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Magazinrundschau
Motz-Königin
Ein Blick in internationale Magazine. Jeden Dienstag ab 10 Uhr.
24.02.2009. In der London Review zählt Perry Anderson die Diener im Quirinale. Salon.eu.sk dokumentiert einen Vortrag Peter Nadas' vor den ungarischen Nationalbankern - über Vertrauen. In Clarin feiert Roberto Saviano den neuen Fußballgott Messi. Literaturen feiert die schärfste deutsche Battle-Rapperin. Im Nouvel Obs erklärt die französische Historikerin Nelly Schmidt: Ohne die Briten wäre der französische Kolonialismus immer noch unerforscht.
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London Review of Books (Großbritannien), 26.02.2009
Nicht einmal in der Ersten Republik, schreibt der Marxist und Historiker Perry Anderson, hat Italien ein solches Ausmaß an Habsucht, Ungerechtigkeit und Verwahrlosung erlebt, wie heute. Und daran, das macht Anderson sehr deutlich, ist nicht Berlusconi Schuld, sondern die Gier der ganzen politischen Klasse: "Der Quirinale, in dem der Präsident residiert - derzeit Giorgio Napolitano, bis gestern ein prominenter Kommunist, undurchdringlich wie seine Vorgänger -, stellte zuletzt 900 Diener in Rechnung. Die Kosten des präsidialen Establishment, die sich seit 1986 verdreifacht haben? Doppelt so hoch wie die des Elysee-Palasts, viermal so viel wie der Buckingham Palast, acht Mal so viel wie der deutsche Präsident... 2007 hatte Italien nicht weniger als 547.215 Dienstwagen - für eine regierende Klasse von 180.000 gewählten Repräsentanten; Frankreich hat 65.000 Limousinen. Sicherheit? Berlusconi gibt mit 81 Bodyguards auf Staatskosten ein Beispiel. Nach einigen Schätzungen entsprechen die Ausgaben für politische Repräsentation in Italien denen von Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien zusammen. Unter dieser Kruste von Privilegien lebt jeder vierte Italiener in Armut."
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Salon.eu.sk (Slowakei), 21.02.2009
Der Schriftsteller Peter Nadas hat kürzlich bei einem Treffen des - vergeblich gegen den Verfall des Forints kämpfenden - Währungsrats der ungarischen Nationalbank einen Vortrag über Vertrauen gehalten (englische Version bei salon.eu.sk). Er spricht darüber, welche Konnotation das Wort im Ungarischen, Französischen, Englischen oder Deutschen hat, wie Sprache in Europa benutzt wird (dissimulativ im Westen, simulativ in den ehemaligen Ländern des Ostblocks) und wie sich diese Art der Sprache auf die Einstellung zu Demokratie und Kapitalismus auswirkt. "Die Realität, die durch beide - ob sie nun simulieren oder dissimulieren - verborgen wird, hat eine unterschiedliche Gestalt. Nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems wurde der Kapitalismus entfesselt und darum haben die, die dissimulieren sofort den Sozialstaat abgebaut, während sie zur selben Zeit die umgekehrte Ordnung von Politik und Wirtschaft verfochten. Es schien als ob das Allgemeinwohl dem globalen Wettbewerb im Wege stand und lokale Interessengruppen dazu zwang, politische Entscheidungen, die mit ihren finanziellen Interessen übereinstimmten, im Namen der ganzen Gesellschaft zu treffen. Auf der anderen Seite haben die, die simulieren, keine Sekunde die Idee aufgegeben, den Staat und ihre Nachbarschaft auszurauben - im Gegenteil, sie tun, was sie können, um zu verhindern, dass ihre illegalen Aktivitäten nach den Regeln der Demokratie und des regulierten Kapitalismus legalisiert werden."
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Clarin (Argentinien), 21.02.2009
"Gomorrha"-Autor Roberto Saviano, gerade zu Besuch in Argentinien, genießt es offensichtlich, einmal nicht über die Mafia zu schreiben. Dafür feiert er ausgiebig den neuen Fußball-Mythos Lionel Messi: "Messi spielen sehen ist wie Musik hören, als fügten sich vor deinen Augen die Teile eines auseinandergefallenen Mosaiks wieder zusammen, es ist wie eine Darlegung der Formeln von John Nashs Spieltheorie. Wie ein Schachspieler hat Messi die großen Spielzüge seines Meisters Maradona im Kopf, und manchmal gelingt es ihm tatsächlich, sie haargenau nachzuspielen. Messi hat sich übrigens nicht deshalb auf ein Interview mit mir eingelassen, weil ich Schriftsteller bin, sondern weil ich aus Neapel komme: Für einen Bewunderer Maradonas wie ihn ist das so, als begegnete ein Muslim jemandem, der in Mekka geboren ist."
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Literaturen (Deutschland), 01.03.2009
Zu den "avanciertesten Battle-Rapperinnen deutscher Zunge" zählt Jutta Person Sibylle Lewitscharoff, die in ihrem neuen Roman "Apostoloff" die Ich-Erzählerin - eine wahre "Motz-Königin" - zusammen mit ihrer Schwester und einem Chauffeur mit der schockgefrorenen Leiche ihres lange toten Vaters nach Bulgarien reisen lässt, um ihn dort nochmal zu beerdigen. "Was ist so hassenswert an diesem Mann? Nicht nur, dass er sich umgebracht hat, als die Mädchen elf und dreizehn Jahre alt waren. Seinen Strick hinter sich herschleifend, erscheint er in den Träumen der Ich-Erzählerin,die sich wehrt, indem sie den Charakter des Melancholikers zerpflückt: Das 'Aas von Vater' war 'ein Finsterling, der die Herzen seiner Kinder verdüsterte', eine 'weichliche, selbstische Seelenmolluske' und ein 'Empfindlichkeitsapostel' - nahe liegend,dass man am besten zur Verbalschlägerin wird, wenn die Stelle der verletzlich-schwermütigen Diva schon vergeben ist."
Der Schwerpunkt ist Uwe Johnson gewidmet, den Literaturen zum Schriftsteller des Gedenkjahres 2009 kürt. Frauke Meyer Gosau preist Autor und Werk. Jörg Magenau besucht das Frankfurter Johnson-Archiv. Stefanie Peter porträtiert den Osteuropahistoriker und "forschenden Flaneur" Karl Schögel.
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Plus - Minus (Polen), 21.02.2009
Wer hätte gedacht, dass "Theaterrebell" Jan Klata ein Fan der Historienromane von Henryk Sienkiewicz ("Quo Vadis") ist. Doch der vielgereiste Regisseur hat jetzt dessen "Trilogie" für das Alte Theater in Krakau neu inszeniert. Im Interview erzählt er, warum. "Am meisten hat mich daran dieses lebendige Fundament des Polentums fasziniert - die 'Trilogie' wurde zum Mythos, dessen Helden seit 100 Jahren in unserem kollektiven Bewusstsein leben. Deshalb kann der Geschichtszyklus nicht nur im Kontext dessen gelesen werden, was Sienkiewicz geschrieben hat. Viele Menschen im Alten Theater haben die Bücher nicht mal gelesen, aber die Filme kennt jeder; sie prägen unser Geschichtsdenken, unsere politischen Ansichten, unser soziales und ästhetisches Empfinden".
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The New Yorker (USA), 02.03.2009
Ziemlich zahm porträtiert Ryan Lizza den demokratischen Politiker Rahm Emanuel, Barack Obamas neuen Stabschef. Dessen überaus streitbarer Politikstil hat ihm den Spitznamen "Rahmbo" eingebracht. Lizza schreibt: "Emanuel wollte den Job erst nicht. (...) Während Obama noch um ihn warb, fungierte Rahms älteren Bruder Ezekiel, ein Onkologe und Bioethiker, als Resonanzboden. 'Ich habe täglich eine halbe Stunde damit zugebracht, mich von ihm anbrüllen zu lassen', sagte er. Ich will das nicht machen! Warum muss ich das? Sag’ mir, dass ich es nicht tun muss! Das hat mir klar gemacht, dass er genau wusste, dass er's tun musste.' (Ezekiel erzählte mir auch, dass die Rivalität zwischen ihm, Rahm und ihrem dritten Bruder Ariel, einem Hollywoodagenten, so groß war, dass sie ihrer Karrieren in verschiedenen Städten machen musste. 'Wir konnten es innerhalb eines Radius' von tausend Meilen nicht aushalten, die Kraftfelder hätten das nicht zugelassen.')"
Hier die drei Emanuels im Juni 2008 bei Charlie Rose:
Außerdem: Adam Gopnik untersucht das "Runyoneske" des amerikanischen Schriftstellers und Journalisten des Damon Runyon. David Denby sah im Kino Andrzej Waidas Drama "Katyn", den Animationsfilm "Coraline" von Henry Selick und Tom Tykwers Finanzthriller "The International". Zu lesen ist außerdem die Erzählung "Brother in Sunday" von A.M. Homes und Lyrik von Jack Gilbert und Leonard Cohen.
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HVG (Ungarn), 21.02.2009
Am 8. Februar wurde in der ungarischen Stadt Veszprem der rumänische Handball-Nationalspieler Marian Cozma (bis zuletzt bei der Mannschaft der "MKB Veszprem" unter Vertrag) erstochen, zwei seiner Mannschaftsmitglieder schwer verletzt (mehr hier). Nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den Tätern um Roma, die zu einer mafiösen Organisation gehören sollen. "Der Zigeuner hat wieder gemordet", hieß es prompt in der rechten Presse (mehr hier). So werden die Roma zu Vogelfreien erklärt, meint der Philosoph Janos Kis, der auf die (meist verschwiegenen) Verbrechen aufmerksam macht, in denen Roma Opfer rassistischer Gewalt wurden. Kis warnt: "Wer seine politische Basis in diesem Land mit ethnischer Stimmungsmache zu stabilisieren versucht, spielt mit dem Feuer. Die ersten Opfer der losbrechenden Emotionen könnten jene Menschen sein, die am meisten hilfsbedürftig und ausgeliefert sind – und sie sind es ja tatsächlich schon. Doch auch die Mehrheitsgesellschaft wird einen hohen Preis bezahlen müssen. Die vergangenen zwei Jahrzehnte haben gezeigt, wohin es führt, wenn wir die Last der Integration der Roma nicht auf uns nehmen. Am Ende dieses Weges erwartet uns nichts als die Katastrophe."
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The Times Literary Supplement (Großbritannien), 18.02.2009
Jon Garvie hat sich durch eine Reihe von Büchern zur Globalisierung geackert und stellt fest, dass kulturelle Globalisierung ohne wirtschaftliche Globalisierung nicht zu haben ist. Auch wenn das Autoren wie J. MacGregor Wise ("Cultural Globalization") oder David Singh Grewal ("Network Power") zu glauben scheinen. "MacGregor Wises Mäandern durch Musik- und Jugendkultur zeigt das Bild eines kostenlosen globalen Süßigkeitenladens, in dem modische Kinder sich ihre Identitäten aussuchen und mischen können. Theoretischer Fachjargon strömt frei umher. Individuen 're-territorialisieren' ihre Gesellschaften und Machtverhältnisse zerfallen zu 'grenzgängerischen' kulturellen Räumen. MacGregor beginnt diese 'Wieder-Imaginierung' mit der Erklärung, dass sein Interesse nur kulturelle Globalisierung gilt. Aber der Ausschluss der Wirtschaft funktioniert nicht. Hinterfragen koreanische Teenager in Hiphop-Kleidung wirklich fundamentale Aspekte ihrer Kultur oder befriedigen sie nur eine Marktnische?"
In einem weiteren Artikel freut sich John Bowen über ein Buch, das die philantropischen Ambitionen von Charles Dickens dokumentiert: der hatte seinerzeit ein Frauenasyl eröffnet und versuchte dort mittels selbst erdachter Gesprächstherapie die Fehlgeleiteten zu resozialisieren. Mary Beard hat Stephen Halliwells Geschichte des Lachens in der griechischen Literatur und Philosophie gelesen und gelernt, dass Humorlosigkeit ein Wesenszug von Tyrannen ist, sich die alten Griechen besonders gerne über "Eierköpfe" amüsierten und der Maler Zeuxis sich buchstäblich totlachte, als er eines seiner eigenen Bilder betrachtete.
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Le Nouvel Observateur (Frankreich), 20.02.2009
Vor dem Hintergrund des Generalstreiks in Guadeloupe ist in Frankreich das Thema des Umgangs mit der eigenen kolonialen Vergangenheit in der Karibik mal wieder sehr aktuell. Im Obs stellt die Historikerin Nelly Schmidt ihr jüngstes Buch mit dem provozierenden Titel "Hat Frankreich die Sklaverei abgeschafft?" vor. Darin erklärt sie, dass die Abschaffung der Sklaverei 1848 anders als in England keine von der Bevölkerung getragene Bewegung, sondern eine "Sache der Eliten" war und die damit beauftragte französische Kommission erbittert ihre ökonomischen Interessen verteidigte. "Drei Losungen haben die Abschaffung der Sklaverei 1848 begleitet: 'Aufrechterhaltung der Ordnung', 'Aufrechterhaltung der Arbeit' und 'Vergessen der Vergangenheit'. Vor allem letzteres hat sich als äußerst wirkungsvoll erwiesen. Die Historiker selbst sind der republikanischen Propaganda gefolgt und haben eine Vergangenheit produziert, die eher den Mythos als die Realität festschrieb. Die Geschichte blieb einseitig und wurde nur aus einem Blickwinkel betrachtet: dem der Kolonialherren und der Regierung." Das habe sich erst in den Sechigern geändert, als britische Historiker anfingen, die französische Kolonialzeit zu erforschen."
Ein ausführlicher Essay zur Geschichte des französischen Postkolonialismus ist unter der Überschrift "Französische Antillen oder Relikte des Kaiserreichs?" in La vie des idees zu lesen.
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Polityka (Polen), 20.02.2009
Marcin Zaremba schreibt (hier auf Deutsch) über die Entdeckung des Massengrabs in Marienburg, in dem vermutlich hauptsächlich Deutsche liegen: "Dass die Entdeckung der Überreste zu einer Sensation werden konnte, zeigt, dass es um unser historisches Gedächtnis nicht allzu gut bestellt ist. Wir haben vergessen, dass unser Land übersät ist von Hunderten ähnlicher Gräber. Zumeist handelte es sich um Schützengräben, um Bombenlöcher, um Festungsgräben. Der Weg entlang der Todesgruben führt von Allenstein über Danzig, Graudenz, Kolberg, Schneidemühl, Stettin. Überall dort, wo es 1945 flächendeckende Bombenangriffe gegeben hatte oder verbissene Kämpfe stattgefunden hatten, also in Ostpreußen und auf dem Pommernwall, lagen Menschen- und Tierleichen. Im April und im Mai wurde der Gestank unerträglich. Die Fliegen waren so groß wie nie zuvor und schwärmten in Massen über den Schlachtfeldern." Damals musste man die Leichen schnell beseitigen, heute könnte man allerdings etwas pietätvoller vorgehen: "Ein Internetuser bemerkte kürzlich, dass ein Skandal ausgebrochen wäre, hätte man die Arbeiten in Katyn mit einem Bagger ausgeführt."
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L'Espresso (Italien), 20.02.2009
Der Frühling ist auch in Italien nicht weit, doch aufgrund der Etatkürzungen und der allgemeinen Lustlosigkeit im "Ministero per i Beni e Attivita Culturali" ruft der Espresso den italienischen "Kulturherbst" aus. Kultur steht bei der derzeitigen Regierung so weit hinten auf der Liste der Prioritäten, dass Berlusconi-Protege Sandro Bondi nach einem Jahr als Kulturminister Gerüchten nach demnächst das Handtuch werfen will. Salvatore Settis, der Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Kulturministeriums, wünscht sich im Interview einen Sarkozy nach Italien. "Nicht für das Kulturministerium, sondern eine Etage drüber: um das Ressort zu verteidigen. Wenn es der Wirtschaft schlecht geht, reagiert die italienische Regierung mit der Kürzung des Kulturetats. Die französische Regierung tut genau das Gegenteil: schon im vergangenen September versicherte Präsident Sarkozy, dass man in Krisenzeiten in die Kultur investieren muss(...) Sarkozy, dem man wahrlich nicht nachsagen kann, er sei ein Kommunist, hat sofort gehandelt. Er hat die Öffnungszeiten der Museen verlängert und dafür gesorgt, dass mehr Leute freien Eintritt genießen. Das ist kein Tabu: so macht es die National Gallery und auch das British Museum. Ja, der Staat gibt mehr aus, aber es lohnt sich: das ist ein großartiger Beitrag zur menschlichen und staatsbürgerlichen Bildung."
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The New York Review of Books (USA), 12.03.2009
Fred Halliday empfiehlt fasziniert Steve Colls Buch "The Bin Ladens" (deutsch: "Die Bin Ladens"), auch wenn es vielleicht nicht genau hält, was der Titel verspricht. "Wer Colls Buch liest, betritt ein Universum der konstanten Bewegungen und Vereinbarungen, in dem jedoch kaum etwas aufgenommen oder aufgeschrieben ist. Hier werden Macht und Geld nach der Bedeutung von Familiennetzwerken, informellen Treffen einflussreicher saudischer Männer und dem Handy verteilt. 'Die Bin Ladens' ist nicht so sehr ein Buch über Osama Bin Laden oder sein Terroristennetzwerk und seine politischen Pläne als vielmehr ein Buch über die Machtstrukturen des modernen Saudiarabiens. Was das angeht, ist es sehr informativ."
Weitere Artikel: Ian McEwan schreibt über John Updike. Julian Barnes untersucht Orwells Verhältnis zu England und das Verhältnis der Engländer zu ihm. Besprochen werden Gus van Sants Film "Milk" und Bücher, darunter die Erinnerungen von Azar Nafisi.
Archiv: Magazinrundschau
Liebe, Revolution und Verrat
22.05.2012. Die Tscherkessen möchten 2014 keine Olympischen Winterspiele in Sotschi: Man könnte auf den Knochen ihrer ermordeten Vorfahren Ski fahren, berichtet Newsweek. Die Italiener müssen verstehen, dass Demokratie auch ohne Spektakel eine interessante Sache ist, meint Roberto Saviano im Espresso. Museen, fürchtet die türkische Regierung, ruft der Economist. Die LRB reist nach Syrien. Der New Yorker porträtiert Fidel Castros "Nacht-und-Nebel-Mann" William Alexander Morgan. Das Smithsonian Magazine steht staunend vor dem größten Salzsee der Welt. Mehr lesen
Nur Geld wird nie müde
15.05.2012. Mark Zuckerberg hat heute Geburtstag. 28 Jahre alt wird er und noch diese Woche voraussichtlich 25 Milliarden Dollar schwer: New York Magazine und New York Times? Sind beeindruckt. Der Economist? Nicht so sehr. Le Monde diplomatique wundert sich über die griechischen Kommunisten. Die Franzosen wollen keine Frühaufsteher mehr sein, glaubt Elet es Irodalom. Sie sollten sich ein Beispiel an den Chinesen nehmen, findet Eric Hobsbawm in MicroMega. In Le Monde macht sich Driss Ksikes Sorgen über die Islamisten in Marokko. In Litauen gewinnt gerade der Mob gegen die Gerichte, erzählt Open Democracy. Al Ahram stellt ein Orchesterr für blinde Mädchen vor. Mehr lesen
Sehnsucht nach absoluter Zeitgenossenschaft
08.05.2012. Die Zukunft der Lyrik liegt im "unkreativen Schreiben", behauptet die Boston Review. Gute Übersetzer beherrschen das Handwerk des Mamporrero, behauptet El Espectador. Seit es Internet gibt, machen Bücher über Musik dem Leser mehr, dem Autor weniger Spaß, behauptet das TLS. Micromega fordert mehr Commons. In Le Monde diskutieren Edgar Morin und Francois Hollande über Multikulturalismus. Was ist in den USA mit dem Säkularismus passiert, fragt der New Humanist. Der Hollywood Reporter meint: Gar nicht so übel, dieser Kim Dotcom. Mehr lesen
Wie eine Tulpe in der Wüste
01.05.2012. Fast Company begutachtet das gemeinsame gute Werk eines verteilten Spekulanten und eines Jesuitenpaters. In Al Ahram sieht Youssef Rakha, wie die ägyptische Revolution verraten wird. In Eurozine debattieren Timothy Garton Ash, Jeremy Waldron und Kenan Malik über Redefreiheit. Der New Yorker lernt, wie man ein Iphone hypnotisiert. In Vanity Fair erzählt Jeff Daniels, warum Schauspieler auf Zack sein müssen, wenn sie Sorkin spielen. New Republic beschäftigt sich mit den vier Göttinnen der Billboard Charts. Im Merkur erklärt Beate Rössler: Junge Frauen, es gibt keine Gleichberechtigung. In Elet es Irodalom debattieren Claudio Magris und Peter Esterhazy über Provinzialität und Weltbürgertum. Die NYT sucht afghanische Dichterinnen. Mehr lesen
Archiv: Magazinrundschau
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Archiv: Magazinrundschau
Und sagen kein Wort
24.04.2012. Frauen könnten die Verlierer der Arabellion werden, fürchtet Mona Eltahawy in Foreign Policy. Der Reporter des Smithsonian Magazine besichtigt nackt das neue Kunstmuseum auf Tasmanien. Der Espresso lacht und weint über Roberto Benigni. In The New Republic wirft Adam Thirlwell Claude Lanzmanns Shoah-Bild Mystizismus vor. Elet es Irodalom würdigt Laszlo Földenyis intellektuelle Empfindsamkeit. In der London Review of Books porträtiert Jacqueline Rose Marilyn Monroe als Feministin. Maisonneuve erklärt am Beispiel von Schneeräumverträgen in Montreal, wie Korruption funktioniert. In Granta erzählt Julie Otsuka eine Geschichte japanischer Katalogbräute. Mehr lesen
Um die Prinzessin zu retten
17.04.2012. Amazons Preisdruck wird am Ende auch für die Kunden nicht gut sein, warnt Slate. In El Espectador überlegt Hector Abad, welche Länder besser Kolonien geblieben wären. The Atlantic porträtiert den Videospiel-Erfinder Jonathan Blow als Künstler. In Le Monde verteidigt Frederic Beigbeder den Realismus in der Literatur. Im Guardian kritisiert Ma Jian die Londoner Buchmesse für ihren Kotau vor der chinesischen Zensurbehörde. In Morning News verliert Alex Jung seine Angst vor einem nicht männlichen Kleidungsstück. Mehr lesen
Preziöser Puritanismus
10.04.2012. Reason erklärt, warum im Journalismus die Verlierer die Geschichte schreiben. Salon.eu.sk erklärt, worin sich Tschechen und Slowaken unterscheiden. In der New York Review of Books erklärt J.M. Coetzee, warum Werther sterben musste. Mehr lesen
Sun Tzu trifft John Locke
03.04.2012. Vanity Fair berichtet vom World War 3.0. Im Merkur feiert Michael Maar den Schriftsteller Wolfgang Herrndorf. In der New York Review of Books liest Neal Ascherson die Geschichte des Großen Afrikanischen Kriegs im Kongo. In Slate.fr verteidigt der spanische Regisseur Alex de la Iglesia die "Internetpiraterie". In The New Republic lernt Timothy Snyder mit Paul Prestons Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs etwas über die Selbstkolonialisierung Europas. In Frontline erklärt Shajahan Madampat: Islamismus ist auch in seiner gemäßigten Form nicht mit Demokratie vereinbar. Der New Yorker beschreibt die Nöte der Spielcasinos in Macau. Mehr lesen
Etwas wie die Frauenrechte
27.03.2012. Die Republikaner führen einen Krieg gegen die Frauen, erklärt das New York Magazine. Vielleicht, weil Frauen sich gern in aller Öffentlichkeit Pornos vorlesen, behauptet jedenfalls die Verlegerin Beatriz de Moura in El Pais Semanal. Im Guardian denkt Ian McEwan über Originalität nach. In Le Monde fragt Abdennour Bidar, ob nicht vielleicht der Islam selbst krank ist. Der Chronicle berichtet über einen Streit um Noam Chomskys Universalgrammatik. In Slate winkt Chomsky ab: Die menschliche Natur ändert sich nie. Polityka erinnert an die Aktion Reinhardt. Prospect propagiert den Post-Liberalismus. Wired steht vor dem größten Spionagezentrum der Welt. Mehr lesen
Hübsch hässlich
20.03.2012. Der New Yorker betrachtet die jolie laide von Schiaparelli und Prada. In Telerama greift Benjamin Stora nach dem Boomerang Algerien. Fürchtet euch vor chinesischem Geld, ruft Slavenka Drakulic in Eurozine den Venezianern zu. In Atlantic findet Michael J. Sandel nichts mehr, das nicht zu kaufen ist. Jonathan Steel reist für die London Review of Books durch Syrien. In The New Republic stellt Paul Berman ein Buch über liberale muslimische Denker vor. Das TLS liest eine Geschichte der Rhetorik. Mehr lesen
Die Kunst der Kalt-Akquise
13.03.2012. In Perfil erklärt der Autor Martin Kohan, warum Argentinien mit den Falklandinseln gleich weniger argentinisch wäre. In Il sole 24 ore beschreibt Armando Massarenti die Italiener als Analphabeten, die auf einem Schatz sitzen. Der Economist stellt die japanische Kunstguerillatruppe ChimPom vor. Vanity Fair lernt von der Washington Post, dass in revolutionären Zeiten Vorsicht keine Tugend ist. Polityka stellt den polnischen Bestseller der Saison vor: Danuta Walesas Autobiografie. Die New York Times reist mit Radioheads Johnny Greenwood nach Krakau. Mehr lesen
Drei Millionen an Sevcik
06.03.2012. Im Merkur flaniert Stephan Wackwitz durch Tiflis. Auch in Indien hat man in den Achtzigern schöne Stummfilme gemacht, meint Outlook India. Bloomberg Businessweek setzt sich bei den Samwars ins Kuckucksnest. Prospect amüsiert sich über Putin. Salon.eu.sk lernt, wie man slowenische Politiker besticht. In Wired erzählt George Dyson, wie der Computer entstand: aus dem Schlamm des Zweiten Weltkriegs und dem Himmel der Mathematik. Das New York Magazine porträtiert Filmlegende Mike Nichols. Mehr lesen
Frauen an der Front
28.02.2012. In Guernica beschreibt Aleksandar Hemon den Wahnsinn an bosnischen Schulen, ethnische Identität mit dem Lehrplan zu festigen. In Eurozine erklärt Klaus-Michael Bogdal, warum die Rom-Völker Verachtung und Faszination auslösen. Elet es Irodalom lobt die Hygiene-Besessenheit deutscher Journalisten. Der Economist erklärt, warum man Iran besser nicht bombardiert. Vanity Fair würdigt Kriegsreporterinnen. Die New York Times beschreibt die Carl Laemmles von Nigeria. Mehr lesen
Herz aus Bronze
21.02.2012. Einen Krieg gegen Frauenrechte diagnostiziert The New Republic in den USA. Wer nackte Frauen aufs Titelbild einer Zeitschrift bringt, soll sich nicht beschweren, wenn er im Knast landet, findet Rue89. In Elet es Irodalom erklärt die Historikerin Mirta Núñez Díaz-Balart, warum die Wunden aus der Franco-Diktatur nie verheilen konnten. In Eurozine sehen Stephen Holmes und Ivan Krastev wenig Gemeinsamkeit zwischen den Protesten in Russland und in der arabischen Welt. In der London Review of Books schäumt Edward Luttwak über eine Übersetzung: die Ilias ohne den 10. Gesang? Ohne den Helm mit den Hauern vom weißzahnigen Schwein? Unmöglich! Mehr lesen
Wir müssen noch modern werden
14.02.2012. In Letras Libras streiten Enrique Krauze und Javier Sicilia über das richtige Quäntchen Anarchismus. In Elet es Irodalom überlegt Bálint Kádár, wie Budapest vom Berlin-Image profitieren kann. In Le Monde gibt Imre Kertesz Ungarn für die Demokratie praktisch verloren. Polityka kennt die Inspiration jedes Dichters und auch Wislawa Szymborskas: Ich weiß nicht. Im Guardian umkreist Richard Sennett Montaignes Katze. Das TLS versinkt in einer Geschichte der Monster. Für Commentary ist Christopher Hitchens der Justin Bieber Richard Dreyfuss'. Mehr lesen








