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- Rupert Murdoch hat so Recht
- Und eine Antwort auf Mathias Döpfner
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- Die Galle der Gallier
- Post aus der Walachei
Magazinrundschau
Swarovskis Parabeln der Genesis
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
05.02.2008. In den Blättern für deutsche und internationale Politik warnt Daniel Leisegang vor dem Schnüffelmonster Google. In Spiked warnt Alexander Cockburn vor naiven Umwelt-Alarmisten. Im Merkur würdigt Wolfgang Ullrich die Transzendenz von Gerhard Richter und Swarovski. In Prospect fürchtet William Skidelsky um die traditionelle Literaturkritik. In Nepszabadsag eruiert der Historiker Dusan Kovac die Aussöhnungsmöglichkeiten zwischen Slowaken und Ungarn. In Outlook India freut sich Sheela Reddy über den indischen Leser. Im New Statesman sucht Andrew Marr den anglikanischen Gott.
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Blätter f. dt. u. int. Politik (Deutschland), 01.02.2008
Daniel Leisegang wirft einen Blick auf das Google-Imperium, das unwidersprochen und absolut unkontrolliert mit seiner Daten-Sammelwut Kasse machen kann. Nicht nur durch seine Suchmaschine, sondern auch Schnüffeldienste wie den WebAccelerator, Google Desktop und Gmail verfüge der Konzern über mehr Wissen "als irgendeine Institutionen zuvor in der Menschheitsgeschichte". Und wie bereitwillig Google die Daten weitergibt! "Nicht nur in China, sondern auch in vielen anderen Staaten kooperieren die Suchanbieter längst mit den Strafverfolgungsbehörden. So erhalten Geheimdienste in den Vereinigten Staaten ungehinderten Zugriff auf die wachsenden Datenberge der Internet- und Telekommunikationsfirmen."
Der Literaturnobelpreisträger Wole Soyinka beklagt die "schändliche Untätigkeit" der Weltgemeinschaft in Bezug auf den Völkermord in Darfur. Aber auch die afrikanische Selbstbehauptung, die negritude, hat sich für ihn als Chimäre erwiesen: "Die Afrikanische Union überlässt die Menschen in Darfur praktisch ihrem Schicksal, liefert sie der Willkür der mordenden, vergewaltigenden, brandschatzenden Prediger einer rassistischen Doktrin aus."
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spiked (Großbritannien), 09.02.2008
Alexander Cockburn, Herausgeber des linken CounterPunch und Autor von "A Short History of Fear", beschreibt, welch unheilige Allianz intellektuelle Panik und Massenmoral in der Frage des Klimawandels eingegangen sind. Er selbst gilt als "Klimawandel-Leugner": "Dieser Trend zur Katastrophen-Stimmung ist verbunden mit dem Niedergang der Linken und ihrer optimistischen Vision, die ökonomische Natur der Dinge durch ein politisches Programm zu ändern. Die Linke hat sich auf den Klima-Alarmismus versteift, weil sie hofft, dass, wenn sie die Welt nur von der bevorstehenden Katastrophe überzeugen kann, die Notfall-Reaktionen zu mehr sozialer und ökologischer Gerechtigkeit führen werden. Das ist reine Fantasie. In Wahrheit wird der Umwelt-Alarmismus den wie immer undurchschaubaren Interessen des Großkapitals in die Hände spiele. Tatsächlich hat er es schon. Die Nuklear-Industrie profitiert gerade unermesslich."
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Merkur (Deutschland), 01.02.2008
Der Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich bedauert, dass Gerhard Richters Kirchenfenster im Kölner Dom nur beinahe zu einer ordentlichen Kunst-Diskussion geführt haben. Er hätte nämlich gern über die in Mode gekommene Erhebung der Kunst zur Religion, zum transzendentalen Ereignis gesprochen: "Worin besteht denn etwa der Unterschied zwischen einem bunten Glasfenster, das vermeintlich 'alles enthält', und einem Kristall, das, wenn Licht darauf fällt, seinerseits alle Farben reflektiert und als Ort einer Transzendenzerfahrung dargestellt werden kann? Darf der Schmuckhändler Swarovski also nicht genauso wie Gerhard Richter für sich in Anspruch nehmen, die Ebene konkreter und einzelner Bedeutungen überwunden zu haben und in seinen Produkten 'Parabeln der Genesis' zu liefern? Man braucht auch nicht lange zu suchen, um in Werbetexten ähnliche Formulierungen zu finden wie in den Verlautbarungen der Kunstenthusiasten." (Hier Werner Spies' Replik zu Meisners Attacke auf das Fenster)
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Prospect (Großbritannien), 01.02.2008
In einem längeren Essay fragt William Skidelsky, wie es um die von mehreren Seiten unter Druck geratene traditionelle Literaturkritik wirklich steht. In der Tat, meint er: nicht zum besten, denn sie hat viel an Einfluss verloren. Durch die verstärkte Einkaufsmacht der Buchhandelsketten, durch Fernsehshows mit Literaturempfehlungen, durch das Verschwinden akademischer Kritiker aus der literarischen Öffentlichkeit. Insbesondere aber auch durch das Internet: "Die zunächst oft gehörte Einschränkung, dass die bloße 'Existenz' eines Blogeintrags noch nicht bedeutet, dass ihn irgend jemand liest, erweist sich heute als in vielen Fällen nicht mehr gültig. Viele Blogs sind inzwischen beliebt und einflussreich... Es gibt einen Kampf um Autorität zwischen dem gedruckten und dem digitalen Wort und das erklärt auch den gereizten und streitlustigen Tonfall vieler Blogger ... auf der einen Seite und die defensive Haltung vieler Print-Journalisten auf der anderen." (Im Prospect-Blog "First Drafts" wird, versteht sich, bereits recht kontrovers über den Artikel diskutiert.)
Weitere Artikel: Ben Rogers porträtiert den Kanadier Charles Taylor, den "wahrscheinlich interessantesten und bedeutendsten lebenden Philosophen englischer Zunge"; exklusiv online gibt es auch ein Interview mit Charles Taylor. In der Titelgeschichte erklärt Michael Lind, warum es um die USA viel besser steht, als mancher Pessimist derzeit glauben mag.
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Nepszabadsag (Ungarn), 02.02.2008
Seit längerer Zeit ist die Herausgabe eines gemeinsamen ungarisch-slowakischen Geschichtsbuchs für den Unterricht geplant, doch erschienen ist das Buch, das nach deutsch-französischem Vorbild konzipiert werden soll, bis heute nicht. An Meinungsverschiedenheiten zwischen den Historikern liegt es nicht, erklärt der slowakische Historiker Dusan Kovac im Interview: "Was die Versöhnung beider Länder betrifft, sehe ich das deutsch-französische Beispiel als modellhaft an, allerdings mit einer Anmerkung: Jenen Prozess haben damals die beiden Staatsmänner initiiert, die Intellektuellen und die Bürger haben sich erst danach angeschlossen. In unserer Region hingegen wird dieser Ansatz nur von jenen Intellektuellen geteilt, die sich den europäischen Werten verschrieben haben - nicht aber von den Politikern, weder auf slowakischer noch auf ungarischer Seite. Deshalb glaube ich, dass wir von der gewünschten bis zur tatsächlichen Aussöhnung zwischen Ungarn und der Slowakei noch einen Langstreckenlauf werden absolvieren müssen."
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Causeur (Frankreich), 31.01.2008
Rue89, Mediapart und Causeur ("Manifest"): In Frankreich entstehen lauter neue Internetmedien jenseits der etablierten Institute, in denen Journalisten davon träumen, endlich mal die Wahrheit zu sagen. In Causeur fragt die bekannte Journalistin Elisabeth Levy, warum auf dem Privatsender Direct 8, der dem Sarkozy-Kumpel Vincent Bollore gehört und von dessen Sohn Yannick geleitet wird, eine harmlose Talkshow über Sarkozy und die Frauen einfach abgesetzt wurde: "Die Medienbosse glauben dass ihre Unternehmen Unternehmen wie alle andere sind. Sie glauben, eine Sendung absetzen zu dürfen, so wie sie entscheiden dürfen, irgendein Produkt ihrer Fabriken nicht zu verkaufen. Die Idee, dass die Ware, die sie verkaufen, etwas Besonderes ist, weil sie zur Bildung (oder Missbildung) der öffentlichen Meinung beiträgt, scheint ihnen gar nicht zu kommen."
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openDemocracy (Großbritannien), 04.02.2008
Neal Ascherson erinnert an die ersten Studentenproteste von 1968 - in Warschau. "Wie in vielen großen europäischen Geschichten, war der zündende Funke eine Theateraufführung. Am 30. Januar 1968 sollte das Teatr Narodowy zum letzten Mal das klassische Versdrama 'Totenfeier' des Nationaldichters Adam Mickiewicz aufführen. Dem Direktor, Kazimierz Dejmek, wurde jedoch von den Kulturkadern der Kommunistischen Partei gesagt, dass die Inszenierung abgesetzt werden müsse, egal wie groß die Nachfrage sei. Hinter diesen Bossen stand ziemlich sicher der sowjetische Botschafter... Geschrieben 1830 war das Stück bei Generationen von Polen als eine sehr akkurate Bilanz ihrer Leiden und Demütigungen unter Krieg, fremden Besatzern und eigenen Tyrrannen sehr beliebt. Es ist eine verheerende Abrechnung mit den Russen, dem Polizeistaat und der Zensur. Wie Dejmek glauben konnte, damit durchzukommen, bleibt ein Rätsel. Aber er tat es. Das polnische Publikum jubelte frenetisch bei den antirussischen Zeilen, bis die Autoritären - und der Botschafter- aufwachten." Hunderte von Studenten wurden verhaftet, viele von der Uni geworfen, darunter Adam Michnik, Jacek Kuron, Leszek Kolakowski und Zygmunt Bauman.
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Outlook India (Indien), 18.02.2008
In Indien werden immer mehr Bücher gekauft, notiert Sheela Reddy, was indische Verlage reich und indische Autoren selbstbewusst macht. "Mit sechs oder sieben großen Verlagen, die alle in dem kleinen Teich von Indern fischen, die auf Englisch publizieren, sind Buchauktionen nun zu einem üblichen Bestandteil des Geschäfts geworden. Noch vor einem Jahr warteten die Verlage in Delhi normalerweise bis zu den Messen in London oder Frankfurt und hofften dort auf einen Agenten zu treffen, der großzügig - oder dumm - genug war, den Indern die Rechte für beinahe nichts abzutreten. Als Bettler galten sie wenig. 'Sie ließen sich nicht einmal herab, mit uns zu sprechen', erinnert sich ein Verleger in Delhi. Doch jetzt sind die indischen Verleger am Zug. 'Jedes Haus bekommt mindestens vier oder fünf Anfragen pro Monat von Agenten und ausländischen Verlagen, die glauben, ein Buch könnte indische Leser interessieren."
In weiteren Artikeln prophezeit Reddy, dass nach den Exilautoren nun auch einheimische Schriftsteller von den indischen Lesern die Aufmerksamkeit bekommen werden, die sie verdienen. Und sie resümiert das Jaipur Literaturfestival, das offenbar katastrophal in die Hose gegangen ist. Zu lesen ist außerdem ein Auszug aus Nayantara Sahgals Rede gegen die Verflachung der literarischen Welt.
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The New Statesman (Großbritannien), 04.02.2008
In dieser Spezialausgabe geht es um Gott. Der Fernsehjournalist Andrew Marr macht das im Vergleich zu Muslimen und Katholiken eher sanfte Auftreten der anglikanischen Kirche für die sich schnell leerenden Gotteshäuser Großbritanniens verantwortlich. "Dies ist ein wässriges, gemäßigtes Land mit einem langen und gutbegründen Misstrauen gegenüber dem Eifer. Abgesehen von Nordirland haben sich die Briten das letzte mal im im 17. Jahrhundert über Religionsfragen erhitzt." Marr bemerkt den Rückzug der Religion vor allem in der öffentlichen Kultur. "Man denke nur an das England der 40er und 50er. Man denke an den Einfluss religiöser Dichter (T.S. Eliot, der späte Auden), an religiöse Kunst und Architektur (der Wiederaufbau der Kathedrale von Coventry), an religiöse Musik (Brittens Hymnen, Missa Brevis und Weihnachtslieder) und an religiöse Autoren wie C.S. Lewis. Dann wird einem klar, dass das Christentum von einer zentralen kulturellen Position an den Rand gewandert ist."
Außerdem erklärt Sholto Byrnes die religiösen Wurzeln der säkularen Freiheiten, und Jeremy Rosen, William Dalrymple und Ziauddin Sardar beleuchten die recht unterschiedlichen Gottesbilder in der menschlichen Geschichte.
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The New Yorker (USA), 18.02.2008
Was genau hat Israel am 6. September 2007 in Syrien bombardiert? Eine im Aufbau befindliche Anlage zur Produktion von Atombomben, wie es die Times, die Washington Post und eine Reihe anderer Zeitungen behauptet haben? Oder eine Anlage zur Produktion von Chemiewaffen, wie ein syrischer Offizier vermutet? Oder eine Anlage für strategische Waffen, wie ein anderer syrischer Offizier vermutet? Und was genau haben Amerikaner und Israelis vermutet? Wirklich Atomwaffen? Seymour Hersh zeichnet im - teilweise haarsträubenden - Detail nach, wie die verschiedenen Versionen zustande kamen und zitiert am Ende einen langjährigen ehemaligen Mitarbeiter der CIA, der eine grundsätzliche Schwäche der Geheimdienste benennt: "Die Leute glauben immer, sie würden das Ergebnis kennen und dann gucken sie zurück und finden die Belege, die dazu passen. So entsteht ein Gruppendenken, bei dem sich die Leute gegenseitig bestätigen."
Weitere Artikel: Hendrik Hertzberg kommentiert unter der Überschrift "Der Knatsch" die gegenseitigen Attacken zwischen Barack Obama und den Clintons im Vorfeld des Super Tuesday. James B. Stewart beschreibt, wie und warum Stephen Schwarzman, Chef und Mitbegründer der Blackstone Group, zum erklärten Schuft der Wall Street wurde. Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Free Radicals" von Alice Munro und Lyrik von Richard Wilbur, Kathleen Graber und Robert Pinsky.
John Updike stellt eine Gesamtausgabe der Romane von Flann O?Brien vor (Everyman's Library). Sasha Frere-Jones porträtiert die R&B, Soul- und HipHop-Sängerin Mary J. Blige. Peter Schjeldahl führt durch neue Ausstellungsräume im Metropolitan Museum of Art, in denen unter anderem Werke von Philippe de Montebello, Corot und weitere Kunst des 19. Jahrhunderts zu sehen sind (hier Bilder). Und Anthony Lane sah im Kino die Actionkomödie "In Bruges" von Martin McDonagh und Eran Kolirins Überraschungsdebüt "The Band?s Visit" ("Die Band von Nebenan"), der in Cannes laufen wird.
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Gazeta Wyborcza (Polen), 02.02.2008
"Man mag nicht glauben, dass die Verhaftung von Siemion Mogilewitsch, einem der Bosse der postsowjetischen Mafia, unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung, zufällig erfolgt ist", schreibt Marcin Wojciechowski zum Fall des russisch-ukrainischen "Al Capone", der sich bisher einem internationalen Haftbefehl entzogen hatte. "Vielleicht geht es darum, den einst praktischen Vermittler im Gashandel mit der Ukraine zu beseitigen. Vielleicht geht es aber auch darum, dem Putin-Nachfolger Medwedew zu helfen, zwielichtige Geschäftspartner aus seiner Zeit als Vorstandschef von 'Gazprom' still zu halten".
In der Debatte um Jan T. Gross' Buch "Fear" meldet sich der Historiker Dariusz Libionka zu Wort, der seinerzeit an der Aufarbeitung des Falles von Jedwabne durch das IPN mitgewirkt hat. Vom Stand der Diskussion ist er enttäuscht: "Gibt es ein Problem? Dann reden wir nicht darüber - so sieht die wissenschaftliche Debatte in Polen aus". Auch wenn er Gross' Thesen streitbar findet, so konstatiert er: "Er berührt Themen, über die wir endlich lernen müssen, vernünftig zu reden. Es wird doch sowieso die ganze Zeit über Juden gesprochen: zu Hause, in der Schule, auf der Straße".
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The Economist (Großbritannien), 02.02.2008
Gleich zwei Bücher, Mark Sagemans "Führerloser Dschihad" und "Der Fünf-Fronten-Krieg" von Daniel Byman, untersuchen die Terror-Netzwerke von heute und morgen und zerstören dabei, wie der Economist in seiner Besprechung ausführt, den einen oder anderen Mythos über ihr Funktionieren: "Es wäre ja vielleicht tröstlich zu glauben, dass zornige junge Islamisten verrückte Psychopathen oder sexuell ausgehungerte Heranwachsende sind, die in finsteren Koranschulen gehirngewaschen werden. Mark Sageman aber... räumt in seinem beunruhigenden Bericht mit diesen und anderen Mythen auf. Er erklärt, wie Al-Quaida sich von einer Organisation unter Führung von Osama Bin Laden in eine amorphe Bewegung verwandelt hat - einen 'führerlosen Dschihad'."
Weitere Artikel: Das chinesische Internet hat inzwischen 210 Millionen Nutzer - die sich, wie der Economist weiß, kaum für nur rudimentär existierendes Online-Shopping, aber sehr für illegale Downloads ausländischer Filme, Klingeltöne, Online-Communities und Online-Multiplayer-Spiele interessieren. Besprochen werden unter anderem Marcus du Sautoys mathematische Geschichte der Symmetrie "Den Mondschein finden", Brett Kahrs psychologische Untersuchung "Wer hat in deinem Kopf geschlafen" über sexuelle Fantasien und Peter Ackroyds kurze Biografie von Edgar Allan Poe mit dem Titel: "Poe: Ein abgekürztes Leben".
Die Titelgeschichte fragt, von einer Bombe mit brennender Zündschnur illustriert: "Hat der Iran gewonnen?"
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The New York Times (USA), 03.02.2008
James Traub legt für das Magazin ein episches und gerechtes Porträt a l'americaine über den französischen Außenminister Bernard Kouchner vor. Erzählt wird selbstverständlich auch Kouchners eigentliche Erweckungsszene, die Erkenntnis, dass die Politik des Roten Kreuzes in Biafra, wo er 1971 als Arzt weilte und ungeheures Elend sah, nicht ausreichte. Denn das Rote Kreuz untersagte ihm politische Kommentare zu dem, was "Kouchner und seine Freunde als einen staatlich finanzierten Genozid sahen und als eine Rechtfertigung von Passivität angesichts des Holocaust. Zurück in Paris ließ Kouchner eine Petition kursieren, die Nigeria verurteilte. Sartre und de Beauvoir und andere unterzeichneten. Und er und seine Arztkollegen gründeten eine Organisation, die Nothilfe nach politischen oder Naturkatastrophen leiste, die Medecins sans Frontieres."
In der Book Review berichtet Motoko Rich, dass Daniel Menaker den Randomhouse-Verlag verlässt, um im Internet eine Bücher-Talkshow nach dem Vorbild der französischen Sendung "Apostrophes" zu gründen. Besprochen werden David Rieffs Erinnerungen an seine Mutter Susan Sontag (erstes Kapitel), Kwame Anthony Appiahs neue Studie "Experiments in Ehtics", in der sich der Philosoph mit Experimenten der Hirnforschung auseinandersetzt, und Jonathan Carrs Wahnfried-Saga "The Wagner Clan".
Archiv: Magazinrundschau
Morbid-intimes Sentiment
07.02.2012. Der Economist und Himal schildern die unerfreuliche Lage Homsexueller in islamischen Ländern. Wired porträtiert die Pariser Untergrundbewegung Urban eXperiment. Dem Guardian läuft in Wien ein Proustscher Schauer über den Rücken. Caffe Europa betrachtet die verführerische Unordnung in Japan. In Russland können Linke, Rechte und sogar Liberale Nationalisten sein, notiert Nicu Popescu in Open Democracy. Sony untergräbt die langsame Liberalisierung der indischen Zensur, fürchtet Outlook India. Die NYRB fühlt mit kleinen mutlosen Italienern. Mehr lesen
Pakt des Nicht-Lesens
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels. Mehr lesen
So roch die Welt der Männer
24.01.2012. Wie schnell man sogar als Ingenieur arbeitslos werden kann, lernt die NYT. Eh alles nur bezahlte Bourgeoisie, schnaubt Slavoj Zizek in der London Review. Il Sole weint über einen lachenden Vincenzo Consolo. In Newsweek warnt Simon Schama die Amerikaner vor der kulturellen Nekrophilie der Briten. In Babelia ruft Javier Goma Lanzon: Lobt mich! Outlook India ärgert sich über die Feigheit indischer Politiker vor religiösen Fanatikern. GQ erzählt von einem gruseligen Fall von Webcam-Hijacking. In der NYRB sucht Simon Leys mit Liu Xiaobo die Wurzeln des heutigen Zynismus. Quo vadis, Hungaria, fragt Osteuropa. Mehr lesen
Ständige Verwirrung
17.01.2012. Im Guardian blicken arabische Autoren nach vorn. The Atlantic betrachtet eine Jammergestalt im Chanelkostüm. In Nepszabadsag erkennt der Dramatiker György Spiro im heutigen Ungarn das Frankreich des 19. Jahrhunderts. In Open Democracy wünschen sich Boris Akunin und Alexej Nawalnyj, Russland hätte die gleiche Anziehungskraft wie Amerika - oder China. Businessweek findet Microsofts Steve Ballmer nicht so irrelevant wie Steve Jobs. The Awl verkündet das grünste Ding in Sachen Bestattung. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Hm, das ist komisch
10.01.2012. Werden Bücher bald eine Art Wiki von Autor und Übersetzer, fragt Il Sole 24 Ore. Rue 89 berichtet aus dem Tangokrieg in Buenos Aires. Wie wurde Luther populär? Mit Hilfe sozialer Netzwerke, weiß der Economist. In Guernica spricht die koreanische Dichterin Kim Hyesoon mit der Stimme des Außenseiters. Die Boston Review denkt mit Michael Nielsen über wissenschaftliche Evidenz nach. In Vanity Fair lässt Christopher Hitchens ein, zwei Dostojewskis fallen. Der New Yorker schildert den Einstieg Youtubes ins TV-Geschäft. Mehr lesen
Das Ohr des Präsidenten
03.01.2012. Es ist ja doch was dran an diesem französischen Philosophen mit der üppigen Haarmähne, staunen New York Magazine und TLS. Die Revista Piaui porträtiert einen irakischen Geologen, der die Norweger vor ihrer Ölindustrie beschützt hat. Die New York Review of Books stellt nach Lektüre der Briefe von Georgia O'Keefe und Alfred Stieglitz fest: schlechte Behandlung macht die Frau zum Charakter. Al Ahram veröffentlicht das Manifest eines ehrenwerten Bürgers. Slate.fr meldet: Auf kanadischen Webseiten kann man jetzt legal und kostenlos Celine runterladen. Wired begutachtet das United Artists des Internets. Mehr lesen
Blicken Sie ins Dunkel
20.12.2011. In der Lettre erklärt Peter Nadas, an welcher Station die Ungarn auf ihrem langen Marsch in die Demokratie gerade angekommen sind. Im New Statesman rühmt Slavoj Zizek die Mordmaschine Coriolanus. Im Guardian staunt Julian Barnes über den Unterschied zwischen Essay und Essai. In Elet es Irodalom erkennt Adam Michnik keinen Unterschied zwischen lechts und rinks mehr. Nonfiction.fr fordert eine Liberalisierung der Migration. Prospect skizziert die Zukunft der Literatur: Sie ist kurz, aber ernst. Mehr lesen
Die Treppe für Texte
13.12.2011. Alles hat sich in den letzten dreißig Jahren verändert, nur in den Künsten herrscht Stillstand, meint Vanity Fair. Manchmal ändern sich die Dinge auch im Untergrund, meint die NYT mit Blick auf das Alphabet N'Ko. In der LRB meldet Jenny Turner den Tod der Schwesterlichkeit. Guernica stellt das Festival LagosPhoto vor. Der Kindle ist ein Buch, freut sich Martin Caparros in Letras Libres. In The Nation setzt sich Jorge Volpi mit dem Liberalismus Enrique Krauzes auseinandern. In Le monde diplomatique feiert Tim Parks die mobilisierende Kraft des Wuchers. Mehr lesen
Diese glühbirnenköpfige Kreatur
06.12.2011. Wired porträtiert den neuen Steve Jobs: Jeff Bezos. Telerama empfiehlt eine neue Lektüre von Frantz Fanon. Die Columbia Journalism Review verteidigt den institutionellen Journalismus. In MicroMega geißelt Roberto Saviano die Omerta in Norditalien. Für Salon.eu.sk blickt Viktor Jerofejew in den Kreml-Himmel. In der NYRB setzt Daniel Kahnemann ganz klar auf System Zwei. Im Guardian erzählt der Kinderbuchautor Shaun Tan, was Australier mit Finnen gemeinsam haben. Und in Guernica erklärt Occupy-Erfinder Kalle Lassn, warum er heute eher die Zionisten als die Juden der Kriegstreiberei bezichtigen würde. Mehr lesen
Lesen, aber nicht berühren
29.11.2011. Marokkaner sind genauso freiheitshungrig wie Tunesier, erklärt der Aktivist Hisham Almiraat in open Democracy. Aber ihre Eliten sind feige, fürchtet der marokkanische Journalist Driss Ksikes in Le Monde. Im Merkur verabschieden sich Karl Heinz Bohrer und Kurt Scheel. Die LRB reist nach Griechenland. El Pais Semanal unterhält sich mit dem Sohn des letzten spanischen Scharfrichters. Der New Yorker bescheinigt der Fantasyliteratur einen Sinn für Verlust. Mehr lesen
Ein veritabler Brocken
22.11.2011. Die Columbia Journalism Review erzählt am Beispiel der Zeitung San Jose Mercury News, wie man kämpfen und trotzdem verlieren kann. Capital New York erzählt, wie die Huffington Post zum journalistischen Schwergewicht werden will. Prospect überlegt, wie man Computerspiele für den Film fruchtbar machen kann. Elet es Irodalom warnt vor der Vertreibung des sozialistischen Fußballs aus der ungarischen Geschichte. Der Berlusconismus funktioniert auch ohne Berlusconi, fürchtet MicroMega. Vorsicht vor pakistanischen Kleintransportern, warnt The Atlantic. Mehr lesen
Aber man vibriert
15.11.2011. Den Buchhandlungen geht es gut, meldet Bloomsberg Businessweek, solange sie klein sind. Telerama stellt französische Pioniere des Internetjournalismus vor. Im New Yorker geht Jane Kramer ihr Essen sammeln. In El Espectador denkt Hector Abad positiv, John Gray in The New Republic negativ. In Eurozine beruhigt Charles Taylor einen polnischen Linkskatholiken: der Klassenkampf ist ausgetragen. In der Boston Review möchte Lawrence Lessig, dass die Amateure regieren. Im Walrus Magazine sucht Toni Jokinen mit Richard Strauss den Italiener in sich. Mehr lesen
Das Kulturerbe der Muppets
08.11.2011. Eltern können sich ändern, sogar, wenn sie irisch-katholisch sind, erzählt Anne Enright in der Montreal Gazette. Im Iran redet man, um zu schweigen, erklärt Amir Hassan Cheheltan in Guernica. Das TLS liest, wie sich Samuel Beckett gegen James Joyce behauptete. 1000 Belgier schaffen mehr als eine Regierung, behauptet das Manifest des G1000. "Das System gefällt uns nicht!" ruft Magyar Narancs. Mehr lesen
Die Früchte der Revolution
01.11.2011. Der New Yorker reist nach Libyen. Ohne Universalismus gibt es keine Menschenrechte, erklärt Caroline Fourest in Le Monde. Der Grüne ist klassenlos, behauptet der Merkur. Il Sole 24 Ore findet nur noch Italiener, aber kein Italien mehr. Die New York Times erklärt am Beispiel von Pauline Kael, wann es für Kritiker Zeit ist aufzuhören. Mehr lesen
Warum nicht alles?
25.10.2011. In Ägypten ist die Opposition mit dem Beifahrersitz zufrieden, erzählt The Daily Beast. Al Ahram plädiert dafür, dass die Kopten nicht so für sich bleiben. Haaretz interviewt Salman Rushdie. Fast Company kündigt den Großen Krieg 2012 an. In Babelia erklärt der Philosoph Jose Luis Pardo, wie wir ganz leicht aus der Finanzkrise herauskommen. Die NYT besucht Haruki Murakami. Mehr lesen








