Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Magazinrundschau

Übermaß an Liebe

Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.

30.04.2013. n+1 geht den Tonarten Hilary Mantels nach. The New Republic bewundert die chinesische Einfachheit des georgianischen Dichters Edward Thomas. Slate.fr sucht eine neue revolutionäre Klasse. Rumänische Filmregisseure werden auf der ganzen Welt geachtet, nur nicht in Rumänien, lesen wir in HVG. In The National Interest sucht Walter Laqueur vergeblich nach der vielbeschworenen Marx-Renaissance. Der New Yorker liest Bücher über den amerikanischen Drohneneinsatz. Der Guardian erleidet den Liebestod.

n+1 (USA) , 24.04.2013

Bild zum ArtikelDie britische Autorin Hilary Mantel hat nicht immer historische Romane geschrieben, lernen wir von Namara Smith, die in einem längeren Text die Sprache in Mantels unterschiedlichen Romanen vergleicht. "Ihr fünfter Roman, 'Reizklima' (1994), beginnt: 'Eines Tages, als Kit zehn Jahre alt war, schnitt sich eine Besucherin in der Küche die Pulsadern auf. Sie begann gerade mit dieser kalten, schwierigen Art des Sterbens, als Kit hereinkam, um sich ein Glas Milch zu holen.' Jede Zeile beginnt und endet mit einer neutralen Formulierung - Kits Alter, ihr Glas Milch, das farblose 'sie begann gerade' - aber der Wechsel zwischen diesen banalen Beobachtungen und dem Gewaltakt im Zentrum betont die Distanz zwischen ihnen. Vor allem in Mantels frühen Romanen prägt dieser Wechsel des Ausdrucks ihre Redewendungen. ... In 'Wölfe', dem ersten ihrer historischen Romane über Thomas Cromwell, hat Mantels Prosa eine neue Tonart angenommen. Noch immer setzt sie sich aus der sorgfältigen Ansammlung indirekter Beobachtungen zusammen, doch wirkt das Bindegewebe ihrer Sätze loser, und die scharfen Formulierungen ihrer frühen Romane sind einem üppigen, beinahe Elisabethanischen Vokabular gewichen."

Während Einsatzkräfte nach dem flüchtigen Boston-Attentäter fahndeten, dachte Benjamin Kunkel über politisch motivierte Gewalt nach. Er bekennt, dass sie ihm - zumindest in der Phantasie - nicht gänzlich fremd ist: "Die freie Verfügbarkeit, auch für Verrückte, von Sturmgewehren mit großen Magazinen und die Verbrennung fossiler Energieträger weit über die Klimaverträglichkeit hinaus hängen, wie jeder weiß, mit einem Kongress zusammen, der überwiegend von Mietlingen der Waffenlobby und Ölfirmen besetzt ist. Ich könnte den ein oder anderen Senator erwürgen, wenn ich dazu imstande wäre. Nur wäre ich das nie."

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Elet es Irodalom (Ungarn) , 17.04.2013

Bild zum ArtikelDer Schriftsteller Eugen Ruge spricht am Rande des Budapester Literaturfestivals mit László J. Győri über die DDR in der Literatur: "Das (öffentliche) Bild der DDR wurde in den letzten Jahren in den Medien durch eine vereinfachte und nicht selten fragliche Darstellung gekennzeichnet: Mauer Stasi, Stacheldraht. Die Literatur vermittelt hier ein wahrhaftigeres Bild. Ich behaupte nicht, dass dies für alle Werke gilt, oder dass die Schriftsteller näher an der Wahrheit sind als andere, doch sicherlich muss die Literatur auf Programmchefs, Redakteure, oder Meinungen und Erwartungen von Außenstehenden weniger Rücksicht nehmen", sagt Ruge. Mit Ungarn will er die DDR nicht vergleichen, obwohl viele ungarische Kritiker über seinen Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" meinten, er könnte auch über Ungarn sein. "Die DDR-Bürger hatten Glück, sie hatten die BRD als eine Arte 'Senior-Partner', was natürlich nicht problemlos war. Was passierte, war in Wirklichkeit keine Vereinigung. Ich sehe das viel pragmatischer, wenn ich sage, die DDR schloss sich der Bundesrepublik an, sie verschmolz mit ihr. Sie übernahm die Gesetze, die Wirtschaftsordnung und die Gesellschaftspraktiken. Die Ostdeutschen sprangen mit einem Kopfsprung ins eisige Wasser des Kapitalismus, vielleicht ging die Ausnüchterung etwas schneller als in Ungarn."

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The New Yorker (USA) , 06.05.2013

Bild zum ArtikelSteve Coll stellt zwei neue Bücher von Journalisten vor, die sich mit dem heiklen Problem der von der amerikanischen Regierung angeordneten Tötung politischer Gegner befassen: "Dirty Wars" von Jeremy Scahill, Reporter bei The Nation ("Schmutzige Kriege" erscheint im Oktober auf Deutsch bei Kunstmann, hier ein Auszug in The Nation) und "The Way of the Knife" von Mark Mazzetti, der für die Times arbeitet. "Ohne juristische Überprüfung oder öffentliche Debatte haben Missbrauch und Übergriffe in gewaltiges Potenzial. In einer der beunruhigendsten Passagen seines Buchs schreibt Mazetti, dass, als sich die Anzahl der Toten in Pakistan erhöhte, Obamas Behörde einmal behauptete, die gestiegenen Drohnen-Schläge hätten keinerlei Zivilisten getötet. 'Das hatte was von einem logischen Trick', schreibt Mazetti. 'Denn in einem Gebiet, das für militante Aktivitäten bekannt war, wurden alle Männer im militärfähigen Alter als feindliche Kämpfer angesehen. Deshalb wurde dort jeder, der bei einem Drohnen-Anschlag ums Leben kam, als Kämpfer eingestuft."

Außerdem: Nicholas Schmidle geht der Frage nach, ob man der UCK, der Befreiungsarmee des Kosovo, all die "grotesken" Kriegsverbrechen, die man ihr anlastet - vor allem das Ausweiden und den Verkauf von Organen serbischer Gefangener -  auch tatsächlich wird nachweisen können; im Zentrum seiner ausführlichen Reportage steht der amerikanische Radiojournalist Michael Montgomery, der mithalf, das Massaker an 41 Kosovo-Albanern durch serbische Kräfte am 14. Mai 1999 aufzudecken. Und Emily Nussbaum stellt die zweite Staffel der TV-Serie "Veep" vor.

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Outlook India (Indien) , 06.05.2013

Bild zum ArtikelDie Begeisterung für das klassische Tamil-Kino bringt Aravind Adiga auf die Spur von Ashokamitran, einen 81-jährigen Autor, der in "My Year with the Boss" seine Erfahrungen als Werbetexter der Gemini Studios in den 50er Jahren zusammenfasste. "Zwar ist das Studio vor vielen Jahren abgerissen worden, doch ersteht es in den Seiten dieses schmalen Büchleins vor unseren Augen wieder auf: Der Tag, an dem Chou-En Lai vorbei kam, um sich eine Musik-und-Tanz-Szene anzusehen. Der Morgen, an dem Dev Anand nach Madras geflogen kam, nur um zu erfahren, dass die Arbeiten an seinem Film zwischenzeitig abgebrochen wurden und er noch am selben Abend nach Mumbai zurückkehrte. Die Art und Weise, wie das Make-Up so dick auf das Gesicht der Schauspieler aufgetragen wurde, dass sie es scherzhaft 'Pfannkuchen' nannten. Doch ist meine liebste Vignette die, in der Vasan auf der Reise durch Calcutta auf ein Kino stößt, dass einen neuen bengalischen Film statt seiner eigenen neuen Produktion zeigt. Der Chef kriegt einen Tobsuchstanfall und lässt den Film aus dem Kino entfernen, bringt aber die Kinorollen mit zurück nach Madras. Alle versammeln sich im Studio und schauen sich immer wieder diesen bengalischen Film an. Obwohl sie ihn nicht ganz verstehen, spüren sie, dass dieser Regisseur Talent hat. Der Filmtitel lautet 'Pather Panchali'."

Ein paar wenige Texte von Ashokamitran gibt es im Archiv von Outlook India, diese Playlist versammelt Klassiker des Tamil-Kinos und "Pather Panchali" steht in voller Länge auf Youtube:

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The Economist (UK) , 27.04.2013

Bild zum ArtikelEine Anhörung beim Supreme Court in Michigan lässt den Economist über den Sinn und Zweck von "affirmative action" (oder "positive Diskriminierung") nachdenken und zu einem eindeutigen Plädoyer gelangen: Der Staat sollte, trotz der langen Geschichte der Segregation, "farbenblind" sein und etwa bei der Vergabe von Studienplätzen auch gegenüber Angehörigen ethnischer Minderheiten allgemein gültige Maßstäbe ansetzen: "Eine Studie fand heraus, dass an manchen amerikanischen Universitäten schwarze Bewerber, die bei den Eignungstests um 450 Punkte (bei 1600 erzielbaren) schlechter abschnitten als asiatische, dennoch die selben Chancen auf einen Studienplatz haben. Das ist weder fair gegenüber Asiaten, noch ein Anreiz für Schwarze, auf der High School zu lernen. In ihrem Buch 'Mismatch' legen Richard Sander und Stuart Taylor Indizien vor, die den Schluss nahelegen, dass 'affirmative action' die Anzahl von Schwarzen, die sich als Anwälte qualifizieren, verringert, da sie schwarze Studenten an Law Schools verweist, für die sie schlecht vorbereitet sind, sodass viele von ihnen ihr Studium abbrechen. Wären sie an weniger herausfordernde Schulen gegangen, hätten sie ihren Abschluss wohl gemacht. Auch wenn die Gruppen, die von 'affirmative action' bedacht werden, in der Regel ärmer sind als ihre Nachbarn, sind es die Individuen, die daraus Nutzen ziehen, oftmals nicht." Ausführlicher dazu auch dieser Text.

Außerdem beobachtet der Economist den Fortschritt von 3D-Printern und blickt mit Sorge auf die global steigende Jugendarbeitslosigkeit.

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The New Republic (USA) , 28.04.2013

Adam Kirsch stellt einige Dichter vor, von denen man hierzulande kaum je gehört hat: Georgianische Dichter allesamt, die, so T.S. Eliot einst in boshafter Stimmung, "alles streicheln, was sie anfassen". Sie liebten besonders die Natur, die sie in schwärmerischen - oft etwas zu schwärmerischen - Tönen besangen. Kirsch las jetzt ein Buch über den Dichter Edward Thomas, der zwar unter Georgianern lebte, aber selbst keiner war. Der 1917 im Ersten Weltkrieg getötete Dichter war depressiv und in vielem ein echter Modernist, meint Kirsch: "Thomas ist of ein trauriger Dichter, manchmal sogar ein selbstmitleidiger, in der großen viktorianischen Tradition des Selbstmitleids. Aber in seinen feinfühligsten Momenten weiß er, wie man Natur so beschreibt, dass ihre Heiligkeit eingefangen wird ohne sie als heilig zu beschreiben - zufrieden zu sein mit einer Erfahrung, die er nicht beherrschen oder verlängern kann. In solchen Momenten versucht Thomas gar nicht mehr, das Gedicht zu beherrschen, und er erreicht eine abklingende Einfachheit, die den Leser unwiderstehlich an chinesische Poesie erinnert. Etwas von dieser Qualität kann man sogar in einem seiner berühmtensten englischen Gedichte hören, 'Adlestrop':

The steam hissed. Someone cleared his throat.
No one left and no one came
On the bare platform. What I saw
Was Adlestrop - only the name

And willows, willow-herb, and grass,
And meadowsweet, and haycocks dry,
No whit less still and lonely fair
Than the high cloudlets in the sky.

And for that minute a blackbird sang
Close by, and round him, mistier,
Farther and farther, all the birds
Of Oxfordshire and Gloucestershire.'"

Außerdem: Cara Parks singt ein Loblied auf die Reporterin Janet Malcolm

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Slate.fr (Frankreich) , 27.04.2013

Bild zum ArtikelHysterische Stimmung macht Eric Dupin angesichts der Krise in Frankreich aus und zitiert drei historische Vrgleiche, die zur Zeit Konkjunktur haben: Befinden wir uns vor einem neuen 68, in den dreißiger Jahren oder gar vor der Französischen Revolution? Zur letzten Parallele schreibt er: "Natürlich kann man einige gemeinsame Punkte zwischen 1789 und 2013 finden. Die öffentliche Veschuldung war schon damals ein großes Thema. Aber noch mehr verbinden uns der Zorn der Bevölkerung und die Entfremdung zwischen Regierten und Regierenden mit dieser weit zurückliegenden Epoche. Allerdings braucht es mehr für eine Revolution. Welches wäre denn heute die aufsteigende, dem Bürgertum zu vergleichende Klasse, die in der Lage wäre, die dekadente Elite zu verdrängen?"

"Für Wikipedia sind Frauen keine Schriftsteller wie die anderen" überschreibt Charlotte Pudlowski ihren Bericht über eine Entwicklung auf der Plattform, Autorinnen aus der Kategorie "amerikanische Schriftsteller" zu verbannen und sie in sie in eine "Untergruppe amerikanische Schriftsteller weiblichen Geschlechts" zu packen. Angeblich aus Platzgründen. Das sei nicht nur äußerst albern: "Sind Nicole Krauss, Siri Hustvedt, Jennifer Egan oder Toni Morisson etwa weniger amerikanisch, weil sie keinen Penis haben? Dieser Ausschluss von Frauen aus der Kategorie 'amerikanische Schriftsteller' hat ganz praktische Konsequenzen. Denn sucht man bei Google nach amerikanischen Autoren, ist es eben diese angeblich allgemeine, in Wahrheit jedoch höchst männliche Liste, die als erstes angezeigt wird."

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The Guardian (UK) , 27.04.2013

"Wie kann mir dieser Antisemit nur so das Herz zerreißen?", fragt Paul Mason in einer - im Guardian eher unerwarteten - Hymne auf Richard Wagner, in der er weniger den revolutionären Impuls des "Rings" als den Humanismus und die psychologische Tiefe der späten Opern hochhält, bei den "Meistersingern", "Tristan und Isolde" oder im "Parsifal": "Die Antwort ist: Bei Wagner gibt es ein Übermaß an Liebe. Sie überkommt einen von allen Seiten und in jeder Form. Egal, was Wagner uns zu sagen glaubte, was er tatsächlich sagte, war: Liebt, wen Ihr wollt, ohne Rücksicht auf soziale Schranken, und wenn Ihr Eure Gefühle unterdrücken müsst, dann bewusst und aus höheren Gründen."

Weiteres: Andy Beckett liest gleich zwei Biografien, über Margaret Thatcher, die ihr ihre früheren Vertrauten Charles Moore und Robin Harris gewidmet haben. Viel neues Material hat er in ihnen gefunden, auch einen Hauch von Ehrlichkeit, aber - ganz wie in einem Spectator-Artikel - immer noch "eher herrschaftliches als logisches" Denken. Gemeldet wird außerdem, dass Richard Dawkins in einer Umfrage wieder zur Nummer eins unter den Weltklasse-Denkern gekürt wurde, gefolgt von dem afghanischen Ökonomen und früheren Finanzminister Ashraf Ghani auf Platz zwei und Steven Pinker auf Platz drei.

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HVG (Ungarn) , 17.04.2013

Bild zum ArtikelAnlässlich der internationalen Erfolge rumänischer Filmproduktionen bei namhaften Filmfestivals spricht Rita Szentgyörgyi mit Vertretern der "neuen rumänischen Welle" über Motivation, Hintergründe und die Lage der Filmbranche in Rumänien. "Die ganze Welt spricht über eine neue Welle des rumänischen Films, aber die Filmproduktion selbst liegt im Sterben", sagt der Regisseur Cristian Mungiu ( "4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage", Goldene Palme und Europäischer Filmpreis 2007). "Diese internationalen Preise haben keinerlei Wirkung auf die Entscheidungsträger der rumänischen Filmbranche. (...) Mit sechs bis acht Produktionen jährlich, die im Ausland allesamt größere Zuschauerzahlen haben als in Rumänien, ist es schwer von einer Goldenen Zeit des rumänischen Films zu sprechen." Den Statistiken zufolge kommen im gesamten Land lediglich 80 Kinoräume auf 20 Millionen Einwohnern. Der Rumäne geht im Durchschnitt alle 10 Jahre ins Kino. "Unsere Filme werden meistens von Journalisten, Intellektuellen und Filmverrückten angesehen, das breite Publikum ist nicht interessiert", zitiert Szentgyörgyi den Regisseur Radu Jude und stellt damit eine Parallele mit der Lage des ungarischen Films her.

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The National Interest (USA) , 01.05.2013

Bild zum ArtikelWalter Laqueur untersucht die vielbeschworene Marx-Renaissance, findet aber nicht allzu viele Hinweise auf ihre Stichhaltigkeit. Die eigentliche ökonomische Auseinandersetzung, so meint er, läuft zwischen Anhängern von Keynes und Friedman. Woher also die vor allem in der akademischen Linken behauptet Aktualität? "Die Antwort ist wohl, dass 'Marx' zu so etwas wie einem Markenzeichen für den Wunsch nach einem radikalen Wandel geworden ist, den viele Anhänger sogenannter 'cultural studies' teilen. Mit Marxismus hat das nicht allzuviel zu tun."

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Archiv: Magazinrundschau

Alles sündig Freudvolle

11.04.2014. In der London Review of Books erklärt Seymour Hersh, warum die türkische Regierung für den Giftgaseinsatz in Syrien verantwortlich sein könnte. Nautilus beleuchtet die Geschichte und Zukunft des künstlichen Lichts. In Eurozine erklärt Karl Ove Knausgård, wie er schreibt und welche Bedeutung sein Lektor hat. Le Monde untersucht die Dynamik des Völkermords. Der New Yorker liest vegetarische Kochbücher. Mehr lesen

Allegorien der Liebe

04.04.2014. Die NYT entdeckt die französische Küche neu. Die LRB besucht Veronese. Eurozine dokumentiert die Gender-Diskussion in Polen. Der Merkur erzählt die Geschichte des weißen südafrikanischen Antiapartheidkämpfers Edward Vincent Swart. La vie des idées beobachtet die Rückkehr des biologischen Rassekonzepts. Vanity Fair bringt eine Reportage über die größte Privatarmee der Welt, die G4S. Mehr lesen

Poesie und Transzendenz

28.03.2014. Die Huffington Post begutachtet den Wahlerfolg des Front National in Frankreich. Im Guardian erklärt Chimamanda Ngozi Adichie den Unterschied zwischen westlichem und afrikanischem Sexismus. In Eurozine denkt Kenan Malik über sakrale Kunst nach. Die NYRB begibt sich auf Containerschifffahrt. Das TLS walkt eine Toga. Und der New Yorker fragt, was eigentlich bei der Belagerung von Waco 1993 schief ging. Mehr lesen

Als Denker befreit

21.03.2014. Walter Benjamin lebt - jedenfalls in Frankreich und den USA, melden Le Monde und der Chronicle. Der New Yorker präpariert die zersetzende Wirkung des Dekonstruktivismus am Beispiel Paul de Mans heraus. Im SZ Magazin singt der Videokünstler Matthew Barney ein Loblied auf den Widerstand. Elet es Irodalom hat ein Problem mit dem von der jüdischen Gemeinde Ungarns geplanten Haus des Zusammenlebens. Krieg ist kein Würzmittel für Mittelstandsgeschichten, knurrt The New Republic Lorrie Moore an. Mehr lesen

Das Land der sauberen Hände

14.03.2014. Mario Vargas Llosa erklärt in El País die Wut der Protestler in Venezuela. Der New Yorker rollt nach 40 Jahren den Mord an Kitty Genovese wieder auf. New Yorks Hipster werden von Darwin eingeholt, meldet Slate.fr: Anpassung ist die neue Abhebung. Marcel Ophüls erzählt in Les Inrocks, weshalb Spielfilme befriedigender sind als Dokumentationen. Und Men's Journal berichtet von Chinas boomendem Elfenbeinmarkt. Mehr lesen

Zurück in die Petrischale

07.03.2014. Elet es Irodalom muss hören, wie im ungarischen Radio die Demonstranten in Kiew als "Heckenschützen" und "Terroristen" beschrieben werden. Im Merkur empfiehlt András Bruck den ungarischen Liberalen etwas weniger Kultiviertheit. In der New York Review of Books stellt Timothy Snyder klar, dass Janukowitschs Oligarchen das reaktionäre Regime bildeten, vor dem die russische Propaganda so gern warnt. Slate begutachtet Vampire als Rockstars. In artechock geißelt Rüdiger Suchsland am Beispiel der Beltracchi-Doku das auf den Hund gekommene Selbst­ver­s­tändnis deutscher Kritiker. Mehr lesen

Anonymer, göttlicher Unbekannter

28.02.2014. In The Intercept erklärt Glenn Greenwald, wie die NSA gezielt den Ruf von Kritikern zerstört. La vie des idees betrachtet einen Fotoband über den stalinistischen Terror. The New Republic fühlt sich unwohler vor den Bildern der Futuristen. In Eurozine empfiehlt David Runciman eine Koordinierung der nationalen Wahlen in Europa. In der Boston Review erzählt der Journalist Uki Goñi, wie er mit einem Nonnenmörder die Nacht durchtanzte. Mehr lesen

Die Leute wollen Brot, Würde und Freiheit

21.02.2014. Keine Region hat unter Hitler und Stalin so schwer gelitten wie die Ukraine, erläutert Timothy Snyder in Télérama. Mac McClelland berichtet im Magazin der NYTimes aus einem türkischen Lager für syrische Flüchtlinge. In Guernica erklärt Masha Gessen, warum sie aus Russland ausgewandert ist. Nepszabadsag informiert über die Kontroverse über das ungarische Holocaust-Gedenkjahr. Und Chapati Mystery präsentiert pakistanischen Rap. Mehr lesen

Braten und Schnaps

14.02.2014. Bei edge.org schlägt Kevin Kelly Transparenz für alle vor, auch für die NSA. Die NYT schildert die letzten Tage Philip Seymour Hoffmans. Bei Eurozine beschreibt Volodymyr Yermolenko das Paradox im Herzen der ukrainischen Rebellion. Der New Statesman besucht eine Ausstellung über die Arbeiter-Spartakiade. Mediapart sucht 50 Millionen Euro von Gaddafi und findet sie bei Sarkozy. In Aeon philosophiert Aaron Ben-Zeev über die romantische Liebe. Mehr lesen

Ein zweiter Martini

07.02.2014. Berlinalebedingt kommt die Magschau ein bisschen später als sonst - pardon! In der LRB schildert die Historikerin Barbara Taylor die Zeitlosigkeit der Verzweiflung in psychiatrischen Krankenhäusern. In Nepszabadsag erklärt der Philosoph Gáspár Miklós Tamás, warum er die metaphorische Geografie von "Westen" und "Osten" ablehnt. in Eurozine begibt sich Stephan Ruß-Mohl auf die Suche nach der europäischen Öffentlichkeit, findet sie aber nicht. Die New Republic zerreißt Benjamin Britten, aber nicht ganz. Und Atlantic zieht am Männerbart. Mehr lesen

So etwas wie ein Wunderkind

31.01.2014. Washingtonian sucht den Mörder von Daniel Pearl. n+1 hört boeremusiek. Im Merkur macht Horst Meier kurzen Prozess mit dem Verfassungsschutz. In Vice erzählt Moe Tucker, wie sie das Trommeln lernte. Der Guardian schildert den Krieg Putins gegen die Moderne. Das New York Magazine trifft Chen Guangbiao, möglicherweise eines Tages Besitzer der New York Times. In Eurozine beharrt Jason Wilson darauf: Es gibt nicht für jedes Problem eine Lösung. Mehr lesen

Englishness ist eine Praxis

27.01.2014. In Elet es Irodalom protestieren 26 Historiker gegen ein geplantes Mahnmal, das an die deutsche Besatzung 1944 erinnern soll. Die LRB beobachtet anerkennend, wie sich die französischen Provinzstädte von Paris emanzipieren. Eurogamer erzählt, wie die Briten mit Monopoly den Zweiten Weltkrieg gewannen. Spiked überlegt, wann Pop das Zeitliche segnete. In der Paris Review erlebt David Cronenberg mit siebzig eine Verwandlung, wie sie Gregor Samsa auch nicht schlimmer widerfuhr. The New Republic lässt kein gutes Haar an Edward Snowden, Glenn Greenwald und Julian Assange. Mehr lesen

Die Scheuklappen der Historiker

14.01.2014. Bloomberg Businessweek erforscht die Welt der Bitcoins. Nationalismus ist Provinzialisierung, ruft Félix de Azúa in El Pais Semanal den katalanischen Politikern zu. Medium verliert sich in den eleganten Zeitlupenvideos Adam Magyars. Buchpreisbindung ist elitär, behauptet in Le Point der Schriftsteller Gaspard Koenig. Gentlemen's Quarterly sucht einen offenen Drogentunnel. In Guernica löst Ari Shavit den Nahostkonflikt in Minischritten. Und Vice erlebt eine Wiederauferstehung als Diamant. Mehr lesen

Der Geist kann tun und sein

07.01.2014. Medium liefert einen kleinen Einblick in die Folgen der Kameraüberwachung in Britannien. In französischen Magazinen kommentieren Pascale Bruckner und Bernard-Henri Levy das geplante Auftrittsverbot für den antisemitischen Komiker Dieudonné. Im Merkur denkt Ernst-Wilhelm Händler über Simmel und die Finanzmärkte nach. Das Boston Magazine untersucht die unrühmliche Rolle des MIT beim Tod von Aaron Swartz. In Commentary schreibt David Gelernter der Kognitionswissenschaft "Das Hirn ist kein Computer" ins Stammbuch. Cabinet feiert den Erfinder des Pfannkuchen-Make-ups, Max Factor. Mehr lesen

Es gibt nur Innen

16.12.2013. Der ukrainische Schriftsteller Mykola Rjabtschuk erklärt, warum derzeit nur die kriminelle Kaste von Europa profitiert. The New Republic liest ein Buch über die Dänen als rettende "Ausnahme". Al Ahram empfiehlt eine Re-Lektüre des Reformers Muhammad Abduh. Brooklyn Rail deutet die Zeichen in Katastrophenfilmen. Im Guardian fegt SF-Autor Brian Aldiss ein paar Spinnweben zur Seite. Das Wallstreet Journal erzählt die Geschichte der Lobotomie in den USA. Die New York Times zeigt Google eine lange Nase und navigiert mit OpenStreetMap. Mehr lesen

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