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Magazinrundschau
Pakt des Nicht-Lesens
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
31.01.2012. In der französischen Huffington Post erklärt die Philosophin Catherine Clement, warum der Griot Youssou N'Dour kaum Chancen hat, Präsident des Senegal zu werden. Womit haben wir Pitchfork verdient, fragt N+1. Businessweek porträtiert den Albtraum amerikanischer Verleger, Amazons Larry Kirshbaum. Peter Sloterdijk (in Le Monde) und Umberto Eco (im Espresso) denken über das Vergessen nach. Al Ahram begutachtet die Depression der jungen Revolutionäre in Ägypten. Das New York Magazine findet die neuen Dekabristen auch nicht gerade in Hochstimmung vor. Das TLS flüchtet zu den Kaminfeuern des britischen Landadels.
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Prospect (Großbritannien), 25.01.2012
Im Determinismusstreit zwischen Geistes- und Neurowissenschaften über die Rolle des Gehirns für das Subjekt will sich Roger Scruton weder auf die eine, noch auf die andere Seite schlagen. Stattdessen schlägt er eine Synthese vor: "Die wirkliche, von Evolutionsbiologie und Neurowissenschaft aufgeworfene Frage ist nicht, ob diese Wissenschaften widerlegt werden können, sondern ob wir, was sie zu sagen haben, akzeptieren und dennoch zugleich an den Werten festhalten können, die die Moralität von uns verlangt. Von Kant und Hegel bis zu Wittgenstein und Husserl hat es Versuche gegeben, eine Philosophie der conditio humana zu entwickeln, die abseits der biologischen Wissenschaft verortet ist, ohne zu ihr im Gegensatz zu stehen. (...) Selbst wenn wir die Behauptungen der evolutionären Psychologie annehmen, bleibt das Geheimnis der conditio humana bestehen. Es lässt sich in einer einzigen Frage umfassen: Wie kann ein und dieselbe Sache als Tier erklärt und als Person verstanden werden?"
Jetzt, da Iran Uran anreichern kann, wird die Inkohärenz der iranischen Politik besonders deutlich, findet Ali Ansari. Alexandra Coghlan berichtet von Diskussionen über die ästhetische wie logistische Vereinbarkeit von elektronischer und klassischer Musik.
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Huffington Post (Frankreich), 29.01.2012
Die Philosophin Catherine Clement liefert einen interessanten Hintergrund zu den Präsidentschaftswahlen im Senegal, wo die Kandidatur Youssou N'Dours abgeschmettert wurde, weil er angeblich nicht genug Unterschriften präsentieren konnte, die seine Kandidatur unterstützen. Schon vorher, so Clement, waren sich die Senegalesen aber einig, dass er unmöglich Präsident werden könne. Auf die Frage, ob er reüssieren könne, gaben mir "alle meine senegalesischen Freunde die selbe Auskunft: 'Völlig unmöglich. Er gehört der falschen Kaste an.' Ja, einer Kaste... Er ist das Gegenteil eines 'freien Manns'. Youssou N'Dour, unberührbar, wie ein indischer Pariah, Angehöriger einer falschen Kaste, weil seine Mutter eine Griotte war. Denn im Senegal, das sich brüstet, eine egalitäre Demokratie zu sein, existiert seit Urzeiten ein ungerechtes Kastensystem, das Schmiede und Griots diskriminiert. Öffentlich wird Ihnen das keiner sagen. Sie können sogar berühmt und superreich sein, Sie können zum Minister ernannt werden - aber Schwiegersohn eines freien Mannes oder gar gewählter Repräsentant des Landes, auf keinen Fall. Sie spielen in der Gesellschaft eine wichtige Rolle. Die Schmiede gelten traditionell als Magier, die Griots kennen die Familiengeschichten, die sie besingen, aber gewählt zu werden, ist ihnen verwehrt. Bis jetzt."
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n+1 (USA), 01.01.2012
Richard Beck schreibt über eins der erfolgreichsten online-Magazine in den USA: Pitchfork, ein Musikmagazin, das 1995 von Ryan Schreiber gegründet wurde. Trotz seines Erfolgs hat Pitchfork "nicht einen einzigen wichtigen Kritiker produziert", so Beck. Statt dessen hat das Magazin Kritik "in eine Übung für perfekten kulturellen Konsum verwandelt". Aber das passt dann doch wieder - sowohl zur Musik als auch zu den Fans, die beide immer harmloser werden, meint Beck, der sich freundlicherweise mitmeint. "Mit Sufjan Stevens adoptierte Indie kostbaren, pastoralen Nationalismus exakt zur Halbzeit von Bushs Regierung. In M.I.A. feierte Indierock eine Musikerin, deren größter Verdienst es war, verschiedene Katastrophen in der Welt in remixte Popsongs zu verwandeln. Es ist mit anderen Worten eine Art von Musik, die sehr gut darin ist, unangenehme Gespräche zu vermeiden. Pitchfork hat so gesehen Indierock imitiert, inspiriert und ermutigt."
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Bloomberg Businessweek (USA), 25.01.2012
Larry Kirshbaum, 67, war lange Zeit Chef der Buchabteilung von Time Warner, hatte in Händchen für Bestseller und galt als der beliebteste Mann der Branche. Aber seit kurzem hat sich diese Sympathie ins Gegenteil verkehrt, schreibt Brad Stone in einem Porträt über Kirshbaum, bei dem jedem Verleger anders werden muss. Jeff Bezos hat Larry Kirshbaum für die Amazon Publishing-Sparte angeheuert und plant für Amazon einige Bestseller. Die Verleger sind höchst beunruhigt: "Amazon könnte ein nicht zu bremsender Wettbewerber für die großen Verlagshäuser sein. Die Erfahrung lehrt, dass Bezos nicht zögern wird, Geld zu verlieren, wenn es darum geht, exklusive Inhalte zu schaffen, die in den Ebookstores von Barnes und Nobles und Apple nicht zu haben sind. Er hat auch unendliche tiefe Taschen, aus denen er Vorschüsse für Autoren zahlen kann. Noch ungemütlicher ist für die Verleger, dass Amazon ihr größter Vertriebspartner ist, so dass sie mit einem Geschäftspartner in Wettbewerb treten müssen."
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Le Monde (Frankreich), 30.01.2012
Auf dem Feld akademischer Texte sieht der Philosoph Peter Sloterdijk einen "Pakt des Nicht-Lesens" wirken, der seinerseits für die Anfälligkeit und Neigung zum Plagiat konstitutiv wird. Man müsse davon ausgehen, argumentiert er, dass zwischen 98 und 99 Prozent der im universitären Kontext veröffentlichten Texte in der Erwartung geschrieben wurden, gar nicht gelesen zu werden. "In diesem System führt die unerwartete tatsächliche Lektüre zur Katastrophe. Das Interessant daran ist, dass das, was man tatsächliche Lektüre nennt, angesichts der ungeheuerlichen Lawine der akademischen Textproduktion gar nicht mehr stattfinden kann. Heutzutage sind nur noch digitale Lesegeräte und spezialisierte Suchprogramme in der Lage, als Vertreter des ursprünglichen Lesers mit einem Text ins Gespräch oder ins Nicht-Gespräch zu treten. Der menschliche Leser - nennen wir ihn Professor - schwindet im Gegenzug. Und dies exakt auch insofern, als der Akademiker wie der Experte seit langem dazu verdammt ist, eher Nicht-Leser als Leser zu sein."
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L'Espresso (Italien), 25.01.2012
Palo Rossi Monti ist tot. Umberto Eco erinnert an den Pionier der Wissenschaft vom Erinnern. Rossi beschäftigte sich außerdem schon früh mit der "kulturellen Vergesslichkeit" als Folge der Informationsflut. "In seinen Aufsätzen aus den letzten Jahren trieben ihn nicht die Erinnerungsleistungen der Antike um, sondern das heutige Erinnern. Ich möchte an zwei seiner jüngsten Aufsätze erinnern (La storia della scienza: la dimenticanza e la memoria, in Lina Bolzoni, "Memoria e memorie" und "La memoria, le immagini, l'enciclopedia", in Pietro Rossi "La memoria del sapere"). Rossi wusste genau, dass mit der Erfindung des Buchdrucks die Furcht vor dem Vergessen wegen des natürlich-biologischen Verfalls des Gedächtnisses durch eine neue Angst ersetzt wurde: jene vor dem Nicht-Erinnern wegen eines exzessiven kulturellen Datenreichtums (denn die Erfindung des Drucks stellt nicht nur eine enorme Menge an Texten zur Verfügung, sondern macht es für jeden auch sehr einfach, diese anzuzapfen)."
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New York Magazine (USA), 22.01.2012
Unter der Überschrift "Die neuen Dekabristen" porträtiert Michael Idov einige der Organisatoren der großen Demonstrationen in Moskau, denen ihr Erfolg bereits unheimlich zu sein scheint. "'Oh, wir sind völlig durchgedreht', sagt Katja Krongauz über Tee und Eiern in der winzigen Küche ihres Einzimmerappartements, das sie und Ilija Krasilshchik über einem Schönheitssalon in einem sowjetischen Gebäude teilen. Ihr zehn Monate alter Sohn Leva krabbelt vom Wohnzimmer in die kleine Küche und wieder zurück, regelmäßig den Weg der Familienkatze Couscous und des Hundes Fena kreuzend. 'Wir bei der Zeitschrift Bolshoi Gorod quengeln seit zehn Jahren: Wir müssen uns selbst respektieren, wir müssen unsere Rechte respektieren, blah blah blah. Und plötzlich stellt du fest, dass Leute dir zuhören und Zehntausende auf die Straße gehen. Und du hast keine Ahnung, was du tun sollst, denn die Wahrheit ist, dass du total zufrieden damit warst, dir deine Rechte nur selbst zuzubrummeln.'"
Benjamin Wallace-Wells porträtiert den ägyptischen Google-Mitarbeiter Wael Ghonim, der die Revolution mit seiner Facebookseite We are all Khaled Said, die er auch heute ständig aktualisiert, nicht unerheblich beeinflusst hat. Ghonim ist etwas enttäuscht, wie wenig sich verändert hat. Gleichzeitig bekennt er sich absolut zur Demokratie. "'Vielleicht irre ich mich, aber wenn die Menschen sich entscheiden, dass die Muslimbrüder das Land regieren sollen, dann muss man diese Entscheidung respektieren. Das ist die Wahl der Menschen, das ist Demokratie.' Manchmal überrascht ihn der Konservatismus seiner Mitglieder. Im Dezember, als die Militärführung den Ex-Premierminister Kamal Ganzouri zum neuen Premierminister ernannten, dachte Ghonim, sein Publikum diese Wahl hassen. Aber als er eine Umfrage machte, waren 55 Prozent seiner Leser für Ganzouri."
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Al Ahram Weekly (Ägypten), 26.01.2012
Dass die jungen Revolutionäre bei den Wahlen so schlecht abgeschnitten haben, lag zum Teil auch an der Diffamierungskampagne der Militärs, die sie als Marionetten ausländischer Gruppen denunzierten, berichtet Mohamed Abdel-Baky. Viele leiden jetzt unter Frustrationen, Depressionen und Enttäuschung, zitiert er einen Psychologen, der weiter sagt: "Ich glaube die meisten der jungen Leute, die am 25. Januar demonstriert haben, fühlen sich verraten. Sie haben schließlich nicht dem Sicherheitsapparat getrotzt und das Regime gestürzt, nur damit sie wieder von einer Gruppe von 65-Jährigen regiert werden."
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openDemocracy (Großbritannien), 28.01.2012
N. Jayaram ärgert sich über die Heuchelei indischer Politiker: Einerseits machen sie es Salman Rushdie unmöglich, Jaipur Literary Festival zu besuchen. Andererseits beschweren sie sich in Russland, weil die russisch-orthodoxe Kirche im sibirischen Tomsk ein Verbot der Bhagavad Gita beantragt hatte: "Die Gita gilt unter Hindus als heilig. Die Tagesordnung des indischen Parlaments wurde lange unterbrochen, weil Regierung und Oppositionsführer miteinander wetteiferten, die drohende Zensur im fernen Tomsk zu verurteilen. Das Gericht in Tomsk verwarf schließlich den Antrag."
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The New Republic (USA), 26.01.2012
Paul Berman erinnert sich, wie er Vaclav Havel 1996 im Schloss interviewte. Vor allem wollte er wissen, was Havel meinte, wenn er Heideggers 'Sein' und einen neuen Multikulti-Gott beschwor. Berman knabbert heute noch daran: "Havel hatte Angst vor dem Atheismus. In seinen Augen war der Kommunismus die Apotheose des Atheismus. Der Kommunismus verführte jeden dazu, sich auf die materiellen Umstände zu konzentrieren und davon zu träumen, diese Umstände zu verbessern, und von nichts anderem zu träumen. Denn warum sollte irgendjemand von etwas anderem als materiellen Verbesserungen träumen? Mehr gab es nicht. ... Die Wahrheit sagen dagegen erforderte einen Glauben an etwas, das materiellen Dingen überlegen zu sein schien. Ein mehr, das besser war als ein Auto und darum etwas, für das man seine Chance auf ein Auto freiwillig aufgab. Aber man musste erklären können, wenigstens vor sich selbst, was so großartig an der eigenen Würde war. Havels 'Sein', wo auch immer seine Herkunft bei Heidegger liegt, war im Grunde eine scharfe Erwiderung auf Marx' berühmte Behauptung, 'Nicht das Bewusstsein bestimmt das Leben, sondern das Leben bestimmt das Bewusstsein.'"
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Blätter f. dt. u. int. Politik (Deutschland), 01.02.2012
Der Rechtsprofessor Andreas Fischer-Lescano hat mit seiner Rezension von Karl-Theodor zu Guttenbergs Doktorarbeit in der Zeitschrift Kritische Justiz die Plagiatsvorwürfe ins Rollen gebracht. Im Rückblick für die Blätter zieht Fischer-Lescano recht weitreichende (und ehrlich gesagt leicht melodramatisch anmutende) Konsequenzen aus der Affäre, die er als "Baustein postdemokratischer Desillusionierung" sieht, "in der Politik nur noch der äußeren Form nach demokratisch betrieben wird, in der die sozioökonomischen Realitäten faktisch aber nicht mehr zur Disposition der Gesellschaft stehen. Die Netzwerke aus Politik und Wirtschaft verfolgen zunehmend ihre Partialinteressen ohne Respekt vor den gesellschaftlichen Werten. Demokratie ist damit immer weniger Mittel der Selbstregierung der Regierten, sondern ein Selbstbedienungsinstitut der Regierenden."
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The Times Literary Supplement (Großbritannien), 30.01.2012
Ins Herz der Englishness ist Helen Castor mit Adam Nicolsons Geschichte von 12 Familien des Landadels, "The Gentry", vorgestoßen: "Die Schwierigkeit, den Landadel klar zu definieren, rührt aus der Kluft zwischen Theorie - die treu an einem Adel festhielt, in dem Geburt, Manieren und Landbesitz natürlicherweise zusammentrafen - und der viel chaotischeren Praxis. Denn tatsächlich verbargen die ruhigen Fassaden einer beständigen sozialen Ordnung, in der jeder Mann seinen Platz kannte, den Tumult sozialer Mobilität: Ein Gentleman konnte darauf hoffen, in die erhabene Sphäre der Nobilität aufzusteigen, aber wenn er danebentrat, dann riskierte er, im Gedränge aufsteigender Männer niedergetrampelt zu werden."
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The New York Times (USA), 29.01.2012
Im Wirtschaftsteil setzen Charles Duhigg und David Barboza die Serie (hier der erste Teil) über Apple in China fort. Diesmal geht es um die miserablen und oft genug lebensgefährlichen Arbeitsbedingungen in chinesischen Fabriken. 7,31 Milliarden Dollar Gewinn im dritten Quartal 2011 waren Apples Lohn für das souveräne Ignorieren aller Beschwerden. Auch Apples Kunden kümmert es wenig: "Apple ist eine der am meisten bewunderten Marken. In einer nationalen Umfrage der New York Times vom November erklärten 56 Prozent der Teilnehmer, sie wüssten nichts Negatives über Apple. 14 Prozent fanden, das schlimmste an der Firma seien die hohen Preise für ihre Produkte. Nur zwei Prozent erwähnten die Arbeitsbedingungen in Übersee."
Vor fünfzig Jahren erschien Henry Millers "Wendekreis des Krebses". Doch in Frederick Turners Hymne "Renegade" will Jeanette Winterson in der Book Review nicht einstimmen. "Turner stellt Miller neben Walt Whitmann und Mark Twain als einen Erneuerer hin, der Anti-Literatur ist, nicht weil er ein Philister ist, sondern weil die neue Welt, die Amerika ist, eine neue Literatur braucht. Sie muss lebendig sein, nicht verfeinert, in den Docks und den Sweatshops geschrieben werden, nicht im Studierzimmer oder an der Universität." So weit, so gut. Aber seine Tiraden gegen Amerika, das "geldgieriger als die niederträchtigste Hure" sei, findet sie absolut verlogen, Ausbeutung von Frauen habe Miller nämlich nie gestört: "Ihm kam nie in den Sinn, dass, egal wie arm ein Mann ist, er sich für den Sex immer eine noch ärmere Frau kaufen kann."
Außerdem: Im Sunday Magazine lotet Ronen Bergman aus, wie wahrscheinlich ein israelischer Schlag gegen den Iran ist. Eve Fairbanks bewundert die schräge südafrikanische Band Die Antwoord.
Archiv: Magazinrundschau
Liebe, Revolution und Verrat
22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen
Nur Geld wird nie müde
15.05.2012. Mark Zuckerberg hat heute Geburtstag. 28 Jahre alt wird er und noch diese Woche voraussichtlich 25 Milliarden Dollar schwer: New York Magazine und New York Times? Sind beeindruckt. Der Economist? Nicht so sehr. Le Monde diplomatique wundert sich über die griechischen Kommunisten. Die Franzosen wollen keine Frühaufsteher mehr sein, glaubt Elet es Irodalom. Sie sollten sich ein Beispiel an den Chinesen nehmen, findet Eric Hobsbawm in MicroMega. In Le Monde macht sich Driss Ksikes Sorgen über die Islamisten in Marokko. In Litauen gewinnt gerade der Mob gegen die Gerichte, erzählt Open Democracy. Al Ahram stellt ein Orchesterr für blinde Mädchen vor. Mehr lesen
Sehnsucht nach absoluter Zeitgenossenschaft
08.05.2012. Die Zukunft der Lyrik liegt im "unkreativen Schreiben", behauptet die Boston Review. Gute Übersetzer beherrschen das Handwerk des Mamporrero, behauptet El Espectador. Seit es Internet gibt, machen Bücher über Musik dem Leser mehr, dem Autor weniger Spaß, behauptet das TLS. Micromega fordert mehr Commons. In Le Monde diskutieren Edgar Morin und Francois Hollande über Multikulturalismus. Was ist in den USA mit dem Säkularismus passiert, fragt der New Humanist. Der Hollywood Reporter meint: Gar nicht so übel, dieser Kim Dotcom. Mehr lesen
Wie eine Tulpe in der Wüste
01.05.2012. Fast Company begutachtet das gemeinsame gute Werk eines verteilten Spekulanten und eines Jesuitenpaters. In Al Ahram sieht Youssef Rakha, wie die ägyptische Revolution verraten wird. In Eurozine debattieren Timothy Garton Ash, Jeremy Waldron und Kenan Malik über Redefreiheit. Der New Yorker lernt, wie man ein Iphone hypnotisiert. In Vanity Fair erzählt Jeff Daniels, warum Schauspieler auf Zack sein müssen, wenn sie Sorkin spielen. New Republic beschäftigt sich mit den vier Göttinnen der Billboard Charts. Im Merkur erklärt Beate Rössler: Junge Frauen, es gibt keine Gleichberechtigung. In Elet es Irodalom debattieren Claudio Magris und Peter Esterhazy über Provinzialität und Weltbürgertum. Die NYT sucht afghanische Dichterinnen. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Und sagen kein Wort
24.04.2012. Frauen könnten die Verlierer der Arabellion werden, fürchtet Mona Eltahawy in Foreign Policy. Der Reporter des Smithsonian Magazine besichtigt nackt das neue Kunstmuseum auf Tasmanien. Der Espresso lacht und weint über Roberto Benigni. In The New Republic wirft Adam Thirlwell Claude Lanzmanns Shoah-Bild Mystizismus vor. Elet es Irodalom würdigt Laszlo Földenyis intellektuelle Empfindsamkeit. In der London Review of Books porträtiert Jacqueline Rose Marilyn Monroe als Feministin. Maisonneuve erklärt am Beispiel von Schneeräumverträgen in Montreal, wie Korruption funktioniert. In Granta erzählt Julie Otsuka eine Geschichte japanischer Katalogbräute. Mehr lesen
Um die Prinzessin zu retten
17.04.2012. Amazons Preisdruck wird am Ende auch für die Kunden nicht gut sein, warnt Slate. In El Espectador überlegt Hector Abad, welche Länder besser Kolonien geblieben wären. The Atlantic porträtiert den Videospiel-Erfinder Jonathan Blow als Künstler. In Le Monde verteidigt Frederic Beigbeder den Realismus in der Literatur. Im Guardian kritisiert Ma Jian die Londoner Buchmesse für ihren Kotau vor der chinesischen Zensurbehörde. In Morning News verliert Alex Jung seine Angst vor einem nicht männlichen Kleidungsstück. Mehr lesen
Preziöser Puritanismus
10.04.2012. Reason erklärt, warum im Journalismus die Verlierer die Geschichte schreiben. Salon.eu.sk erklärt, worin sich Tschechen und Slowaken unterscheiden. In der New York Review of Books erklärt J.M. Coetzee, warum Werther sterben musste. Mehr lesen
Sun Tzu trifft John Locke
03.04.2012. Vanity Fair berichtet vom World War 3.0. Im Merkur feiert Michael Maar den Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. In der New York Review of Books liest Neal Ascherson die Geschichte des Großen Afrikanischen Kriegs im Kongo. In Slate.fr verteidigt der spanische Regisseur Alex de la Iglesia die "Internetpiraterie". In The New Republic lernt Timothy Snyder mit Paul Prestons Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs etwas über die Selbstkolonialisierung Europas. In Frontline erklärt Shajahan Madampat: Islamismus ist auch in seiner gemäßigten Form nicht mit Demokratie vereinbar. Der New Yorker beschreibt die Nöte der Spielcasinos in Macau. Mehr lesen
Etwas wie die Frauenrechte
27.03.2012. Die Republikaner führen einen Krieg gegen die Frauen, erklärt das New York Magazine. Vielleicht, weil Frauen sich gern in aller Öffentlichkeit Pornos vorlesen, behauptet jedenfalls die Verlegerin Beatriz de Moura in El Pais Semanal. Im Guardian denkt Ian McEwan über Originalität nach. In Le Monde fragt Abdennour Bidar, ob nicht vielleicht der Islam selbst krank ist. Der Chronicle berichtet über einen Streit um Noam Chomskys Universalgrammatik. In Slate winkt Chomsky ab: Die menschliche Natur ändert sich nie. Polityka erinnert an die Aktion Reinhardt. Prospect propagiert den Post-Liberalismus. Wired steht vor dem größten Spionagezentrum der Welt. Mehr lesen
Hübsch hässlich
20.03.2012. Der New Yorker betrachtet die jolie laide von Schiaparelli und Prada. In Telerama greift Benjamin Stora nach dem Boomerang Algerien. Fürchtet euch vor chinesischem Geld, ruft Slavenka Drakulic in Eurozine den Venezianern zu. In Atlantic findet Michael J. Sandel nichts mehr, das nicht zu kaufen ist. Jonathan Steel reist für die London Review of Books durch Syrien. In The New Republic stellt Paul Berman ein Buch über liberale muslimische Denker vor. Das TLS liest eine Geschichte der Rhetorik. Mehr lesen
Die Kunst der Kalt-Akquise
13.03.2012. In Perfil erklärt der Autor Martin Kohan, warum Argentinien mit den Falklandinseln gleich weniger argentinisch wäre. In Il sole 24 ore beschreibt Armando Massarenti die Italiener als Analphabeten, die auf einem Schatz sitzen. Der Economist stellt die japanische Kunstguerillatruppe ChimPom vor. Vanity Fair lernt von der Washington Post, dass in revolutionären Zeiten Vorsicht keine Tugend ist. Polityka stellt den polnischen Bestseller der Saison vor: Danuta Walesas Autobiografie. Die New York Times reist mit Radioheads Johnny Greenwood nach Krakau. Mehr lesen
Drei Millionen an Sevcik
06.03.2012. Im Merkur flaniert Stephan Wackwitz durch Tiflis. Auch in Indien hat man in den Achtzigern schöne Stummfilme gemacht, meint Outlook India. Bloomberg Businessweek setzt sich bei den Samwars ins Kuckucksnest. Prospect amüsiert sich über Putin. Salon.eu.sk lernt, wie man slowenische Politiker besticht. In Wired erzählt George Dyson, wie der Computer entstand: aus dem Schlamm des Zweiten Weltkriegs und dem Himmel der Mathematik. Das New York Magazine porträtiert Filmlegende Mike Nichols. Mehr lesen
Frauen an der Front
28.02.2012. In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria. Mehr lesen
Herz aus Bronze
21.02.2012. Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich! Mehr lesen
Wir müssen noch modern werden
14.02.2012. In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'. Mehr lesen








