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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Raum für ein paar härtere Fragen

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag Mittag

20.10.2014. Nicht das Virus, sondern das katastrophale Gesundheitswesen in Liberia ist schuld an Ebola, schreibt Harvard-Experte Paul Farmer in der LRB. Micromega verortet Papst Franziskus zwischen Sein und Schein. Vice betreibt die Archäologie des Northern Soul. In Quietus verlangt Teju Cole mehr Gehör für Nigeria. Télérama schüttet die Gräben zwischen den Generationen zu. Wenn Hector Abad mit nur einer einzigen Website auf eine einsame Insel surfen dürfte, dann wäre das die Wikipedia, erklärt er in El Espectador.

London Review of Books (UK), 23.10.2014

Paul Farmer, Professor für Weltgesundheit an der Harvard-Universität und gerade aus Liberia zurückgekehrt, berichtet in einem sehr nüchternen, gleichwohl erschütternden Text von der Ebola-Epidemie. Die hohe Todeszahl erklärt Farmer nicht mit einer besonderen Aggressivität des Virus, sondern mit der katastrophalen Gesundheitsversorgung: "Selbst bevor die gegenwärtige Krise viel medizinisches Personal tötete, arbeiteten weniger als 50 Ärzte im staatlichen Gesundheitssystem in einem Land mit vier Millionen Menschen, von denen viele in abgelegen Regionen leben. Auf 100.000 Einwohner kommt ein Arzt, verglichen mit 240 in den USA und 670 in Kuba. Gut ausgerüstete Krankenhäuser gibt es noch weniger als Personal, und zwar im gesamten, von Ebola betroffenen Gebiet. Ebenso rar ist Schutzmaterial: Anzüge, Handschühe, Masken, etc. In Liberia gibt es nicht das Personal, das Material und den Raum, um die Infektionen zu stoppen, die durch Körperflüssigkeiten verbreitet werden, einschließlich Blut, Urin, Muttermilch, Schweiß, Sperma, Erbrochenes und Exkremente. Der Ebola-Virus wird während der Erkrankung verbreitet und danach: Er bleibt am Leben und infektuös, lange nachdem sein Wirt den letzten Atemzug getan hat. Das Vorbereiten der Toten für die Beerdigung hat Hunderte von Trauernden zu Ebola-Opfer gemacht."

Weiteres: Owen Hatherley staunt, wie es der linke Labour-Kritiker Owen Jones mit seinem Buch "The Establishment and How They Get Away with It" geschafft hat, von der neoliberalen Parteiführung ernstgenommen zu werden. Michael Hoffmann hat für Martin Amis' Auschwitz-Roman "The Zone of Interest" nur sehr zweischneidige Komplimente übrig ("Gleich zweimal gelesen und noch immer ist nichts hängen geblieben"!). Und Adam Shatz feiert David Van Reybroucks jetzt auch auf Englisch erschienenes Geschichtsepos "Kongo".

Stichwörter: Ebola, Liberia

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MicroMega (Italien), 15.10.2014

Valerio Gigante veröffentlicht einen kundigen und recht kritischen Hintergrundtext zur Bischofssynode, mit der Papst Franziskus Anstöße zur Reform familienrechtlicher Direktiven der katholischen Kirche geben wollte. Dass wiederverheiratete Geschiedene nach wie vor zur Kirche gehören, wie  der ungarische Kardinal Erdö betonte, ist für Gigante eine bloße Binsenwahrheit: "In Wirklichkeit zeichnet sich durch die Erklärung Erdös nur noch deutlicher die extreme Zweideutigkeit ab, die auch die Synode insgesamt charakterisiert: Es gibt eine Menge Sperenzchen, Erklärungen, die Neuigkeiten, Wenden, Revolutionen verkünden, viele Kommissionen, Debatten, Studien zur Vertiefung von Fragestellungen, aber wenige, sehr wenige Antworten auf die Probleme, die die Gegenwart aufwirft und auch der katholischen Kirche stellt."

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Vice (USA), 16.10.2014

Die Northern-Soul-Szene im England der 60er Jahre hat das heutige Verständnis von Clubbing entschieden geprägt, erfahren wir in diesem Gespräch, das Georgia Rose mit der Regisseurin Elaine Constantine führt, deren Spielfilm "Northern Soul" dieser Tage in die britischen Kinos kommt und eine Hommage an die Clubszene darstellt, aus der Subkulturen wie die Mods und die ursprünglichen Skinheads hervorgegangen sind. Und man erfährt, was es mit den "Cover-Ups" der damaligen DJs auf sich hat, speziellen Songs, die nur sie im Repertoire hatten: "Die DJs oder Plattensammler damals gingen etwa in die USA, um Songs ausfindig zu machen, von denen sie wussten, dass sie noch nicht in der Szene kursierten. Nehmen wir mal an, der Typ, der ihnen die Scheibe verkaufte, meinte, 'Also gut, von dieser Platte gibt es nur noch fünf Stück. Drei davon habe ich, zwei weitere sind irgendwo da draußen.' Der DJ kaufte dann alle drei, überdeckte die Labels mit einem weißen Aufkleber und gab dem Song einen neuen Titel. So wusste keiner, um was für eine Platte es sich handelte. Er war die einzige Person, der diesen Song in seinem Besitz hatte. Wenn der Song was taugte - wenn er die Tanzfläche füllte -, dann wurde er zum Song dieses DJs: Sein Cover-Up. ... Doch wenn dann ein anderer die restlichen Exemplare ausfindig machte, dann wurde der DJ bloßgestellt. Und von nun an kannte man den Song unter seinem richtigen Titel."

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Stichwörter: Northern Soul

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Eurozine (Österreich), 16.10.2014

In einem Rückblick auf die Geschichte der Ukraine und die jüngste Debatte übt Timothy Snyder auch scharfe Kritik an der deutschen Öffentlichkeit (der Text steht auf Deutsch in Transit, auf Englisch online in Eurozine): "Deutsche erkennen die Verbrechen gegen Juden und gegen die Sowjetunion an (die fälschlich mit Russland gleichgesetzt wird), aber fast niemand in Deutschland konzediert, dass die Ukraine das zentrale Objekt deutschen kolonialen Denkens war. Deutsche Politiker von der Prominenz eines Helmut Schmidt schließen die Ukrainer aus der normalen Geltung des Völkerrechts aus. Die Idee, dass die Ukrainer nicht 'normal' sind, bleibt bestehen, mit dem bösartigen Dreh, dass man Ukrainer für Verbrechen verantwortlich macht, die deutsche Politik waren und ohne den deutschen Krieg und die Kolonisierung nicht geschehen wären." Auch bei Transit selbst stehen einige aktuelle Texte zur Ukraine online.

Empfehlenswert in Eurozine außerdem Sonja Pyykkös Porträt über den aus Rumänien stammenden ungarischen Autor György Dragomán, dessen Roman "Der weiße König" auch die deutschen Kritiker tief beeindruckte. Er spricht über das Leben in der Diktatur und seine Enttäuschung über Ungarn, wo er heute lebt: "Ein Hauptproblem in Ungarn ist, dass die alten Akten niemals geöffnet wurden und die Ära der Geheimnisse niemals endete. Heute ist es zu spät, 25 Jahre sind vergangen. Es geht nicht um Prozesse, sondern um das Recht zu wissen. Das schlimmste am Leben in totalitären Systemen ist das Ratespiel, man ist nie sicher, wer die Informanten sind."

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Boston Globe (USA), 11.10.2014

Die DDR war ein perfektes Labor für Experimente, schreibt Leon Neyfakh im Boston Globe, und das funktionierte auch noch nach dem Mauerfall. Neyfakh zählt einige Untersuchungen von Wissenschaftlern auf, die die Bevölkerungen Ost- und Westdeutschlands vergleichen, etwa eine Untersuchung der Ökonomen Helmut Rainer und Thomas Siedler, die den Einfluss des Lebens unter der Diktatur und der allgegenwärtigen Stasi ermittelte: "Nach ihrer Analyse vertrauten Ostdeutsche ihren Gesprächspartnern weit weniger als andere Gruppen. Ihr Misstrauen verschwand auch nur langsam, nachdem die Stasiherrschaft endete. Als die Forscher Daten des Jahres 2002 verglichen, wurde deutlich, dass sie auch nach mehr als einem Jahrzehnt Demokratie nicht vertrauensvoller waren."

Stichwörter: DDR, Überwachung

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Bookforum (USA), 07.10.2014

Walter Isaacson legt nach seiner Biografie über Steve Jobs einen Band über jene "Innovatoren" vor, die die Entwicklung des Computers und des Internets vorantrieben. Ein höchst lesenswertes Buch, findet Jacob Silverman im Bookforum, aber mit Einschränkungen, zum Beispiel in der nur untergründig mitschwingenden Frage des militärischen Anteils in dieser Geschichte: "Der Gedanke, dass einige der bedeutendsten Technologien nicht nur am Rande mit der stets mahlenden amerikanischen Kriegsmaschine zu tun haben, sondern aktiv von ihr finanziert und designt wurden, mag unbequem sein. Ihn zu akzeptieren - wie es etwa Steve Blank getan hat, der Tech-Veteran und Autor der populären Online-Vorlesung über 'Die geheime Geschichte des Silicon Valley' - würde auch die üblichen Hosiannas auf die digitalen Bahnbrecher ein wenig dämpfen und den Raum für ein paar härtere Fragen öffnen."

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Quietus (UK), 19.10.2014

Auch hierzulande hat Teju Cole mit seinem New-York-Flanier-Roman "Open City" für Aufsehen gesorgt. Nun ist in den USA sein zweites Buch, "Every Day is for the Thief", erschienen, ein mit vielen Parallelen zum Debüt durchwirkter Roman über einen New Yorker, der Nigeria durchstreift. Damit verfolgt der selbst in Nigeria aufgewachsene Cole ein klares Anliegen, wie er im Interview mit Nathalie Olah erklärt: "Ich gelange immer wieder zur der Ansicht, dass Nigeria ein Land von der Größe Frankreichs mit 122 Millionen Einwohnern ist. Und ich glaube, rein rechtlich gesehen, sollte ein Land dieser Größe eine Stimme in der Welt haben. In den USA gibt es vielleicht doppelt soviel Leute und von denen hören wir sicher eine Menge. Wieso? Als Menschen sind sie nicht wichtiger. Es gibt weniger Franzosen als Nigerianer. Auch weniger Briten und von denen hören wir auch eine Menge. In diesem Sinn habe ich einen sehr klaren Ansatz, was Rechte und Gleichberechtigung betrifft, und er lautet: Jede nigerianische Person sollte genauso wichtig sein wie jede andere Person."

Stichwörter: Teju Cole, Nigeria

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Telerama (Frankreich), 20.10.2014

Der Mythos von der vielversprechenden Jugend, die Hoffnung für die Zukunft macht, schleift sich ab. Das meint jedenfalls die Historikerin Ludivine Bantigny, die viele Klischees über die Jungen für schlicht nicht zutreffend hält. Im Gespräch mit Michel Abescat erklärt sie, warum es wenig sinnvoll sei, von "der" Jugend zu sprechen, da es sich dabei um einen schwankenden Begriff handele, der keineswegs zu jeder Zeit oder in jeder Gesellsckaft existiert habe. Kritisch sieht sie auch den behaupteten "Generationskonflikt", jedenfalls ins unseren heutigen Gesellschaften: "'Riss' und 'Generationskonflikt' sind starke Begriffe und Synonyme für Kluft, Opposition, Feindseligkeit. Die wahren Gräben verlaufen nicht zwischen Generationen, sondern eher bei der gesellschaftlichen und beruflichen Zugehörigkeit oder auf der Ebene des Bildungsabschlusses. Sie bilden die Trennungslinien innerhalb der Jugend, genau wie in der gesamten übrigen Gesellschaft. Nicht die Zugehörigkeit zu verschiedenen Generationen."

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Espectador (Kolumbien), 19.10.2014

Héctor Abad, der eigentlich die neueste Ausgabe des Wörterbuchs der Königlichen Spanischen Akademie feiern möchte, nutzt die Gelegenheit, um die Wikipedia hochleben zu lassen: "Wenn ich mir nur eine einzige Website (ich hab's nachgesehen: auch dieses Wort steht im neuen Wörterbuch der Akademie) auf eine einsame Insel mitnehmen dürfte, würde ich Wikipedia auswählen. Ich weiß, gebildete Menschen verachten Wikipedia. Allerdings vermute ich, eine Art Neid ist der Grund dafür, dass sie so viel daran auszusetzen haben und so große Gefahren darin sehen. Ich, der ich nicht besonders gebildet bin, hege die gleiche Verehrung für Wikipedia wie die Schriftsteller früherer Zeiten für die Encyclopaedia Britannica (die ich ebenfalls besitze, aber fast nie mehr aufschlage, unter anderem weil zum Beispiel in meiner Ausgabe der heutzutage unverzichtbare Begriff Ebola nicht auftaucht). Meine Wikipedia-Verehrung geht soweit, dass ich monatlich einen Obulus (hat nichts zu tun mit Ebola) dafür spende, dass es mich von meiner eselhaften Dummheit befreit."

Stichwörter: Hector Abad, Wikipedia

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HVG (Ungarn), 08.10.2014

Der junge Schriftsteller Márton Gerlóczy (33) arbeitet gegenwärtig an einem Drehbuch für Szabolcs Hajdus Verfilmung des Dostojewski-Klassikers "Der Spieler". Im Interview mit Tamás Ligeti Nagy erklärt Gerlóczy, warum er sich für Schriftsteller zuletzt interessiert: "Mich kümmern Erfolgsmeldungen oder Auszeichnungen nicht. Für mich ist der Nachhall des Erfolgs interessant. (...) Ich suche die Gesellschaft der Schriftsteller nicht. Natürlich habe ich Freunde die zugleich Schriftsteller sind, aber ich gründe keine Kreise und organisiere keine Lesungen. Ich mag die Schriftsteller, die Schriftsteller nicht ausstehen können. Ich laufe gerne verkleidet herum und nicht mit einem Schriftsteller-Nummernschild auf meinem Hintern."

Stichwörter: Marton Gerloczy

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Virginia Quarterly Review (USA), 21.10.2014

Armut, Krieg und Leid machen die Menschen nicht barmherziger. Diese Erfahrung machen viele Helfer in Syrien, erzählt Joshua Hersh in einer großen, von Danijel Žeželj illustrierten Reportage. Oft sind die Helfer Teil des Problems, aber oft scheitern sie auch einfach an menschlichen Schwächen. Ein Helfer aus Syrien, Hersh nennt ihn Abu Gharbeh, erklärt das an einem Beispiel: Eine Hilfsorganisation lieferte 2013 ungeplant Schuhe in einem Flüchtlingslager aus: "'Sie lieferten drei- oder viertausend Paar Schuhe, brachten sie in ein Depot und verteilten sie von dort aus einfach aus dem Fenster heraus', erzählt er. 'Es herrschte totales Chaos, es war keine besonders intelligente oder würdevolle Handhabung.' Die Verteilungsaktion geriet schnell außer Kontrolle, und Abu Gharbeh beobachtete, wie die Kinder vorn Schuhe einsammelten, nach hinten liefen und sie dann an Leute verkauften, die sich nicht durchkämpfen konnten. Ein paar Tage später sah er, als er durch das Camp ging, wie Dutzende von Schuhen auf dem Markt verkauft wurden. 'Es zeigt sehr gut', meint er, 'wie das ganze System funktionierte oder eben nicht'."

Stichwörter: Flüchtlingshilfe, Syrien

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Archiv: Magazinrundschau

Wie mit weißer Tinte geschrieben

14.10.2014. Drei amerikanische Medien sehen schwarz in Afrika: Die Newsweek überprüft George Clooneys Engagement für den Südsudan. Der New Yorker schildert die von Frankreich gerade so gestoppte Selbstzerfleischung der Zentralafrikanischen Republik. In der New Republic bezweifelt Martha Nussbaum den Sinn westlichen Engagements. Ungarische Magazine beschreiben, wie Intellektuelle sich vom Regime glattschleifen lassen. Im New Statesman unterhält sich Grayson Perry mit Martin Amis. Télérama widmet sich der krisenhaften Beziehung von Truffaut und Godard. Mehr lesen

Sex ist Komödie

07.10.2014. Der New Yorker begleitet die Müllmänner von Kairo. Nepszabadsag fragt, warum die EU einen Mann zum Bildungskommissar ernennen will, der in Ungarn die Medien kastriert hat. In Perfil erzählt Martin Kohan, warum die Vergangenheit nichts Unverrückbares ist. In Slate.fr erklärt Luc Dardenne, warum seine Filme mehr Intuition als Moral haben. Das New York Magazine lässt Drohnen fliegen. Der Mars ist die Grenze, ruft Elon Musk in Aeon. Mehr lesen

Silber unter das Blau

30.09.2014. Vice erzählt, wie die internationale Frauenbrigade Al-Khansa-Brigade des IS die Frauen im syrischen Raqqa inspiziert. Der New Yorker schildert, wie geschickt die Kurden für einen eigenen Staat kämpfen. Außerdem bewundert er die Schattierungen von Blau des Malers Chris Ofili auf Trinidad. Fortune stellt die ENIAC-Frauen vor, die das Programmieren erfanden. Bloomberg erzählt, warum die USA längst ein Mittel gegen Ebola haben könnten. Linkiesta staunt, wie gut die chinesische mit der italienischen Mafia kann. Die BBC porträtiert den erfolgreichen griechischen Bankräuber und Volkshelden Vassilis Paleokostas. Mehr lesen

Aurale Zwischenposition

23.09.2014. Vanity Fair erklärt, warum gerade die schnelle Hilfe die Verbreitung des Ebola-Virus begünstigt hat. La vie des idees schildert die ungleiche Behandlung von Muslimen und Juden in Frankreich. Medium begleitet freiwillige Rettungshelfer durch Aleppo. Der Guardian versinkt in der Korruption Timbuktus. IndieWire analysiert den komplexen Signifikanten in Steven Soderberghs Mini-Serie "The Knick". Die Financial Times fragt sich, ob Firmen-PR der neue Journalismus ist. Die New York Times weiß, wann Politiker zu Promis wurden. Mehr lesen

Dieser Ahhhhhhh-Moment

16.09.2014. In El Pais Semanal erklärt Javier Cercas, warum Katalonien nicht Schottland ist. Im Guardian lehnt Howard Jacobson den totalen Sieg im Diskurs ab. Mehr erhabene Kunst fordert in Nepszabadsag der neue Direktor der Budapester Kunsthalle. Der New Statesman porträtiert den Bürger als Kriegsberichterstatter. The Atlantic besucht einen afghanischen Jungen, der ein Mädchen ist. Die Hudson Review trauert mit Berlioz um Hamlet. Der New Yorker sucht Wonder Women. Mehr lesen

Maoistische Synthese der Oppositionen

11.09.2014. Diese Woche war die Magazinrundschau so riesig, dass wir sie geteilt haben. Heute also der zweite Teil mit einem sehr lesenswerten Artikel von Assaf Sharon in der NYRB über die verfehlte Politik Netanjahus. Bookforum stellt eine Geschichte Gazas vor. Im Guardian gerät AL Kennedy über einen goldenen Ferrari ins Grübeln. In Eurozine beschreibt der Soziologe Boris Dubin die Machtlosigkeit der russischen Gesellschaft. Und das New York Magazine stellt die CEO Martine Rothblatt vor, die ihre Ehefrau als Computer hat nachbauen lassen. Mehr lesen

Zentrum und Peripherie

09.09.2014. Die London Review besucht die Ostukraine und stellt fest: alles Übel begann auf der Krim. Im Mittelweg 36 streitet Reinhard Merkel das ab: die Krim hat die Seperation doch gewählt. Die Blätter machen die Lösegeldzahlungen der EU verantwortlich für den Gewaltmarkt im Nahen Osten. Das Schreibheft erinnert an den Lyriker Uwe Greßmann. Pitchfork und Telerama trauern den analogen Zeiten nach. Und der New Yorker fragt, warum ein Arbeiter bei McDonalds so wenig verdient, dass er auf staatliche Essensmarken angewiesen ist. Mehr lesen

Allein die Schrift!

02.09.2014. Bloomberg Businessweek macht sich jung und guckt AwesomenessTV. Der Merkur staunt über die Textlastigkeit der Suhrkamp-Kultur. Das Chicago Magazine erinnert daran, wer zuerst Handys wollte: die Polizei. The Verge schildert den Titanenkampf zwischen Uber und Lyft. In HVG denkt Péter Esterházy über Kleinkariertheit nach. Die Poetry Foundation bewundert den "Emperor of Ice-Cream". Mehr lesen

Kompass des Bösen

26.08.2014. Im Spectator gibt der Historiker Tom Holland einen Einblick in die religiösen Vielfalt Mesopotamiens, die die Isis gerade zerstört. Vanity Fair erzählt die Geschichte der Madame Claude. Dawn stellt ein Buch über den muslimischen Zionismus in Pakistan vor. Kathrin Passig denkt in Funkkorrespondenz über die Nützlichkeit irrationaler Argumente nach. Die Public Domain Review erzählt, wie das Lachgas den Schriftstellern und Wissenschaftlern die Sprache verschlug. Das TLS liest eine neue Brecht-Biografie. Mehr lesen

Düster, aber gesund

19.08.2014. In Wired erklärt Edward Snowden, wie die besten Absichten direkt in die Hölle führen. Nepszabadsag fragt: Soll Imre Kertesz den selben Orden annehmen wie Göring? In Film Comment  will Alexander Sokurow dem Kino mit Literatur aus den Kinderschuhen helfen. Soziale Mobilität gibt es nicht, verkündet der Soziologe Jules Naudet in Les inrockuptibles. The Dissolve freut sich auf den Pepys aus Hollywood. Mehr lesen

Ein weiterer Pfannkuchen

12.08.2014. The Nation porträtiert Alessandro Spina, Chronist des Untergangs des italo-arabisch-ottomanischen Universums. Die London Review wird von einem Stalker verfolgt. Al Ahram fragt: Was wollen die Palästinenser? Im New York Magazine schildert Werner Herzog seine einzige Drogenerfahrung mit Marmelade von Popol Vuh. Bloomberg Businessweek erzählt, wie Tony Blair versuchte, Gaddafis Geld zu verwalten.
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Der Wille zur Jacht

04.08.2014. Telerama und der New Yorker suchen den Aufstieg über den krummen Pfad. Elet es Irodalom und das San Francisco Magazine freuen sich über die Demokratisierung der Kritik durch das Internet. Harper's Magazine beantwortet die Frage, ob James Joyce Syphilis hatte. MicroMega porträtiert den linken uruguayischen Staatspräsidenten Pepe Mujica als Franziskaner. Medium begleitet Obdachlose zu Tests für die Pharmaindustrie. Pitchfork feiert die Renaissance des Vinyl. Mehr lesen

Der Leser, den ich liebe

29.07.2014. The New Republic jagt einen Sturm namens William T. Vollmann. In der New York Review of Books lernt Jonathan Freedland von Ari Shavit, was linker Zionismus ist. Die London Review of Books porträtiert einen doppelt impotenten Alain Robbe-Grillet. Hairpin porträtiert eine Giftmörderin des 17. Jahrhunderts, die Marquise de Brinvilliers. Pacific Standard fragt: Was ist Ihre DNA wert? Der New Yorker sucht das weibliche Hirn bei Radikalfeministinnen und Trans-Frauen. Mehr lesen

Tutanchamun und der Teacher

22.07.2014. Wenn der Westen sich mit Palästina beschäftigt, beschäftigt er sich meist mit sich selbst, lernt The Nation. Der  spanische Schriftsteller Jorge Carrión besucht für El Pais Semanal die Welthauptstadt der Sekten. Der Guardian sammelt Stimmen schottische Autoren zum Referendum. The Humanist bewundert die neuen Formen Teju Coles. Die Huffington Post analysiert die wahre Identität der Techno-und Elektro-Szene in Paris. Wired verschickt seine Post demnächst nur noch mit Dark Mail. Mehr lesen

So viel Schönheit

15.07.2014. Der Globe and Mail stellt Larry, den Hummer vor. Der Pacific Standard porträtiert die "Organ-Detektivin" Nancy Scheper-Hughes. Fördert Truvada, die "morning-after"-Pille gegen HIV, heißen Sex unter Homosexuellen, fragt das New York Magazine. Die LRB hat wenig Hoffnung für den Irak, etwas mehr für in Brooklyn lebende Literaten. Der argentinische Autor Martín Caparrós besichtigt für El Pais Semanal den größten Tresorraum der Welt für die Superreichen. Selbst Thomas Piketty betrachtet die Ungleichheit durch die Brille des Westens, murrt Le monde diplomatique. Und die NYT betrachtet den Ebookmarkt according to Amazon. Mehr lesen

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