten, die Journalisten (Little Green Footballs) oder Politiker (Atrios) stürzen - und die von den Mainstream-Medien inzwischen Pyjamaheddin genannt werden. Dass sie Amateure sind, ist das Beste an ihnen, meint Boxer: "Gebt ihnen ein Gehalt, einen Buchvertrag oder einen Presseausweis und es ist nicht mehr dasselbe (und das betrifft auch die Blogs von Magazinen, Firmen oder Zeitungen). Warum? Wenn man für Geld schreibt, sorgt man sich um Prozesse, Satzstruktur, Wortwahl. Man denkt an den Boss, den Verlag, an Mama und das Superego, das einem über die Schulter blickt. So kann man nicht bloggen."


Ehud Olmert mag nicht Israels stärkster Premier sein, aber er ist seit langem der erste, der ernsthaft Frieden mit den Palästinensern sucht, meint der israelische Schriftsteller Amos Elon in einer großen Analyse der gegenwärtigen Lage: "Olmert hat keine biblischen Visionen. Seine Idee von Israel ist die eines säkularen modernen Staates mit einer florierenden Wirtschaft, integriert in den globalen Handel und eng verbunden mit Europa. Nicht ganz das, was Gott und Abraham in der Bronzezeit diskutiert haben. Sharon sprach noch von einem langen und schwierigen Kampf. Olmert sagt, die Israelis seien des Krieges müde, müde, ewig Sieger zu sein. Die Hardliner bringt er immer wieder auf die Palme, wenn er von zwei Staaten spricht, was er oft tut. Olmert ist vielleicht der pragmatischste israelische Führer seit 1967. Es ist zu hoffen, dass er nicht zu spät kommt."

Die Historikerin Anne Applebaum erklärt, warum Andrzej Wajdas Film "Katyn" über die Ermordung von 20.000 polnischen Offizieren durch den sowjetischen NKWD so wichtig sei: "In Polen evoziert das Wort Katyn nicht nur den Mord, sondern so viele sowjetische Falschheiten in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg und die sowjetische Invasion Polens von 1939. Katyn war nicht ein einzelnes Kriegsereignis, sonder eine Reihe von Lügen und Verzerrungen, die über Jahrzehnte verbreitet wurden und die Warheit über die sowjetische Nachkriegsbesatzung und Polens Verlust seiner Eigenständigkeit verschleiern sollten."

Außerdem: Frank Rich warnt die amerikanischen Demokraten davor, ihre eigene Stärke zu überschätzen. Besprochen werden David Rieffs Erinnerungen an seine Mutter Susan Sontag "Swimming in a Sea of Death", die Gustave-Courbet-Ausstellung im New Yorker Metropolitan Museum. Und schließlich ist auch Tony Judts Rede zur Entgegennahme des Hannah-Arendt-Preises in Bremen zu lesen.

nach oben

The Independent (Großbritannien), 28.01.2008

Johann Hari malt fasziniert die möglichen Auswirkungen des Internet auf unser Leben und unser Hirn aus. Gefährdet sieht er diese - nicht durch Leser oder Blogs, sondern durch die Kabelbetreiber, die in den USA und Europa mächtig dafür Lobby machen, eine zweispurige Datenautobahn anbieten zu dürfen: Eine Spur für gut zahlende Kunden wie Microsoft oder Nike (oder Tageszeitungen), deren Seiten im Web dann blitzschnell aufgehen, und eine Standardspur, die billiger, aber auch bedeutend langsamer ist. "Mit diesem neuen Modell würden wir nicht länger auf einem offenen Markt der Ideen konkurrieren; Diskussionen würden noch gröber von den Reichen beeinflusst. Während das Internet unseren Verstand und unsere Seele in einer Weise verändert, die wir gerade erst anfangen zu verstehen, müssen wir darum kämpfen, dass es für jeden gleich offen bleibt. Anderenfalls wird die Welt von morgen von Unternehmen kontrolliert werden. Die Kabel, die uns alle verbinden, werden Ungleichheit transportieren."

nach oben

ADN cultura (Argentinien), 26.01.2008

Wie ein Kanon entsteht, hat sich der Schriftsteller und Journalist Tomas Eloy Martinez von dem Chilenen Luis Harss erklären lassen, der vor vierzig Jahren als junger Journalist durch einen Band mit zehn Schriftstellerporträts fast im Alleingang den weltweiten "Boom" der lateinamerikanischen Literatur ausgelöst hatte: "Es gab eine 'Mafia', wie Carlos Fuentes, Julio Cortazar und Mario Vargas Llosa selbst ihren Freundeskreis bezeichneten, eine Art Autoren-Netz, das über Mexiko City, Paris, Buenos Aires verteilt lebte. Sie lasen und bewunderten sich gegenseitig. Sie lebten weniger in einem bestimmten Land als innerhalb der spanischen Sprache ... Der Erste, den ich kennen lernte, war Julio Cortazar. Er sagte zu mir: 'Hier um die Ecke wohnt ein Typ, der heißt Mario Vargas Llosa. Er hat erst ein Buch veröffentlicht, kaum jemand kennt ihn, aber er ist ein großartiger Schriftsteller. Den empfehle ich dir.' Ich suchte ihn in seinem dunklen Kämmerchen auf und wir setzten uns zusammen vor mein Aufnahmegerät. Mit den anderen ging es genauso, ich rief sie an oder klingelte bei ihnen an der Tür und sagte: 'Man hat mir erzählt, dass du ein sehr gutes Buch veröffentlicht hast.' Manchmal mussten sie mir ihre Bücher erst einmal zum Lesen geben. So kam ich von einem zum anderen."


Derweil macht sich der Architekt und Stadtplaner Fabio Grementieri große Sorgen um den Erhalt der historischen Bausubstanz der wunderschönen Stadt Buenos Aires, "in der sich auf höchst subtile Weise der Aufstieg und die nur mit wenigem vergleichbare Raffinesse einer ganzen Gesellschaft widerspiegeln."

nach oben

Nepszabadsag (Ungarn), 26.01.2008

Bild zum Artikel Neben den anstehenden Reformen machen der ungarischen Öffentlichkeit auch noch die sogenannten "dog-whistle politics" zu schaffen. Dabei geht es um die doppelbödige Sprache von Politikern, die in ihre Reden Botschaften einbauen, die nur für einen Teil der Zuhörer verständlich sein sollen. Der Politologe Csaba Gombar denkt über dieses Phänomen nach: "Eine scheinbar neutrale Sprache wird verwendet, gewichtige historische Phrasen erklingen, doch das angesprochene Publikum versteht, was wirklich gemeint ist. Es verspürt durch diese kodierte Sprache ein heimeliges Gefühl und blickt voller Sympathie auf den derart redenden Politiker, der sich allerdings schwer beim Wort nehmen lässt. Weshalb ist 'dog-whistle politics' problematisch? Scheinbar kränkt sie niemanden offen. Die beabsichtigte Bedeutung ist kaum nachzuweisen, schließlich kann es mehrere Bedeutungen geben. Man könnte schon fast sagen, 'dog-whistle politics' sei eine besonders politisch korrekte Sprache. Am Ende bliebe nur die Frage, ob es einen Unterschied gibt zwischen Höflichkeit und Arglist. Zwar ist auch diese Frage schwer zu beantworten, dennoch kann man behaupten, dass 'dog-whistle politics' nur eine Form und ein seidener Wegbereiter des vollmundigen Hasses ist - sie belastet sowohl unseren Ruf als auch unser Gemüt."

nach oben

Outlook India (Indien), 04.02.2008

Bild zum ArtikelArundhati Roy (mehr) hat zum ersten Jahrestag der Ermordung des türkisch-armenischen Journalisten Hrant Dink eine Rede in Istanbul gehalten, die in Outlook India gekürzt abgedruckt wird. Roy bekennt, wäre sie vor einem Jahr in der Türkei gewesen, hätte sie Dinks Sarg begleitet und dabei an die lange Geschichte von Genozid und Vertreibung in Europa und in ihrem eigenen Land gedacht. "China vielleicht ausgenommen, hat Indien die größte Anzahl von innerstaatlichen Flüchtlingen in der Welt. Allein durch den Bau von Dämmen wurden mehr als 30 Millionen Menschen entwurzelt. Die Vertreibung wird mittels Gerichtsurteilen und den Gewehren der Polizisten durchgesetzt, mittels regierungseigenen Milizen oder den Schlägern der Unternehmen. Die Vertriebenen werden in Siedlungen, Camps und Kolonien geschickt, wo sie ohne die Möglichkeit eines Auskommens in die Abwärtsspirale der Armut geraten."


Bhaichand Patel bemerkt außerdem, dass weiße Frauen in Indien immer häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden. Rassistisch findet er das: Einmal, weil weiße Frauen unterstellt wird, sie würden mit jedem Lümmel ins Bett gehen und zum zweiten - hier nimmt sein Artikel eine kuriose Wendung - weil indischen Frauen so deutlich gezeigt werde, dass sie für den indischen Mann weniger sexy sind als weiße.

nach oben

Odra (Polen), 28.01.2008

Bild zum Artikel"Bei Energiepolitik denken wir immer noch an gigantische Kohle- oder Atomkraftwerke", bedauert der Naturwissenschaftler Ludwik Tomialojc, der auch Mitglied des Parteirats der polnischen Grünen, Zieloni 2004, ist. Seiner Ansicht nach stecken die Polen - was die Ökologie angeht - noch tief im Sozialismus. Es habe sich eine geradezu antiökologische Hysterie breit gemacht, die von Lobbygruppen gefördert werde. Als Beispiel nennt Tomialojc die Diskussion um das erste AKW. "Es wäre das größte Geschenk, das wir einer französischen oder amerikanischen Firma machen könnten: Wir müssten die Technologie und Materialien kaufen, Ingenieure aus diesen Ländern einstellen und die Rohstoffe aus Russland importieren. Dann käme noch das Problem der Lagerung und viele andere Ausgaben. Für das Geld könnten wir sichere und genau so effektive Technologien zur Gewinnung erneuerbarer Energie entwickeln."

nach oben

The Spectator (Großbritannien), 25.01.2008

Bild zum ArtikelBentley ist erst wieder zu einem britischen Flaggschiff geworden, seit die Deutschen das Kommando in Crewe übernommen haben, stellt Matthew Lynn fest und ärgert sich, dass es seinen Landseluten nicht selbst gelingt, das eigene Klischee lukrativ auszubeuten. "Bentley verkauft in Wirklichkeit eine Disneyversion der Britishness: einen imperialen, "St James Club"-artigen Jeeves-und-Wooster-Stil, der in seinem Herkunftsland ganz und gar ausgestorben ist, im Rest der Welt aber eine bemerkenswert langlebige Marke bleibt. Bentley zapft diesen Stil ebenso effizient an wie etwa Burberry. Ausländer tun sich damit offenbar leichter als die Briten selbst - denn während eine gewisse Authentitizität nicht zu verleugnen ist, ist er einfach nicht modern - cool Britannia sieht anders aus."

nach oben

L'Espresso (Italien), 25.01.2008

Bild zum ArtikelUmberto Eco wundert sich mit einem imaginären Gesprächspartner "von außerhalb" über die italienische Politik des Hauens und Stechens. "Ihr scheint anders als die anderen Länder zu sein, sagt mein Freund. Es wirkt so, als habe die Opposition seit dem Wahltag nur ein einziges Ziel: die Regierung zu stürzen. Dieses Vorhaben bewegt sie so sehr, dass es Tag für Tag nachgefragt und angekündigt wird. Aber jede Opposition will doch die Regierung stürzen, sage ich. Absolut nicht, jedenfall nicht bei uns, sagt mein Freund. In der Demokratie ist es der Zweck der Opposition, da die Regierung ja gewählt worden ist, ihr Tag für Tag auf den Fersen zu sein und darauf zu achten, dass sie ihre Macht nicht überschreitet. Wenn die Opposition jedoch ständig Pläne schmiedet, wie die Regierung zu stürzen sei, hat sie keine Zeit mehr, die Gesetzesvorhaben zu untersuchen, gegen die sie einschreiten müsste."

nach oben

The Economist (Großbritannien), 26.01.2008

Bild zum Artikel Der Economist schildert das ziemlich einzigartige Scheitern Rupert Murdochs beim Versuch, den chinesischen Medienmarkt zu erobern: "Die Chinesen ließen ihn großzügig in Internet- und Softwarefirmen investieren und bedankten sich für das wertvolle Know-How, das sie dadurch erlangten. Die Management-Strukturen bei Murdoch leuchteten ihnen ganz außerordentlich ein, weil sie den ihren genau glichen: ein Sonnenkönig im Zentrum mit Bewunderern darum herum. Die Chinesen waren hervorragende Geschäftsleute, aber sie wollten, dass die in China erzielten Profite auch in China blieben. Rupert Murdoch gelang es nicht, jene Konzessionen zu erhalten, die er normalerweise für freundliche Berichterstattung über Präsidenten und Premierminister im Westen erhielt. Der Murdoch-Charme war auf den höchsten Regierungsebenen in Australien, Amerika und Großbritannien erfolgreich gewesen. In China hat er versagt."


Ganz knapp besprochen werden zum selben Thema Ratgeber zum Wirtschaften in und mit China. Eine weitere Rezension stellt wenig überzeugt Tarun Khannas Studie zur glänzenden Zukunft chinesisch-indischer Wirtschaftszusammenarbeit vor.

Weitere Artikel: Eine Studie, über die der Economist informiert, hat herausgefunden, dass sich der Erfolg, den Manager haben, ziemlich genau aus ihrer Physiognomie vorhersagen lässt. Recht ausführlich vorgestellt wird Craig Venters erfolgreiches Projekt zur künstlichen Genom-Herstellung. Besprochen werden Andrzej Wajdas auch im Wettbewerb der kommenden Berlinale zu sehender Historienfilm "Katyn", die Parmigianino-Ausstellung in der New Yorker Frick Collection und A.L. Kennedys neuer Roman "Day".

nach oben

Le Nouvel Observateur (Frankreich), 24.01.2008

Bild zum Artikel Im Nouvel Obs in dieser Woche großes Sarkozy-Bashing. Ein ganzes Dossier widmet sich ausführlich der Sondierung des Phänomens, dass die Republik allmählich sarkophob wird. In der Abteilung Reflexions ventiliert der Philosoph Daniel Bensaid im Gespräch das "Unbehagen an Sarkozy" und analysiert dessen Aktivismus in Zeiten des ökonomischen Despotismus und der Krise der Politik.


Ebenfalls in einem Gespräch entschlüsselt der Soziologe Jean-Pierre Le Goff, der dieser Tage bei Gallimard seine Studie "La France morcelee" (die Zersplitterung der französischen Gesellschaft) veröffentlicht, den Sarkozysmus als hochriskante Entweihung des Präsidentenamts. "Man hat seine 'bonapartistischen' und 'populistischen' Aspekte betont, seinen Flirt mit bestimmten Gedanken des Front National... Tatsächlich sprengt Nicolas Sarkozy stets die Schublade, in die man ihn stecken will. Die Realität erscheint mir manchmal rüde, vielleicht fällt es uns deshalb so schwer, sie zu glauben: Man sucht nach einer Kohärenz, wo es keine gibt. Seine Persönlichkeit erklärt sich nicht aus einem homogenen Zusammenhang. Nicolas Sarkozy reichert seinen Ehrgeiz ohne Rücksicht auf den Zusammenhang mit Doktrinsplittern an und liebt es, wie Jean-Pierre Raffarin schrieb, 'im Zentrum einer Ideenschleuder' zu sein. Das zersplitterte Frankreich und ein solcher Patchwork-Präsident sind die Spiegelungen. Ein neues politisches Gemisch gruppiert sich um einen auf seine Person zentrierten Voluntarismus und einen Manager-Pragmatismus, der sich von jeglicher Ideologie befreien will."

nach oben

The New Yorker (USA), 04.02.2008

Bild zum ArtikelInteressant, aber auch ein wenig trendy findet Joan Acocella eine Studie des amerikanischen Historikers und zweifachen Pulitzerpreisträgers David Levering Lewis über die Eroberung Spaniens durch die Muslime, "God?s Crucible: Islam and the Making of Europe". Das Buch müsse in zwei Kontexten gelesen werden: Post-Kolonialismus und Geschichte des Terrorismus, letztere auch eine Folge der Ignoranz und Arroganz westlicher Geschichtsschreibung. Lewis "bedauert ausdrücklich, dass die Araber [nach Spanien] nicht auch den Rest Europas eroberten. Der Stopp ihres Vorstoßes, schreibt er, sei entscheidend gewesen für die Bildung eines 'wirtschaftlich rückständigen, balkanisierten und sich gegenseitig vernichtenden Europas'." Acocella ist das zu ideologisch. Sie sieht "eine Zeit voraus, in der ein anderes wichtiges Thema, die Gefahr einer ökologischen Katastrophe, einen Historiker zu einem Buch anregen wird, das die frühen Europäer rühmt, die Lewis den Muslimen so unterlegen findet. Die Franken lebten in Wäldern, während die Muslime schöne Stätte bauten, mit Palästen und Äquadukten? Um so besser für die Umwelt."


Weitere Artikel: Evan Osnos berichtet über den Aufstieg des unter Mao verbotenen Boxsports in China und dessen Hoffnungsträger Zou Shiming (1,70 Meter, 48 Kilo). Alex Ross porträtiert Jonny Greenwood, Gitarrist der britischen Band Radiohead, der eine Filmmusik und ein Orchesterwerk komponiert hat. David Denby sah im Kino das kanadische Step-Musical "How She Move" von Ian Iqbal Rashid und das Aids-Drama "Die Zeugen" von Andre Techine, das letztes Jahr im Wettbewerb der Berlinale lief. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Friendly Fire" von Tessa Hadley und Lyrik von Jean Valentine und Billy Collins.

nach oben

Mailen | Drucken | Merkzettel | Empfehlen auf Facebook | Twittern |

Archiv: Magazinrundschau

Liebe, Revolution und Verrat

22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen

Nur Geld wird nie müde

15.05.2012. Mark Zuckerberg hat heute Geburtstag. 28 Jahre alt wird er und noch diese Woche voraussichtlich 25 Milliarden Dollar schwer: New York Magazine und New York Times? Sind beeindruckt. Der Economist? Nicht so sehr. Le Monde diplomatique wundert sich über die griechischen Kommunisten. Die Franzosen wollen keine Frühaufsteher mehr sein, glaubt Elet es Irodalom. Sie sollten sich ein Beispiel an den Chinesen nehmen, findet Eric Hobsbawm in MicroMega. In Le Monde macht sich Driss Ksikes Sorgen über die Islamisten in Marokko. In Litauen gewinnt gerade der Mob gegen die Gerichte, erzählt Open Democracy. Al Ahram stellt ein Orchesterr für blinde Mädchen vor.  Mehr lesen

Sehnsucht nach absoluter Zeitgenossenschaft

08.05.2012. Die Zukunft der Lyrik liegt im "unkreativen Schreiben", behauptet die Boston Review. Gute Übersetzer beherrschen das Handwerk des Mamporrero, behauptet El Espectador. Seit es Internet gibt, machen Bücher über Musik dem Leser mehr, dem Autor weniger Spaß, behauptet das TLS. Micromega fordert mehr Commons. In Le Monde diskutieren Edgar Morin und Francois Hollande über Multikulturalismus. Was ist in den USA mit dem Säkularismus passiert, fragt der New Humanist. Der Hollywood Reporter meint: Gar nicht so übel, dieser Kim Dotcom. Mehr lesen

Wie eine Tulpe in der Wüste

01.05.2012. Fast Company begutachtet das gemeinsame gute Werk eines verteilten Spekulanten und eines Jesuitenpaters. In Al Ahram sieht Youssef Rakha, wie die ägyptische Revolution verraten wird. In Eurozine debattieren Timothy Garton Ash, Jeremy Waldron und Kenan Malik über Redefreiheit. Der New Yorker lernt, wie man ein Iphone hypnotisiert. In Vanity Fair erzählt Jeff Daniels, warum Schauspieler auf Zack sein müssen, wenn sie Sorkin spielen. New Republic beschäftigt sich mit den vier Göttinnen der Billboard Charts. Im Merkur erklärt Beate Rössler: Junge Frauen, es gibt keine Gleichberechtigung. In Elet es Irodalom debattieren Claudio Magris und Peter Esterhazy über Provinzialität und Weltbürgertum. Die NYT sucht afghanische Dichterinnen. Mehr lesen

Archiv: Magazinrundschau

Und sagen kein Wort

24.04.2012. Frauen könnten die Verlierer der Arabellion werden, fürchtet Mona Eltahawy in Foreign Policy.  Der Reporter des Smithsonian Magazine besichtigt nackt das neue Kunstmuseum auf Tasmanien. Der Espresso lacht und weint über Roberto Benigni. In The New Republic wirft Adam Thirlwell Claude Lanzmanns Shoah-Bild Mystizismus vor. Elet es Irodalom würdigt Laszlo Földenyis intellektuelle Empfindsamkeit. In der London Review of Books porträtiert Jacqueline Rose Marilyn Monroe als Feministin. Maisonneuve erklärt am Beispiel von Schneeräumverträgen in Montreal, wie Korruption funktioniert. In Granta erzählt Julie Otsuka eine Geschichte japanischer Katalogbräute. Mehr lesen

Um die Prinzessin zu retten

17.04.2012. Amazons Preisdruck wird am Ende auch für die Kunden nicht gut sein, warnt Slate. In El Espectador überlegt Hector Abad, welche Länder besser Kolonien geblieben wären. The Atlantic porträtiert den Videospiel-Erfinder Jonathan Blow als Künstler. In Le Monde verteidigt Frederic Beigbeder den Realismus in der Literatur. Im Guardian kritisiert Ma Jian die Londoner Buchmesse für ihren Kotau vor der chinesischen Zensurbehörde. In Morning News verliert Alex Jung seine Angst vor einem nicht männlichen Kleidungsstück. Mehr lesen

Preziöser Puritanismus

10.04.2012. Reason erklärt, warum im Journalismus die Verlierer die Geschichte schreiben. Salon.eu.sk erklärt, worin sich Tschechen und Slowaken unterscheiden. In der New York Review of Books erklärt J.M. Coetzee, warum Werther sterben musste. Mehr lesen

Sun Tzu trifft John Locke

03.04.2012. Vanity Fair berichtet vom World War 3.0. Im Merkur feiert Michael Maar den Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. In der New York Review of Books liest Neal Ascherson die Geschichte des Großen Afrikanischen Kriegs im Kongo. In Slate.fr verteidigt der spanische Regisseur Alex de la Iglesia die "Internetpiraterie". In The New Republic lernt Timothy Snyder mit Paul Prestons Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs etwas über die Selbstkolonialisierung Europas. In Frontline erklärt Shajahan Madampat: Islamismus ist auch in seiner gemäßigten Form nicht mit Demokratie vereinbar. Der New Yorker beschreibt die Nöte der Spielcasinos in Macau. Mehr lesen

Etwas wie die Frauenrechte

27.03.2012. Die Republikaner führen einen Krieg gegen die Frauen, erklärt das New York Magazine. Vielleicht, weil Frauen sich gern in aller Öffentlichkeit Pornos vorlesen, behauptet jedenfalls die Verlegerin Beatriz de Moura in El Pais Semanal. Im Guardian denkt Ian McEwan über Originalität nach. In Le Monde fragt Abdennour Bidar, ob nicht vielleicht der Islam selbst krank ist. Der Chronicle berichtet über einen Streit um Noam Chomskys Universalgrammatik. In Slate winkt Chomsky ab: Die menschliche Natur ändert sich nie. Polityka erinnert an die Aktion Reinhardt. Prospect propagiert den Post-Liberalismus. Wired steht vor dem größten Spionagezentrum der Welt. Mehr lesen

Hübsch hässlich

20.03.2012. Der New Yorker betrachtet die jolie laide von Schiaparelli und Prada. In Telerama greift Benjamin Stora nach dem Boomerang Algerien. Fürchtet euch vor chinesischem Geld, ruft Slavenka Drakulic in Eurozine den Venezianern zu. In Atlantic findet Michael J. Sandel nichts mehr, das nicht zu kaufen ist. Jonathan Steel reist für die London Review of Books durch Syrien. In The New Republic stellt Paul Berman ein Buch über liberale muslimische Denker vor. Das TLS liest eine Geschichte der Rhetorik. Mehr lesen

Die Kunst der Kalt-Akquise

13.03.2012. In Perfil erklärt der Autor Martin Kohan, warum Argentinien mit den Falklandinseln gleich weniger argentinisch wäre. In Il sole 24 ore beschreibt Armando Massarenti die Italiener als Analphabeten, die auf einem Schatz sitzen. Der Economist stellt die japanische Kunstguerillatruppe ChimPom vor. Vanity Fair lernt von der Washington Post, dass in revolutionären Zeiten Vorsicht keine Tugend ist. Polityka stellt den polnischen Bestseller der Saison vor: Danuta Walesas Autobiografie. Die New York Times reist mit Radioheads Johnny Greenwood nach Krakau. Mehr lesen

Drei Millionen an Sevcik

06.03.2012. Im Merkur flaniert Stephan Wackwitz durch Tiflis. Auch in Indien hat man in den Achtzigern schöne Stummfilme gemacht, meint Outlook India. Bloomberg Businessweek setzt sich bei den Samwars ins Kuckucksnest. Prospect amüsiert sich über Putin. Salon.eu.sk lernt, wie man slowenische Politiker besticht. In Wired erzählt George Dyson, wie der Computer entstand: aus dem Schlamm des Zweiten Weltkriegs und dem Himmel der Mathematik. Das New York Magazine porträtiert Filmlegende Mike Nichols. Mehr lesen

Frauen an der Front

28.02.2012. In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria. Mehr lesen

Herz aus Bronze

21.02.2012. Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich! Mehr lesen

Wir müssen noch modern werden

14.02.2012. In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'. Mehr lesen

Gesamtes Archiv Magazinrundschau