Walter Isaacson

Steve Jobs

Die autorisierte Biografie des Apple-Gründers
Cover: Steve Jobs
C. Bertelsmann Verlag, München 2011
ISBN 9783570101247
Gebunden, 704 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Steve Jobs hat der digitalen Welt mit der Kultmarke Apple Ästhetik und Aura gegeben. Wo Bill Gates für solide Alltagsarbeit steht, ist der Mann aus San Francisco die Stilikone des IT-Zeitalters, ein begnadeter Vordenker, der kompromisslos seiner Idee folgt. Genial und selbstbewusst hat er trotz ökonomischer und persönlicher Krisen den Apfel mit Biss (Bite) zum Synonym für Innovation und Vision gemacht. Doch wer ist dieser Meister der Inszenierung, was treibt ihn? Walter Isaacson gewann das Vertrauen des Apple-Chefs und konnte als erster Biograf während der langjährigen Recherchen auf seine uneingeschränkte Unterstützung ebenso bauen wie auf die seiner Familie, seiner Weggefährten und auch der Kontrahenten. Entstanden ist das Buch über Steve Jobs und sein Unternehmen nicht nur für Apple-Fans.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.12.2011

Den Rezensenten Detlef Borchers hat Walter Isaacson mit seiner Steve-Jobs-Biografie durchaus bei der Stange gehalten. Isaacson schafft es nicht schafft, Jobs als einen sympathischen Menschen darzustellen, er zeigt ihn als Perfektionisten und Besessenen, als genialen Designer und Verkäufer. Aber da der Biograf seinem Sujet recht nahe gekommen ist, lernt Borchers viel über Jobs' Krebserkrankungen, über seine asketische Lebensführung oder seine Fähigkeit zur Realitätsverzerrung. Kaum etwas erfährt der Rezensent über Fehlentscheidungen oder die Selbstüberschätzung des Alltmächtigen (Stichwort "Apple ist Glauben"). Was er von dem Buch letztendlich hält, sagt Borchers nicht, er verweist auf seinen Kultcharakter in den USA und China, bemängelt aber doch die ganz und gar unperfekte deutsche Ausgabe. Im Silicon Valley, erinnert er noch einmal die Übersetzer, wird nicht Silikon in Gold verwandelt, sondern Silicium.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2011

Stefan Betschon schätzt die Ausgewogenheit an dieser Biografie über den großen Apfelmann Steve Jobs. Verfasst hat sie Walter Isaacson, der, wie Betschon uns informiert, schon Einsteins und Benjamin Franklins Lebensgeschichte aufgeschrieben hat, immer mit dem Gespür für das Geniale im Menschen. Mit dieser Erfahrung im Rücken, gelingt es dem Autor laut Betschon auch diesmal, auf einer breiten Basis von Interviews und Gesprächen ein informatives, sachlich präzises wie einfühlsames und gut strukturiertes Bild seines Gegenübers zu zeichnen. Technisches erläutert ihm der Autor ohne Jargon, Persönliches ohne zu psychologisieren. Dass dabei trotzdem nicht allzu viel Neues herauskommt, scheint den Rezensenten kaum zu stören. Und dass bei aller Bemühung um Distanz zu Jobs und seinem Lebenswerk doch hier und dort ein Heiligenschein aufblitzt, kann er dem Autor auch nicht verdenken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 27.10.2011

Für den Rezensenten Sebastian Moll ist diese Steve-Jobs-Biografie eine angenehme Überraschung. Kritiklose Lobhudelei hatte Moll befürchtet - stattdessen zeichne Walter Isaacson zwar das Bild eines "Übermenschen" , aber auch einer "nicht immer angenehmen" Persönlichkeit, versichert Moll. Für solch weniger angenehmen Facetten hält der Rezensent etwa, dass Jobs in jungen Jahren weder Gesetze noch Autoritäten respektiert habe - er sei ohne Nummernschild gefahren, habe Drogen genommen und das College abgebrochen, lesen wir (geradezu entsetzt!). Menschen in seinem Umfeld hätten unter seiner "Kontrollsucht" gelitten, schreibt Moll; seine erste Tochter habe Jobs jahrelang verleugnet und seinem krebskranken Körper zunächst eine adäquate Therapie verweigert. Freilich sei Jobs' Gefühl von Überlegenheit auch die Triebfeder seiner Kreativität gewesen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.10.2011

Bernd Graff rechnet es Walter Isaacson hoch an, dass er mit der von Steve Jobs 2005 selbst in Auftrag gegebenen und autorisierten Biografie des Apple-Firmengründers weder eine Heiligengeschichte noch eine küchenpsychologische Innenschau vorgelegt hat. Stattdessen hat der Rezensent hier eine anschauliche und vor allem sachliche Lebensgeschichte gelesen, die von extremen Höhen und Tiefen gezeichnet war, und in der Jobs Persönlichkeit überzeugend Gestalt gewinnt. Vielleicht erfährt man mehr zu speziellen Firmenentscheidungen und Apple-Interna als Not täte, räumt Graff ein. Dafür aber ist er Isaacson wirklich dankbar, dass er auch die problematischen Seiten der extrem facettenreichen Persönlichkeit Jobs' nicht unerwähnt lässt, was die vom Autor beschriebenen positiven Eigenschaften im Gegenzug dann auch glaubwürdig und nicht als einschmeichelnd erscheinen lassen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 27.10.2011

Rezensent Götz Hamann hat direkt in die Sonne geblickt mit Walter Isaacsons Biografie des Apple-Gründers, Design-Fetischisten und Unternehmergiganten Steve Jobs. Kritisch würde Hamann das nicht gerade nennen, was Isaacson hier vorgelegt hat, der Widerspruch etwa zwischen den chinesischen Hungerlöhnen und den kalifornischen Milliardengewinnen interessiert den Autor nicht nicht die Bohne. Deswegen hat der Rezensent in dieser "autorisierten Biografie" vor allem erfahren, wie Steve Jobs sich selbst gesehen hat, als großen Moralisten nämlich und Perfektionisten, vom unbedingten Willen getrieben, seine Vorstellungen bis ins kleinste Detail durchzusetzen. Das sei alles nicht neu, räumt Hamann ein, aber er kann sich gut vorstellen, wie Jobs Mitte der neunziger Jahre mit Larry Ellison am Strand von Hawaii Für und Wider einer feindlichen Übernahme von Apple durchdiskutiert: "Zwei Egomanen am Strand." Hamann blinzelt und rät zur Lektüre.